Montag, 16. Mai 2016

Das Licht der Fantasie

AutorIn: Terry Pratchett
Seiten: 288
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-28048-8

Worum geht's?

Ein Fichtenstamm bewahrt den ungeschickten Rincewind vor dem Absturz vom Rand der Scheibenwelt. Der Zauberer findet sich in einem von intelligenten Bäumen bevölkerten Wald wieder und trifft erneut auf den Touristen Zweiblum. Währenddessen droht der Planet von einem roten Stern verschlungen zu werden. Nur ein Zauberspruch kann die Scheibenwelt noch retten, doch der befindet sich ausgerechnet in Rincewinds Kopf …

Quelle

Wer ist der Autor?

Terry Pratchett, geboren 1948 in Beaconsfield, England, erfand in den Achtzigerjahren eine ungemein flache Welt, die auf dem Rücken von vier Elefanten und einer Riesenschildkröte ruht, und hatte damit einen schier unglaublichen Erfolg: Ein Prozent aller in Großbritannien verkauften Bücher sind Scheibenweltromane. Jeder achte Deutsche besitzt ein Pratchett-Buch. Bei Piper liegen der erste Scheibenweltroman »Die Farben der Magie« sowie die frühen Bände um Rincewind, Gevatter Tod, die Hexen und die Wachen vor – Meisterwerke, die unter den Fans einhellig als nach wie vor unerreicht gelten. Terry Pratchett erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den »World Fantasy Lifetime Achievement Award« 2010. Zuletzt lebte der Autor in einem Anwesen in Broad Chalke in der Grafschaft Wiltshire, wo er am 12. März 2015 verstarb.

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Wie fand ich es?

Wirkte der erste Band noch ein wenig unbeholfen, so konnte der zweite mich einfach komplett überzeugen. Die Charaktere laufen zu Höchstform auf, und speziell Rincewind hat sich einfach in meinen Kopf eingebrannt. Auch neu hinzugekommene Figuren wie Cohen den Barbaren konnten mich für sich gewinnen. Jeder Charakter der in die Geschichte eintritt nimmt ganz selbstverständlich seinen Platz darin ein, und schon nach wenigen Zeilen kann man sich schon gar nicht mehr erinnern wie es ohne ihn/sie war. Jeder hat etwas Eigenes, Interessantes an sich und bereicherte die Geschichte ungemein.

Auch der Humor ist im zweiten Teil der Geschichte um Rincewind, den Touristen und seine magische Truhe nicht zu kurz gekommen. Ich habe das Gefühl, alles hat sich im Vergleich zu "Die Farben der Magie" noch ein Stück weiterentwickelt; die Witze sind durchdachter, die Rincewinds Ankämpfen gegen die Pläne die der mächtige Zauberspruch in seinem Kopf mit ihm hat noch amüsanter und auch das Zusammenspiel aller Figuren funktioniert noch besser.

Terry Pratchetts Schreibstil ist einfach grandios. Sicher speziell und nicht für jeden etwas, doch mir gefällt es. Man muss einfach mitdenken und kann sich nicht komplett treiben lassen, dennoch unterhält das Buch und wird . Die immer treffenden Beschreibungen von Orten, Gegenständen und Personen lassen sofort ein so genaues Bild im Kopf entstehen, wie ich es bei kaum einem anderen Autor bisher erlebt habe.

Die Geschichte hat meiner Meinung nach auch eine klarere Richtung entwickelt, wodurch sich auch die Spannung steigerte. Viele unerwartete Wendungen und neue Ereignisse treiben die Geschichte voran.

Und so biarr die Scheibenwelt auch wirkt, sie ist nicht nur komplette Fiktion. Sie fungiert als eine Art Spiegelbild unserer Welt, ob nun die Zauberer die mit ihren ganzen Ränkespielchen und Machtkämpfen die ein Abbild von politischen "Kämpfen" um die Macht sind, oder simplere wie der erste Tourist auf der Scheibenwelt, der egal wie sinnlos oder auch gefährlich etwas wirken mag alles mit seinem Ikonographen (eine Art Fotoapparat) festhalten muss und für den jeder Schritt in ein wunderbares Abenteuer führt. Terry Pratchett übt leise Kritik, und seine sanfte Satire funktioniert zumindest meiner Ansicht nach hervorragend.

Ein umwerfender Roman voller skurriler Figuren und Witz, voller Abenteuer und Weisheit. Dieses Buch bietet alles, was ich mir in einer Geschichte wünsche, und ich kann es nur allen Lesern empfehlen, sich an Pratchetts Werken zu versuchen - es lohnt sich!

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