Sonntag, 11. Dezember 2016

Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen

Autorin: Ulla Scheler
Seiten: 368
Verlag: Heyne fliegt
ISBN: 978-3-453-27043-5

Worum geht's?

Wie es sich anfühlte, ihn zu sehen? Als hätte ich einen Monat lang durch einen Strohhalm geatmet.

Ben ist seit Ewigkeiten Hannas bester Freund. Er ist anders. Wild, tollkühn, ein Graffiti-Künstler, ein Geschichtenerzähler. Und keiner versteht Hanna so wie er. Nach dem Abi packen die beiden Bens klappriges Auto voll und fahren zum Meer. An einen verwunschenen Strand, um den sich eine düstere Legende rankt. Sie erzählen sich Geschichten. Bauen Lagerfeuer. Kommen einander dort nahe wie nie zuvor. Und Hanna hofft, endlich hinter das Geheimnis zu kommen, das Ben oft so unberechenbar und verzweifelt werden lässt. Doch dann passiert etwas Schreckliches...

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Wer ist die Autorin?

Ulla Scheler wurde 1994 in Coburg geboren. Bücher liebt sie schon seit ihrer Kindheit. Nach dem Abitur arbeitete sie in einem Krankenhaus, beim Fernsehen und in einem marokkanischen Hotel. Bis sie dann endlich ihren Debütroman fertig schrieb, der schon seit drei Jahren darauf wartete, veröffentlicht zu werden. Die Autorin lebt in München und studiert Psychologie.

www.ullascheler.de

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Wie fand ich es?

Auf dieses Buch bin ich mal ganz ungewöhnlich für mich nur aufgrund des wunderhübschen Covers aufmerksam geworden. Es ist wirklich eines der schönsten, die ich je gesehen habe und passt auch sehr gut zum Inhalt. Denn das Meer spielt sowohl symbolisch als auch als tatsächlich eine große Rolle. Jedenfalls wurde ich dadurch darauf aufmerksam und las mir den Klappentext durch - der meiner Meinung nach fast schon zu sehr auf die Geschichte eingeht und ein wenig viel vorher verrät.

Getragen wird die Geschichte vom malerischen, grüblerischen Schreibstil, der die Spannung der Geschichte an einigen Stellen ein wenig schluckt, aber die beiden Hauptfiguren gut unterstreicht. Denn vor allem Ben ist genauso - ein Grübler, ein Poet, eine Anomalie der Durchschnittsmenschen. Ihn und Hanna verbindet eine sehr gut geschriebene Freundschaft, tief und innig, nahe an Liebe, doch irgendwie können sie die Grenze dazu nicht wirklich überschreiten.

Warum offenbart sich nur zögerlich, so wie Ben sich Hanna nur schrittweise offenbart, so nahe sie sich auch stehen. Diese Annäherung gefiel mir sehr gut, auch wenn vor allem Ben mich mit fortschreitender Handlung immer weniger begeistern konnte, und ich ihn erst ganz zu letzt wieder sympathisch finden, oder nein, besser gesagt nachvollziehen konnte. Hanna jedoch empfand ich als gelungenen Charakter, unabhängig und sensibel, deren Entwicklung mich beeindrucken konnte. Von den wenigen Nebenfiguren konnte mich vor allem Chloe überzeugen, deren Charakter mich wie Ben vor viele Rätsel stellte, doch sie bekam es irgendwie interessanter und sympathischer hin als her, und der mit ihr zusammenhängende Handlungsstrang konnte mich sehr fesseln.

Insgesamt erscheint all das ja ganz positiv, doch irgendwie... plätscherte die Geschichte vor allem im Mittelteil ein wenig vor sich hin. Nicht lange nach der Lektüre hatte ich schon wieder halb vergessen was eigentlich passiert war, weshalb ich auch lange an dieser Rezension geschrieben und über sie nachgedacht habe.

Die Emotionalität, die das Buch ausmacht, kam einfach nicht bei mir an, und da mich die Geschichte oft nur oberflächlich berühren konnte, fehlte mir ein Anker der mich am Buch hielt und zum Weiterlesen drängte. Und auch wenn ich durch den Schreibstil die Geschichte dennoch verschlungen habe, wurde es bis zu den letzten Kapiteln einfach nicht spannend genug um mich wirklich mitreißen zu können.

Und dieses Ende war irgendwie ein wenig... rätselhaft. Einerseits konnte es mich noch einmal beeindrucken und zum Nachdenken bringen, andererseits erschienen mir die Handlungsenden und Erkenntnisse die dazu führten durch die geringe Spannung zu verworren um mich wirklich schocken und komplett begeistern zu können. Dennoch konnten die abschließenden Seiten für mich einiges noch herausreißen, was ich am Rest der Geschichte zu bemängeln hatte.

Irgendwie fällt es mir sehr schwer ein wirkliches Fazit zu diesem Buch zu ziehen. Manche Aspekte haben mir gefallen, manche haben mich... nicht wirklich berühren können, auch wenn sie es wohl beabsichtigt haben. An und für sich ein wirklich gutes Buch, doch konnte ich einfach keinen persönlichen Zugang dazu finden, auch wenn ich die Ansätze dazu an vielen Stellen bemerken konnte. Dennoch eine solide, durchaus lesenswerte Geschichte für Jugendbuchfans über eine ungewöhnliche Freundschaft, die andere sicher noch mehr begeistern kann als mich!

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Heyne fliegt Verlag und das Bloggerportal Randomhouse!

1 Kommentar:

  1. Hey,
    Ich habe gerade deinen Blog entdeckt und ich finde ihn sehr schön. Ich habe deinnen Blog auch gleich mal abonniert. :D Vielleicht hast du ja lust auch bei mir mal vorbeizuschauen. Darüber würde ich mich sehr freuen. :)
    LG Benedikt von
    http://beneaboutbooks.blogspot.de/

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