Sonntag, 26. Oktober 2014

Die Stadt der verschwundenen Kinder

AutorIn: Caragh O'Brien
Seiten: 480 (Taschenbuch)
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-53422-3

Worum geht's?

Sag mir, wo die Kinder sind

Die junge Gaia gehört mit ihrer Mutter zu den wichtigsten Menschen ihrer Gemeinschaft: Als Hebamme muss sie jeden Monat die ersten drei Neugeborenen an der Mauer der Stadt abgeben – so lautet das Gesetz. Noch nie hat jemand es gewagt, gegen dieses Gesetz und die Herrscher jenseits der Mauer aufzubegehren. Doch dann werden Gaias Eltern verhaftet, und das Mädchen begibt sich auf die Suche nach dem Geheimnis der Stadt jenseits der Mauer – und nach dem Schicksal der verschwundenen Kinder …

Quelle

Wer ist die Autorin?

Caragh O'Brien wuchs in Minnesota auf und studierte Literatur und Kreatives Schreiben. Nach dem Studium begann sie als Highschool-Lehrerin zu arbeiten und entdeckte nebenbei die Freude am Schreiben. »Die Stadt der verschwundenen Kinder« ist ihr erstes Jugendbuch und hat in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien viel Aufsehen erregt. Caragh O'Brien ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit ihrer Familie und zwei Wüstenrennmäusen in Connecticut.

Quelle

Wie fand ich es?

Das war so ein Buch, an dass ich herangegangen bin, ohne wirklich zu wissen, worum es geht. Ja, wie die Klappentext verrät, geht es um eine Hebamme und verschwundene Kinder, aber das wars auch schon mit dem Vorwissen. Aber das Buch konnte mich wirklich überzeugen.
Erst mal war es definitiv etwas Anderes, was die Geschichte sehr interessant machte. Ich finde es auch jetzt nach dem Lesen schwer, das Buch in ein Genre einzuordnen. Ist es eine Dystopie oder doch eher Fantasy? Bin mir noch nicht ganz sicher... aber egal was für ein Genre, das Buch konnte mich überzeugen. Das die Kinder der Ärmeren abgegeben werden müssen um eine Art Oberschicht zu bilden, habe ich so noch nie gelesen, ist aber eine für mich sehr nachvollziehbare Idee und eine gute Überlegung.
Gaia, die Protagonistin, wurde mir im Laufe der Geschichte immer sympathischer. Erst war ich mir nicht sicher, ob ich sie mag, aber als ich mehr über sie erfuhr, konnte ich sie immer mehr leiden. Wie heißt es so schön, Charakter zeigt sich in schwierigen Situationen und nicht wenn alles rosarot ist. Und bei Gaia ist wirklich nichts rosarot, zumindest zu dem Zeitpunkt an dem die Geschichte einsetzt. Leon hingegen hätte ich an manchen Teilen der Geschichte am liebsten geschüttelt, nach dem Motto "Wach auf, Mensch, die Antworten sind doch genau vor dir, du willst sie gar nicht sehen, oder?" Deshalb fiel es mir schwer, ihn zu mögen. Wen ich allerdings mochte war Myrna, die Ärztin aus Zelle Q. Sie war ein sehr guter Mensch und doch richtig taff und ließ sich nicht unterkriegen, sondern machte weiter weil sie diejenigen die sie gefangen hielten nicht gewinnen lassen wollte. Sie war, auch wenn sie nicht oft vorkam, meine Lieblingsperson in dem Buch, zusammen mit Emily, Gaias Freundin aus Kindertagen.
Der Schreibstil war für ein Jugendbuch und eine Dystopie ungewöhnlich, nicht besonders jugendlich erzählt, was mir positiv aufgefallen ist. Dennoch konnte ich ab und zu lächeln, obwohl die Grundstimmung der Geschichte sehr düster war und mit Verlusten nicht gespart wurde. Auch das mochte ich sehr, da es zwar etwas härter zuging, aber realistisch blieb. Es war kein sinnloses Gemetzel, aber eine Rebellion fordert nun mal Opfer, so traurig das auch ist.
Das Ende war zwar nicht unbedingt der Cliffhanger, aber ich freue mich dennoch weiterzulesen und mehr von Gaia, Leon und wenn es geht auch Myrna und Emily zu erfahren.

 Sterne

Danke an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

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