Donnerstag, 21. Juli 2016

Maresi - Das Lied der Insel

AutorIn: Maria Turtschaninoff
Seiten: 240
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-31699-7

Worum geht's?

In einer Welt, in der Mädchen keine Rechte haben, erscheint eine Insel, auf der nur Frauen leben und dort die Mythen der Göttin studieren, wie ein Märchen. Für die junge Maresi ist dieser Traum Wirklichkeit geworden: Sie ist bereits seit vier Jahren als Novizin auf der Insel und damit in Sicherheit. Bis eines Tages Jai – helles, wildes Haar, vor Schmutz starrende Kleider und Narben auf dem Rücken – einem Boot entsteigt. Sie sucht Schutz vor schrecklicher Gefahr und unvorstellbarer Grausamkeit. Doch als Jais Verfolger in der Roten Abtei auftauchen, muss Maresi über sich selbst hinauswachsen, um sich, Jai und ihr Zuhause zu retten ...

Quelle

Wer ist die Autorin?

Schon als kleines Kind war Maria Turtschaninoff, geboren 1977, von fantastischen Geschichten fasziniert. Zu ihren Lieblingsautoren zählen unter anderen Philip Pullman, Michael Ende, J.R.R. Tolkien, Ursula K. Le Guin. Maria Turtschaninoff studierte Humanökologie, bevor sie selbst mit dem Schreiben begann. Für ihre zauberhaften Geschichten voller magischem Realismus und mythologischer und märchenhafter Elemente wurde die Autorin in ihrer Heimat Finnland bereits mehrfach ausgezeichnet.

Quelle

Wie fand ich es?

Es fällt mir schwer, meine Meinung zu diesem Buch zu formulieren, da es mich in vielen Punkten überzeugt, in vielen jedoch auch etwas enttäuscht zurückgelassen hat. Ich bin ziemlich im Zwiespalt, hoffentlich kann ich mich trotzdem verständlich genug ausdrücken, dass ihr meine Ansicht und meine Bewertung nachvollziehen könnt. Wenn nicht, seht es mir bitte nach, ich versuche einfach mal mein Bestes.

Im Buch sind hinten kleine Karten eingefügt, die die Welt in der die Geschichte spielt wiederspiegeln sollen. Dennoch fiel es mir schwer, mir ein richtiges Bild von diesem Ort zu machen. Ich bekam kein richtiges Gefühl dafür innerhalb der Geschichte vermittelt, was vermutlich daran liegt, dass die Handlung vornehmlich auf einer einzigen Insel spielt. In manchen Fällen reicht ein einzelner Ort ja komplett aus, doch irgendwie kam mir die ganze Weltgestaltung hier etwas schlicht vor. Man hätte da definitiv noch mehr rausholen können, und wäre dies der erste Band einer Reihe, dann wäre ich mit den gegebenen Informationen völlig zufrieden und würde mich auf mehr freuen.
So verbleibt bei mir der Gedanke an ein wenig verschwendetes Potenzial. Auch der Fantasyanteil im Allgemeinen war geringer als erwartet - das jedoch empfand ich gar nicht als so negativ, da der "Glaube" der Inselbewohner eigentlich ausreichte und einen der interessanteren Aspekte der Geschichte bildete.

Die Charaktere haben mir ganz gut gefallen. Maresi macht im Laufe der Geschichte wirklich eine spürbare Entwicklung durch, und auch wenn ich nicht immer mit ihr einer Meinung war, es gefiel mir, die Geschichte aus ihrer Sicht zu erleben, da ich mit ihr mitfühlen und sympathisieren konnte. Auch Jai mochte ich, ihre Geschichte ist wirklich tragisch und sie hat im Laufe der Handlung wirklich bewiesen, das mehr in ihr steckt, als man auf den ersten Blick denken könnte.
Bei den anderen Charakteren verblieb, ähnlich wie bei der Weltgestaltung, das Gefühl nur an der Oberfläche gekratzt zu haben. Sie waren okay, aber nicht überdurchschnittlich interessant oder begeisternd.

"Maresi" ist definitiv ein Roman der ruhigeren Sorte. Er wird in einer Art Rückblick von Maresi selbst erzählt, wodurch man natürlich eine sehr subjektive und emotionale Sicht auf die Ereignisse bekommt. Einerseits war diese Erzählweise erfrischend und einmal etwas anderes als schon in unzähligen anderen Büchern beschrieben, doch andererseits kam dadurch - zumindest in meinen Augen - nicht ganz so viel Spannung im Großteil des Buchs auf, wie es vom Standpunkt eines neutralen Beobachters aus der Fall gewesen wäre. Denn auch wenn Maresi ein für ihr Alter doch recht reifes Mädchen ist, sie ist jung und in mancherlei Hinsicht unbedarft und unerfahren, was man der Geschichte auch anmerkt.

Den tatsächlichen Überfall von Jais Verfolgern der ja auch im Klappentext erwähnt wird, empfand ich hingegen als sehr eindrucksvoll beschrieben und als die Frauen der Bedrohung entgegen traten kam für mich erstmals richtig Spannung auf. Die damit verbundenen Ereignisse sind wirklich sensibel geschrieben und konnten mich berühren.

Das Ende konnte mich ebenfalls überzeugen. Man merkt wirklich das Maresi durch die Erlebnisse sehr gewachsen ist und sich zu einer reifen Person entwickelt hat, die zwar noch lange nicht am Ende ihres Wegs angekommen ist, aber die richtigen Schritte darauf zu macht.

Ein High-Fantasy-Roman der anderen Sorte. Wer nichts gegen eine eher ruhige Atmosphäre, einen eher schlichten Weltenaufbau und eher geringe Fantasyaspekte hat, aber den Fokus stattdessen lieber auf dem Aufbau einer Gemeinschaft und dem Zusammenspiel der Figuren hat, dem würde ich "Maresi" definitiv empfehlen!

 bis Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsxemplar an den Heyne Verlag und das Bloggerportal von Randomhouse!

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