Dienstag, 15. Dezember 2015

Auf und davon

AutorIn: David Arnold
Seiten: 384
Verlag: Heyne fliegt
ISBN: 978-3-453-26983-5

Worum geht's?

Wer würde nicht gerne einfach mal verschwinden? In den nächsten Bus springen und alles hinter sich lassen? Genau das macht die sechzehnjährige Mim Malone. Es reicht ihr, immer das zu tun, was ihr Vater und seine neue Frau für richtig halten. Sie will wissen, weshalb ihre Mom aus ihrem Leben verschwunden ist. Und ihre Gedanken sollen endlich aufhören, in ihrem Kopf Karussell zu fahren. Also steigt sie einfach in den Greyhound-Bus und haut ab, zu ihrer Mom. Während draußen die Landschaft vorbeifliegt, macht Mim einige unvergessliche Bekanntschaften – die wunderbare Arlene, den unheimlichen Ponchomann und den äußerst attraktiven Beck, an den sie ihr Herz zu verlieren droht ... Doch dann verändert ein tragischer Unfall von einem auf den anderen Augenblick alles. Und Mim muss sich den wirklich entscheidenden Fragen in ihrem Leben stellen.

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Wer ist der Autor?

Bevor er zum Schreiben kam, war David Arnold schon Musiker, Produzent, Vorschullehrer und Vollzeit-Dad. Auf und davon ist sein von Presse und Lesern begeistert besprochener Debütroman. Der Autor lebt mit seiner Familie in Lexington, Kentucky.

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Wie fand ich es?

Die Protagonistin Mim - Mary Iris Malone - ist, wie alle Charaktere ein wenig... speziell. Das klingt jetzt fieser als es gemeint ist, aber sie hat wie alle Menschen so ihre Eigenarten und durch ihre Familie bedingt kommt sie noch etwas "merkwürdiger" daher. Doch ihre kleinen Fehler und verschlungenen Gedankengänge haben sie nicht nur zu einer authentischen, sondern auch zu einer liebenswerten Hauptfigur gemacht, deren Reise ich sehr gern gefolgt bin.
Auch die anderen Charaktere sind mir sehr sympathisch gewesen, der eine mehr, der andere weniger, was aber auch sehr von der Rolle abhing, die die Person jeweils erfüllte. Die "Guten" mochte ich, die "Bösen" weniger. Die Anführungszeichen sind ganz bewusst gesetzt, da ich noch nie ein großer Verfechter von Kategorisierungen wie Gut und Böse war. Mim zum Glück auch nicht, so haben wir uns prächtig verstanden ;)

Der Schreibstil war an manchen Stellen recht... anspruchsvoll. Es gab verschlungene Sätze und manchmal wurden Wörter wiederholt, etc. Ein ansehnlicher Teil des Buchs ist auch in Briefform geschrieben. Diese sprachliche Gestaltung hat der Geschichte meiner Ansicht nach den richtigen Pfiff gegeben. Teilweise musste ich Sätze zweimal lesen um ihre Bedeutung ganz zu erfassen, und man konnte das Buch nur schlecht mit halber Konzentration neben her lesen. Man sollte sich für diese Lektüre wirklich Zeit nehmen - ich denke, dann kann man den Schreibstil viel bewusster genießen.

Auf ihrer Reise lernt Mim viele schräge Vögel kennen, manche davon helfen ihr, andere legen ihr Steine in den Weg. Mit jeder neuen Figur zeigt die Geschichte mehr von ihrem Potenzial und schlägt eine leicht andere Richtung ein als zuvor. Dadurch wird die Geschichte spannender und unterhaltsamer. Apropos unterhaltsam - Mim hat einen wirklich schönen Humor, der sowohl in ihren Gedankengängen als auch in ihren Briefen sehr gut zur Geltung kam. Öfters hat sie mich zum Lachen gebracht. Doch der Autor hat es auch geschafft, mich so zu berühren, dass ich am Ende Tränen in den Augen hatte und erst mal tief durchatmen musste, um die letzten Zeilen noch fertig lesen zu können. Diese Vereinigung der intensiven, tiefgehenden Handlung und des trockenen Humors der schlagfertigen Mim hat die Geschichte für mich zu etwas Besonderem gemacht, zu einem Buch dass ich nur jedem empfehlen kann!

Die Geschichte ist wie schon erwähnt ungewöhnlich, und läuft schlussendlich auf etwas ganz anderes hinaus, als auf das, was ich erwartet hatte. Wie Mim bin ich auf diese Reise einigen Überraschungen begegnet - was ich nicht negativ meine, im Gegenteil.
Dieses Buch ist mehr als ein Road-Trip Buch oder ein Roman über ein junges Mädchen auf der Suche nach ihrem Zuhause. Es spricht viele verschiedene Themen an, mit denen sich häufig Jugendliche, aber auch Angehörige anderer Altersgruppen immer wieder auseinandersetzen. Das Buch wirkt dadurch authentisch, dass es nicht nur ein Thema behandelt oder nur eine Problematik - es ist wie ein Stück vom Leben, verrückt, ungewöhnlich, unscharf, unvollständig vollständig und sehr komplex. Eine Zusammenfassung in einem oder zwei Sätzen ist schier unmöglich, wenn man die Geschichte ganz erfassen will.

Wer sich für Romane begeistern kann, Bücher mit Road-Trips mag, etwas für skurrile und auf den ersten Blick recht merkwürdige Charaktere übrig hat, sowie bereit ist, sich auf die Geschichte vollständig einzulassen und nicht nur ein lockerleichtes Buch erwartet, der kann bestimmt - so wie ich - viel Freude an dem Buch haben!

 bis Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Heyne fliegt Verlag und das Bloggerportal von Randomhouse!

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