Montag, 30. November 2015

Was war los im November?

Nein, der November was echt nicht mein Monat. Ich hatte mir echt vorgenommen, dass es ein toller Lesemonat werden würde, war anfangs auch total motiviert... und dann schlug mir dieser Troll namens Schule ins Gesicht und ich hatte etwa 2 bis 3 Wochen null Zeit mehr zu lesen als ein paar Seiten in den Pausen. Auch die Wochenenden sahen nicht besser aus, an einem habe ich sogar die Kinoenttäuschung meiner Lebens gesehen (ja, ich meine Tribute von Panem 3.2 - würde euch eine Film-Rezi dazu interessieren?)

Apropos Rezi - auch wenn es lesetechnisch nicht recht klappen wollte, mit meinen geschriebenen Rezensionen bin ich sehr zufrieden. Ich bin überzeugt, alle bisher noch ausstehenden schaffe ich dieses Jahr noch abzutippen, genauso wie die der Bücher, die diesen Monat noch gelesen werden. Im Dezember kommt bei mir nämlich immer schon dieses Neues-Jahr-Neue-Chance-Gefühl auf, weshalb ich meine normale durchschnittliche Faulheit besser bekämpfen kann ;)

Aber fangen wir endlich mit diesem Lesemonat an:




















GELESEN
- Rath, Hans - Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch! (304 Seiten)
- Sorensen, Jessica - Einander verfallen. Violet & Luke (288 Seiten)
- Popescu, Adriana - [Short-Short] Tristans Moment (17 Seiten)
- Pratchett, Terry - Ankh Morpork Stadtführer (128 Seiten)
- Weir, Andy - Der Marsianer [Hörbuch] (Buchausgabe: 512 Seiten)
- Prattchett, Terry - Voll im Bilde (384 Seiten)
- Engelmann, Julia - Eines Tages, Baby (96 Seiten)
- Meyer, Kai - Die Sturmkönige: Dschinnland (432 Seiten)
- Riordan, Rick - Die letzte Göttin (Re-Read) (464 Seiten)
- Popescu, Adriana - Ewig und eins (320 Seiten)
- Meyer, Kai - Die Sturmkönige: Wunschkrieg (428 Seiten)
- Pratchett, Terry - Die Krone des Schäfers (384 Seiten)




















GESCHRIEBENE REZENSIONEN
Morgan, Kass - Die 100: Tag 21
Collins, Suzanne - Gregor: Die graue Prophezeiung
Hoover, Colleen - Finding Cinderella
Green, John - Margos Spuren
Ritter, Anell - Apfelgrüne Aussichten
Popescu, Adriana - Tristans Moment [Short-Short]
Zevin, Gabrielle - Bitterzart
Sorensen, Jessica - Einander verfallen. Violet & Luke
Weir, Andy - Der Marsianer [Hörbuch]
Rath, Hans - Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch!
Engelmann, Julia - Eines Tages, Baby [Hörbuch]
Reichs, Kathy - Virals: Nur die Tote kennt die Wahrheit
Meyer, Kai - Die Sturmkönige: Dschinnland
Popescu, Adriana - Ewig und eins
Riordan, Rick - Percy Jackson: Die letzte Göttin













Insgesamt gelesene Seiten: 3757 Seiten
Serienkiller Challenge: 2/12
15 Reihen für 2015: 3/15

Sonntag, 29. November 2015

Percy Jackson: Die letzte Göttin

AutorIn: Rick Riordan
Seiten: 464
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-55585-4

Worum geht's?

Jetzt sind Percy und seine Freunde gefragt: Ihr Todfeind Kronos holt zum letzten Schlag aus und marschiert auf den Olymp zu, mitten ins Herz von New York - dabei sind doch die olympischen Götter alle ausgezogen, um gegen das wiedererstandene Monster Typhon zu kämpfen!
Gemeinsam mit den Jägerinnen der Artemis und den zum Leben erweckten Denkmälern der Stadt versuchen die jungen Halbblute, den Sitz der Götter zu verteidigen, aber zu allem Unglück haben sie auch noch einen Spion in den eigenen Reihen.
Gut, dass wenigstens eine Göttin im Olymp zurückgeblieben ist ...

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Wer ist der Autor?

Rick Riordan war viele Jahre lang Lehrer für Englisch und Geschichte. Er lebt mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen in Boston und widmet sich inzwischen ausschließlich dem Schreiben. Seine Percy-Jackson-Serie hat den Buchmarkt im Sturm erobert und ist in 40 Länder verkauft worden. Auch seine nachfolgenden Serien, »Die Kane-Chroniken« und »Helden des Olymp«, schafften auf Anhieb den Sprung auf die New-York-Times-Bestsellerliste.

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Wie fand ich es?

ACHTUNG! TEIL EINER REIHE! SPOILERGEFAHR!

Man merkt im Laufe der Reihe richtig das die Charaktere, insbesondere Percy sich weiterentwickelt haben Er ist wirklich ein toller Charakter, der alle möglichen tollen Eigenschaften an den Tag legt. Insbesondere beeindruckt hat mich die, dass er über seinen eigenen Tellerrand hinausdenken kann. Er ist vielleicht nicht so klug wie Annabeth oder in jedem Kampf so stark wie Clarisse, aber er ist mutig und handelt nicht unüberlegt, aber so wie sein Verstand UND sein Gefühl sagen, dass es richtig ist.

Doch auch die anderen Charaktere, nicht zuletzt die Götter haben die Geschichte wieder berreichert. Vor allem die gesamte Götterfraktion war teilweise wirklich witzig. Mit ihren inneren Rangkämpfen und Streitigkeiten, und oft nicht gerade besonnenen Entscheidungen (*hust* Zeus *hust*) werden sie meiner Ansicht nach wirklich gut dargestellt.

Die letzte Schlacht gegen Kronos bietet viel Spannung, Action und insgesamt einige schöne Wendungen. Doch besonders gut gefallen hat mir, dass es auch Verluste auf der Seite der Guten gab. Ja, das klingt jetzt etwas psychomäßiger als geplant, aber es ist nur folgerichtig dass nicht jeder überlebt, nur weil er für das Richtige kämpft. In einem Kampf/Krieg gibt es Opfer, und es ist nur fair das auch so darzustellen. Die Geschichte wirkt aber nie übermäßig brutal, nur stellenweise ein wenig traurig und ruhiger als in den bisherigen Bänden.

Rick Riordan hat die Geschichte dennoch wieder mit viel Humor und gelegentlichen sarkastischen Kommentaren gewürzt, die die Handlung etwas aufgelockert haben, sodass nicht durchgehend negative Stimmung herrschte, auch wenn es einige ernste, traurige Szenen gab. Deshalb habe ich das Buch wieder sehr schnell verschlingen können.

Das Ende hat mich wirklich überzeugt. Dachte ich an manchen Stellen zuvor, dass die Handlung vielleicht zu sehr ins 0815-Schwarz-Weiß-Denken verfällt, zeigte sich am Ende etwas ganz anderes. Die letzten Seiten von "Die letzte Göttin" sind mein persöhnliches Highlight der ganzen, wunderbaren Reihe.

Ich kann allen Fantasy-Liebhabern die Percy Jackson Reihe nur empfehlen! Sie strotzt nur so von Abenteuern, Humor, sympathischen Charakteren und tolle Interpretationen/Adaptionen vieler griechischer Sagen! Das Finale rundet die Geschichte um Percy Jackson wunderbar ab und ich finde, der Autor hat ein schönes Ende für alle seine Figuren und Handlungsstränge gefunden. Die Geschichte der Halbgötter geht mit der "Helden des Olymp"-Reihe ja weiter, die während der letzten Seiten von "Die letzte Göttin" bereits angesprochen wurde. Ich freue mich schon wahnsinnig darauf, den ersten Band habe ich ja schon und kann direkt loslegen! ;)

 Sterne

Ewig und eins

AutorIn: Adriana Popescu
Seiten: 320
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-30656-0

Worum geht's?

Sie dachten, ihre Freundschaft wäre für immer. Doch dann kam das Leben. Nach sieben Jahren Funkstille sehen sich Ben, Jasper und Ella auf einem Klassentreffen wieder. Als die Feierlichkeiten zu Ende gehen, beschließen die drei, noch weiter zusammen um die Häuser zu ziehen. Wie damals. Nur für eine Nacht. Doch noch immer sind viele Fragen offen, und je später es wird, desto schneller schlägt Ellas Herz – bis ein paar über die Jahre hinweg gerettete Worte es brechen lassen. Vielleicht für immer.

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Wer ist die Autorin?

Adriana Popescu, 1980 in München geboren, arbeitete als Drehbuchautorin für das Deutsche Fernsehen, bevor sie als freie Autorin für verschiedene Zeitungen, Zeitschriften, Online-Portale und City-Blogs schrieb. Wenn Adriana Popescu nicht an ihren Texten arbeitet, widmet sie sich der Fotografie oder singt (viel zu laut und falsch) Lieder im Radio mit. Ihre als E-Books selbstverlegten Romane »Versehentlich verliebt« und »5 Tage Liebe« sind große Überraschungserfolge. Nach »Lieblingsgefühle« und »Lieblingsmomente« erschien zuletzt »Ewig und eins«. Sie lebt in Stuttgart.

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Wie fand ich es?

Bei dem ersten Buch von Adriana Popescu konnte mich der Anfang so gar nicht richtig überzeugen, dafür das Ende umso mehr. Hier ist es genau anders herum. Die ersten 100 Seiten waren soo vielversprechend und dann... tja, dann kam eine Wendung mit der ich halb gerechnet hätte, die mir aber irgendwie bitter aufgestoßen ist. Je mehr Zeit nach dieser Wende verging, desto mehr fing ich an mich mit der neuen Situation zu arrangieren, aber irgendwie konnte mich das Buch nicht mehr richtig fesseln. Ob mir mal ein Buch der Autorin unterkommt, das mich von vorne bis hinten hervoragend unterhält, ohne diesen Gute-Hälfte-schlechte-Hälfte-Kram?

Dabei haben mir die Charakter total gefallen! Ella, die Ich-Erzählerin, besitzt wirklich Galgenhumor, schleppt aber auch ganz schöne Konflikte mit sich herum. Sie musste ihren großen Traum vom Tanzen nach einer Verletzung begraben, was ihr immer noch zu schaffen macht. Und auch ihre Freunde Ben und Jasper, die sie seit Jahren nicht gesehen hat, haben Probleme mit ihren jetzigen Leben. Die Autorin hat es wirklich geschafft, mir die Figuren schmackhaft zu machen! Jeder für sich hat eine ganz eigene Persöhnlichkeit und bleibt im Gedächtnis. So wie die Autorin so beschrieben hat und sie interagieren ließ, fühlte es sich an als wäre man bei ihnen und würde mit ihnen diese Nacht des Wiedersehens erleben.

Das große Thema, seinen Weg in die Zukunft zu finden, auch wenn man einmal scheitert, und wirklich das zu tun was einen glücklich macht, auch wenn es schwer ist, hat mich total angesprochen und wahrscheinlich noch viele andere Leser. Wer macht(e) sich als Schüler/Student nicht Gedanken über das "echte Leben" von dem alle immer reden, macht sich große Hoffnungen, erdenkt sich die Best-Case-Version, die schließlich einfach nicht eintreten will. Wie die Autorin mit dieser Thematik umging hat mir sehr gut gefallen und ich habe mich in einigen von Ellas Gedankengängen selbst wiedergefunden, obwohl ihre Ziele und Wünsche nicht gerade deckungsgleich mit meinen sind.

Auch erwähnenswert ist die Geschichte hinter dem Titel "Ewig und eins". Bei manchen Büchern fragt man sich ja wirklich, wie man nur auf so einen Titel kommen kann, aber hier - passt wie die Faust aufs Auge, meiner Meinung nach.
Die musikalische Untermalung des Textes in Form des Liedes von Thomas Pegram "Schon immer" mochte ich ebenfalls sehr gern und empfand sie als wirklich passend zur Geschichte. Nur kleiner Tipp - wenn ihr ohne Vorstellungen zum genauen Konflikt in das Buch einsteigen wollt wie ich, empfehle ich, das Lied erst anzuhören wenn es im Buch erwähnt wird.

Insgesamt dachte ich wirklich, dass das hier ein 5-Sterne-Buch werden würde. Leider gefiel mir die Geschichte schlussendlich nicht ganz so gut wie ich mir nach dem fantastischen Anfang erhofft hatte. Sie war immer noch gut, durchdacht und unterhaltsam, hatte viele schöne Aspekte, aber hat mich einfach schlussendlich nicht vollständig überzeugt.

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Piper Verlag!

Samstag, 28. November 2015

Die Sturmkönige: Dschinnland

AutorIn: Kai Meyer
Seiten: 431
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-16426-4

Worum geht's?

Am Tag seiner Geburt trug sein Vater ihn auf einem fliegenden Teppich hinauf in den Himmel über Samarkand – Tarik al-Jamal, der beste Schmuggler auf den Himmelsrouten des Orients. Keiner reitet einen Teppich wie er – bis er draußen im Dschinnland, den tödlichen Wüsten zwischen Samarkand und Bagdad, seine große Liebe Maryam verliert. Gebrochen und einsam verdingt sich Tarik bei illegalen Teppichrennen. Doch dann will sein jüngerer Bruder Junis die mysteriöse Sabatea durchs Dschinnland nach Bagdad bringen. Tarik fürchtet um das Leben der beiden – und stellt sich einmal mehr den Geistern seiner Vergangenheit. Eine mörderische Jagd durch die Wüste beginnt, eine Odyssee auf fliegenden Teppichen, mitten in den Krieg zwischen Dschinnen und Sturmkönigen …

Quelle

Wer ist der Autor?

Kai Meyer wurde am 23. Juli 1969 in Lübeck geboren. Nach dem Abitur studierte er in Bochum einige Semester Film, Theater und Philosophie und volontierte anschließend bei einer Tageszeitung. Währenddessen schrieb er seinen ersten Roman, der 1993 im Lübbe Verlag erschien; weitere Bücher folgten noch während seiner Zeit als Redakteur. Seit 1995 ist er hauptberuflicher Schriftsteller und hat bislang über fünfzig Romane veröffentlicht. Dazu kommen mehrere Drehbücher, Hörspiele und Comics. Er lebt im Rheinland zwischen Köln und Eifel.

Quelle

Wie fand ich es?

Nachdem mir die "Arkadien"-Reihe des Autors so gut gefällt, habe ich mir vor einer Weile ja auch die beiden ersten Bände von "Die Sturmkönige" besorgt. Und das ich gleich alle beide als Mängelexemplar bekommen und da habe, ist wirklich eine glückliche Fügung, denn nach diesem tollen ersten Band kann ich gar nicht anders als sofort weiterzulesen. Der dritte wird dann wohl erst frühestens im Januar einziehen können...
Aber kommen wir erst mal zu meiner Bewertung dieses Teils der Reihe...

"Die Sturmkönige: Dschinnland" besticht mit einer unglaublichen Atmosphäre, die der Autor mit kleinen Worten hervorzaubern kann. Man hat beim Lesen das Gefühl, sich selbst in Samarkand zu befinden, die Hitze zu spüren und das Gefühl auf einem Teppich sitzend über die Wüste zu fliegen, so wie Tarik.
Ihr merkt schon, das Setting hat mich absolut begeistert. Ich liebe ja Geschichten wie diese die im Alten Orient spielen und spätestens seit "Bartimäus" begeistern mich Dschinngeschichten. Diese Dschinn sind allerdings völlig anders als die die ich bisher kennengelernt habe. Denn hier sind sie die Bösen, Ausgeburten von Wilder Magie, die zusammen mit vielen anderen mysteriösen und schrecklichen Kreaturen Angst und Tod verbreiten.
Die Idee hinter der ganzen Geschichte hat mich von Anfang an überzeugt. Der gesamte Weltaufbau, die Wesen die sich in der Wüste verbergen, die Hintergründe der Dschinn (über die ich in den Folgebänden noch mehr zu lesen hoffe)... kurzum, das alles war fantastisch!

Und auch wenn ich mich anfangs gewundert habe was der Titel der Reihe "Die Sturmkönige" mit dem Inhalt zu tun hat - im Laufe des Buchs ergibt es einen Sinn. Nach der Kurzbeschreibung auf der Buchrückseite hatte ich mir unter der tatsächlichen Handlung des Buchs etwas ganz anderes vorgestellt als ich dann tatsächlich bekommen habe. Das meine ich jetzt keinesfalls negativ, ich möchte es nur erwähnt haben. Außerdem spoilert der Klappentext meiner Meinung nach ziemlich, deshalb habe ich nicht die Buchrückseite sondern die Beschreibung von der Website des Autors für den "Worum geht's?" Teil dieser Rezension verwendet.

Auch wenn ich so ein bisschen wusste was passieren würde, hat das der Spannung nicht groß geschadet. Das Erzähltempo ist das gesamte Buch über hoch, und immer wieder wurde ich von Ereignissen überrascht, die ich nicht habe kommen sehen. Wenn ich gedacht habe ich wüsste worauf die Geschichte hinaus will, bumm!, drehte sich die Handlung einmal um 180 Grad.

Den Protagonisten Tarik lernt man während der Lektüre sehr gut kennen. Er ist ein sehr komplexer Charakter, der sich mit Schuldgefühlen quält, eine schwierige Beziehung zu seinem Bruder hat und seinen Kummer mit Adrenalin und Alkohol zu betäuben versucht. Er erscheint auf den ersten Seiten bereits ein wenig skrupellos, doch sobald man als Leser hinter die Fassade blicken und die Gründe dafür erfahren kann, warum er ist wie er ist, kann man gar nicht anders als ihn - ein bisschen widerwillig - zu mögen. Nur so konnte er seine Vergangenheit überleben, und nur so schafft er es, auch die Gegenwart zu überstehen.
Auch Sabatea, die von Anfang an geheimnisvoll und unnahbar jeden um den Finger wickelt um ihre Pläne verwirklichen zu können, hat etwas von einer Antiheldin. Denn trotzdem man sie so leicht für ein fieses Miststück halten könnte hat sie gute Gründe für das was sie tut, und hat auf mich wirklich Eindruck gemacht. Sie ist keineswegs hilflos oder auf ihre weiblichen Reize angewiesen um zu bekommen was sie will, sie weiß nur geschickt auszunutzen um an ihr Ziel zu kommen und verkörpert eine starke, unbeugsame Frau die das Herz schlussendlich am rechten Fleck hat.
Nebenfiguren wie Tariks Bruder Junis oder der Narbennarr haben die Geschichte interessanter und abwechslungsreicher gestaltet, und dienten nicht allein als Gehilfen der Protagonisten sondern brachten die Geschichte mit ihren eigenen Zielen und Vorhaben vorwärts.

Insgesamt eine fantastische, facettenreiche Geschichte mit vielen unerwarteten Wendungen und einem unglaublichen Ende! Ich bin wirklich gespannt, was darauf im nächsten Band gemacht wird und bin schon fleißig am Lesen.
Das Buch ist sicherlich nichts für sensible Leser, da das Thema Gewalt in der harten Welt des Dschinnlands eine große Rolle spielt und wichtig für die Authentizität der Geschichte ist.
Dennoch - oder gerade deswegen - kann ich "Dschinnland" jedem Fantasy-Leser nur empfehlen und hoffen, dass es euch genauso gefällt wie mir!

 Sterne

Virals: Nur die Tote kennt die Wahrheit

AutorIn: Kathy Reichs
Seiten: 512
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-40232-0

Worum geht's?

Das Forschungslabor, in dem Tory Brennans Vater arbeitet, soll geschlossen werden. Tory weiß: Will sie nicht umziehen und von ihren Freunden getrennt werden, muss sie Geld beschaffen – und zwar eine beträchtliche Summe, um das Labor vor dem Aus zu retten. Wie der Zufall es will, stößt Tory in dieser Situation auf geheime Dokumente, die auf den legendären Piratenschatz der Anne Bonny hinweisen. Tory beschließt, das Unmögliche zu versuchen, und den jahrhundertealten Spuren zu folgen. Doch auch andere sind hinter dem Erbe der Piratin her. Ihre Gegner sind skrupellos, hoch gefährlich und zu allem bereit, um selbst an den Schatz zu kommen…

Quelle

Wer ist die Autorin?

Kathy Reichs, geboren in Chicago, lebt in Charlotte und Montreal. Sie ist Professorin für Soziologie und Anthropologie und unter anderem als forensische Anthropologin für gerichtsmedizinische Institute in Quebec und North Carolina tätig. Ihre Romane erreichen regelmäßig Spitzenplätze auf internationalen und deutschen Bestsellerlisten und wurden in 30 Sprachen übersetzt. Tempe Brennan ermittelt auch in der von Reichs mitkreierten und -produzierten Fernsehserie "Bones – Die Knochenjägerin".

kathyreichs.com

Quelle

Wie fand ich es?

Schon vor einer ganzen Weile, ein Jahr oder sogar zwei ist es bestimmt her, habe ich den ersten Band dieser Reihe gelesen. Darauf aufmerksam wurde ich durch die Serie "Bones" um die Anthropologin Dr. Temperance Brennan, die viele von euch bestimmt kennen. Denn Kathy Reichs, die Autorin von "Virals" hat auch die Bücher zu dieser Serie geschrieben. "Virals" behandelt die Geschichte von Tori Brennan, einer Nichte von Dr. Temperance Brennan - welche übrigens auch einen kleinen Auftritt in diesem Buch hat.

Die Jagd nach dem Schatz ist unglaublich spannend, voller unvorhersehbarer Wendungen und gespickt mit interessanten Fakten. Tori und ihre Freunde müssen sich nicht nur ziemlich kniffligen und wirklich gut durchdachten Rätseln stellen, sie müssen sich auch einigen Widersachern stellen und nicht selten geraten sie in Lebensgefahr.

Dennoch bewahrt die Autorin mit ihrem Schreibstil die Geschichte davor, zu dunkel und bedrückend zu werden und ihre Charaktere davor, komplett durchzudrehen. Wie? Sie gibt ihnen einen Galgenhumor, den ich auch im vorherigen Teil der Reihe schon köstlich fand. Er gibt der Geschichte eine besondere Note, die die Handlung auflockert, wenn alles hoffnungslos scheint. Dennoch gibt es viele ernste, berührende Szenen in "Nur die Tote kennt die Wahrheit" und es kommt zu vielen schönen Szenen zwischen Tori und ihren Freunden.

Sowohl Tori Brennan, als auch ihre Freunde Shelton, Hi und Ben sind sehr symphatisch und individuell gestaltet, und arbeiten als Team sehr gut zusammen, da sich ihre Fähigkeiten und Interessen wunderbar ergänzen. Auch alte Bekannte aus dem ersten Band tauchen wieder auf - wer verrate ich lieber nicht, denn das stiehlt etwas vom Überraschungseffekt denke ich, aber ihr dürft darauf gespannt sein, welche Rolle der Betreffende spielen wird.

Tori ist eine Art Anführerin der Truppe, vor allem da ihre besonderen Fähigkeiten noch ein wenig ausgeprägter sind als die der anderen. Diese aus den Geschehnissen in Band 1 resultierenden "Superkräfte" der vier gestalten die Geschichte noch interessanter und spannender, und noch immer ist nicht alles enthüllt, was damit bewirkt werden kann. Gefallen hat mir, dass Tori diese Kräfte nicht immer komplett nützlich und zum Lösen eines Rätsels benutzt hat, sondern auch mal ganz teenagerhaft einfach nur fies gegenüber einem anderen Mädchen war. Das gestaltete sie, als doch ziemlich reifes und intelliegentes Mädchen für ihr Alter, authentischer und macht sie lebendiger.

Dennoch sind neben ihr auch Hi, Shelton und Ben nicht ins Hintertreffen geraten, auch wenn ich mir von ihnen im nächsten Band "Jeder Tote hütet ein Geheimnis" noch ein bisschen mehr persöhnliche Einblicke erwarte.

Trotz der über 500 Seiten wird die Geschichte niemals langweilig und das Erzähltempo bleibt hoch, auch wenn nicht immer Action vorherrscht, sondern auch manchmal Toris Leben mit ihrem Vater oder ihr Kleinkrieg mit hochnäsigen Mitschülerinnen im Vordergrund steht. Schnell entsteht so ein Lesefluss, durch den man das Buch nur so verschlingt.

Ich kann "Virals: Nur die Tote kennt die Wahrheit" nur jedem empfehlen, der Mystery-Thriller, komplexe Rätsel und humorvolle, starke Charaktere mag! Ich freue mich schon sehr auf den dritten Teil und auf ein neues Abenteuer mit Tori und ihren Freunden.

 Sterne

Freitag, 27. November 2015

[Hörbuch] Eines Tages, Baby

AutorIn des Buchs: Julia Engelmann
SprecherIn: Julia Engelmann
Länge: 1 CD/ca. 62 min
Verlag: der Hörverlag
ISBN: 978-3-8445-1704-0

Worum geht's?

"Der neue Star im Internet". hr3

»Eines Tages, Baby, werden wir alt sein, oh Baby, werden wir alt sein und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können.« Julia Engelmanns Slam »One Day« hat über Nacht eine Welle der Begeisterung ausgelöst und Millionen Fans im Netz gefunden. Ihre Message, Träume endlich in die Tat umzusetzen, trifft den Nerv der Zeit. Denn in jedem von uns steckt so viel mehr! Mal zart, mal kraftvoll und immer berührend, ruft Julia Engelmann dazu auf, mutig zu sein, das Glück zu suchen und das Leben zu leben, bevor es zu spät ist: »Los!, schreiben wir Geschichten, die wir später gern erzählen!«

Quelle

Wer ist die Autorin/Sprecherin?

Julia Engelmann wurde 1992 geboren, wuchs in Bremen auf und studiert heute Psychologie. Seit einigen Jahren nimmt sie regelmäßig an Poetry Slams teil. Ein Video ihres Vortrags »One Day« beim Bielefelder Hörsaal-Slam wurde zum Überraschungshit im Netz und bisher millionenfach geklickt, geliked und geteilt. Neben dem Slammen gilt ihre Leidenschaft der Musik und der Schauspielerei. So spielte sie von 2010 bis 2012 in der Fernsehserie »Alles was zählt« mit. Zudem begleitete sie Anfang 2014 Tim Bendzko auf seiner Deutschland-Tournee.

www.facebook.com/juliaengelmannofficial

Quelle

Wie fand ich es?

Schon vor einiger Zeit bin ich durch ihren Youtube-Hit "One Day" auf Julia Engelmann aufmerksam geworden. Sie ist eine der einzigen Slammerinnen die ich so kenne, aber mir haben ihre Worte auf Anhieb gefallen, genauso wie ihre Art sie vorzutragen. Irgendwie geriet sie bei mir allerdings wieder in Vergessenheit, und erst als ihr zweites Hörbuch vor kurzem auf den Markt kam, habe ich mich an sie erinnert und wollte gern noch ein paar andere Texte von ihr hören.

Diese CD beinhaltet viele emotionale Poetry Slams, und ich könnte von keinem behaupten, dass er mir nicht gefallen habe. Mein Liebling ist glaube ich "Stillleben", dicht gefolgt von "Bestandsaufnahme in 3 Teilen" und "Stille Poeten". Doch alle Slams haben mir sehr gut gefallen und ich habe sie mir auch mehrmals angehört - und sicher werde ich das auch immer mal wieder tun. Denn was sie sagt, ist unglaublich inspierend und ich fühle mich jedes Mal erneut berührt und angesprochen, wenn ich einen der Slams höre.

Jeder Text hat eine eigene Botschaft, dennoch haben sie einiges gemeinsam. Es sind Texte, die direkt aus dem Leben der - vermute ich zumindest - meisten Menschen stammen könnten. Sie behandelt verschiedenste Themen im Bereich Erwachsenwerden, Selbstfindung, Selbstzweifel, dem Suchen nach dem Sinn des eigenen Lebens und dem eigenen Sein, insgesamt also Dinge die viele Menschen beschäftigen, über die man sich aber eher im Stillen Gedanken macht und die jeder mit sich selbst ausmacht.

Die Autorin trägt ihre Texte selbst vor, was ihre Worte genau in das Licht rückt, dass sie anstrebt und ich denke, dass gibt ihren Slams noch das i-Tüpfelchen. Denn sie weiß natürlich am besten, was sie betonen und wie sie zeigen will, was sie denkt und welche Gefühle sie hervorrufen möchte.

Ich kann nur sagen - Hut ab vor dieser Frau, die mich mit allen bisher gehörten Texten beeindrucken und berühren konnte! Vielleicht kann sich nicht jeder mit ihren Gedanken identifizieren, doch ich mich auf jeden Fall. Sie spricht mir in den allermeisten Fällen wirklich aus der Seele. Ich kann "Eines Tages, Baby" nur weiterempfehlen!

 Sterne

Vielen Dank an den Hörverlag und das Bloggerportal von Randomhouse!

Mittwoch, 25. November 2015

Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch!

AutorIn: Hans Rath
Seiten: 304
Verlag: rororo
ISBN: 978-3-499-26860-1

Worum geht's?

Psychotherapeut Jakob Jakobi bekommt ungebetenen Besuch von einem Kerl namens Anton Auerbach. Der möchte nichts Geringeres als Jakobs Seele kaufen, denn seit Jakobs Begegnung mit Gott ist diese Seele besonders wertvoll. Für wen? Für den Teufel natürlich. Und genau der behauptet Auerbach zu sein.
Jakob ist genervt. Und denkt weder dran, seine Seele zu verkaufen, noch «Toni» für voll zu nehmen. Doch der vermeintliche Teufel hat das eine oder andere Ass im Ärmel. Mehr und mehr wird Jakobs Leben zur Hölle. Da wäre es wirklich gut, Gottes Beistand zu bekommen …

Quelle

Wer ist der Autor?

Hans Rath, Jahrgang 1965, studierte Philosophie, Germanistik und Psychologie in Bonn. Er lebt mit seiner Familie in Berlin, wo er unter anderem als Drehbuchautor tätig ist. Mit der Romantrilogie «Man tut, was man kann», «Da muss man durch» und «Was will man mehr» hat Rath sich eine große Fangemeinde geschaffen. Zwei der Bücher wurden bereits fürs Kino verfilmt. «Und Gott sprach: Wir müssen reden» sowie «Manchmal ist der Teufel auch nur ein Mensch» wurden ebenfalls zu Bestsellern.

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Wie fand ich es?

Nachdem das Taschenbuch nun endlich erschienen ist und seinen Weg in die örtliche Buchhandlung gefunden hat, konnte ich gar nicht anders als zuzugreifen. Der erste Band "Und Gott sprach: Wir müssen reden!" hat mich schon zum Lachen bringen können, aber auch genug ernste Aspekte gehabt um ich zu fesseln, das ich die Fortsetzung einfach haben musste! Und auch diese konnte mich wieder wunderbar unterhalten!

Die Handlung setzt nach einem Zeitsprung von drei Jahren wieder ein. Es ist sehr interessant zu beobachten, was sich inzwischen alles (nicht) verändert hat und was Jakob inzwischen getrieben hat.

Trotz des Titels ist dieses Buch keineswegs nur etwas für religiöse Leute, ich würde sagen, eher im Gegenteil. Jakob Jakobi hatte mit Religion - mal abgesehen von seiner Begegnung mit Gott - bisher recht wenig am Hut, und seine Sicht auf die Welt geht eher in Richtung Atheismus.

Nach wie vor mag ich den Protagonisten Jakob sehr gerne. Er ist freundlich und hilfsbereit, aber auch scharfsinnig und lässt sich nicht so schnell für dumm verkaufen.
Wie schon in Band 1 mochte ich seine Schlagabtausche mit seiner Ex-Frau Ellen wahnsinnig gern! Die beiden haben eine trotz ihrer Vergangenheit inzwischen völlig lockere Freundschaft aufgebaut, und ihr Zusammenspiel ist ein echter Lesegenuss!
Auch die anderen Charaktere sind nicht immer tiefgreifend, aber individuell gestaltet und bleiben im Gedächtnis. Insgesamt dominiert die humorvolle Seite ihres Auftretens öfters über ihre rein faktische Wichtigkeit für die Handlung, doch das hat mich überhaupt nicht gestört.

Nach dem Himmel hält nun die Hölle Einzug in Jakob Jakobis Praxis. Zu beneiden ist er wirklich nicht! Die Geschichte hinter Gott und dem Teufel und auch die Verbildlichung der Hölle empfand ich als gelungen und sie hat der Geschichte sehr interessante Wendungen gebracht. Was nach dem ersten Band mit dem vermeintlichen Gott passiert ist, und ob er erneut in Jakobs Leben schneien wird wenn dieser es am wenigstens erwartet müsst ihr natürlich selbst lesen ;)

Die letzten Seiten waren wie schon im ersten Band sehr schön, melancholisch geschrieben und macht direkt Lust auf mehr. Das Ende beantwortet fast alle Fragen, dennoch bleibt noch Stoff für einen dritten Band (der sich mit seinem Taschenbucherscheinungstermin mal lieber beeilen sollte! xD)

Eine wirklich empfehlenswerte Reihe mit tollem Humor, interessanten Wendungen und viel Stoff zum Nachdenken über Gott und die Welt - und den Teufel ;)

 Sterne

Dienstag, 24. November 2015

Project 10 Books #3

Aaaalso... bevor Weihnachten dann ins Haus steht, will ich noch einmal ein bisschen abbauen und ein paar "Altlasten" (nichts gegen die Bücher, aber einige sind wirklich SuB-Leichen bzw. sind mit der Erwartung eingezogen, das ich sie sofort lese) will ich auf gar keinen Fall mit ins neue Jahr schleppen! Im Versuch mich zu motivieren und in Verbindung mit meinem Entschluss, nur noch sehr wenige Bücher bis Weihnachten zu kaufen, versuche ich es nochmal mit Project 10 Books, bei dem ich letztes Mal ja eher gescheitert bin.... aber naja, neues Spiel, neues Glück. Das sind meine zehn Bücher:



- Blazon, Nina - Der dunkle Kuss der Sterne
- Bardugo, Leigh - Grischa: Eisige Wellen
- Roth, Veronica - Die Bestimmung: Tödliche Wahrheit
- Meyer, Kai - Arkadien fällt
- Meyer, Kai - Die Sturmkönige 1 Dschinnland
- Meyer, Kai - Die Sturmkönige 2 Wunschkrief
- Law, Ingrid - Schimmer
- Law, Ingrid - Der Schimmer des Ledger Kale
- Harrison, Michelle - Elfenseele 1
- Harrison, Michelle - Elfenseele 2

Ich verbiete mir mit diesem Project 10 Books diesmal die Neuzugänge wieder nicht komplett - hauptsache ich schaffe diese zehn Bücher!

Na, dann mal auf in den Kampf!

Montag, 23. November 2015

[Hörbuch] Der Marsianer: Rettet Mark Watney

Autor des Buchs: Andy Weir
Leser: Richard Barenberg
Länge: 2 MP3-CDs, ca. 10 h 5 min
Verlag: Random House Audio
ISBN: 978-3-8371-3155-0

Worum geht's?

Das Hörbuch zum Blockbuster des Jahres!
Der Astronaut Mark Watney war einer der ersten Menschen, die je den Mars betreten haben. Nun, sechs Tage später, scheint er der erste Mensch zu werden, der auf dem Roten Planeten sterben wird: Nach einem Sandsturm wird Mark von seinem Team für tot gehalten und alleine zurückgelassen. Ohne Ausrüstung. Ohne Nahrung. Es ist der Beginn eines beispiellosen Überlebenskampfes ...

Mit viel Einfühlungsvermögen und großem Gefühl für Spannung eingelesen von Richard Barenberg.

Quelle

Wer ist der Autor?

Bereits im zarten Alter von fünfzehn war Andy Weir als Programmierer für diverse Computerfirmen tätig und arbeitet inzwischen als Softwareentwickler. In seiner Freizeit interessiert er sich für Physik, Mechanik und die Geschichte der bemannten Raumfahrt – und natürlich für das Schreiben. Mit seinem Debütroman Der Marsianer wird er als die Science-Fiction-Entdeckung des Jahres gefeiert.

Quelle

Wer ist der Sprecher?

Richard Barenberg studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Anschließend führten ihn Engagements u.a. ans Nationaltheater Weimar, Maxim Gorki Theater Berlin, Theater Oberhausen, Volkstheater Rostock und die Komödie am Ku‘damm. In den letzten Jahren arbeitet er auch vermehrt als Sprecher.

Quelle

Wie fand ich es?

Ich hatte ehrlich gesagt ein wenig Bammel vor der Geschichte, auch wenn ich mich riesig aufs Hören gefreut habe und Luftsprünge gemacht habe, als es endlich bei mir eingetroffen war. Warum? Nun, zu einer Science-Fiction-Geschichte - speziell wenn sie auf dem Mars spielt - kommt man oft ohne viele technische Details nicht aus. Da ich in Bezug auf Themen in diesem Bereich gerne mal komplett ahnungslos dastehe, war ich unsicher, ob ich auch mitkommen und die Handlung verstehen würde. Doch da habe ich mir völlig umsonst Sorgen gemacht!
Auch wenn wirklich viele Details zur Raumfahrt und ähnlichem vorkommen, wird alles relativ narrensicher erklärt und ich bin eigentlich immer mitgekommen, obwohl ich wie bereits erwähnt keine Ahnung habe. Durch diese ausführlichen Darstellungen konnte man sich die Situation Watneys besser vorstellen und die Geschichte wirkte authentischer.

Trotz vieler (auch wirklich nötiger) Ausführungen zum Stand von Technik und Astronomie in diesem Science-Fiction-Buch wird die Handlung nie langweilig und ist, vor allem durch den sympathischen Protagonisten, trotz des eher düsteren Geschehens - immerhin ist Mark Watney auf dem Mars gestrandet und könnte theoretisch jeden Tag sterben - immer wieder witzig und unterhaltsam. Überrascht und auch beeindruckt hat mich, was auf einem kargen Planeten wie Mars mit ein bisschen Einfallsreichtum und Köpfchen so alles möglich ist/sein könnte.

So, kommen wir zur Hauptfigur, Mark Watney. Er ist einfach... unbeschreiblich genial. Wirklich, einer der besten Protagonisten überhaupt!Er findet immer wieder geniale Worte für wirklich doofe Situationen, scheut sich allgemein nicht den Mund aufzumachen und bleibt, auch wenn alles den Bach runtergeht, optimistisch. Das er sich von den vielen Tiefschlägen nicht entmutigen lässt, und sich in seiner schwierigen Situation auch noch seinen herrlichen Humor bewahrt, lässt ihn sehr sympathisch werden. Das er trotzdem Fehler macht und sich damit mehrmals schrecklich in Gefahr bringt, macht ihn und die Handlung nur noch greifbarer. Egal wie schlecht es aussieht, lässt sich Mark immer wieder etwas einfallen, und egal wie simpel und unsinnig die Idee am Anfang klingen mag - wie eine Katze fällt er einfach immer wieder auf die Füße, egal was passiert.

Erzählt wird "Der Marsianer" aus der Ich-Perspektive von Mark selbst durch Logbucheinträge, und abschnittsweise auch aus der Er/Sie-Perspektive von verschiedenen Nebenfiguren, z.B. unterschiedlichen Mitarbeitern der NASA und Mark Watneys Crew. Dadurch bekommt man verschiedene Blickwinkel auf die Geschehnisse, was meiner Meinung nach ein gelungener Schachzug ist, der die Geschichte noch verbessert hat.

Der Klappentext verkündet ja, dass das Hörbuch "mit viel Einfühlungsvermögen und großem Gefühl für Spannung erzählt" sei, und das kann ich so nur unterstreichen. Mir hat Richard Barenberg als Stimme Mark Watneys sehr gut gefallen. Er haucht dem Charakter richtig Leben ein und bringt auch seinen Humor wunderbar rüber.

Das Ende ist sehr emotional und melancholisch gestaltet. Bei einer Szene innerhalb der letzten Kapitel kamen mir sogar die Tränen und daa hätte ich bei diesem Buch nie erwartet!

Insgesamt eine wirklich fantastische, lebendige Geschichte mit viel gelungenem trockenem Humor, auch für Laien verständlich erklärten technischen Details, und einem wunderbaren Protagonisten, den man einfach lieben muss!

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an Random House Audio und das Bloggerportal von Randomhouse!

Freitag, 20. November 2015

Einander verfallen. Violet & Luke

AutorIn: Jessica Sorensen
Seiten: 288
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-41937-7

Worum geht's?

Du kannst ihn nicht vergessen. Und du spielst mit dem Feuer.
Luke und Violet sind sich aus dem Weg gegangen, seit sie herausgefunden haben, dass ein ein schweres Verbrechen zwischen ihren Familien steht. Doch als Luke in Schwierigkeiten gerät, ist für Viovlet sofort klar, dass sie ihm beistehen muss. Sie empfindet so viel für Luke, aber wird sie jemals wieder fähig sein, jemandem zu vertrauen?

Quelle

Wer ist die Autorin?

Die Bestsellerautorin Jessica Sorensen hat bereits zahlreiche Romane verfasst. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in den Bergen von Wyoming. Wenn sie nicht schreibt, liest sie oder verbringt Zeit mit ihrer Familie.

www.jessicasorensensblog.blogspot.de

Quelle

Wie fand ich es?

ACHTUNG! TEIL EINER REIHE! EVENTUELL SPOILER!

Eigentlich war die Geschichte für mich ja nichts Neues mehr, denn ich habe hiervon schon die englische Ausgabe "The Probability of Violet and Luke" gelesen. Doch auch beim zweiten Mal hat mich die Geschichte noch umgehauen.

Die Charaktere gefallen mir immer noch wahnsinnig gut. Violet und Luke haben beide ihre individuellen Probleme und ihre Art damit umzugehen, und beide haben sich verändert. Es erstaunt mich immer wieder, wie ehrlich und schonungslos gegenüber ihren Charakteren Jessica Sorensen vorgeht, ohne zu übertreiben. Sie erschafft ihre Charaktere so, dass sie wirklich authentisch erscheinen und lässt sie auch so handeln. Auch wenn sowohl Violet als auch Luke öfters mal Mist anstellen, hatte ich nie das Gefühl, dass sie "aus der Rolle fallen". Sie handeln so, weil es ihrem Charakter entspricht und es für sie die richtige Lösungsstrategie ist - oder zumindest die einzig mögliche zu sein scheint.
In Kombination überwältigen mich die beiden immer wieder. Sie haben eine herrliche Chemie, die man während des Lesens geradezu spüren kann. Auch wenn die beiden Figuren mit schweren Hintergrundgeschichten und einer schweren Gegenwart sind, konnten sie mich auch immer mal wieder zum Lachen bringen. Die Beziehung der beiden ist bittersüß, herzzereißend und niemals kitschig oder langweilig.

Jessica Sorensens Schreibstil ist schlicht, und geht doch unter die Haut. Sie lässt auch in "Einander verfallen. Violet & Luke" wieder beide Protagonisten zu Wort kommen. Diese Technik gefällt mir immer noch sehr gut, da man als Leser so leicht einen Einblick in beide Gefühlswelten bekommt.

Violet und Luke stürzen sich in diesem Buch in ein relativ gefährliches Abenteuer.Kurz kommt sogar ein wenig RoadTrip-Feeling auf, was mir die Geschichte noch ein Stück versüßt hat. Wir lernen in diesem Buch auch neue Charaktere kennen, die die Handlung interessanter gestalten. Ich glaube einer von ihnen, Lukes Cousin Ryler, ist ein Protagonist eines anderen Buches von Jessica Sorensen (dieses Buch ist aber noch nicht übersetzt und wird es vllt. auch nicht).
Allgemein hapert es nicht an Spannungen und 180 Grad Wendungen. Auch wenn die Handlung auf die Liebesgeschichte fixiert ist, wird auch dem individuellen Leben der beiden Protagonisten genug Zeit gewidmet. Dies gefällt mir so sehr an den Geschichten der Autorin die ich bis jetzt kenne - die Figuren bespringen sich nicht alle fünf Seiten, sondern haben auch mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen und helfen sich gegenseitig, ihre Dämonen zu überwinden. Vor allem auf Violet kommt da noch eine Menge zu, was genug Stoff für den dritten Band bietet. Luke hingegen scheint sich allmählich zu fangen, aber er ist gleichzeitig immer noch der Typ, den Callie im ersten Band der Reihe noch unheimlich und beängstigend fand.

Apropos: Die Figuren die in den ersten Bänden häufig mit von der Partie waren (Callie und Kayden, sowie Seth und Greyson) treten hier ein Stückchen in den Hintergrund, da sich die Geschichte ja diesmal in Las Vegas abspielt, nicht am gemeinsam besuchten College. Dennoch bekommen wir Leser eine nette Szene in Erinnerung an Lukes und Kaydens Freundschaft am Ende des Buchs, die für mich ein eigenes kleines Highlight darstellt.

Und dann... kam das Ende... und war wieder schrecklich gemein. Wie schon beim ersten Teil "Füreinander bestimmt. Violet & Luke" beschließt die Autorin das Buch mit Paukenschlag, Tropmeten und einer kleinen Kehrtwende, die mich beim ersten Lesen überrascht hat, und bei mir immer noch "Oh Gott, wie doof bin ich, dass ich nicht selbst darauf gekommen bin"-Gefühle auslöst.

Ich kann den nächsten, finalen Band um Violet und Luke kaum erwarten! Die beiden haben mich wieder wahnsinnig berührt und mitgerissen. Die beiden sind einfach mein Lieblingspärchen in Bezug auf New Adult Bücher - und definitiv in den Top 5 meiner allgemeinen Lieblinge. Sie haben einfach etwas an sich, das mich immer wieder begeistern kann, und ich kann ihre Geschichte nur jedem wärmstens empfehlen!

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Heyne Verlag und das Bloggerportal Randomhouse!

Dienstag, 17. November 2015

Bitterzart

AutorIn: Gabrielle Zevin
Seiten: 544
Verlag: FJB
ISBN: 978-3-8414-2130-2

Worum geht's?

Ein Mädchen zwischen High School und Verbrechen, zwischen Liebe und Verantwortung

New York 2083: Wasser und Papier sind knapp, Kaffee und Schokolade sind illegal. Smartphones sind für Minderjährige verboten und um 24 Uhr ist Sperrstunde. Die Balanchine Familie ist das Zentrum des illegalen Schokoladenhandels in New York. Doch die Eltern von Anya Balanchine sind bereits tot, und Anya ist mit 16 Jahren das Familienoberhaupt. Sie kümmert sich um ihre Geschwister und die kranke Großmutter, und versucht, sie alle möglichst aus dem illegalen Familiengeschäft rauszuhalten.
Von ihrer ersten großen Liebe Win kann sie sich allerdings nur sehr schwer fernhalten, dabei ist er ausgerechnet der Sohn des Oberstaatsanwaltes – ihres schlimmsten Feindes…

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Wer ist die Autorin?

Gabrielle Zevin hat in Harvard Literatur studiert und lebt in Los Angeles. Sie hat bereits mehrere Romane sowie Drehbücher für Hollywoodfilme verfasst. Ihre Bücher standen für mehrere Wochen auf der New- York-Times-Bestseller-Liste, wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt und mit vielen Preisen ausgezeichnet. Bei FISCHER FJB lieferbar: ›Bitterzart‹, der erste Band dieser Reihe, sowie der Folgeband ›Edelherb‹.

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Wie fand ich es?

Vielerlei an dieser Geschichte habe ich mir vor der Lektüre ehrlich gesagt völlig anders vorgestellt. Ich weiß im Nachhinein gar nicht mehr genau was ich erwartet habe, aber eins steht fest - nicht das, was tatsächlich passierte.
Allzu viele dystopische Elemente trifft man (leider) nicht in diesem Buch an. Auch wenn sich die Begebenheiten in der Geschichte schon von unseren unterscheiden - eine typische "Wir stürzen das Regime"-Storyline gibt es nicht unbedingt. Doch wenn man ohne diese Erwartung an die Geschichte herangeht, kann sie einem durchaus gefallen. Sie hat dafür nämlich mit ganz anderen Dingen punkten.

Beweisstück A: Die Protagonistin. Anya Balanchine ist ein wirklich toller, ausgefallener Charakter mit Ecken, Kanten und einer nachvollziehbaren Geschichte und Entwicklung. Die Umstände haben sie sehr reif und erwachsen gemacht, da sie seit dem Tod ihrer Eltern die Verantwortung für den Rest der Familie trägt. Auch wenn sie dabei manchmal übervorsichtig wird und falsche Entscheidungen trifft, hat sie mir imponiert und diese Schattenseiten ihres Charakters und ihres Wesens haben sie noch greifbarer und realer gemacht.
Auch die anderen Figuren sind alle sehr authentisch und facettenreich dargestellt - jeder hat eigene Probleme und Konflikte und es gibt zwischen Schwarz und Weiß ein ganzes Fass Grautöne. Ob nun Win, sein Vater der Polizeichef, Anyas leicht "sonderbarer" Bruder Leo - jeder hat einen Platz in der Geschichte und trägt im Endeffekt dazu bei, wie sich die Handlung schließlich entwickelt.

Die Liebesgeschichte des Buchs nimmt zwar einen großen Teil der Handlung ein, lässt aber auch genug Raum für Geschehnisse die weniger damit zu tun haben, zum Beispiel verzwickte Familienverhältnisse bei den Balanchines oder die Beziehung zwischen Anya und ihren Geschwistern. Das die Liebesgeschichte nicht über allen anderen wichtigen Faktoren der Handlung steht, sondern die Geschichte lediglich abrundet und viele der Geschehnisse erst in Gang setzt, hat mir sehr gut gefallen. Anya und Win haben noch dazu eine tolle Chemie und harmonieren wunderbar miteinander. Durch die beiden gab es viele schöne Szenen, die mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben.

Die Geschichte ist gut durchdacht und an keiner Stelle wird die Handlung langweilig oder vorhersehbar. Vieles entwickelte sich nicht so wie ich anfangs gedacht hätte - und auch wenn mir das nicht immer sofort in den Kram gepasst hat und ich mir manchmal nur "Was soll das denn jetzt???" dachte, am Ende ergab alles einen Sinn und ich konnte mich mit den allermeisten Geschehnissen im Rückblick doch noch anfreunden, weil ich sie dann besser verstanden habe.

Auch der Schreibstil konnte mich sofort mitreißen. Irgendwie war ich sofort gepackt und konnte schon auf den ersten Seiten mit Anya schmunzeln. Der Schreibstil ist schlicht und dennoch fesselnd, und das Hauptmerk des Buchs liegt auf der tatsächlichen Handlung, nicht auf der Weise wie sie erzählt wird, auch wenn diese viel Unterhaltungswert bietet.

Insgesamt trifft der Titel "Bitterzart" es wirklich auf den Kopf. Den Leser erwartet hier eine bittersüße Geschichte mit einer tollen Protagonistin und interessanten Wendungen!

 bis Sterne

[Short-Short] Tristans Moment

AutorIn: Adriana Popescu
Seiten: 16
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-96700-6

Worum geht's?

Ein besonderer Lieblingsmoment – diesmal aus Tristans Perspektive ...
Tristan wusste von Anfang an, dass der Abend in einer Katastrophe enden würde – doch damit, dass er blutüberströmt vor einer hübschen Fotografin stehen würde, die ihn mit Sambuca verarztet, hätte er wirklich nicht gerechnet. Wer ist diese Layla? Was macht sie da mit ihm? Und vor allem: Was hat sie mit seinem Herz angestellt? Es fühlt sich nämlich fast so an, als würde gleich ein Hubschrauber in seinem Brustkorb abheben.

»Tristans Moment« ist Tristans Version der kurzen aber folgenreichen Sommernacht, in der Layla und er sich zum ersten Mal begegnen. Wir erleben "Erste Hilfe" (das 1. Kapitel aus dem Roman »Lieblingsmomente«) endlich einmal aus Tristans POV.

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Wer ist die Autorin?

Adriana Popescu, 1980 in München geboren, arbeitete als Drehbuchautorin für das Deutsche Fernsehen, bevor sie als freie Autorin für verschiedene Zeitungen, Zeitschriften, Online-Portale und City-Blogs schrieb. Wenn Adriana Popescu nicht an ihren Texten arbeitet, widmet sie sich der Fotografie oder singt (viel zu laut und falsch) Lieder im Radio mit. Ihre als E-Books selbstverlegten Romane »Versehentlich verliebt« und »5 Tage Liebe« sind große Überraschungserfolge. Nach »Lieblingsgefühle« und »Lieblingsmomente« erschien zuletzt »Ewig und eins«. Sie lebt in Stuttgart.

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Wie fand ich es?

Für mich war die kleine Geschichte kein totaler Lieblingsmoment, aber nett und schnell zu lesen. Da mir Tristans und Laylas Geschichte im ersten Band sehr gut gefallen hat, habe ich das hier sozusagen als Ergänzung gelesen - denn ich plane (zumindest bisher) nicht, die Dilogie fortzusetzen. Ich würde das Ende nämlich gern so stehen lassen, wie es ist. Und da kam mir "Tristans Moment" gerade recht, denn so ganz verabschieden wollte ich mich von den Charakteren eigentlich noch nicht.

Und Tristan ist mir durch die paar Seiten aus seiner Sicht sofort sympathisch geworden. Ich weiß nicht, wie Adriana Popescu das angestellt hat, aber auch wenn er ja nur sehr kurz zu Wort gekommen ist, hätte ich am liebsten das ganze Buch noch einmal aus seiner Sicht gelesen!

Die Kurzgeschichte ist eine durchaus nette Ergänzung, mehr aber auch nicht. Definitiv kein Muss, aber angenehm zu lesen. Jedem, der "Lieblingsmomente" mochte, zu empfehlen. Das Lesen kostet nun wirklich nicht viel Zeit, aber man erlebt auch mal Tristans Perspektive des Schlüsselmoments von Laylas und Tristans Geschichte.

 bis Sterne

Montag, 16. November 2015

Apfelgrüne Aussichten

AutorIn: Anell Ritter
Seiten: 320
Verlag: Ullstein
ISBN: 9783958180444

Worum geht's?

Die Geschichten aus Brägenbeck gehen weiter: Die ehemalige Großstädterin Carla hat einen abgelegenen Bauernhof geerbt und betreibt dort eine einfache Pension. Sie ist glücklich mit ihrem neuen Leben und der jungen Liebe zum attraktiven Mechaniker Kai. Kleine Missgeschicke nimmt Carla gelassen. Nachdem sie sich und ihre Gäste aber beinahe vergiftet hätte – Pflanzen sehen für die botanisch unbedarfte Carla alle gleich aus – freundet sie sich mit der ungewöhnlichen Selbstversorgerin Gundula an. Nach und nach gewinnt Carla das Vertrauen der Dorfbewohner und fühlt sich immer mehr wie eine waschechte Brägenbeckerin. Auch ihre extrovertierte Freundin Lou ist mit von der Partie und unterstützt sie, wo sie nur kann. Doch nicht alle finden Carlas Anwesenheit gut. Großbauer Johannsen hetzt ihr das Ordnungsamt auf den Hals und schreckt auch sonst vor Intrigen nicht zurück. Aber Johannsens 14-jährige Tochter, Veganerin und Tieraktivistin, schlägt sich auf Carlas Seite. Die holt zum Gegenschlag aus.

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Wer verbirgt sich hinter Anell Ritter?

Annell Ritter ist das Pseudonym zweier Freundinnen. Seit dem gemeinsamen Studium in Norddeutschland können sie über die gleichen Dinge lachen. Zwar wurden beide durch ihre Jobs in Wuppertal und in München räumlich weit getrennt, trotzdem sind sie stets in Kontakt geblieben. Ihre Liebe zur Literatur brachte sie bei einem ausgedehnten Abendessen auf die Idee, gemeinsam Romane zu schreiben. Ansonsten verbringen die Freundinnen ihre Freizeit am liebsten vor brodelnden Kochtöpfen oder draußen im Grünen.

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Wie fand ich es?

Die Geschichte glänzt auch im zweiten Band durch ihre oft leicht skurrilen aber liebenswerten Figuren. Besonders gut gefallen hat mir, das eigentlich alle Charaktere aus dem ersten Band wieder auftauchen, manche nur ganz kurz, aber man hat eigentlich von allen erfahren, wo sie inzwischen stehen und wie sich ihr Leben verändert hat.

Protagonistin Carla mochte ich wieder ganz gern, auch wenn ich nicht immer komplett ihre Ansichten geteilt habe - und das ist ja auch gar nicht nötig. Solange die Leser die Figuren verstehen, auch wenn sie anders als sie selbst ist, haben die Autorin ihre Sache meiner Ansicht nach toll gemacht.

Die Geschichte setzt nicht allzu lange nach dem Ende des ersten Bandes ein. Dennoch hat sich so einiges verändert und verändert sich auch im Laufe des Buchs noch. Es war interessant, die Entwicklung zu beobachten die einige der Charaktere durchmachen.
Und auch neue Charaktere dabei zu beobachten wie sie sich wie ganz von selbst in die Geschichte hineinfügen. Ob nun ein recht aufgetakelter Friseur, ein sturer Teenager oder eine wild entschlossene Tierschutzaktivistin - immer wieder tauchen neue Facetten auf, die sich zu einem schönen Gesamtbild zusammenfügen. Und im wahrsten Sinne kann man von Facetten sprechen, denn jeder der Charaktere ist ein kleines Individuum, mit eigenen Spezialitäten und Besonderheiten, die ihn lebendig wirken lassen.

Trotz der kleinen Konflikte wie Anfeindungen durch den Großbauern Johannsen, mit dem Carla ja schon seit Band 1 im Clinch liegt, hat mir ein... ich weiß nicht genau wie ich es ausdrücken soll, ein großer Knall gefehlt, ein richtiger Höhepunkt. Die Geschichte plätschert unterhaltsam und kurzweilig vor sich hin, was wirklich angenehm zu lesen ist, aber wirklich gefesselt war ich nicht, dafür blieb alles zu ruhig.

Wie schon den Vorgänger "Sommer in Grasgrün" kann ich "Apfelgrüne Aussichten" nur empfehlen. Wer eine nette Geschichte die lockerleichtes Sommergefühl hervorruft für zwischendurch sucht, wird sich von Anell Ritter bestimmt gut unterhalten fühlen!

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an Anell Ritter!

[TAG] Books until the end

Der Tag wurde mir von Sophias Bookplanet empfohlen, und da ich ihn nun schon ein paar Mal bei verschiedenen Bloggern und Booktubern gesehen habe, habe ich mich entschlossen, die Fragen nun auch einmal zu beantworten.

Vorgestellt wird folgendes Szenario:
Ein Asteroid schlägt auf die Erde ein. Da er mitten im Atlantischen Ozean landet, löst er riesige Flutwellen aus, die alles bis auf ein paar Gebirgsketten überfluten. Die Regierung hat vorsorglich Bunker gebaut. Du und deine Lieben werden ausgelost, einen dieser Bunker zu beziehen. Da ihr einen besonders kühlen Kopf in der Vorbereitungszeit bewahrt, ernennt man euch zum Kommandanten eurer Bunkerkolonie und ihr dürft einige wichtige Entscheidungen treffen.

DER EINZUG


1. Welche 10 Bücher/ Buchreihen nimmst du mit in den Bunker, um sie für die Nachwelt zu sichern? (Anmerkung: Wichtige literarische Werke hat die Regierung schon in Sicherheit gebracht, es geht vornehmlich um Unterhaltungsliteratur.)


Allesamt sowohl unterhaltende als auch ernst zu nehmende Werke die (meiner Ansicht nach) wichtige Dinge vermitteln. Prädikat wertvoll!

2. Du darfst 5 Buchcharaktere aussuchen, die mit dir in den Bunker ziehen, wen nimmst du mit und wieso?

Also, NUMMER 1) wäre wohl Wells Jaha aus "Die 100". Er ist einfach ein toller Anführer aber niemand der sich in den Vordergrund drängelt und wäre damit wohl als so eine Art Berater richtig gut. Falls ich mich als Bunkerkommandant also dämlich anstellen würde... NUMMER 2) ist ganz klar Bartimäus aus der "Bartimäus"-Reihe - es war ja nirgends die Rede davon, dass die Charaktere Menschen sein müssen und er würde a. schwierige Situationen prima auflockern können und b. könnte man sich definitiv auf seine kritische Meinung und seinen scharfen Verstand verlassen. NUMMER 3) ist Ziri aus der "Daughter of smoke and bone"-Reihe, wobei er ja erst ab Band 2 auftaucht. Er wäre einfach ein loyaler Bundesgenosse auf den man sich verlassen kann und der immer sein bestes gibt, und nie vergisst wofür er kämpft. Als NUMMER 4) wähle ich China Sorrows aus "Skulduggery Pleasant" - ihre Runen sind vielseitig einsetzbar und darum sehr nützlich, genauso wie ihre ganze selbstbewusste Um-den-Finger-wickel-Art und ihre Entschlossenheit. Außerdem schadet es eh nie, sie auf seiner Seite zu haben ;) Uuuuund die finale NUMMER 5) Ringer aus "Die fünfte Welle" - a. weil sie sich mit Schreckensszenarien auskennt und b. weil sie in verzweifelten Situationen tut was getan werden muss, auch wenn es nicht unbedingt schön ist und das ziemlich nützlich sein kann.

3. Welcher Buchcharakter würde unter keinen Umständen einen Platz in deinem Bunker bekommen? (Kann auch ein Bösewicht sein.)

Äh... Zoey Redbird aus House of Night?! Ja, sie ist die einzige die mir da so spontan einfällt... Gruselvorstellung die mit an Bord zu haben....xD

DAS ÜBERLEBEN IM BUNKER


4. Wehmütig denkst du an deine ungelesenen Bücher, die du zurückgelassen hast. Um welche 3 Bücher deines SuBs tut es dir am meisten leid, dass du sie noch nicht gelesen hast?


Hm... schwierig auszuwählen. Ich denke mal Der Nachtzirkus von Erin Morgenstern, Zodiac von Romina Russell und Helden des Olymp 1 von Rick Riordan...

5. Nach einigen Wochen ist die Stimmung im Bunker gedrückt, welches Buch würde dich nun wieder aufmuntern?

Extra dafür mitgebracht - selbstironisch in der Vergangenheit (nach dem Weltuntergang ist es ja eindeutig Vergangenheit) schwelgen mit "Die Känguru Chroniken" von Marc Uwe Kling.

6. Die Ofenanzünder gehen euch aus, welche drei Bücher aus deinem Regal könntest du am ehesten um ein paar Seiten erleichtern, damit ihr Papier zum Anzünden der Heizöfen habt?

Ach du liebe Güte... Bücherverbrennung!! Naja, wenns denn sein muss - auch wenn einige jetzt beleidigt sein werden, irgendwelche Selbsthilfebücher oder Ratgeber können dann definitiv dran glauben. Mir fällt grade kein spezielles ein, aber die meisten davon sind sich ja eh so ähnlich wie ein Ei dem anderen.

7. Immer nur die gleichen Menschen im Bunker um sich zu haben, kann anstrengend werden. Mit welchem Charakter könntest du es am längsten aushalten?

Von meinen ausgewählten Personen schätze ich mal mit Ziri, da er einfach ein eher ruhiger, ausgeglichener Mensch ist.

8. Bei welchem Charakter würden schon nach kurzer Zeit die Fetzen fliegen?

Falls durch irgendeinen blöden Zufall doch Zoey Redbird in den Bunker schneien würde, dann schätze ich mir ihr ;) Ich bin eigentlich ein sehr ruhiger, zurückhaltender Mensch der nur dann richtig aus der Haut fährt, wenn mir was richtig gegen den Strich geht - ansonsten bin ich sehr umgänglich und komm eigentlich mit jedem mäßig bis gut klar...

DER WIEDERAUFBAU


9. In der neune Welt ist von nun an alles möglich. Nenne eine Fähigkeit eines Buchcharakters, die du gerne hättest, um die neue Welt aufzubauen und/oder um damit eine andere/bessere Welt zu schaffen.

Nur eine? Nein, mal ernsthaft, ich glaube eine bessere Welt alleine mit einer Fähigkeit lässt sich nicht schaffen. Eine bessere oder auch nur andere Welt lässt sich nur durch Zusammenwirken vieler schaffen, ich glaube nicht, dass da irgendeine Fähigkeit groß hilfreich wäre. Außer vielleicht Jasper Cullens ("Twillight") Gabe die Gefühle anderer wahrzunehmen und sie zu beeinflussen. Ich glaube zwar nicht, dass diese Manipulation auf die Dauer klappen würde und sicher würde mir das irgendwann um die Ohren fliegen, aber ich denke erhitzte Gemüter beruhigen zu können wäre recht hilfreich.

10. Welcher Welt/ welchem System aus einem Buch sollte die Welt auf keinen Fall ähneln?

Ganz klassisch Panem, der aus Die Bestimmung, und der neuen Welt aus Ich fürchte mich nicht... allgemein sind Dystopien ja nie so richtig rosig, aber das sind so die schlimmsten 3 die mir einfallen.

11. Du darfst dir einen Autor aussuchen, der über den Weltuntergang, die Zeit im Bunker und den Wiederaufbau schreibt, wer soll es sein?

Jonathan Stroud könnte das bestimmt schön gruselig und witzig machen, deshalb wähle ich ihn. In Kombination vielleicht mit Laini Taylor, die dem Schreibstil den bildgewaltigen Pfiff geben würde. Ob die Mischung funktionieren würde weiß ich nicht, aber eine interessante Möglichkeit wäre es doch auf jeden Fall ;)


Ich tagge niemanden - Überraschung... ;) - aber vielleicht hat ja einer von euch da draußen spontan Lust die Fragen zu beantworten. Lasst mir doch einen Link zu eurem Post zu diesem Tag da ;)

Samstag, 14. November 2015

Neuzugänge November #1

Beim letzten Mal hatte ich von weniger Neuzugängen gesprochen - ja, weniger sind es durchaus. Genauer gesagt sind nur 2 neue Bücher diesen Monat eingezogen, und beides waren Geschenke. :)


- Rath, Hans - Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch!: Dieses Buch habe ich bereits gelesen, Rezension folgt noch. Der erste Band der Reihe hat mir damals so gut gefallen, dass ich an diesem hier gar nicht mehr vorbeikam, nachdem nun das Taschenbuch endlich erschienen war. Auf den dritten Band warte ich nun wieder als Taschenbuchausgabe - aber eigentlich möchte ich ihn mir auch noch ein bisschen aufheben. Bekommen habe ich diesen Roman von meinem Vater - mein sehnsüchtiger Blick ins Regal war wohl ziemlich herzerweichend xD Gelesem habe ich ihn wieder sehr gerne und besonders das Ende hält das Niveau des ersten Teils "Und Gott sprach: Wir müssen reden".
> Verlagsseite

- Pratchett, Terry - Lords und Ladies: Diese ältere Ausgabe ist eigentlich nicht für mein Regal, sondern kommt in das meiner Mutter, aber da ich den Roman bestimmt auch irgendwann lesen werde, wollte ich ihn mal mit nennen. Ich vergöttere ja alles was Pratchett geschrieben hat, vor alllem die Bücher über die Scheibenwelt, die für mich inzwischen fast wie ein zweites Zuhause geworden ist. Wenn ihr Fantasy und Satire mögt und dies gerne mal im Doppelpack hättet, oder auch Bücher von Autoren wie z.B. Neil Gaiman (der sogar mal ein Buch mit Pratchett zusammen geschrieben hat) oder wer allgemein eine Schwäche für skurrile, dabei aber herrlich echte, liebenswerte und berührende Figuren hat... nun, der sollte die Scheibenweltbücher dringend lesen!!
Dieses Buch habe ich von Sophias Bookplanet bekommen, danke noch mal dafür!
> Verlagsseite

Margos Spuren

AutorIn: John Green
Seiten: 336
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-08644-8

Worum geht's?

Solange Quentin denken kann, ist Margo für ihn das begehrenswerteste Mädchen überhaupt - und unerreichbar. Doch dann steht Margo eines Nachts plötzlich vor seinem Fenster und bittet ihn um Hilfe: Er soll sie auf ihrem persönlichen Rachefeldzug begleiten und Freunden, die sie enttäuscht haben, einen Denkzettel verpassen. Quentin macht mit. Für eine Nacht wirft er alle Ängste über Bord. Doch am nächsten Morgen ist Margo verschwunden. Quentin sucht sie verzweifelt und findet Spuren, die ganz bewusst gestreut wurden. Es beginnt eine Reise zu einer Frau, die viel mehr ist, als er sich je erträumt hat, und zugleich ganz anders, als er je hat wahrhaben wollen.

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Wer ist der Autor?

John Green, 1977 geboren, lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Indianapolis. Für seine Jugendromane erhielt er großes Lob der Kritik, gewann den Printz Award für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Jugendliteratur und wurde außerdem ausgezeichnet mit der CORINE und dem Deutschen Jugendliteraturpreis.

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Wie fand ich es?

Nachdem "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" mich sowohl als Buch als auch als Verfilmung beeindrucken konnte, stand für mich fest, dass ich einen weiteren Roman von John Green Lesen wollte. Durch den Filmtrailer bin ich auf "Margos Spuren" aufmerksam geworden und da die Geschichte sehr interessant klang, habe ich die Gelegenheit ergriffen mir dieses Buch zu holen, als es mir im Buchladen praktisch "kauf mich!" ins Gesicht geschrien hat.

Und ich wurde wirklich nicht enttäuscht! Die Geschichte hatte wahnsinnig viele spannende Szenen und Figuren zu bieten, sowie eine wunderbare Atmosphäre in die man mit jeder Seite lieber eintaucht! John Green kann mit einfachen Worten einfach so viel anstellen - es ist fantastisch. Auch in den Erzähler, Quentin, konnte ich mich sofort hineinfühlen und habe seine Entscheidungen und Konflikte dadurch sehr gut verstehen können.

Einer der besten und beeindruckendsten Aspekte von 'Margos Spuren" sind die Charaktere. Besonders Margo das ewige Rätsel bringt Spannung und Ueberraschungen in die Geschichte. Aber auch Quentin und seine Freunde waren sympathische, wenn auch etwas eigene Figuren, die ich gerne auf ihrer Reise begleitet habe.

Apropos Reise - leider nahm der Roadtrip aif der Suche nach Margo einen kleineren Teil der Geschichte ein als gedacht. Über die Reise an sich hätte ich gerne noch mehr gelesen.
Doch auch die Zeit davor war interessant und spannend, bis auf die allerersten ca. 20 bis 50 Seiten, während derer ich mich erst einmal an die Geschichte und die Charaktere gewöhnen musste.

Das Buch hat mich in irgendwie trauriger und sehr melancholischer Stimmung zurueckgelassen. Das Ende ist meiner Meinung nach wirklich passend,  auch wenn ich mir vorstellen kann, das einige Leser davon enttäuscht waren. Aber wenn ich mit meiner Vorstellung von der Botschaft,  die der Autor mit "Margos Spuren" überbringen wollte richtig liege, musste das Buch einfach so enden.

Alles in allem kann ich diesen wunderschön geschriebenen, emotionalen Roman nur weiterempfehlen! Er ist einfach etwas Besonderes und vielleicht nicht jedermanns Sache, mir jedoch gefiel er wirklich gut. Auch die winzigen Makel wie die kleine Eingewöhnungsphase die ich brauchte um in das Buch hineinzukommen, haben mich schlussendlich nicht groß gestört, und ich kann diesem Buch rein subjektiv nur eine einzige richtige Bewertung geben...

 Sterne

Dienstag, 10. November 2015

Finding Cinderella

AutorIn: Colleen Hoover
Seiten: 176
Verlag: Atria Books
ASIN: B00FNWRSCI

Worum geht's?

A chance encounter in the dark leads eighteen-year-old Daniel and the girl who stumbles across him to profess their love for each other. But this love has conditions: they agree it will only last one hour and it will only be make-believe.

When their hour is up and the girl rushes off like Cinderella, Daniel tries to convince himself that what happened between them only seemed perfect because they were pretending it was perfect. Moments like that with girls like her don’t happen outside of fairytales.

One year and one bad relationship later, his disbelief in insta-love is stripped away the day he meets Six: a girl with a strange name and an even stranger personality. But Daniel soon realizes that fairytales don’t exist, and unfortunately for Daniel, finding Cinderella doesn’t guarantee their happily ever after…it only further threatens it.

Quelle

Wer ist die Autorin?

Colleen Hoover is the #1 New York Times bestselling author of Slammed, This Girl, Point of Retreat, Hopeless, Losing Hope, Finding Cinderella, Maybe Someday, Ugly Love, Maybe Not, and Confess. She lives in Texas with her husband and their three boys. Please visit ColleenHoover.com.

Quelle

Wie fand ich es?

Nachdem mich "Weil ich Layken liebe" von dieser Autorin überzeugen konnte, wollte ich gerne ein weiteres Buch von ihr lesen. Da kam mir diese (doch recht lange, immerhin etwa 100 Seiten starke) Kurzgeschichte recht, die ich zudem im englischen Original gelesen habe um meine Englischkentnisse ein wenig zu beleben, gerade recht.
Die Geschichte gehört wohl zu der Hope Forever Reihe und behandelt zwei Charaktere die dort als Nebencharaktere auftreten. Die beiden Bücher der Hauptreihe sind mir unbekannt, dennoch hatte ich keinerlei Einstiegsschwierigkeiten. Die Geschichte wird sehr charmant und humorvoll, aber auch immer wieder wunderbar ernsthaft und ergreifend von Daniel erzählt, dem männlichen Protagonisten, der sich in das Mädchen Six verliebt.

Colleen Hoover hat mich mit ihrem schlichten, gefühlsbetonten Schreibstil wieder überzeugt. Mit wenigen Worten kann sie die komplette Bandbreite der Gefühle abdecken kurz und bündig glaubhaft wiedergeben was Daniel und Six empfinden.

Mit Daniel und Six hat die Autorin wahnsinnig anziehende, sympathische Figuren erschaffen, die im Gedächtnis haften bleiben. Ihre Beziehung hatte von Anfang an etwas Magisches, Besonderes, das mich als Leser sofort fesseln und an die Charaktere binden konnte. Ihr Zusammenspiel hat einfach perfekt gepasst. Jeder für sich war auf eine positive Art sehr ungewöhnlich, hätten aber genausogut Menschen sein können, denen man zufällig auf der Straße begegnen könnte. Normale Menschen mit ihren eigenen kleinen Besonderheiten und Macken.

Das Schicksalshafte ihrer Begegnung lässt wirklich an ein Märchen denken! Ich bin bekannterweise kein großer Fan von Kitsch - und ehrlich gesagt hatte ich etwas Angst, dass dieses Magische darin ausarten würde. Doch die Autorin konnte die Romantik und Intensität von Six' und Daniels Beziehung wunderbar einfangen und wiedergeben, ohne dass die Liebe der beiden aufgesetzt und gekünstelt wirkte.

"Finding Cinderella" kann auch mit unerwarteten Wendungen aufwarten - den großen Konflikt gegen Ende mit dem sich Daniel und Six konfrontiert sehen habe ich wirklich nicht kommen sehen, und die Erklärung der ganzen Sache hat mich wirklich überrascht.

Gegen Ende verlor die Geschichte leider etwas an ihrem Zauber. Ich habe die ganze Zeit gerne über Six und Daniel gelesen, aber der zweite Teil des Buchs konnte mich leider nicht ganz so überzeugen wie die wirklich umwerfende erste Hälfte. Ich kann nicht einmal beschreiben warum das so war - anfangs hatte die Geschichte wirklich 5 Sterne Potenzial, schlussendlich kann ich leider nur 4 Sterne geben. Auf jeden Fall aber ist die Geschichte von Daniel und Six sehr, sehr lesenswert und ich kann sie jedem empfehlen, den der Klappentext anspricht!

 Sterne

Dieses eBook erscheint übrigens auch bald im Deutschen beim dtv-Verlag als eBook

Gregor: Die graue Prophezeiung

AutorIn: Suzanne Collins
Seiten: 304
Verlag: Oetinger
ISBN: 978-3-86274-143-4

Worum geht's?

Als der elfjährige Gregor seine kleine Schwester vor dem Sturz in den Lüftungsschacht des Wäschekellers bewahren will, kommen ihnen Nebelschwaden entgegen und sie fallen in ein scheinbar endloses Nichts. Sie landen im Unterland, einer Welt unterhalb von New York City. Dort leben fast durchsichtig wirkende Menschen neben riesigen sprechenden Kakerlaken und Fledermäusen, die als Reittiere benutzt werden. Gregor ist fasziniert, aber trotzdem will er nur eins: so schnell wie möglich zurück nach Hause. Es genügt schon, dass sein Vater vor mehr als zwei Jahren spurlos verschwunden ist! Da erfährt Gregor, dass er in einer Prophezeiung vorkommt. Wenn er sich auf sie einlässt, könnte er nicht nur den Unterländern gegen die Ratten helfen, sondern auch seinen Vater finden …

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Wer ist die Autorin?

Suzanne Collins, 1962 geboren, begann ihre Karriere Anfang der 90er-Jahre als Drehbuchautorin für das amerikanische Kinderfernsehen. 2003 veröffentlichte sie mit dem Roman »Gregor und die graue Prophezeiung« den ersten Band einer fünfteiligen Abenteuer-Reihe, die sich schnell zum internationalen Bestseller entwickelte...

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Wie fand ich es?

Die Welt aus "Gregor", das Unterland, ist dunkel, unheimlich und Schauplatz aller möglichen skurrilen und gefährlichen Wesen. Im Laufe der Geschichte lernt man die verschiedensten Geschöpfe kennen, und mir persönlich haben sie alle gefallen. Das undurchsichtige dieser Welt macht den Reiz der Geschichte aus und die unberechenbaren Gestalten denen Gregor auf seiner Reise begegnet machen die Handlung immer wieder spannender. Die verschiedenen Völker haben verschiedene Ansichten, verschiedene Ausdrucksweisen... kurzum sie sind lebendig gestaltet!

Dieses Buch ist nicht nur ein Kinderbuch, sondern auch ein Jugendbuch, ein Erwachsenenbuch, ein Buch für alle Generationen. Wie in ihrer "Tribute von Panem"-Reihe findet sie deutliche Worte. Ihre Charaktere befinden sich in Kämpfen, Menschen/Tiere/Wesen werden verletzt und überhaupt wird kein Blatt vor den Mund genommen - ALLERDINGS ohne übermäßig brutal zu sein, sie ist lediglich ehrlich. Es ist nicht alles einfach und friedlich, dann wäre die Geschichte ja auch nicht spannend und die Handlung würde in die Umstände der gewählten Welt überhaupt nicht passen.
Ich spreche diesen Aspekt an, weil ich unter anderem auf Amazon negative Kritiken zu diesem Buch gelesen habe, in denen die "unnötige Brutalität" betont wird, wegen derer das Buch für Kinder nicht tragbar sei. Nun, dann gilt dasselbe für Harry Potter und Tintenherz... Ich empfand dies jedenfalls nicht so, aber wer sehr zimperlich ist, fühle sich hiermit bitte gewarnt ;)

Apropos, Spannung - die Geschichte war an keinem Buch langweilig, ich konnte im Gegenteil immer mitfiebern und mich von den fantastischen Wesen bezaubern lassen. Und Suzanne Collins belässt es nicht dabei eine Fantasygeschichte zu erzählen - wie auch in "Die Tribute von Panem" findet man Gedanken zu großen Themen wie Freundschaft, Mut und Verantwortung, so wie dem Erwachsenwerden.

In Gregor konnte ich mich, obwohl er einer der eher seltenen männlichen Erzähler und jünger als ich ist, sehr gut hinein versetzen. Er ist durch seine Umgebung recht früh gereift, aber steckt auch noch mitten in seiner Kindheit und Jugend. Beides verbindet die Autorin gekonnt, sodass Gregor schon auf den ersten Seiten symphatisch wurde. Er hat durchaus Potenzial zu einem tollen Protagonisten der auch in den zukünftigen Bänden begeistern kann.
Das Buch strotzt auch neben Gregor von interessanten Figuren. Leider erfuhr man noch nicht soo viel über diese Nebencharaktere, doch da dies der erste Band von fünfen ist, verstehe ich dass sie sich erst noch ein bisschen rar gemacht haben und ihr großer Auftritt wahrscheinlich erst kommt. Ich kann nur sagen - ich freue mich darauf!

"Gregor: Die graue Prophezeiung" ist ein solider erster Band, der mich nicht umgehauen hat, aber doch gut unterhalten und sehr neugierig auf die weitere Geschichte gemacht hat. Ich kann die Geschichte denen empfehlen die Fantasy mögen, und denen Suzanne Collins Schreibstil gefällt.

 Sterne

Samstag, 7. November 2015

Die 100 - Tag 21

AutorIn: Kass Morgan
Seiten: 320
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-641-18486-5

Worum geht's?

Seit Jahrhunderten hat kein Mensch mehr einen Fuß auf die Erde gesetzt – bis jetzt
100 jugendliche Straftäter wurden aus dem Weltraum entsandt, um die Erde nach einer Nuklearkatastrophe erneut zu besiedeln. Eine völlig entvölkerte Erde – das dachten sie. Falsch gedacht.

Komplett überraschend wird das Camp der Jugendlichen von Erdgeborenen überfallen - ein Kampf auf Leben und Tod beginnt. Wells versucht, die Überlebenden in Sicherheit zu bringen, muss aber gegen Anfeindungen aus der eigenen Gruppe kämpfen. Bellamy ist währenddessen auf der verzweifelten Suche nach seiner Schwester Octavia, die spurlos verschwunden ist. Die mutige Clarke, die in ihren Gefühlen zwischen ihm und Wells schwankt, hilft ihm dabei - und stößt auf ein grässliches Geheimnis. Gleichzeitig droht auf den Raumschiffen der Sauerstoff auszugehen. Das Überleben der Menschen hängt am seidenen Faden.

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Wer ist die Autorin?

Kass Morgan studierte an der Brown University bis zum Bachelor und absolvierte anschließend ein Masterprogramm in Oxford. Derzeit lebt sie als Lektorin und freie Autorin in Brooklyn. Noch vor Erscheinen ihres ersten Buches, Die 100, konnte sie bereits die Rechte der Serienverfilmung verkaufen.

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Wie fand ich es?

Auch der zweite Band der "Die 100"-Reihe begann sofort spannend und fesselnd, sodass sofort ein Lesefluss entstand. Und auch wenn die Handlung dann einmal ein wenig abflaute fühlte ich mich immer so gut unterhalten, dass ich schnell weiterlesen wollte. Das lag auch an Kass Morgans angenehmen, wenn auch recht schlichten Schreibstil. Sie verliert sich nicht in Details, zeigt aber mit ihren Beschreibungen kurz und prägnant, was sie sich vorstellt, sodass man sich als Leser sehr gut in die Handlung hineindenken kann.

Die Hauptfiguren wirkten diesmal ein wenig anders auf mich als im ersten Band. Clarke und Bellamy, die mir dort noch sehr interessant erschienen, langweilten mich während ihrer Erzählstränge eher. Clarke handelte vor allem ziemlich... nun, in Ermangelung eines besseren Wortes nenne ich es mal launenhaft. Außerdem erschien sie, die mir im ersten Teil mit ihrer Stärke imponiert hat, stellenweise wie ein Opfer das beschützt werden muss, nicht wie die starke Frau die sie eigentlich darzustellen schien. Hin und wieder kam etwas von dieser Stärke z. B. im Umgang mit Patienten durch, doch vor allem gegen Ende gefiel sie mir immer weniger. Bellamy hingegen fiel durch ziemliche Hysterie auf und reagierte oftmals zu beschützerisch. Besonders in Bezug auf seine Schwester kann ich das an sich verstehen, doch in dem aufgezeigten Ausmaß wurde es mit der Zeit nervig. Insgesamt konnten mich die Erzählstränge dieser beiden leider nicht überzeugen.

Zu meinem neuen Lieblingscharakter hat sich Wells gemausert. Seine Kapitel haben mir mit am besten gefallen. Auch wenn er früher einiges an Mist gebaut hat, mittlerweile handelt er ziemlich reif, verantwortungsbewusst und fair - wie ein echter Anführer eben.
Auch Luke und Glass blieben interessant, wobei mir ihre Geschichte im Laufe der letzten Kapitel etwas überhastet wurde und ich mal auf weitere Erklärungen im Finale warte.

Prinzipiell jedoch gefällt mir die Erzählung aus so verschiedenen Perspektiven weiterhin ausgezeichnet, da so viele Möglichkeiten für Handlungsstränge auch an unterschiedlichen Orten gegeben sind, was die Geschichte sehr interessant und abwechslungsreich gestaltet hat.

Die Charaktere haben insgesamt jede Menge Geheimnisse und wie manche ihrer Geschichte zusammenhängen, enthüllt sich erst in "Tag 21" oder bleibt auch noch offen. Diese Abgründe, die mittels Rückblicken wie schon in Band 1 aufgzeigt werden, machen die Geschichte tiefgründiger und spannender.
Gefallen hat mir, das die Geschichte nicht mehr so liebes- und beziehungslastig ist sondern Fahrt aufnimmt. Natürlich geht es auch weiterhin um die Beziehung zwischen den Charakteren, aber das z.B. die ganze Wells-Clarke-Bellamy Angelegenheit nicht auf eine schwammigen Dreiecksgeschichte hinauslief die den Großteil der Handlung ausmachte und es auch bei Glass und Luke mehr um die tatsächliche Handlung ging und beide Charaktere aktiv wurden, ist mir sehr positiv aufgefallen.

Weiterhin wird nicht vor Gewalt zurückgeschreckt, wenn sie auch wirklich nicht schrecklich blutig geschildert werden. Aber die rivalisierenden Gruppen des Camps und auch die Feinde von außen, bei denen sich niemand so richtig sicher sein kann, wer das nun eigentlich ist, machen einen Kernteil der Handlung aus und sorgen für die nötige Action. Einige Szenen empfand ich richtiggehend gruselig...

In dieser Fortsetzung gibt es einige neue Entwicklungen und man lernt mehr über die Erdbewohner. Auch wenn sie weiterhin geheimnisvoll bleiben und bei weitem noch nicht alle Rätsel gelöst sind die mit ihnen zu tun haben - und überhaupt noch mehr als genug Stoff für "Heimkehr", das Finale bleibt - mochte ich die Richtung in die die Autorin mit der Handlung zu gehen scheint. Ich will in Bezug auf die Handlung gar nicht viel verraten, aber so viel kann ich zu dem Buch sagen:

Wem Band 1 gefallen hat, der wird bestimmt auch an "Tag 21" seine Freude haben und kann damit absolut nichts verkehrt machen. Ich persöhnlich kann die Reihe, trotz ein paar Kritikpunkten wie der Entwicklung von Clarke und Bellamy nur empfehlen und sie jedem Dystopienliebhaber ans Herz legen!

 Sterne

Vielen Dank an den Heyne Verlag und das Bloggerportal Randomhouse für dieses Rezensionsexemplar!