Donnerstag, 30. Juni 2016

Was war los im Juni?

Ja das mit dem "mehr lesen" quatsche ich schon länger und irgendwie kommt da bisher nur heiße Luft raus. Und hinter Zeitmangel kann ich mich diesmal wirklich nicht verstecken, ich kann meine Ferien genießen und meine Tage komplett selbst ausfüllen. Aber ich habe die zusätzliche Zeit bisher eher fürs Schreiben als fürs Lesen genutzt - und damit meine ich nicht das Schreiben am Blog. Damit habe ich eine ziemlich große Leidenschaft wiederentdeckt, die mich nie ganz losgelassen hat, der ich aber eben auch nie die richtige Menge an Zeit widmen konnte, weshalb ich diese Beschäftigung seit einer Weile etwas schleifen ließ. Mein Ziel für den Juli ist, Schreiben und Lesen in Einklang zu bringen und beides etwas nebeneinander zu praktizieren anstatt abwechselnd. Mal sehen ob ich das hinkriege... nun aber erst einmal zum Juni.

GELESEN:
- Wahl, Carolin - Die Traumknüpfer  (720 Seiten)
- Murphy, Monica - Lily: So sexy (400 Seiten)
- Turtschaninow, Maria - Maresi (240 Seiten)
- Sorensen, Jessica - Keine Angst zu lieben. Seth & Greyson (128 Seiten)
- Paver, Michelle - Chronik der Weltensucher: Wolfsbruder (282 Seiten)
- Clare, Cassandra - Lady Midnight (zweite Hälfte, ca. 416 Seiten)
- Russell, Romina - Zodiac: Weg der Sterne (368 Seiten)
- Goethe, Johann Wolfgang - Faust 1 (160 Seiten)


REZENSIERT
- Gillot, Alain - Die alltägliche Logik des Glücks
- Collins, Suzanne - Gregor und der Fluch des Unterlandes
- Bowen, James - Bob der Streuner
- Von Kürthy, Ildiko - Mondscheintarif
- Feth, Monika - Fee
- Pratchett, Terry - Total verhext
- Pratchett, Terry - Einfach göttlich
- Sorensen, Jessica - Keine Angst zu lieben. Seth & Greyson

Insgesamt gelesene Seiten: 2714 Seiten
Serienkiller Challenge: 3/12
Find the Cover Challenge: 8/19

Mittwoch, 29. Juni 2016

Keine Angst zu lieben. Seth & Greyson

AutorIn: Jessica Sorensen
Seiten: 128
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-641-17910-6

Worum geht's?

Seth wurde verraten. Von jemanden, den er sehr liebte. Am College will er das alles hinter sich lassen, aber so leicht ist das nicht. Dann trifft er Greyson, der charmant und fürsorglich ist, und sofort fühlt er sich zu ihm hingezogen. Doch er zögert, sich der Liebe öffnen. Wird es ihm gelingen, Greyson zu zeigen, wie er wirklich für ihn empfindet?

Keine Angst zu lieben erscheint exklusiv als eBook Only und umfasst ca. 150 Buchseiten.

Quelle

Wer ist die Autorin?

Die Bestsellerautorin Jessica Sorensen hat bereits zahlreiche Romane verfasst. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in den Bergen von Wyoming. Wenn sie nicht schreibt, liest sie oder verbringt Zeit mit ihrer Familie.

www.jessicasorensensblog.blogspot.de

Quelle

Wie fand ich es?

Wie allen die meinen Blog schon länger verfolgen inzwischen aufgefallen sein dürfte, bin ich ein großer Fan von Jessica Sorensen, insbesondere ihrer Callie&Kayden Reihe zu der auch dieser Roman zählt. Ich bin normaler Weise nicht so der Gay-Romance Leser - beziehungsweise habe ich einfach vorher noch kein solches Buch gelesen muss ich gestehen - doch diese Geschichte hätte genauso gut davon handeln können wie Seth und Greyson ihre Einkaufszettel schreiben, und ich wäre darauf gespannt gewesen. Die Reihe ist bei mir einfach ein Garant für gute Unterhaltung und emotionale, tiefgehende Lesemomente, und auch "Keine Angst zu lieben" hat mich nicht enttäuscht.

Seth und Greyson sind beide schon aus den vorherigen Bänden bekannt, und ich war vor allem bei Greyson schon ziemlich gespannt darauf, wie er verschiedene Geschehnisse so wahr nimmt. Denn er war meist so der passiv-ruhige Typ, nett aber nicht unbedingt offen und geradeheraus. Aber nicht nur er, auch der doch so offenherzige Seth, den ich doch ganz gut einzuschätzen gedacht hätte, zeigen sich hier von einer neuen, aber überhaupt nicht zum in den vorherigen Büchern entstandenen Bild unpassenden Licht.

Denn Seth ist zwar vor allem im Umgang mit seiner besten Freundin Callie der ermutigende, optmistische Faktor, doch hat eben auch seine - in der Reihe bereits erwähnte - eigene traurige Geschichte. Auch wenn ich in gewissem Sinne diesbezüglich nicht überrascht wurde, da ja bereits von Callie ein wenig geschildert wurde wie es um seine Vergangenheit steht, war es doch etwas ganz Anderes die Geschehnisse hautnah vermittelt zu bekommen und es hat mich Seth gleich noch ein bisschen mehr ins Herz schließen lassen. Vor allem das er trotz seiner Probleme hoffnungsfroh in die Zukunft sieht und versucht an seinen Problemen zu arbeiten, macht ihn sympathisch und authentisch. Er ruht sich nicht auf seinen traurigen Erinnerungen aus sondern versucht voranzukommen und sein Leben auf die Reihe zu bekommen.

Greyson mochte ich schon immer ein wenig mehr als Seth, gerade weil er eben eher ruhig und zurückhaltend, aber dennoch hilfsbereit und liebenswert erschien. Auch meine Sympathie für ihn steigerte sich durch die Kapitel aus seiner Sichtweise noch, und ich empfand es als wirklich schön, mehr von seinem Leben und seinem Charakter zu erfahren. Auch wenn sein Leben bisher nicht so überschattet und tragisch wie Seths verlief, machte das seine Familie und sein Leben nicht weniger spannend und interessant.

Die Beziehung der beiden zueinander wird getragen von wundervoll geschriebenen Dialogen, die authentisch und nicht gekünstelt wirken, und die die Chemie von Seth und Greyson geradezu spürbar machen. Die beiden sind einfach auf einer Wellenlänge, unterstützen  und respektieren sich, und das wird durch ihren Umgang miteinander auch gezeigt, anstatt das nur davon geredet werden würde. Es heißt nicht umsonst "Show, don't tell". Auch wird nicht sofort und von jetzt auf gleich Liebe aus Seth und Greyson, sondern sie nähern sich in einem angemessenen Tempo an, ohne das es gezwungen und fokusiert wirkt.

Die Handlung beginnt zur selben Zeit wie der erste Band der Reihe "Die Sache mit Callie und Kayden" und verläuft parallel zu den ersten beiden Büchern. Dadurch werden immer wieder Szenen und Ereignisse aus diesen Geschichten aufgegriffen, und natürlich auch die anderen Charaktere mit einbezogen. Es war sehr interessant und auch amüsant nun rückblickend zu sehen, was Seth (Greyson war damals nicht dermaßen in die Handlung involviert) selbst durchmachte, während Callies und Kaydens Geschichte erzählt wurde.

Zu den Nebencharakteren muss ich, genauso wie zu Jessica Sorensen fantastischem, hoch emotionalen und einfühlsamen Schreibstil, wohl nicht mehr viel sagen. Speziell über das Wiedersehen mit Luke habe ich mich sehr gefreut, da mich seine und Seths Freundschaft schon immer besonders überzeugt hat, sodass ich extra glücklich über die paar erklärenden Szenen zum Entstehen dieses Verhältnisses war.

Mir fallen fürwahr keine Kritikpunkte ein, abgesehen von der Kürze der Geschichte. Bitte an die Autorin - schreiben Sie mehr, ich bin süchtig! Auch wenn ich dieses eBook als wirklich guten Abschluss für die Geschichte betrachte. Rundum gelungen, mit wunderbar authentischen, individuellen Charakteren, einer sehr gut aufgebauten Beziehung und vielen emotionalen (und auch kleinen witzigen) Momenten! Jeder sollte diese Reihe lesen!

 Sterne

Auch wenn es bei der Übersendung des Rezensionsexemplars ein paar Schwierigkeiten gab, vielen Dank an den Heyne Verlag und das Bloggerportal Randomhouse!

Sonntag, 19. Juni 2016

Einfach göttlich

AutorIn: Terry Pratchett
Seiten: 384
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-48467-6

Worum geht's?

Der große Gott Om hat ein Problem: ihm sind die Gläubigen abhandengekommen. Und da unter Göttern weniger Gläubige auch weniger Macht bedeuten, findet sich der einst in Stiergestalt auftretende Gott plötzlich als leicht lädierte Schildkröte wieder. Zum Glück führt ihn das Schicksal zum Tempelgärtner Brutha, der zwar nicht der Hellste, dafür aber Oms letzter wahrer Anhänger ist. Gemeinsam machen sich die beiden auf, Om wieder zu alter Größe zu verhelfen. Ein wahres Abenteuer, bei dem sie nicht nur gegen den mächtigen Exquisitor Vorbis bestehen müssen, sondern auch gegen die Epheber und deren unsinnigen Irrglauben an eine scheibenförmige Welt ...

Quelle

Wer ist der Autor?

Terry Pratchett, geboren 1948, gilt als einer der erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Von seinen mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Romanen wurden weltweit über 80 Millionen Exemplare verkauft, seine Werke sind in 38 Sprachen übersetzt. Für seine Verdienste um die englische Literatur wurde ihm sogar die Ritterwürde verliehen. Terry Pratchett starb im März 2015.

Quelle

Wie fand ich es?

Vorab - Ich bin kein religiöser Mensch, zumindest gehöre ich jetzt nicht direkt zu einer Religion, auch wenn ich durchaus glaube, dass es irgendetwas gibt, dass die Welt sozusagen "geschaffen" hat, aber das ist in meiner Sichtweise eher ein großes körperloses Bewusstsein, anstatt einer/mehrerer Gottheit/en. Doch ich bin da ziemlich tolerant (glaube ich zumindest) und die Idee dieses Buchs bezüglich dem Glauben und der Götter erscheint mir in gewissem Sinne ebenfalls "plausibel"...

Der Große Gott Om betrachtet die Welt in dieser Geschichte nämlich auch aus einer ganz neuen Perspektive - der einer Schildkröte. Nicht besonders glamourös bietet dies eine ganze Menge Möglichkeiten für eine göttliche Selbstreflexion, die auch erfolgreich genutzt wurden. Om ist eine sehr gut ausgearbeitete Figur. Einerseits sieht er sich über den Menschen - ist er ja in ihrem eigentlich Glauben auch, also kein total unbegründeter Gedanke für einen Gott - andererseits kann man aber dennoch mit ihm mitfühlen, denn Terry Pratchetts Version hat auch keine einfache Existenz, denn Gott sein ist nicht ganz so einfach wie man denken könnte.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip, dass ein Gott nur dadurch das an ihn geglaubt wird göttlich ist, gefällt mir ziemlich gut und regt auch zum Nachdenken an. Denn zum Schluss ist es so nicht nur bei Göttern - dem was wir für wahr halten, geben wir dadurch das wir es als real akzeptieren eine Bedeutung. Hoffnung, Liebe, Frieden, Tod, die Realität... sagen wir kurz, das Buch bekommt man nicht sofort wieder aus dem Kopf nachdem man es zugeschlagen hat.

Dieses Prinzip führt dann auch Brutha, Oms letzten echten Gläubigen, in die Geschichte ein. Er ist ein ebenfalls sehr interessanter Protagonist. Wirkt er doch auf den ersten Blick ziemlich naiv, dumb und um es gemein zu sagen nutzlos - und zumindest naiv ist er zu Anfang ja auch - zeigen sich immer wieder neue Facetten seines Charakters. Er entwickelt sich im Laufe der Handlung weiter, und das war einer der besten Aspekte dieses Buchs. Sowohl Brutha als auch Om stehen zu Anfang in einer völlig anderen Position als am Schluss, und die Reise vom alten Ich zum neuen Ich ist spannend, abwechslungsreich und wird wie immer von Pratchett mit einem gewissen Humor erzählt.

Denn auch wenn der Grundton der Geschichte ziemlich düster ist, und religiöse und philosophische Fragen eine sehr große Rolle spielen, führt das Zusammenspiel der ingesamt ziemlich skurrilen Figuren dennoch immer wieder zu amüsanten Momenten. Die Dialoge, vor allem die zwischen Om und Brutha, sind zwar meistens ernsthaften Hintergrunds, aber nichtsdestotrotz mit einem zwinkernden Auge geschrieben und bringen einen nicht nur wie erwähnt zum Hinterfragen von Dingen, sondern auch zum Lächeln. Die Mischung macht's eben.

Auch die Wahl des Antagonisten muss ich einfach noch positiv erwähnen. Er ist einfach richtig... angsteinflößend. Es kommt nicht oft vor, dass ich die Furcht vor dem Gegenspieler richtig nachempfinden kann, doch dieser hier... hat etwas wirklich Erschreckendes.
Außerdem erwähnenswert ist die deutliche Kritik an Krieg, die vor allem gegen Ende dieses Buchs eine wichtige Rolle spielt. Die Botschaft die mit Bruthas Handeln gesendet wird, gefällt mir - so wie alles an diesem Buch, ihr merkt schon ;) Das Buch ist auch abseits vom dem Grundprinzip des Verhältnisses von Gott und Gläubigern von den "großen Thematiken" wie unterschiedliche Weltbilder, die Auswirkungen von Religion (siehe Krieg) und antiker Philosophie geprägt. Wer einfach nur etwas Lustiges für nebenbei lesen will, sollte die Finger von diesem Buch lassen.

Ein wie von diesem Autor gewohnt exquisiter Schreibstil, spannende Wendungen und toll ausgearbeitete Charaktere mit sehr vielen Facetten und Besonderheiten, sowie die Einbindung philosophischer Gedanken die zum Nachdenken aufrufen, machen "Einfach göttlich" zu einem wunderbaren Roman, den ich jedem Leser empfehlen kann!

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Goldmann Verlag und das Bloggerportal von Randomhouse!

Dienstag, 14. Juni 2016

Neuerscheinungen 2016/2017 #1

Schon seit einer Weile sind neue Vorschauen für die Zeit Herbst 2016 bis Frühjahr 2017 im Netz zu finden, deshalb wollte ich euch jetzt mal einen kleinen Überblick geben, was davon so auf meine Wunschliste wandern wird, vielleicht findet ihr ja auch für euch noch neue Bücher auf die ihr euch freue könnt, und die euch bisher entgangen sind. Das ist der erste Post von (bisher) zwei geplanten, geordnet ist nach Verlagen und innerhalb der Verlage nach Erscheinungsdatum der Bücher.

GOLDMANN












19.09.2016: Pratchett, Terry / Briggs, Stephen - Die Scheibenwelt von A-Z

03.10.2016: Yancey, Rick - Der letzte Stern

03.10.2016: Pratchett, Terry - Dem Tod die Hand reichen

17.10.2016: Engelmann, Julia - Jetzt, Baby (Hörbuch)

20.02.2017: Pratchett, Terry - Lords und Ladies (Taschenbuch)

20.03.2017: Pratchett, Terry - Mummenschanz (Taschenbuch)

Größtenteils Terry Pratchett, einfach, weil er ein Genie ist ;) Außerdem den dritten Teil von "Die fünfte Welle" (grandiose Reihe bisher!) sowie das dritte Slam-Poetry-Hörbuch von Julia Engelmann, die es irgendwie immer schafft, die richtigen Worte zu finden. Alle sechs Bücher sind absolute Must-Haves, wenn die nicht in mein Regal einziehen sollten, dann habe ich bis zum jeweiligen Erscheinungsdatum wohl den Verstand verloren... xD

HEYNE/HEYNE FLIEGT












08.08.2016: Scheler, Ulla - Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen

31.10.2016: Matharu, Taran - Die Dämonenakademie: Der Erwählte

14.11.2016: Lasthaus, Stefanie - Das Frostmädchen

09.01.2017: Ee, Susan - Angelfall: Tage der Dunkelheit 

09.01.2017: Gurley, Jason - Eleanor

"Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen" hört sich an wie eine Geschichte mit dem besonderen Etwas, ich bin sehr gespannt, was sich dahinter verbirgt. Die anderen Bücher sind allesamt Fantasyromane, bei denen ich ziemlich sicher bin das sie mich überzeugen werden können. Nur bei Angelfall muss ich ersteinmal auf das Erscheinen des ersten Buchs als Taschenbuchausgabe warten...

DTV 

22.07.2016: Hoover, Colleen - Zurück ins Leben geliebt

Ein bemerkenswert dämlicher Titel meiner Ansicht nach, vor allem da die anderen Bücher von Colleen Hoover (bis auf Will und Layken) alle bei ihrem englischen geblieben sind... hm. Manchmal frage ich mich, was mit solchen Sachen (oder Coveränderungen mitten in einer Reihe, das haben wir im nächsten Posts zu diesem Thema auch vertreten, juhu!) eigentlich bezweckt wird. Soll das nerven? Sonst klingt das Buch jedenfalls ziemlich gut, und ich freue mich schon sehr auf diese Geschichte!

Samstag, 11. Juni 2016

Total verhext

Autor: Terry Pratchett
Seiten: 320
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-48434-8

Worum geht's?

Aller guter Hexen sind drei. Das denken sich zumindest Esmeralda „Oma“ Wetterwachs, Nanny Ogg und Magrat Knoblauch. Zusammen machen sie sich auf ins geheimnisvolle Märchenland Gennua, um dort die Pläne der bösen Hexe Lily zu vereiteln. Diese will das Stubenmädchen Ella mit dem Herzog verheiraten – und dann durch Ella an die Macht gelangen. Dass sie dabei nicht nur ein paar alteingesessene Märchen wild durcheinanderwirbelt, sondern auch sonst allerlei Übel anrichtet, stört Lily nicht weiter. Zum Glück hat sie die Rechnung ohne das furiose Hexentrio aus Lancre gemacht.

Quelle

Wer ist der Autor?

Terry Pratchett, geboren 1948, gilt als einer der erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Von seinen mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Romanen wurden weltweit über 80 Millionen Exemplare verkauft, seine Werke sind in 38 Sprachen übersetzt. Für seine Verdienste um die englische Literatur wurde ihm sogar die Ritterwürde verliehen. Terry Pratchett starb im März 2015.

Quelle

Wie fand ich es?

Die Bücher von Terry Pratchett lösen wirklich nahezu eine Sucht aus - einmal angefangen, kann und will man gar nicht mehr aufhören. So auch bei "Total verhext"!

Für interessante, facettenreiche Charaktere hat Terry Pratchett definitiv ein Händchen, zumindest entstand bei mir dieser Eindruck während der Lektüre der anderen Bücher von diesem Autor, die ich bereits gelesen habe. Das hat sich für mich in diesem Buch einmal mehr bestätigt.
Mit Margret Knoblauch, Oma Wetterwachs und Nanny Ogg spielen drei sehr unterschiedliche Protagonisten zusammen, deren einzige echte charakterliche Gemeinsamkeit wohl darin besteht, dass sie geradezu zwanghaft immer unterschiedlicher Meinung sind. Das ergibt viele amüsante Dialoge und immer wieder Überraschungen, da es sich nicht nur um sehr unterschiedliche, sondern auch um sehr komplexe Figuren handelt. Immer wieder entdeckt man neue Aspekte und Besonderheiten, was sie wirklich faszinierend  und spannend macht.

Märchenadaptionen lese ich generell mal ganz gern, und auch in "Total verhext" hat mir die Einbindung  der bereits bestehenden Geschichten in einen ganz neuen Kontext sehr gefallen. Unter anderem wurden zum Beispiel Märchen wie Aschenputtel oder Rotkäppchen aufgegriffen, jedoch auf sehr unkonventionelle Art und Weise. Denn mit Märchen ist es wie mit vielen anderen Dingen - in kleineren Dosen durchaus hilfrech,  doch viel zu schnell ausgenutzt und negativ verwendet.
Ich empfand es als erfrischend die typischen Helden und Schurken mal anders interpretiert zu sehen. Auch die Antagonistin Lily passte sehr gut in dieses Bild, und bildete eine ernstzunehmende, regelrecht furchteinflößende Gegenspielerin. Auch die Nebencharaktere sind alle ganz besondere, individuelle Figuren mit Eigenheiten, durch die sie im Gedächtnis bleiben.

Ich werde einfach nicht müde, den Schreibstil dieses Autoren zu loben. Ich gebe gern und unumwunden zu, dass er speziell und bestimmt nicht für jedermann ansprechend ist, aber mein Fall ist er definitiv. Insbesondere die Beschreibung von Personen und Orten meistert Terry Pratchett immer wieder wunderbar, und schafft es mit Hilfe von wenigen, treffenden Worten seine Geschichte vor dem inneren Auge lebendig werden zu lassen.

Auch der Humor kommt natürlich nicht zu kurz. Vor allem durch die bereits erwähnten Dialoge der Figuren untereinander entsteht ein sarkastischer Unterton, doch die Geschichte wird niemals "zu" spaßig, sondern behält einen gewissen Ernst bei, sowie eine gewisse Nachdenklichkeit. Zwischen den Zeilen beschäftigt sich wohl jedes Buch von Pratchett auch mit moralischen Konflikten, und regt zum Nachdenken über Gott und die Welt an. Die Scheibenwelt-Romane sind immer auch Satire, und beschäftigen sich mit realen Problemen oder Geschehnissen. Jedoch bekommt man nicht einfach eine Meinung in die Hand gedrückt, sondern es wird durch das unterschwellige Vorhandensein der Thematik dazu aufgerufen, sich selbst eine Meinung zu bilden und über den eigenen Horizont hinauszublicken.

Ein rundum gelungenes Buch voller fantastisch ausgearbeiteter Charaktere, einem unglaublich bildhaften Schreibstil und Satire. Kombiniert mit witzigen und geistreichen Dialogen, sowie der gelungenen Adaption verschiedener Märchen, ist dieses Buch etwas ganz Besonderes, und ich kann es jedem Leser nur empfehlen!

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Goldmann Verlag und das Bloggerportal Randomhouse!

Dienstag, 7. Juni 2016

Leseplanung Juni

So, Juni also. Plan Numero 1: Mehr lesen. Plan Numero 2: Alle noch ausstehenden Rezensionen, Neuzugänge, etc. fertig machen, und alles was diesen Monat so anfällt direkt abtippen und nicht bis sonstwann aufschieben. Ich hoffe, ich kann euch im Juni wieder mal mehr Posts liefern, gut anfangen hat der Monat diesbezüglich ja schon. Hoffentlich geht das so weiter...


- Wahl, Carolin - Die Traumknüpfer
Ja, dieses Buch hat es immer noch nicht vom SuB geschafft - ABER es wird langsam. Ich bin mittlerweile richtig in die Geschichte hineingekommen, und es liegt definitiv nicht an der Qualität der Geschichte das ich so langsam vorankomme. Eher an der Seitenzahl, kombiniert mit meinem Zeitmangel.
> Verlagsseite

- Turtschaninoff, Maria - Maresi
Durch "Die Traumknüpfer" habe ich irgendwie Lust auf High Fantasy bekommen, und da einige Blogger auf deren Meinung ich ziemlich viel gebe das Buch sehr empfohlen haben, bin ich schon ziemlich gespannt, ob mir die Geschichte ebenfalls gefallen wird.
> Verlagsseite

- Tampke, Ilka - Skin. Das Lied der Kendra
Apropos High Fantasy. Auch auf diese Geschichte bin ich schon ziemlich gespannt, ich erhoffe mir eine spannende Lektüre mit neuartigen Fantasyaspekten. Mal sehen ob sich diese Erwartungen erfüllen, und ob mich das Buch überzeugen kann. Auch dieses Buch wandert ja von Leseplanung zu Leseplanung, ich hoffe ich komme diesen Monat endlich dazu.
Verlagsseite

- Russell, Romina - Zodiac: Weg der Sterne
Das ist wirklich der Monat der Bücher-die-ich-unbedingt-endlich-lesen-muss... Auch dieses wartet schon seit April - oder sogar März? - darauf von mir verschlungen zu werden. Nachdem mich Band 1 unerwartet doch noch überzeugt hat kann ich es gar nicht erwarten, wieder mit Rho gegen Ophus zu kämpfen.
Verlagsseite

Samstag, 4. Juni 2016

[3x3] Realität gibt auch eine gute Fiktion ab - 3 magische Bücher, allerdings mal ganz ohne Fantasyaspekte

Da ich in letzter Zeit mit Bloggen aus unterschiedlichsten Gründen ziemlich hinterherhinke, ist es mal wieder Zeit für ein 3x3, weil ich sonst mit den ganzen Rezensionen gar nicht mehr hinterherkommen würde. Das hier wird der erste von zwei Posts in diesem Format, der zweite kommt auch in den nächsten Tagen.

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AutorIn: James Bowen
Seiten: 252
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-60693-1

Worum geht's?

Das Leben meint es nicht gut mit James Bowen: Der Obdachlosigkeit entkommen, schlägt er sich als Straßenmusiker durch. Als er eines Abends einen abgemagerten, streunenden Kater vor seiner Tür findet, scheint er sein tierisches Ebenbild zu treffen. Und mehr noch: Während er den Streuner aufpäppelt, entwickelt sich eine besondere Freundschaft. Der Kater Bob will nämlich keineswegs zurück in die Freiheit. So, wie James dem Kater Bob seine Lebenskraft zurückgibt, so füllt das samtpfötige Wesen James Leben wieder mit Sinn – und jeder Menge witziger Anekdoten. Mittlerweile sind James und Bob weltbekannt, ihre Geschichte hat bereits Millionen Leser gerührt. Nur selten wird die Beziehung zwischen Mensch und Katze so charmant beschrieben wie in "Bob der Streuner".

Quelle

Wer ist der Autor?

James Bowen, geboren im März 1979 in Surrey, ist ein ehemaliger Straßenmusiker aus der Nähe von London. Lange Zeit hielt James sich leidlich mit Musik und dem Verkauf der englischen Obdachlosenzeitschrift „The Big Issue“ über Wasser. Nach Jahren als Heroinsüchtiger und Obdachloser hatte er gerade die ersten, noch unsicheren Schritte in ein normales Leben getan, lebte aber immernoch von der Hand in den Mund, Zukunftsperspektiven gab es für ihn kaum...

Quelle

Wie fand ich es?

Mal so vorab - ich liebe Katzen. Hab selbst vier davon, und auch wenn sie mir manchmal auf den Zeiger gehen, ich liebe sie über alles. Ich glaube auch dadurch konnte ich mich ziemlich gut in den Autor hineinversetzen, der ja in dieser... sagen wir Biografie, erzählt wie sich seine und die Wege seines Katers Bob gekreuzt haben.

Ich empfand den Einblick in das Alltagsleben James Bowens ziemlich... interessant. Ich kann ziemlich glücklich sagen in meinem normalen Alltag weder mit Geldnot noch sonst irgendwelchen schwerwiegenden existenziellen Problemen zu kämpfen zu haben. Da ist es allerdings auch schwer sich die andere Seite der Medaille vorzustellen, also wenn man das Glück hat sie nicht zu erleben.

Gerade deswegen fand ich dieses direkte 'Plaudern aus dem Nähkästchen' sehr lehrreich und auch informativ. Die Geschichte des Autors, also sein Weg zu der Gegenwart von "Bob der Streuner" war ebenfalls interessant zu lesen und hat einen besseren Blickwinkel auf die Ereignisse im Jetzt ermöglicht.

Ich war wirklich von der Geschichte gefesselt und kann dieses Buch nur empfehlen (speziell den Katzenliebhabern da draußen - ehrlich, Bob ist einfach zum Verlieben!)!

 Sterne

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AutorIn: Ildikó von Kürthy
Seiten: 144
Verlag: rororo
ISBN: 978-3-499-22637-3

Worum geht's?

Sie findet sich nicht schwierig, sondern interessant. Ihre beste Freundin hat die größeren Brüste – und ist trotzdem ihre beste Freundin. Cora Hübsch ist 33. Alt genug, um zu wissen, dass man einen Mann niemals nach dem ersten Sex anrufen darf. Also tut sie das, was eine Frau tun muß: Sie wartet. Auf seinen Anruf. Stundenlang. Bis sich ihr Leben verändert. Zum Mondscheintarif.

Quelle

Wer ist die Autorin?

Ildikó von Kürthy ist freie Journalistin und lebt in Hamburg. Ihre Bestseller wurden mehr als fünf Millionen Mal gekauft und in 21 Sprachen übersetzt. Ihr Roman «Mondscheintarif» wurde fürs Kino verfilmt.

Quelle

Wie fand ich es?

Ja, ich gebe zu, das Cover ist jetzt nicht DER Bringer. Also, ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber Füße muss ich jetzt nicht auf einem Buch haben... vor allem da es relativ wenig mit der Geschichte zu tun hat. Etwas auf jeden Fall, aber... ich weiß nicht, begeistert bin ich einfach nicht von der Fuß-Idee. Aber ich stop wohl besser das oberflächliche Gequatsche und komme mal zum Buchinhalt.

Rein handlungsmäßig passiert nicht viel. Im Grunde besteht die Geschichte aus einem Nachmittag/Abend, an dem Cora auf den Anruf eines Typen wartet. Klingt nicht wie der Stoff für einen Bestseller, aber die Geschichte lebt von der Gedankenwelt der Protagonistin, die praktisch rückwärts erzählt, wie es überhaupt zu dem Abend gekommen ist. Gewürzt mit Anekdoten aus ihrem Leben ergibt das allerdings kurzweilige, witzige Unterhaltung.

Ich bin wirklich nicht objektiv im Zusammenhang mit diesem Buch. So überhaupt gar nicht. Natürlich sind meine Rezensionen immer nur meine eigene Meinung, und dadurch sehr subjektiv, aber normaler Weise lese ich ein Buch nicht einfach nur so nebenher und freue mich daran es witzig zu finden. Hier allerdings war das so. Die Figur der Cora hat eine gewisse Selbstironie, was gepaart mit ihrer Fähigkeit in Fettnäpfchen zu treten eine relativ amüsante Mischung ergibt. Das ist der große, glorreiche Grund warum ich das Buch toll fand - der Humor trifft meinen Geschmack und das hat in diesem Buch auch gereicht.

Eine nette Geschichte für zwischendurch! Nichts hochtrabend Philosophisches, oder großartig Tiefgehendes, keine Offenbarung, aber durchaus unterhaltend und ich hätte nach Beenden des Buchs direkt wieder von vorne anfangen können, so sehr musste ich an einigen Stellen lachen.

 Sterne

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AutorIn: Monika Feth
Seiten: 192
Verlag: cbt
ISBN: 978-3-570-30010-7

Worum geht's?

Wenn ich Fee mit einem einzigen Wort beschreiben müsste, würde ich das Wort "Licht" wählen ...

Claire und ihr Freund Jost unternehmen eine Motorradreise nach Schottland. Am Lake of Menteith haben sie ein kleines Blockhaus gemietet. Dort genießen sie die Zweisamkeit und die Schönheit der schottischen Landschaft. Erst hier, weit weg von zu Hause, findet Claire zu einer Verarbeitung des Tods ihrer Schwester Fee, die vor kurzem, im Alter von 19 Jahren, gestorben ist. [...]

Dieses Buch ist die Geschichte einer Ferienreise, einer ersten Liebe und eines Abschieds...

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Wer ist die Autorin?

Monika Feth wurde 1951 in Hagen geboren, arbeitete nach ihrem literaturwissenschaftlichen Studium zunächst als Journalistin und begann dann, Bücher zu verfassen. Heute lebt sie in der Nähe von Köln, wo sie vielfach ausgezeichnete Bücher für Leser aller Altersgruppen schreibt.
Der sensationelle Erfolg der "Erdbeerpflücker"-Thriller machte sie weit über die Grenzen des Jugendbuchs hinaus bekannt. Ihre Bücher wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt.

Quelle

Wie fand ich es?

Von Monika Feth habe ich bisher nur die Jette-Thriller gelesen, die mir ganz gut gefallen haben, auch wenn sie jetzt nicht zu meinen Favoriten gehören. Doch es waren solide, toll geschriebene Romane, und daher konnte ich an "Fee" nicht vorbeigehen, als ich es zufällig günstig entdeckt habe.

Das ernste Thema Todesbewältigung wird dem Leser auf sehr einfühlsame Weise näher gebracht. Die Protagonistin Claire hat gerade ihre Schwester Fee verloren, und fühlt sich als würde ihre Welt einstürzen. Diese Situation wird auf den Seiten praktisch lebendig und ich konnte Claire's Trauer sehr gut nachvollziehen. Die Emotionen werden vor allem durch ihre Erinnerungen an Fee und die Tagebucheinträge ihrer Mutter, die Fees viel zu kurze Geschichte erklären deutlich.

Die Figuren werden, da die Geschichte kaum 200 Seiten hat, leider nur kurz angerissen. Das empfand ich geradezu als Verschwendung, da ich in vielen auch nur in wenigen Szenen auftauchenden Charakteren durchaus Potenzial gesehen habe. Aber diese kurzen Momente passten wiederum zur Geschichte, zu Claire's Trauer, weshalb ich es dem Buch auch nicht allzu negativ ankreide. Dennoch hatten die Figuren zu wenig Zeit sich zu entwickeln - oder überhaupt eine komplette Persönlichkeit zu haben.

Alles in allem eine bittersüße Geschichte mit melancholischer Grundstimmung - leider viel zu kurz!

 bis Sterne

Gregor und der Fluch des Unterlandes

AutorIn: Suzanne Collins
Seiten: 320
Verlag: Oetinger
ISBN: 978-3-86274-146-5

Worum geht's?

Die dunkle Seite greift an … Ein tödlicher Plan bedroht das Unterland
Rätselhafte Dinge geschehen im Unterland. Gregor und Luxa erreicht eine verschlüsselte Botschaft der Huscher – ein verzweifelter Hilferuf. Die beiden machen sich große Sorgen und machen sich auf die gefährliche Suche nach den Mäusen, um sie zu retten. Auf ihrem Weg werden sie von angriffslustigen Riesenskorpionen bedroht und begegnen dem Fluch, jener weißen Ratte, die Gregor einst aus Mitleid verschont hat. Sie ist zu einem machtbesessenen Anführer herangewachsen und verfolgt mit einer ganzen Armee wütender Ratten einen tödlichen Plan.

Quelle

Wer ist die Autorin?

Suzanne Collins, 1962 geboren, begann ihre Karriere Anfang der 90er-Jahre als Drehbuchautorin für das amerikanische Kinderfernsehen. 2003 veröffentlichte sie mit dem Roman »Gregor und die graue Prophezeiung« den ersten Band einer fünfteiligen Abenteuer-Reihe, die sich schnell zum internationalen Bestseller entwickelte...

Quelle

Wie fand ich es?

ACHTUNG! VIERTER TEIL EINER REIHE! EVENTUELL SPOILERGEFAHR!

Nachdem ich Band 3 gelesen hatte, habe ich direkt zum nächsten Buch der Reihe gegriffen, weil ich es einfach nicht erwarten konnte zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht. Diese Bücher entfachen ja praktisch eine Sucht, es ist unglaublich! ;)

Meine Erwartungen waren entsprechend hoch nach dem fantastischen Vorgänger "Gregor und der Spiegel der Wahrheit" und sie wurden nicht enttäuscht. Die Autorin hat den fließenden Übergang zwischen Realität und Fiktion wirklich perfektioniert, und mich kann sie mit der von ihr erschaffenen Welt, dem Unterland, immer wieder überzeugen. Verschiedenste Wesen zwischen denen seit langer Zeit Rivalität und Rachedurst steht, Intrigen, Abenteuer und unerwartete Wendungen machen diese Welt zu etwas ganz Besonderem.

Der klare, einfache Schreibstil von Suzanne Collins ist maßgeblich an der Eindringlichkeit die der Geschichte anhaftet beteiligt. Sie schreibt authentisch, simpel und für jeden verständlich, und schafft es dennoch mehr in den Bann der Geschichte zu ziehen als so manch anderer Autor der eher auf schöne Sprache und Schachtelsätze baut.

Die Charaktere sind nach wie vor sehr gut ausgearbeitet und durchlaufen eine Entwicklung, auch und vor allem in ihrer Beziehung zueinander. Gerade ihr Zusammenspiel macht sie so wunderbar, so ist es zum Beispiel immer wieder schön Ripred und Gregor in ihrer widerwilligen Kooperation agieren zu sehen und ihre Dialoge zu verfolgen. Auch Luxas und Gregors Beziehung entwickelt sich weiter, und ich bin gespannt auf den Ausgang dieses Teils der Geschichte. Nun, eigentlich bin ich gespannt auf den Ausgang jedes kleinen Teilchens der Geschichte, aber ich glaube, der Punkt ist klar.

Das Level an Brutalität und der Anteil an Kriegshandlungen ist in diesem Buch noch einmal ausgeprägter als im Vorgänger. Dennoch finde ich das Buch auch weiterhin als Kinderbuch durchaus geeignet, da die Schrecklichkeit von Kämpfen und der Tod von Unschuldigen zwar unblutig, aber doch in all seiner schrecklichen Deutlichkeit klar wird.

Ich weiß nicht, wie oft ich es noch sagen kann ohne zu nerven - ich liebe diese Reihe, alle spürbar liebevoll geschaffenen Charaktere, den Humor der trotz der düsteren Atmosphäre mitschwingt, und die unerwarteten Wendungen, die mich immer gespannt auf das nächste Buch zurück lassen. Der Gedanke, dass das nächste Buch das letzte sein wird, macht mich schon ein wenig wehmütig - aber immerhin habe ich ja noch eins vor mir, dass ich bis zur letzten Seite auskosten kann. ;)

 Sterne

Freitag, 3. Juni 2016

Die alltägliche Logik des Glücks

AutorIn: Alain Gillot
Seiten: 288
Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3-7341-0339-1

Worum geht's?

Manchmal ist das Leben genial einfach – oder einfach genial ...

Victor, der einsame Trainer einer Fußballmannschaft, freut sich nicht, als seine Schwester ihren Sohn Leonard bei ihm zurücklässt. Jedes Wiedersehen mit ihr weckt schmerzhafte Erinnerungen, und sein Neffe ist einfach seltsam. Er spricht kaum und spielt gegen sich selbst Schach. Als Leonard ihm auch noch altklug sagt, Fußball sei simpel, platzt Victor der Kragen. Fußball ist mehr als ein Ball und elf Männer, es ist eine Kunst! Und während Onkel und Neffe sich gegenseitig die Welt erklären, werden aus Fremden Freunde, aus Einzelgängern eine eingeschworene Gemeinschaft – und aus zwei Einzelleben wird eine gemeinsame Geschichte …

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Wer ist der Autor?

Alain Gillot, geboren 1952, ist ein Tausendsassa. Er übte viele Tätigkeiten aus, bevor er seinen Traum vom Schreiben verwirklichen konnte – er war u.a. Holzfäller und LKW-Fahrer. Er schrieb zuerst Sportartikel, bis er seine Leidenschaft fürs Reisen und andere Kulturen entdeckte. Daraufhin wurde er Auslandskorrespondent. Seitdem er aus seinen vielen Reisen zurück ist, arbeitet er als Drehbuchautor fürs Kino. »Die alltägliche Logik des Glücks« ist sein erster Roman.

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Wie fand ich es?

Manchmal bin ich einfach in der Stimmung für ruhigere, nachdenkliche Geschichten, ich glaube das geht einigen Lesern so. Es muss nicht immer Action pur und krasse Dramatik sein, manchmal reichen alltägliche Dinge aus um für ein paar Stunden von den Buchstaben verzaubert zu werden - und genau das schafft "Die alltägliche Logik des Glücks".

Es ist kein langes Buch, und auch wenn mir doch an einigen Stellen die Handlung etwas zu kurz abgefertigt und überhetzt vorkam, insgesamt passt das Sprichwort In der Kürze liegt die Würze ziemlich gut auf die Geschichte. Das liegt größtenteils wohl am fantastischen Schreibstil Alain Gillots. Er erschafft keine großen Gleichnisse, baut nicht auf umfangreiche Sprachbilder und komplizierte Satzgebilde, aber er schafft es aus einfachen Begebenheiten, simplen Dingen und Worten, etwas ganz Besonderes zu machen. Ich ganz persönlich kann es kaum erwarten, mehr von ihm zu lesen.

Die beiden Hauptcharaktere funktionieren wunderbar zusammen. (Allerdings eine kleine Frage am Rande - im Buch wurde die Figur stets Vincent/Vince genannt, warum steht auf dem Klappentext Victor? Ist das ein einfaches Versehen oder hat es eine Bedeutung, die ich irgendwie verpasst habe?! Also nicht verwirrt sein wenn ich in der Rezension jetzt von einem Vincent spreche, obwohl ein Stück weiter oben in der Rezension die Kurzbeschreibung etwas von einem Victor sagt.)

Jedenfalls, Vincent und Leonard. Die beiden entwickeln eine ganz besondere Beziehung zueinander, und auch wenn sie aufgrund der Kürze der Geschichte nicht die langsame, behutsame Entwicklung durchleben die ich mir anfangs vorgestellt hätte, funktionieren sie als Team unglaublich gut, dadurch das sie aufeinander eingehen und trotz ihrer vielen Unterschiede Kompromisse finden, die ihnen eine Annäherung erlauben.
Auch die Nebenfiguren ergänzen die Handlung perfekt, besonders Catherine, die Psychologin an die sich Vincent wegen Leonard wendet, hat es mir wirklich angetan.

Ich kann die Geschichte nur jedem Leser empfehlen, der nichts dagegen hat wenn es mal etwas Ruhiger zugeht. Dies ist definitiv kein Buch der großen aktiven Handlung, es ist eine sehr intensive, gefühlsbetonte Geschichte. Ich bin ganz sicher kein Experte in Bezug auf die... ich habe keine Ahnung wie ich es nennen soll ohne zu spoilern, sagen wir, Leonards Besonderheit. Aber auch wenn ich fachlich keine Ahnung habe, empfand ich die Beschreibung seiner Art und Weise die Welt zu sehen ziemlich... interessant und auch passend, zumindest zu meiner Vorstellung davon wie Menschen wie Leonard die Welt sehen.

Alles in allem eine niedliche, tiefgehende Geschichte von zwei völlig verschiedenen Menschen, die durch gegenseitiges Verständnis und Zusammenarbeit eine wundervolle Beziehung aufbauen und sich gegenseitig helfen. Das Buch hätte durchaus ein Stück umfangreicher sein können, aber insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Richtung die die Handlung genommen hat und war vor allem vom letzten Teil der Geschichte sehr überzeugt. Eine klare Leseempfehlung!

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Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den blanvalet Verlag und das Bloggerportal Randomhouse!