Montag, 26. September 2016

Umweg nach Hause

AutorIn: Jonathan Evison
Seiten: 384
Verlag: 978-3-7341-0266-0
ISBN: 978-3-7341-0266-0

Worum geht's?

Eine bittersüße Geschichte über Freundschaft, einen verrückten Roadtrip und den Mut zu leben.

Ben geht’s nicht gut – weder persönlich noch finanziell. Nach einem Crashkurs in »häuslicher Pflege« heuert er bei Trevor an, einem zynischen Jugendlichen, der unheilbar krank ist und im Rollstuhl sitzt. Trevs Vater Bob suchte gleich nach der Diagnose das Weite, was ihm in der Familie natürlich keiner verzeiht. Doch Ben fühlt mit dem verstoßenen und reuigen Vater und überzeugt Trev, im VW-Bus quer durch die USA zu fahren, um ihn zu besuchen. Ein schräger Roadtrip voller überraschender Begegnungen und skurriler Abenteuer beginnt ...

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Wer ist der Autor?

Jonathan Evison, 1968 in San Jose, Kalifornien, geboren, wurde mit seinem Roman „Alles über Lulu” bekannt, für den er den Washington State Book Award erhielt.

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Wie fand ich es?

Ich muss zugeben, von dieser Geschichte hatte ich etwas ganz anderes erwartet, als ich bekommen habe. Etwas völlig anderes. Besonders die Hintergrundgeschichte des Protagonisten Ben stand im Endeffekt mehr im Vordergrund als ich zu Anfang gedacht hätte, was ich jedoch positiv bewerte, da sie sehr gut inszeniert und genau richtig angedeutet wurde, ohne zu früh offen gelegt zu werden. Auch wenn immer wieder kleine Hinweise fallen gelassen und Teile der Situation im Laufe der Geschichte enthüllt wurden, hat mich die endgültige Enthüllung noch schockiert und mitgenommen.

Ben Benjamin funktioniert aufgrund eben dieser Hintergründe so gut als Hauptfigur. Er wird durch seinen Schmerz, durch seinen mangelhaften Umgang mit seinen Problemen, sehr faszinierend und durchaus als Antiheld gezeichnet. Auch wenn er durchaus einige positive Eigenschaften hat, kann man sich bei einigen seiner Aktionen auch nur vor den Kopf schlagen. Genau das hat ihn mir allerdings auch sympathisch gemacht. Denn ja, er benimmt sich manchmal wie ein Volltrottel, wählt die falschen Wege und die falschen Worte, trifft nicht durchdachte Entscheidungen. Doch all dies zeichnet seine Menschlichkeit aus, seine Nähe am Leser. Denn ehrlich gesagt ist jeder mal in einer Situation in der er etwas Dummes tut, speziell in einer Lebenslage wie der von Ben. Er ist einer der authentischsten Protagonisten von denen ich überhaupt gelesen habe, und auch wenn ich anfangs unsicher in Bezug auf ihn war, so hat er mich im Laufe von "Umweg nach Hause" eines besseren belehrt.

Alle Figuren agieren in dieser Geschichte in Grautönen, ein Aspekt der mir insgesamt sehr zugesagt hat. Wer meinen Blog schon länger verfolgt, weiß, dass ich für perfekt gute Figuren oder hintergrundlose Schurken sehr, sehr wenig übrig habe, und einen facettenreichen Charakter mit Macken und Fehlern sehr viel interessanter finde. Und von diesen gibt es in diesem Roman reichlich. Niemand ist fleckenlos weiß, jeder weist negative Eigenschaften aus, die sich auch realistisch schlecht auswirken und nicht nur auf dem Papier vorhanden sind. Angefangen bei Ben, der sich seinen Problemen nicht stellt und lieber verleugnet, dass er die Vergangenheit hinter sich lassen muss. Trevor, der ewige Zyniker der vor sich hin vegetiert und in Nichtstun ertrinkt. Trevs tollpatschiger Vater, der aus Angst eher feige gehandelt hat, als sich einer schwierigen Situation zu stellen. All diese Figuren waren realistisch gezeichnet, und ich konnte aufgrund ihrer Makel und Fehler sehr viel besser mit ihnen mitfühlen.

Der Roadtrip von Trev und Ben nahm trotz der langen Einführung in ihr (und vor allem Bens) Alltagsleben eine noch recht große Rolle in der Geschichte ein, und bildete eine gelungene zweite Hälfte. Speziell die Begegnungen mit den verschiedenen Nebenfiguren machen diese Reise interessant, und es geht wirklich weniger um die besuchten Orte, als um die Schicksale der Mitreisenden. Auch hier gab es keine perfekten Menschen, aber faszinierende Schicksale, die man genug berührt, um Anteil an ihren Problemen nehmen zu können, ohne das es zu gewollt wirkt.

Kleine Punkte habe ich allerdings zu kritisieren - erstmal brach mir der Widerstand von Trevs Mutter zu schnell ein in Bezug auf diese Reise, gegen die sie anfangs so sehr war. Außerdem habe ich für meinen Geschmack ein bisschen wenig über Trevors Krankheit erfahren um den Ablauf der Reise etc. möglich zu finden, aber da seine Erkrankung ja genau NICHT das Zentrum der Geschichte war, ist mir das auch erst nach Beenden des Buchs wirklich aufgefallen und hat nicht verhindert, dass ich die Geschichte genossen habe. Allerdings war mir dann das Ende wieder deutlich... zu kurz. Einerseits positiv, weil dadurch auch der Abschluss wie "aus dem Leben gegriffen" wirkte, andererseits etwas zu Zack-Ende. Ich bin immer noch sehr unsicher, ob mich das Ende zufriedenstellt oder eher enttäuscht hat.

"Umweg nach Hause" ist eine traurige, mit entwaffnender Ehrlichkeit erzählte Geschichte, die trotz aller Melancholie nicht allzu sehr deprimiert, sondern Hoffnung macht. Denn auch unter den bescheuertsten Umständen, geht das Leben irgendwie weiter, und wenn man nicht einfach nur herumsitzt kommt auch irgendwann die Gelegenheit, das eigene Leben wieder zu verbessern. Eine Empfehlung an alle Leser die unkonventionelle, nachdenkliche Romane mögen und etwas mit facettenreichen, bei weitem nicht perfekten aber authentischen Figuren anfangen können!

 bis Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den blanvalet Verlag und das Bloggerportal Randomhouse!

Sonntag, 25. September 2016

Chroniken der Unterwelt: City of Glass

AutorIn: Cassandra Clare
Seiten: 728
Verlag: Arena
ISBN: 978-3-401-06134-4

Worum geht's?

In Idris sind düstere Zeiten angebrochen. Als Valentin sein tödliches Dämonenheer zusammenruft, gibt es nur eine Chance, um zu überleben: Die Schattenjäger müssen ihren alten Hass überwinden und Seite an Seite mit den Schattenwesen in diesen Kampf ziehen. Um Clary vor der drohenden Gefahr zu schützen, würde Jace alles tun – doch dafür muss er sie erst einmal verraten …

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Wer ist die Autorin?

Cassandra Clare wurde in Teheran geboren und verbrachte die ersten zehn Jahre ihres Lebens in Frankreich, England und der Schweiz. Ihre Reihe Chroniken der Unterwelt sowie die zweite Reihe Chroniken der Schattenjäger wurden auf Anhieb zu internationalen Erfolgen, ihre Bücher stehen weltweit auf den Bestsellerlisten. Cassandra Clare lebt mit ihrem Mann, ihren Katzen und einer Unmenge an Büchern in einem alten viktorianischen Haus in Massachusetts.

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Wie fand ich es?

ACHTUNG! DRITTER BAND EINER REIHE! EVENTUELL SPOILERGEFAHR!

Die gesamte Atmosphäre und der Facettenreichtum der Schattenjäger-Welt zieht mich trotz meiner eher gespannten Beziehung zu den Protagonisten einfach immer wieder sofort in die Geschichte. So auch bei "City of Glass" - auch wenn ich vor allem während der ersten Hälfte des Buchs wieder mal überhaupt nicht mit den beiden Hauptcharakteren Clary und Jace zurecht kam.

Vor allem bei Jace bin ich fast verzweifelt, hatte er doch im zweiten Buch ein wenig an Substanz gewonnen. (siehe meine Rezension zu City of Ashes) Während der ersten Hälfte dieses Buchs hatte ich ja das Gefühl, diese ganze Entwicklung wurde irgendwie ignoriert, beziehungsweise war sie einfach nicht mehr spürbar. Im Laufe der Geschichte konnte sich Jace allerdings seine Authentizität zurückholen und ich konnte mich wieder ein Stückchen an die Figur annähern. Speziell am Ende hat er es sogar geschafft mich zu beeindrucken und ich bin gespannt, was "City of Fallen Angels" für ihn bereit hält.

Clary hingegen... gute Güte, ich glaube mit ihr werde ich einfach nicht warm. Wie auch Jace hätte ich sie am Anfang gerne sehr oft geohrfeigt, doch im Laufe der Geschichte wurde sie sympathischer. Besonders ihre Interaktionen mit ihrer Mutter Jocelyn (auch wenn viele daran Kritik üben, ich fand gut das nicht sofort alles wieder super mit ihrer Beziehung war, das wäre unrealistisch gewesen) empfand ich als gut. Auch ihre Dialoge mit Magnus Bane konnten mit fesseln und ich empfinde ihre Beziehung zueinander sehr interessant (was aber auch daran liegen kann das ich Magnus vergöttere, und nicht an Clary). Und wie Jace haben mich ihre Aktionen gegen Ende der Geschichte beeindruckt - der Einsatz ihrer Runen und ihr Kampf gegen Valentine.

Die Nebencharaktere haben mich das ganze Buch wieder überzeugt, und die Geschichte meiner Meinung nach sehr bereichert. Speziell die Lightwood-Geschwister, wie schon erwähnt Magnus Bane und auch Simon sind mir ans Herz gewachsen - letzterer DER Grund warum ich mich auf die weiteren Bücher der Reihe besonders freue, da sie sich ja angeblich mehr auf ihn konzentrieren. Im Hinblick auf einige neue Figuren warten so einige Überraschungen, die jedoch sehr glaubwürdig in die Geschichte eingefädelt wurden, auch wenn die Entwicklung ein wenig vorhersehbar war.

Besonders im Hinblick auf die Figuren fällt der Detailreichtum mit dem die Autorin ihre Geschichte ausgestaltet hat aus. Und auch in punkto Weltgestaltung gibt es so viel gut genutztes Potenzial, so viele verschiedene Ideen die aber sehr gut zusammen harmonieren. Einige empfinden die Geschichte dadurch eventuell als langgestreckt und zu ausführlich, doch mir gefällt diese komplexe Welt, die Cassandra Clare da erschaffen hat und mehr über sie herauszufinden ist etwas, dass ich mir für die Folgebände ebenso wünsche wie die Weiterentwicklung der Figuren.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir immer noch sehr gut, und vor allem dem Humor den sie in die Geschichte fließen lässt, ohne das er die Ernsthaftigkeit der Geschichte überschattet, trägt dazu bei, dass ich die dicken Wälzer immer schnell verschlinge. Dieses Buch hat immerhin etwa 700 Seiten, und ich habe es an zwei vollgestopften Schultagen gelesen, einfach weil ich so gefesselt war, dass ich es einfach nicht weglegen konnte.

So humorvoll das Buch auch ist, so wird die Geschichte doch düsterer. Es herrscht ein Krieg, und davor das zu zeigen wird auch nicht zurückgeschreckt. Figuren sterben oder werden leicht/schwer verletzt. Meiner Meinung nach wurde die Tragik der ganzen Situation, und die Bedrohung durch Valentine sehr deutlich, auch wenn er eher selten tatsächlich in Erscheinung tritt. Auch die Konflikte zwischen einzelnen Figuren oder Völkern wurden gut gehändelt. Das Buch ist ein Roman voller Erklärungen, Charakterinteraktionen und -entwicklung, voller Details über eine faszinierende Welt, aber auch voller Spannung und Actionszenen.

Insgesamt ein überzeugender Roman mit sehr facettenreichen, ausgeklügelten Charakteren, witzigen Dialogen und fesselnder Handlung! Manche sagen, wer nicht weiterlesen will kann mit diesem Buch aufhören, und das Ende kann man durchaus als Abschluss betrachten. Meiner Meinung nach wurde bisher aber eher an der Oberfläche der Geschichte gekratzt und ich bin SEHR gespannt darauf, tiefer in die Schattenwelt einzutauchen und noch mehr zu erfahren!

 bis Sterne

Sonntag, 18. September 2016

Frostkiller

AutorIn: Jennifer Estep
Seiten: 432
Verlag: Piper/ivi
ISBN: 978-3-492-70325-3

Worum geht's?

Niemand weiß besser als Gwen Frost, wie stark Loki und seine Schnitter des Chaos sind. Sie als Champion der griechischen Göttin Nike soll eine zentrale Rolle bei seiner Vernichtung spielen. Aber niemand weiß auch besser als Gwen Frost, dass sie keine Wunderwaffe ist - nur das komische Gypsymädchen, über das alle heimlich lästern. Zwar hat sie ihre Psychometrie, ihr sprechendes Schwert Vic, ihre Freunde und vor allem den Spartaner Logan Quinn an ihrer Seite, doch Gwen wird von Vorahnungen ereilt, und die verheißen nichts Gutes. Aber für Selbstzweifel bleibt keine Zeit, als einer der ihr wichtigsten Menschen in Lebensgefahr gerät. In Gwen erwacht eine brennende Entschlossenheit - sie ist bereit, alles zu geben. Und wenn es sie das Leben kosten sollte ...

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Wer ist die Autorin?

Jennifer Estep ist Journalistin und New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie schloss ihr Studium mit einem Bachelor in Englischer Literatur und Journalismus und einem Master in Professional Communications ab und lebt heute in Tennessee. Bei Piper erscheinen ihre Serien um die »Mythos Academy«, »Black Blade« sowie die Urban-Fantasy-Reihe »Elemental Assassin«.

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Wie fand ich es?

ACHTUNG! FINALER BAND EINER REIHE! EVENTUELL SPOILERGEFAHR!

Ich habe mich eine ganze Weile gesträubt, dieses letzte Buch der "Mythos Academy" zu lesen - vor allem weil ich an dieser Reihe wirklich hänge und es immer noch nicht recht glauben kann, dass sie nun geendet ist. Aber jetzt habe ich mich doch noch dazu durch gerungen "Frostkiller" zu lesen, und ich wurde wirklich überzeugt.
Das Buch begann recht langsam und ruhig, und ich hatte so meine Zweifel, ob es zu einem anständigen Ende und einem angemessenen Abschlussband taugt. Doch je weiter ich las, desto begeisterter war ich.

Vor allem von der Protagonistin. Gwens Entwicklung im Laufe der Reihe kommt in diesem Buch zu einem Höhepunkt und man kann eindeutig sagen, dass sich das kleine Gypsymädchen wirklich zu einem Champion entwickelt hat. Sympathisch war sie schon immer, doch einige Züge haben sich erst im Laufe der Zeit an ihr im Laufe der Umstände entwickelt.

Insbesondere in ihrem Verhalten als es um die riskante Rettung einer Person die ihr nahe steht (ich will nicht spoilern, deshalb bleibt besagte Figur mal unbenannt) ging, hat sie mich beeindruckt. Auch wenn sie sich charakterlich treu bleibt und versucht auf eigene Faust loszuziehen und das Risiko in Kauf zu nehmen, und auch wütend auf die Autoritäten ist die weitsichtiger reagieren und das Risiko als zu hoch ansehen - sie respektiert besagte Autoritäten. Sie weiß, dass diese Recht haben und sie nicht, und versucht alles, das Risiko das sie eingeht so klein wie möglich zu halten, damit nicht andere darunter leiden müssen.

Auch dass sie nicht einfach Hals über Kopf loszieht ohne einen Plan zum Rückzug oder eine Idee was sie tun soll, zeigt wie weit sie inzwischen gekommen ist und wie viel sie im Laufe der sieben Bücher an Erfahrung gewonnen hat.

Auch die anderen Charaktere haben mich wieder überzeugt, auch wenn ich es als schade empfinde, das einige nicht besonders viel Raum in der Geschichte eingenommen haben, über die ich gern noch mehr erfahren hätte - aber nichtsdestotrotz habe ich ihr Zusammenspiel genießen können.
Vor allem über die Rückkehr einiger aus dem vorherigen Band neu eingeführten bekannten Gesichter habe ich mich gefreut, sowie über die Szenen mit Gwens Freunden (vor allem die mit Logan und Daphne) und Gwens Interaktionen mit Nickamedes (ich liebe diese Figur seit Beginn der Reihe!). Auch Vic hat mich wieder überzeugt - ich hätte nie geahnt wie sehr ich ein sprechendes Schwert mal so vergöttern könnte.

Die ja eher bedächtig startende Geschichte steigerte sich stetig, nicht nur an Qualität sondern auch an Spannung. Kleinere und größere Konflikte zwischen den Schnittern und den Kämpfern der Mythos Academy und des Protektorats spitzen sich schlussendlich zum "Hauptkampf" zu. Dieser hat mir wirklich gefallen, vor allem das dabei auch die besonderen "Waffen" von Gwens Freunden ein wenig zur Geltung kamen und vor allem von Carson einmal mehr gezeigt wurde.

Ein bisschen gefehlt im epischen Kampf gegen das Böse haben mir die Opfer. Natürlich starben einige, aber es gab keine wirklichen Toten die man gekannt hat oder die einen besonders getroffen hätten. Das ist aber nur ein Makel der mir erst nach dem Lesen wirklich aufgefallen ist, als ich die Geschichte noch einmal nachdenklich durchdacht habe, und das Gefühl der Bedrohung wurde trotzdem im Laufe der Handlung durchaus authentisch herüber gebracht, vor allem da von den Charakteren, vor allem der Protagonistin, auch durchaus Opfer verlangt werden.

Die Geschichte war spannend und es gab auch einige Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte. Speziell das Ende hat mich überraschen und beeindrucken können, und hat mir Gwen noch einmal sympathischer gemacht. Auch einige kleine Überraschungen nebenher wie zum Beispiel die Enthüllung von Ravens Identität haben mir die Geschichte noch versüßt.

Insgesamt ein fantastischer Abschlussband, der alle offenen Handlungsstränge zu einem Ergebnis bringt, aber dennoch Raum dafür lässt, sich selbst auszumalen, wie es weitergehen könnte! Ich kann diese Reihe nur jedem ans Herz legen der eine neue Interpretation alter Mythenfiguren, Fantasy, Spannung und ein wenig Romantik dazu gerne liest!

 Sterne

Spinnenzauber

AutorIn: Jennifer Estep
Seiten: 60
Verlag: Piper eBooks
ISBN: 978-3-492-97420-2

Worum geht's?

Ruhe in Frieden – oder auch nicht ...

Eine spannende, actiongeladene Novelle aus der »Elemental Assassin«-Reihe!
Diese Geschichte spielt zwischen dem fünften und sechsten »Elemental Assassin«-Band: Achtung Spoiler Alert!

Gin Blanco kann es immer noch nicht fassen: Sie hat Mab Monroe, ihre Erzfeindin, tatsächlich besiegt. Nun möchte sich Gin in Ruhe von der mächtigen Feuermagierin verabschieden – doch weit gefehlt. Denn auf Mabs Beerdigung versammelt sich die gesamte Unterwelt Ashlands und mehr als einer hat es auf die Spinne abgesehen. Und so muss Gin höllisch aufpassen, dass sie nicht selbst bald unter der Erde liegt ...

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Wer ist die Autorin?

Jennifer Estep ist Journalistin und New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie schloss ihr Studium mit einem Bachelor in Englischer Literatur und Journalismus und einem Master in Professional Communications ab und lebt heute in Tennessee. Bei Piper erscheinen ihre Serien um die »Mythos Academy«, »Black Blade« sowie die Urban-Fantasy-Reihe »Elemental Assassin«.

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Wie fand ich es?

Allein die Idee hinter diesem eShort hat mich schon überzeugt - eine Beerdigung von Mab Monroe, das verspricht ja spannend zu werden! Und damit lag ich zum Glück nicht falsch.Die Geschichte gab dem Kampf zwischen Gin und Mab einen deutlicheren Abschluss auf emotionaler Ebene, ein Grund warum sie mir so gut gefallen hat - sie kam mir trotz nur 60 Seiten nicht einmal zu kurz vor.

Mab war DIE Antagonistin, eine der wichtigsten Personen der Reihe (bisher zumindest) und sie hat während ihrer Zeit als stärkste Macht Ashlands sehr viele Menschen beeinflusst und sehr vielen weh getan. Auch Gin, und vor allem ihre Gedanken und Gefühle im Zusammenhang mit Mabs Tod empfand ich als wunderbar beschrieben und sehr gut nachvollziehbar. Eine Frau die ihr ganzes Leben bestimmt hat fehlt plötzlich, jemand der ihr eine Art Richtung gegeben hat - jetzt muss Gin herausfinden wohin sie ohne ihren Hass auf Mab als Ziel geht. Und ich bin schon sehr gespannt, was aus ihr werden wird, denn als Spinne wird sie ja offenbar auch weiterhin operieren.

Auch alte Nebencharaktere, sowie zwei bedeutende Männer aus Ashlands Unterwelt spielen in "Spinnenzauber" eine Rolle, die sicherlich in den nächsten Büchern einen großen Einfluss auf Gins Leben und das ihrer Freunde haben werden. Jonah McAllister ist ja bereits aus den ersten Bänden bekannt, und derselbe arrogante, fiese Kotzbrocken als der er schon immer auftrat. Auch wenn er nicht der sympathischste Charakter auf der Welt ist, hat es mir gefallen auch seine Sichtweise einmal kennen zu lernen. Und auch wenn er für sich allein genommen nicht der hellste Stern am Himmel ist, haben doch bereits die Ereignisse der Kurzgeschichte gezeigt, dass er dennoch schlau genug ist um eine Bedrohung darzustellen. Seine Gedanken empfand ich zwar nicht als sympathisch, aber doch als schlüssig, und ich bin neugierig was auf ihn bezogen in den nächsten Bänden noch passiert...

Die Figur Philip Kincaid taucht in dieser Kurzgeschichte zwar nicht zum ersten Mal auf, doch ist er zum ersten Mal wirklich relevant - und ich habe so im Gefühl, dass er das auch eine Weile bleiben wird. Besonders auf seine Verbindung zu Owen bin ich sehr gespannt, denn da scheint eine Menge Geschichte und Emotionen drin zu stecken in der angespannten Beziehung der beiden - ich freu mich drauf, auch weil mir Kincaid im Gegensatz zu McAllister irgendwie direkt sympathisch ist. Mal sehen inwieweit er in der weiteren Geschichte auftauchen wird.

Auch die beiden Actionszenen die die arme, gebeutelte Gin schon wieder ausfechten muss obwohl sie sich eigentlich erst mal auskurieren müsste, waren sowohl gut geschrieben als auch spannend. Auch wenn die Autorin Gin sicher nicht in einer Kurzgeschichte hätte sterben lassen, war speziell die zweite größere Kampfszene sehr intensiv geschrieben, sodass man direkt mitfiebern musste.

Jedem Fan der "Elemental Assassin"-Reihe kann ich diese Kurzgeschichte nur empfehlen, die meiner Meinung nach nicht nur als Extra zu verstehen ist. Nicht nur Gins Emotionen im Zusammenhang mit dem Tod ihrer großen Erzfeindin werden behandelt, und so der Neustart in ein Leben voller unbekannter Möglichkeiten und Verwicklungen eingeleitet, nein auch andere Charaktere werden vorgestellt und besonders die beiden Kapitel aus Sicht von Philip Kincaid und Jonah McAllister haben mir gefallen und mich neugierig gemacht. Unbedingt lesen!

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Piper/ivi Verlag!

Sonntag, 11. September 2016

Leseplanung September

Schon wieder ein bisschen spät, aber immerhin hoch motiviert! Zumindest in der Leseplanung wird das der Monat der Rezensionsexemplare. Hoffen wir, dass er so erfolgreich läuft wie geplant, dann habe ich nämlich so einige interessante Geschichten vor mir, und ich freue mich schon auf alle davon!


- Evison, Jonathan - Umweg nach Hause
Dieses Buch habe ich bereits angefangen, und bin schon sehr gespannt wie es weitergeht und natürlich auch endet. Danach will ich auch den Film sehen, der ebenfalls interessant klingt. Die Schauspieler gehören zwar nicht unbedingt zu meinen Lieblingen, aber das liegt vor allem daran, dass ich sie größtenteils noch nicht in Aktion gesehen habe, und darum nicht so gut beurteilen kann. Mal sehen, ob sie mich überzeugen können... wenn euch das interessiert, kann ich dann auch eine Filmrezension schreiben. Aber zuerst muss ich mal das Buch lesen...
Verlagsseite

- Ee, Susan - Angelfall: Nacht ohne Morgen
Dieses Buch habe ich inzwischen sogar schon gelesen, und es hat mir wahnsinnig gut gefallen! Es hat wirklich gehalten, was es an düsterer Atmosphäre, Spannung und toughen Figuren versprochen hat. Ich habe es innerhalb weniger Stunden verschlungen! Meine Rezension findet ihr hier.
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- Scheler, Ulla - Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen
Dieses Buch klingt auch nach einer tiefgehenden, emotionalen Geschichte. Ich freue mich sehr auf eine hoffentlich ungewöhnliche Geschichte mit tollen Charakteren. Es soll wohl so eine Mischung aus Liebesgeschichte und Mystery sein - hoffentlich kann das Buch halten, was es verspricht!
Verlagsseite

- Crossan, Sarah - Apple & Rain
Von dieser Autorin habe ich bereits einiges gehört, besonders im Zusammenhang mit ihrer "Breathe"-Reihe. Bisher war ich immer ein wenig unsicher, ob ich diese Dilogie einmal lesen sollte, da sie doch eher gemischte Kritiken erhalten hat, zumindest was die betrifft die ich so gelesen hatte. Doch nach "Apple & Rain" bin ich mir sehr sicher, dass ich auch die anderen Bücher von Sarah Crossan lesen möchte. Es hat mich wirklich überzeugt und war schlussendlich sehr viel tiefgehender und eindringlicher als ich nach den ersten Seiten vermutet hätte. Die Rezension folgt bald.
Verlagsseite

- Estep, Jennifer - Frostkiller
Die "Mythos Academy" Reihe habe ich auch bereits diesen Monat mit einem lachenden und einem weinenden Auge beendet. Die Rezension folgt ebenfalls noch. Ein wirklich wunderbarer Abschlussband, der ein schlüssiges Ende und Spannung mitbringt, und Gwens Reise zu einem würdigen Ende führt! Ich werde die Geschichten von Gwen, Vic, Logan und den vielen anderen wunderbar gezeichneten Charakteren vermissen!
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Donnerstag, 8. September 2016

Angelfall: Nacht ohne Morgen

AutorIn: Susan Ee
Seiten: 400
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-31520-4

Worum geht's?

Die Engel sind auf die Erde gekommen, doch sie haben nicht Frieden und Freude, sondern Elend und Zerstörung mit sich gebracht: Weltweit liegen die Städte in Trümmern, und die Menschen trauen sich vor Angst kaum noch auf die Straße. Als eine Gruppe Engel die kleine Schwester der toughen und furchtlosen Penryn entführt, haben sie sich jedoch mit der Falschen angelegt. Penryn zieht los zum Hauptquartier der Engel, um ihre Schwester zu befreien. Aber dafür braucht sie Hilfe – und die kommt ausgerechnet von Raffe, einem flügellosen Engel ...

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Wer ist die Autorin?

Susan Ee war zunächst Anwältin, bevor sie beschloss, ihre Leidenschaft für die Literatur zu ihrem Beruf zu machen. Sie studierte Kreatives Schreiben in Stanford und Clarion West und arbeitet nun als Autorin und Filmemacherin. Sie lebt in San Francisco, Kalifornien.

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Wie fand ich es?

Bei diesem Buch war ich lange am Zweifeln, ob ich es lesen sollte. Bereits vor etwa einem Jahr wurde ich darauf aufmerksam, und die Geschichte hörte sich auch wunderbar düster und einfach wie etwas an, das mir ziemlich sicher gefallen könnte. Im Nachhinein hatte ich damit auch Recht, doch habe ich mich damals gesträubt das Buch direkt zu kaufen, da die weitere Übersetzung nicht feststand und ich nicht mit einem offenen Ende dastehen wollte. Da jedoch die Angelfall-Reihe in der Taschenbuchausgabe neu herausgebracht wird, wollte ich mich einfach mal an der Geschichte versuchen. Und wie bereits erwähnt - ich wurde überzeugt!

Penryn ist eine fantastische Protagonistin. Sie hat einen wunderbar sarkastischen Humor, definitiv Biss und weiß sich durchaus zu helfen. Am besten hat mir an ihr jedoch gefallen, dass sie durchweg an ihrem Ziel festgehalten hat - ihre Schwester zu finden. Kein Typ, keine Herausforderung, kein Konflikt hat sie davon abhalten können. Auch das Raffe ein ziemlich attraktiver Typ ist hat sie nicht davon abgehalten, ihn als das zu behandeln was er von Anfang an für sie war - ein Feind. Das nenne ich mal eine starke weibliche Hauptrolle (und der Ausdruck hat nur sehr bedingt mit ihrer körperlichen Wehrhaftigkeit zu tun), die sich von einem Mann nicht aus der Bahn werfen lässt, sondern klar ihre Ziele verfolgt, und auch bereit ist, Opfer dafür zu bringen.

Ihre Familienzusammenhänge erschienen mir zunächst ein wenig klischeehaft (unselbstständige Mutter und hilfsbedürftige Schwester, klingelt da was?), doch im Laufe der Zeit wurden beide Figuren auch eigenständig interessant und spannend, und zeigten sich als deutlich origineller als anfangs vermutet. Ich hoffe sehr, im zweiten Buch noch mehr über diese beiden zu erfahren. Speziell Penryns Schwester Paige wird sich ganz eigenen Herausforderungen stellen müssen, genaueres kann ich leider nicht sagen ohne ein Stück des Endes zu verraten, aber ihr dürft gespannt sein!
Raffe kam bei mir genauso rüber wie erwartet - ziemlich undurchsichtig. Auch hier hoffe ich noch auf weitere Informationen in den Folgebänden. Sein trockener Humor und die ungenauen Andeutungen bezüglich seiner Rolle in der Engelswelt haben mich jedenfalls neugierig werden lassen. Ich will wirklich gerne mehr über seine Hintergründe wissen und wie er zu dem geworden ist, der er in der Gegenwart der Geschichte ist.

Auch die Entwicklung der Beziehung zwischen Penryn und Raffe empfand ich als sehr positiv. Die beiden nähern sich langsam an, und wachsen durch gemeinsam bestandene Konflikte zusammen, und verlieben sich nicht einfach Knall auf Fall. Sarkastische Wortgefechte zwischen Protagonisten sind ja glücklicher Weise inzwischen nichts Neues mehr, doch diese beiden haben irgendetwas Besonderes an sich. Ihre Interaktion hat einfach gepasst, und sowohl als Partner in crime als auch als eventuelle Romanze haben sie mir sehr gut gefallen.

"Angelfall: Nacht ohne Morgen" hat das was viele Dystopien und Fantasygeschichten im Jugendbuchbereich versuchen (was oft aber leider recht nach hinten losgeht) vermieden - die Geschichte ist nämlich nicht um die Liebesgeschichte herum aufgebaut. Nein es gibt viel Spannung, Action und Momente in denen das Buch beinahe ins Horror Genre übergedriftet ist. Es kommt nie Langeweile auf, denn das Gefühl der Geschichte wird richtiggehend lebendig - die düstere Atmosphäre, die postapokalyptische Situation. Es wird anhand der Umstände deutlich, wie komplex und unauslöschbar die Konsequenzen der Ankunft der Engel sind. Es wird nicht geschönt, es wird einem im Gegenteil knallhart um die Ohren gehauen, was für schreckliche Dinge passieren/passiert sind. Diese Authentizität hat mir wirklich gut gefallen, und ich würde sie mir bei weitaus mehr Romanen wünschen.

Der wunderbare, einfache aber einfühlsame Schreibstil hat ebenfalls dabei geholfen, dass sich bei mir schnell ein Lesefluss entwickelt hat und ich das Buch innerhalb eines Tages verschlungen habe, so sehr haben mich Figuren und Geschichte in ihren Bann gezogen. Auch das Prinzip "Show don't tell" wurde definitiv befolgt. Lange Erklärungen gab es nur selten, meist sprang man direkt in die Handlung. Wahrscheinlich deshalb habe ich auch einen einzigen (kleinen) Kritikpunkt - teilweise ging mir manches zu rasant. Nicht in actionreichen Szenen, sondern bei der Erklärung der Weltumstände. Das kann im zweiten Band natürlich noch nachkommen, dennoch kam ich mir manchmal etwas überrumpelt vor.

Wobei Überraschungen ja (auch in Büchern) etwas Positives sind. Denn auch unerwartete Wendungen werden bei Susan Ee wirklich groß geschrieben. Mit einigen Entwicklungen und Offenbarungen hätte ich so wirklich nicht gerechnet, weshalb ich auch schon sehr gespannt darauf bin, wie es in Band 2 weitergeht - ich habe noch so einige Fragen... Außerdem will ich unbedingt wissen wie es mit Penryn und Raffe weitergeht!

Dieses Buch hat einfach alles - facettenreiche, interessante Charaktere die im Zusammenspiel für Spannung und tolle Dialoge sorgen, sowie eine durchweg actionreiche, überraschende Handlung, die nicht an Düsternis und Eindringlichkeit geizt. Ein Muss für jeden Dystopie und Fantasy Fan, der nichts dagegen hat, wenn die Charaktere nicht nur in Watte gepackt werden, und an Schmerz, Herausforderungen und Kämpfen nicht gespart wird!

 bis Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an das Bloggerportal Randomhouse und den Heyne Verlag!

Donnerstag, 1. September 2016

Black Blade: Das dunkle Herz der Magie

AutorIn: Jennifer Estep
Seiten: 384
Verlag: Piper/ivi
ISBN: 978-3-492-70356-7

Worum geht's?

Diese Diebin verzaubert alle!

Manchen Leuten fehlt einfach jeder Ehrgeiz. Devon Sinclair beispielsweise ist davon überzeugt, dass Lila das »Turnier der Klingen« für sich entscheiden kann – dabei sollte er als ihr Kontrahent lieber daran arbeiten, sie zu besiegen. Doch was der eine nicht hat, hat der andere zu viel: Mysteriöse »Unfälle« sorgen dafür, dass ein Teilnehmer nach dem anderen aus dem Wettkampf scheidet. Irgendjemand möchte gewinnen, um jeden Preis! Als wäre das nicht schon Grund genug zur Sorge, hat Schurke Victor Draconi bereits einen finsteren Plan geschmiedet, um Devon und Lilas Freunden zu schaden. Und dann ist da noch ein Mörder in der Stadt, der es auf die Monster von Cloudburst Falls abgesehen hat. Eins sei damit ein für alle Mal bewiesen: Manchmal sind Menschen die eigentlichen Monster …

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Wer ist die Autorin?

Jennifer Estep ist Journalistin und New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie schloss ihr Studium mit einem Bachelor in Englischer Literatur und Journalismus und einem Master in Professional Communications ab und lebt heute in Tennessee. Bei Piper erscheinen ihre Serien um die »Mythos Academy«, »Black Blade« sowie die Urban-Fantasy-Reihe »Elemental Assassin«.

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Wie fand ich es?

ACHTUNG! ZWEITER TEIL EINER REIHE!

War ich mir im ersten Buch der "Black Blade"-Reihe, sowie am Anfang dieses Buchs teils noch unsicher bezüglich der Charaktere, so kristallisiert sich doch mittlerweile deutlich heraus, was ihre Interessen und Ziele sind, und ob ich sie leiden kann oder nicht. Dennoch bleiben sie geheimnisvoll, und auch in diesem Buch werden noch neue Zusammenhänge entdeckt, mit denen ich wirklich nicht gerechnet hätte. Speziell was Lilas Familie betrifft, bekam man noch so einige Informationen, und der Handlungsstrang der in diese Richtung führte war durchweg interessant und spannend.

Sowohl die Protagonistin als auch die Nebencharaktere sind ziemlich gut ausgearbeitet.
Lila selbst muss ich einfach sympathisch finden. Sie ist mutig, charakterstark, fair und durchaus bereit einmal einzustecken, trotz ihres Ehrgeizes. Dafür muss man sie einfach bewundern, wie besonders gegen Ende des Turniers der Klingen klar wird, denn obwohl es ihr schwer fällt über ihren Schatten zu springen, tut sie das was sie als langfristig das Beste sieht, auch wenn es nicht direkt ihr in die Hände spielt. Und auch wenn sie manchmal engstirnig wirkte, hat sie sich doch oftmals auch Mühe gegeben, anderen eine Chance zu geben in ihr Herz zu gelangen. Besonders an diesen beiden Charakterzügen bemerkt man auf gelungen subtile Weise, wie sehr sie sich bereits seit "Das eisige Feuer der Magie" verändert hat.

Und apropos Herz, kommen wir zu Devon. Ihre Liebesgeschichte konnte mich durchaus überzeugen, auch wenn sie jetzt nicht in meine Top Ten der Buchromanzen aufgenommen werden wird, aber durchaus solide und schön zu lesen. Aber auch als Individuum mag ich ihn wirklich gern, und kann zur Abwechslung mal wirklich verstehen, was die Protagonistin an ihrem Herzbuben findet. Er ist einfach nett, hilfsbereit, und immer für Lila da, doch nicht weniger stark und mutig.
Auch andere Nebencharaktere wie Mo und Claudia (im Zusammenhang mit denen ich mir noch mehr Informationen erhoffe, da sehe ich sehr viel Potenzial), sowie das kleine Romeo und Julia Pärchen Felix und Deah (ich liebe diese beiden fast noch mehr als Devon und Lila, hoffentlich bekommen sie wie im zweiten Band auch im Finale der Reihe wieder einige Szenen) empfand ich als sehr interessant. Jeder Charakter ist auf eine Art und Weise einzigartig, und auch die neuen Charaktere die in diesem Buch eingeführt worden, waren durchaus facettenreich und steigerten die Spannung.

Und wo wir schon bei Spannung sind - nicht nur das Turnier der Klingen, das einen weiteren Teil der Mafia-Monster-Magie-Welt von Cloudburst Falls beleuchtet die ich weiterhin unglaublich interessant finde, hat für ordentlich Abenteuer und Action gesorgt. Eine neue gegnerische Partei tritt auf den Plan, und die Person um die es geht, war wirklich überzeugend. Auch wenn ich von Anfang an einen undeutlichen Verdacht in Bezug auf denjenigen hatte, ich wurde dennoch überrascht, als dann wirklich sicher war - ja, der/die war es. In Bezug auf die kleineren Bösewichte bekommt man bei Jennifer Estep irgendwie immer richtig schöne Hintergründe und Charakterzeichnungen, nur bei dem großen "Oberbösewicht" Victor fehlt mir das irgendwie noch. Vielleicht ja in Band 3. Bisher ist er nämlich noch etwas blass für meinen Geschmack.
Was mich jedoch vollends überzeugt hat - die Einbindung der Monster von Cloudburst Falls, auch wenn es durch ziemlich tragische Umstände geschah. Schon im ersten Buch fand ich das Lochnessmonster wunderbar, und Lilas Haltung zu den Monstern empfinde ich ebenfalls als sehr erfrischend. Ich hoffe, die kleinen und großen "Schrecken" der Stadt spielen auch im dritten Buch eine Rolle.

Der Schreibstil von Jennifer Estep ist wirklich flüssig und leicht zu lesen, und damit erschaffen wurde eine wirklich tolle Handlung mit der richtigen Mischung aus Humor und Spannung. Am Anfang habe ich immer noch ein wenig in meinem Lesefluss gestockt, wenn Dinge aus Band 1 rekapituliert wurden, aber schnell war ich wieder komplett in der Geschichte gefangen und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Einmal in der Welt von Lila, Devon und Felix war es schwer, sie wieder loszulassen.  Ich freue mich schon jetzt unglaublich auf den dritten Band, dem ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen sehe - immerhin wird es ja der letzte "Black Blade" sein...

Man könnte sicher ein paar Kritikpunkte an diesem Buch finden, beispielsweise die ständigen Wiederholungen am Anfang, oder die etwas einseitige Art des "Hauptbösewichts". Doch mich hat das insgesamt zu wenig gestört, als das es mich davon abhalten würde, die Bewertung zu vergeben, für die Jennifer Estep für mich fast schon Garantie ist - die volle Punktzahl. Ich kann dieses Buch trotz kleiner Macken an alle Leseratten empfehlen die Jugendbücher und Fantasy, beziehungsweise zunächst einmal den ersten Band dieser Reihe mochten - es geht spannend, interessant und fast noch besser als im ersten Buch weiter!

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Piper/ivi Verlag!