Mittwoch, 30. Juli 2014

Spiegelkind

Autor: Alina Bronsky
Seiten: 304
Verlag: Arena
ISBN: 3401067982

Worum geht's?

Im Leben der 15jährigen Juli ist alles geregelt. Auffallen ist gefährlich, wer der Norm nicht entspricht, wird verfolgt. Doch dann verschwindet Julis Mutter plötzlich spurlos und der Vater zittert vor Angst. Nach und nach kommt Juli hinter das Geheimnis ihrer Familie: Ihre Mutter ist eine der wenigen Pheen, die wegen ihrer besonderen Fähigkeiten in der Gesellschaft der totalen Normalität gefürchtet und verachtet werden. Gehört auch Juli bald zu den Ausgestoßenen? Zusammen mit ihrer neuen Freundin Ksü und deren Bruder Ivan macht sie sich auf eine gefährliche Suche - nach der verschwundenen Mutter, der verbotenen Welt der Pheen und der Wahrheit über sich selbst.

Quelle

Wer ist die Autorin?

Alina Bronsky, Jahrgang 1978, war Medizinstudentin, Werbetexterin und Redakteurin bei einer Tageszeitung, bis sie eines Tages ein Manuskript an drei Verlage schickte und auf Anhieb die Zusage bekam. Ihr Debüt „Scherbenpark” gehörte zu den meist beachteten Debüts des Jahres 2008, wurde für diverse Preise nominiert, darunter den Deutschen Jugendliteraturpreis, und für das Kino verfilmt. Ihr zweiter Roman „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche” stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis. Die Rechte an Bronskys Romanen wurden in mehr als 15 Länder verkauft, sie erscheinen unter anderem in den USA und Italien. "Spiegelkind" und "Spiegelriss" bezeichnet Alina Bronsky als ihre bisher persönlichsten Bücher.

Quelle

Wie fand ich es?

Ich fand dieses Buch schlicht genial. Es ist eine Dystopie, die bei meiner Top-Ten-Liste der Dystopien auf Platz 1 steht - ich sollte nebenbei bemerkt wirklich mal einen Post machen, was so meine Top Tens in verschiedenen Genres sind... oder was meint ihr?
Naja, erstmal egal. Das Buch steht sogar noch vor Tribute von Panem, obwohl man die beiden Bücher eigentlich kaum vergleichen kann. Es ist eins meiner Lieblingsbücher, ich habe es in zwei Tagen verschlungen. Gäbe es nicht die Schule - ja, als ich es las war noch Schule, schon ein bisschen her - dann wäre es sogar nur ein Tag gewesen.

Mich hat an diesem Buch vor allem überzeugt, dass es zwar eine Dystopie ist, aber unserer "modernen" Gesellschaft schon erschreckend ähnelt. Und so eine richtig coole Dystopie muss schon einen Bezug zur Realität haben - denn wenn ich nicht direkt vor mir sehen kann, wie heute zum jeweiligen Morgen wird, dann kann ich mit der Dystopie nichts anfangen. Und bei Spiegelkind gibt es definitiv Parallelen zum hier und heute.

Die Idee mit den Pheen und ihren Fähigkeiten fand ich sehr gut, wie auch die, dass es eben die "Normalen" gibt, die "anständig" und geregelt leben und denen die "Freaks" gegenüberstehen, die sich unordentlich kleiden und unordentlich leben.

Die Protagonistin Juli gefiel mir wirklich gut, sie kam sehr sympathisch und realistisch rüber. Fast noch lieber mochte ich allerdings Ksü, die da wo Juli ein wenig verklemmt und unsicher ist, eher locker und selbstsicher ist. Und mir gefiel sehr gut, dass nicht gleich wieder eine Liebesgeschichte zwischen der Protagonistin und irgendwem entstand. Das ist einfach schon zu oft da und ich finde es prima, dass dieses Buch auch ohne Liebesgeschichte auskommt. Zu der Geschichte passte das meiner Meinung aber auch gar nicht.

Durch den einfachen Schreibstil der Autorin fiel es mir sehr leicht das Buch zu lesen, die Sätze flogen nur so dahin. Und auch die Handlung ist nie langweilig, auch ein Grund warum ich das Buch so schnell gelesen habe. Es passiert vielleicht kein großer Kampf, aber immer etwas interessantes.
Das Buch ist so ein Buch, über das ich noch immer nachdenke und das mir lange im Gedächtnis bleiben wird - sei es wegen der schönen Story, der tollen Charaktere oder der düsteren, traurigen Stimmung die das Buch hinterlässt.

Hier noch ein kleiner Buchtrailer, der euch vielleicht überzeugen kann, das Buch zu lesen.



 Sterne für ein überraschend grandioses Buch!

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