Sonntag, 10. April 2016

Arkadien fällt

AutorIn: Kai Meyer
Seiten: 448
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-58203-4

Worum geht's?

Rosa und Alessandro wollen ihre Gefühle füreinander nicht länger verbergen. Doch ihre Liebe bringt die Clans der Gestaltwandler gegen sie auf. Nach einer wilden Jagd durch die Weiten Siziliens erkennt Rosa, wer wirklich hinter dem Komplott gegen sie steckt: Der Hungrige Mann, der Herrscher aller Dynastien, ist zurückgekehrt - und die Welt der Arkadier wird niemals mehr sein wie zuvor.

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Wer ist der Autor?

Kai Meyer, geboren 1969, studierte Film- und Theaterwissenschaften und arbeitete als Journalist, bevor er sich ganz auf das Schreiben von Büchern verlegte. Er hat inzwischen über fünfzig Titel veröffentlicht, darunter zahlreiche Bestseller, und gilt als einer der wichtigsten Phantastik-Autoren Deutschlands. Seine Werke erscheinen auch als Film-, Comic- und Hörspieladaptionen und wurden in siebenundzwanzig Sprachen übersetzt.

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Wie fand ich es?

ACHTUNG! FINALER BAND EINER TRILOGIE! EVENTUELL SPOILERGEFAHR!

Leider fiel mir der Einstieg in den dritten Band ein wenig schwer. Da die Lektüre des zweiten Teils "Arkadien brennt" schon eine Weile her ist, war ich am Anfang ein wenig verwirrt von den Zusammenhängen, da es so gut wie keine Erklärungen oder Wiederholungen mehr gab. Nach einer Weile war ich aber wieder ganz drinnen in der Geschichte und konnte die Geschichte um Arkadien richtig genießen.

Wie schon die Vorgänger strotzt dieses Buch von Verwicklungen und Rätseln. Man weiß nie, was als nächstes passiert und hängt dadurch wie gebannt an den Seiten. Neue Verbündete und Feinde werden entdeckt und der Autor geht mit seinen Charakteren definitiv nicht zimperlich um, was ebenfalls die Spannung steigert, da praktisch alles möglich ist und man um jede lieb gewonnene Figur bangen muss.

Ich finde es nach wie vor sehr angenehm, dass das Buch nicht vornehmlich eine Liebesgeschichte ist. Sie bildet natürlich einen großen und wichtigen Teil der Geschichte, aber der Leser wird nicht mit übertriebenem Kitsch oder ständigen Liebesbekundungen genervt. Es gibt noch viel mehr das dieses Buch ausmacht, und da die meisten anderen Themen die behandelt werden eher düster und traurig sind, waren die kleinen romantischen Szenen von Rosa und Alessandro ein willkommener Hoffnungsschimmer und lockerten die Geschichte immer wieder auf.

Apropos düster und traurig - das Rätsel um die Organisation TABULA wurde ebenfalls gelüftet. Was der Autor daraus gemacht hat hat mich wirklich überrascht und auch als man schon dachte, man wüsste endlich was Sache ist, wurde man wieder mit einer neuen Offenbarung erschlagen. Dieser Handlungsstrang sorgte für viele neue Erkenntnisse und erklärte so manche vorangegangene Geschehnisse. Außerdem sorgte er dafür, dass die Protagonistin Rosa für die ich schon immer eine kleine Schwäche hatte noch mehr an Tiefe gewann.

Denn Rosa ist in diesem Buch über sich hinausgewachsen. Sie war schon immer tough, das auf jeden Fall, doch in diesem Buch wurde sie mit etwas konfrontiert, von dem sie bisher nicht viel zu sehen bekommen hat - mit der Wahrheit. Wie sie damit umgegangen ist hat sie für mich noch sympathischer gemacht, und ich konnte noch ein Stück mehr mit ihr mitfühlen.

Alessandro hingegen wirkte in diesem Buch irgendwie ein wenig... blass. Er war zwar den Großteil des Buchs über da, aber meistens eben auch nur... da. Er hatte einfach keine große eigene Rolle, und man erfuhr auch nicht viel mehr über seinen Charakter. Es war nicht so, dass mich das während des Lesens total verrückt gemacht hätte und ich es mir komplett anders wünschen würde. Es ist mir dennoch aufgefallen, und ich bin der Meinung, aus ihm hätte man noch weitaus mehr machen können.

Die Nebenfiguren jedoch haben mich wieder komplett überzeugt. Ich vergöttete sowohl Iole als auch Christina Santis, und auch die anderen Figuren wie Raffaela Falchi oder Fundling konnten überzeugen, und haben die Geschichte noch ein wenig schöner und abwechslungsreicher gestaltet. Auch in diesem letzten Band werden noch neue Figuren eingeführt, über die ich gar nicht viel sagen will, nur so viel - auch hier trifft man auf Überraschungen.

Insgesamt empfinde ich "Arkadien fällt" als den schwächsten Band der Reihe, dennoch ist es ein sehr gutes Buch und ein würdiger Abschluss für die Geschichte. Die wichtigsten offenen Fragen wurden geklärt, und so kann ich die "Arkadien"-Reihe mit einem guten Gefühl abschließen und sie nur jedem ans Herz legen, der Geschichte voller Fantasie, Rätsel und facettenreicher Charaktere mag, die nicht gut oder böse sondern eine gute Mischung aus beidem sind. Ich werde definitiv noch mehr von Kai Meyer lesen!

 bis Seiten

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