Samstag, 16. Mai 2015

Heldentage

Autor: Sabine Raml
Seiten: 304
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-26960-6

Worum geht's?

Lea ist fünfzehn und hat viele Träume: Sie will schreiben. Sie will rennen, ohne je außer Puste zu sein. Sie will so wunderschön sein wie ihre beste Freundin Pola. In ihren Träumen ist Lea eine Heldin. Im richtigen Leben klappt es manchmal nicht: Gerade hat sich Lenny, Leas erster Freund, von ihr getrennt. Sie vermisst ihn schrecklich. Leas Mutter versinkt in ihren eigenen Problemen und kann Lea nicht helfen. Aber es gibt ja noch Pola und die Clique – und einen tollen neuen Jungen an der Schule, der sich unbegreiflicherweise für Lea interessiert ... Im Laufe eines langen Sommers findet Lea heraus, dass sie eigentlich doch auch eine Heldin ist, jeden Tag ein bisschen.

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Wer ist die Autorin?

Sabine Raml wurde im Ruhrgebiet geboren und wuchs dort größtenteils auf einem Campinglatz zwischen Schnecken und Bäumen auf. Bereits als Kind entwarf sie ihre erste Zeitschrift und verteilte sie in der Nachbarschaft. Trotz anderer Berufe blieb das Schreiben ihre große Leidenschaft. 2013 wurde ihr bis dahin unveröffentlichtes Jugendbuchdebüt Heldentage – Do what you love mit dem Kinder-und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg ausgezeichnet. Die Autorin lebt in Berlin in der Nähe eines Waldes und mehrerer Campingplätze. Sie liebt Pasta, Feigenmarmelade und Yoga.

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Wie fand ich es?

Dieses Buch ist definitiv nichts für jedermann - es hat einen sehr besonderen Stil, der dem jugendlichen Alter und den tiefen Wunden von Lea gleichermaßen gerecht wird. Das ist eine schwierige Kombination und ich kann durchaus verstehen, wenn nicht jeder dem Schreibstil etwas abgewinnen kann. Mir gefiel der Schreibstil allerdings sehr gut, und wenn man sich erstmal damit angefreundet hat, kann man die Geschichte sehr schnell lesen.

Die Charaktere sind wirklich einzigartig und nach Klischees wird man in diesem Buch vergeblich suchen. Allen voran ist Lea eine ungewöhnliche Heldin mit normalen Problemen eines Teenagers und ihren besonderen Problemen dazu. Sie muss sich nicht nur um sich selbst, sondern auch um ihre alkoholabhängige Mutter kümmern, den Haushalt und einfach darum, dass sie irgendwie den Tag überstehen. Doch gleichzeitig ist Lea jemand, mit dem sich wahrscheinlich jeder Jugendliche identifizieren kann - sie hat mit Unsicherheiten zu kämpfen, mit der ersten großen Liebe und der ersten Trennung, und hat viele Träume und Wünsche, die sie dazu bringen weiter zu machen.

Die Geschichte ist geprägt von Leas Erlebnissen und ihren Gedanken. Das Buch sprüht nicht gerade über vor Spannung, aber weil man Lea im Laufe der Geschichte so ins Herz schließt, will man trotzdem immer wissen wie es weitergeht. "Heldentage" lebt von Emotionen, nicht von Spannung.

Dieses Buch ist im Dschungel der Jugendbücher mal etwas ganz anderes. Es ist sehr ernst und tiefgründig, und auch anders aufgebaut als viele andere Bücher. Immer wieder werden Erinnerungen und Ausschweifungen von Lea mit eingespielt, was ich aber nicht als störend empfand sondern sie mir als Charakter eher näher brachte.

Alles in allem ist dieser Roman ein schönes Jugendbuch mit viel Tiefe, Emotionen und einer guten Story. Mir persönlich hat es sehr gut gefallen, aber zum Highlight fehlte noch ein Stückchen! Ich empfehle es jedem, der keine Probleme hat, sich auf einen besonderen Schreibstil einzulassen, denn dann kann das Buch wirklich Spaß machen!

 Sterne

Danke an den Heyne fliegt Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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