Mittwoch, 17. Februar 2016

Der Rithmatist

AutorIn: Brandon Sanderson
Seiten: 432
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-26986-6

Worum geht's?

Abenteuer, Magie und unheimliche Kreidemonster

Wie wird man Magier, wenn man nicht zaubern kann? Mit diesem Problem kämpft Joel tagtäglich, denn nichts wünscht er sich sehnlicher, als ein Rithmatist, ein berühmter Kreidemagier, zu werden. Doch so sehr er sich auch bemüht, seine Kreidefiguren bleiben leblos – bis zu dem Tag, an dem plötzlich das Schicksal aller Rithmatisten auf Joels Schultern ruht. Einem Tag, an dem eine lange verborgene Gabe in ihm erwacht …

Quelle

Wer ist der Autor?

Brandon Sanderson, 1975 in Nebraska geboren, schreibt seit seiner Schulzeit phantastische Geschichten. Er studierte Englische Literatur und unterrichtet Kreatives Schreiben. Sein Debütroman »Elantris« avancierte in Amerika auf Anhieb zum Bestseller. Seit seinen Jugendbüchern um den jungen Helden Alcatraz und seiner großen Saga um die »Kinder des Nebels« gilt der junge Autor auch in Deutschland als einer der neuen Stars der Fantasy. Er wurde auserwählt, Robert Jordans großen Fantasy-Zyklus »Das Rad der Zeit« fortzuschreiben, und sein nächster Roman »Sturmklänge« erscheint bei Heyne. Brandon Sanderson lebt mit seiner Familie in Provo, Utah.

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Wie fand ich es?

Dieses Buch hat es, trotz ohnehin wirklich hoher Erwartungen, geschafft mich positiv zu überraschen. Ich war während des Lesens und bin immer noch total begeistert von den spannenden Handlungssträngen, der spektakulären Auflösung, sowie von den unglaublich tollen Hauptcharakteren. Ich weiß gar nicht so recht wo ich anfangen soll, so sehr hänge ich noch in der Geschichte drinnen. Aber ich versuche mal, meine Begeisterung zu erklären.

Es begann schon bei den Figuren. Mochte ich Joel von Seite 1 an unglaublich gern? Nein, das kann ich nicht behaupten. Es hat sich eher so verhalten, dass ich ihn langsam mit den Ereignissen der Geschichte und den Konflikten denen er sich stellen musste mehr ins Herz geschlossen habe. Er ist kein durchschnittlicher Junge, und damit meine ich nicht nur seine Begeisterung für die Rithmatik. Er ist willensstark, und wenn er ein Ziel vor Augen hat, dann gibt er nicht auf. Außerdem ist er einfallsreich und kreativ, Fähigkeiten die ihm mehr als ein Mal das Leben retten. Natürlich hat er auch negative Eigenschaften, sonst wäre er ja ziemlich unglaubwürdig, aber ich habe Joel trotzdem ins Herz geschlossen.

Genauso die anderen Figuren, allen voran Wirbelwind Melody. Sie und Joel haben wirklich eine tolle Chemie, und ihre gemeinsamen Szenen waren wirklich ein Garant dafür, dass man etwas zu Lachen bekommt.
Alle Charaktere hatten einfach etwas Besonderes, dass sie vom Rest unterschieden und einprägsam gemacht hat. Von Professor Fitch, dem allzeit nervösen und unsicheren Lehrer, dem Polizisten Harding bei dessen Sprache man das Gefühl bekommt, er hat nicht ganz mitbekommen, dass er nicht mehr im Krieg ist, bis zu Florence und Exton, den "Sekretären" der Schule, die für Joel oft genug mehr oder weniger willentlich Bezugsquelle für Informationen werden. Diese Geschíchte wimmelt von spannenden, witzigen und sympathischen Figuren mit ihren eigenen Macken und Geschichten, die sie authentisch werden lassen.

Die ganze Idee der Rithmatik hat mich von Anfang an fasziniert, und durch die vielen Erläuterungen innerhalb der Geschichte habe ich schnell verstanden wie sie in etwa funktioniert. Das ganze System ist großartig und gut durchdacht, genau wie die Gestaltung der "Welt" der Geschichte. Es ist wohl so eine Art Parelellwelt, in der Amerika in viele Inseln zerfallen ist - wenn ich mich recht erinnere, sind sie gerade im 20. Jahrhundert, haben aber futuristische Erfindungen. Irgendwie geht die Geschichte also auch in Richtung Steampunk.

Ein wichtiger Teil des Buchs sind auch die Illustrationen. In der Danksagung hat der Autor geschrieben, dass mit dem Gedanken gespielt wurde ein Graphic Novel aus der Geschichte zu machen - ich bin froh, dass es ein "richtiges" Buch geworden ist, aber genauso froh bin ich darüber, dass es trotzdem erläuternde Bilder gibt. Dadurch werden die Vorgänge der Rithmatik greifbarer und verständlicher.

"Der Rithmatist" ist eine der wenigen Geschichten, die mich wirklich ernsthaft überraschen konnten. Meistens habe ich zumindest eine Ahnung, die sich mehr oder weniger bestätigt. Aber hier wurde ich völlig von den Socken gehauen! Das ganze Buch habe ich mit gerätselt, aber es war wirklich so - ohne Joels Erkenntnisse war man als Leser auch nicht schlauer als er. Was schließlich wirklich passiert ist, passt dennoch sehr wohl zur Geschichte und wirkt keineswegs konstruiert. Dafür kann ich dem Autor nur mein Lob aussprechen, denn mich derart zu überraschen haben bisher nur wenige geschafft. Auch als man gegen Ende schon dachte, man wüsste was los ist, BUMM, neue Überraschung. Einfach klasse!

Das wird definitiv nicht mein letztes Buch von Brandon Sanderson sein! Empfehlenswert für alle Fantasyleser, die eine ungewöhnliche Interpretation der Magie, spannende Wendungen und interessante, fesselnde Charaktere mögen. Ich kann es nur jedem Leser ans Herz legen, sich an dem Buch zu versuchen und sich hoffentlich genauso wie ich begeistern zu lassen! Ich hoffe wirklich, dass es einen zweiten Teil von "Der Rithmatist" geben wird - ich will mehr von dieser Geschichte!

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Heyne Verlag und das Bloggerportal Randomhouse!

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