Samstag, 21. Oktober 2017

Und Gott sprach: Du musst mir helfen!

Autor: Hans Rath
Seiten: 288
Verlag: rororo
ISBN: 978-3-499-27142-7

Worum geht's?

Was, wenn Gott persönlich dich bitten würde, die Welt zu retten? Vor dieser Frage steht Jakob Jakobi, der Held aus «Und Gott sprach: Wir müssen reden», als er einen alten Bekannten wiedertrifft: Gott.
Der taucht kurz vor Weihnachten in Gestalt des Lebenskünstlers Abel Baumann auf und stellt einmal mehr Jakobs Leben auf den Kopf. Diesmal ernennt er seinen Ex-Therapeuten kurzerhand zum neuen Messias und wirft damit Jakobs Urlaubspläne über den Haufen. Eine bunte Schar Apostel gesellt sich auch bald dazu. Von Veganismus bis Antikapitalismus - es kommen sehr unterschiedliche Vorstellungen zusammen, wie man den Planeten und die Menschheit aus dem Schlamassel ziehen kann. Das richtige Konzept zur Weltrettung lässt sich eben nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln ...

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Wer ist der Autor?

Hans Rath, geboren 1965, studierte Philosophie, Germanistik und Psychologie in Bonn. Er lebt mit seiner Familie in Berlin, wo er unter anderem als Drehbuchautor tätig ist. Zwei Bände seiner Romantrilogie um den Mittvierziger Paul Schubert wurden fürs Kino adaptiert. Seine aktuellen Bücher aus der Reihe «Und Gott sprach» sind ebenfalls Bestseller.

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Wie fand ich es?

ACHTUNG! FINALE EINER TRILOGIE! EVENTUELL SPOILERGEFAHR!

Huh, machen wir es kurz und schmerzlos - das schlechteste Buch der Reihe, weswegen ich mich vor der Rezension auch ein wenig gedrückt habe. Der Anfang war noch recht witzig, doch schnell wurde es ziemlich abstrus. Und nicht auf die gute Art abstrus, die diese Reihe bis dato auszeichnete, sondern völlig abwegig und die Geschichte brachte mich fast nur noch zum Stirnrunzeln.

Der Geist der Reihe verblasste einfach, und die Geschichte wurde zu flach. Insbesondere in der Mitte des Buchs zog sich die Handlung wie Kaugummi, und die Suche nach der Besserung der Welt und vor allem Jakobs Rolle darin kam mir mehr als an den Haaren herbeigezogen vor. Natürlich ist es Fiktion, und natürlich sind insbesondere die "Und Gott sprach"-Bücher ein Stück weit abstrus, seltsam und skurril, doch hier war es irgendwann nicht mehr witzig, sondern nur ein Stück nervig.

Einen Großteil der "Verantwortung" für diese negative Entwicklung sehe ich bei der Behandlung der Figuren. Hauptfigur Jakob wurde... langweilig. Ein gemeines Wort dafür, doch leider stimmt es. Auch ihn zeichnete natürlich seine ganze Geschichte hindurch eine gewisse Passivität aus, doch auch in diesem Punkt erreichte es eben den Rand meiner Geduld in diesem Werk. Vor allem Jannika, die Aktivistin, in die sich Jakob verknallt - die als Katalysator für seine 'guten Taten' ihn aber eher jämmerlich wirken lässt und ihn ziemlich unsympathisch macht.

Die positive Nachricht? Es wird gegen Ende wieder besser. Als sich die Geschichte um Jannika ein wenig auflöst, gelangt man wieder zu einem Stück Jakob Jakobi, der sich charakterlich weiterentwickelt. So weit in der Reihe wurde es nämlich ziemlich unglaubwürdig, dass er einfach immer derselbe blieb. Ja, auf den letzten Seiten wurde es sogar wieder witzig.
Und noch ein Pluspunkt - Abel/Gott ist noch immer interessant und witzig. Leider ist er in diesem Buch viel zu wenig...

Leider nicht so gut wie Band 1 und 2, auch wenn sich gegen Ende die Atmosphäre und die Hintergründigkeit, die ich an der Buchreihe geschätzt habe ein Stück weit zurückkehrte. Ich hatte ziemlich hohe Erwartungen an diesen dritten Band, vielleicht lag es daran, dass er mich schlussendlich nicht sehr überzeugen konnte. Es ist kein komplett schlechtes Buch, auch wenn diese Rezension wohl ziemlich negativ wirkt, aber im Vergleich mit dem was ich von Hans Rath sonst gelesen habe, war es kein besonders gutes.

 Sterne

Montag, 16. Oktober 2017

Weit weg und ganz nah

Autorin: Jojo Moyes
Seiten: 512
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-26736-9

Worum geht's?

Einmal angenommen …
… dein Mann hat sich aus dem Staub gemacht. Du schaffst es kaum, deine Familie über Wasser zu halten. Deine hochbegabte Tochter bekommt eine einmalige Chance. Und du bist zu arm, um ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Plötzlich liegt da ein Bündel Geldscheine. Du weißt, dass es falsch ist. Aber auf einen Schlag wäre dein Leben so viel einfacher …
Und einmal angenommen, du strandest mitten in der Nacht mit deinen Kindern am Straßenrand – und genau der Mann, dem das Geld gehört, bietet an, euch mitzunehmen. Würdest du einsteigen? Würdest du ihm irgendwann während eures verrückten Roadtrips gestehen, was du getan hast?
Und kann das gutgehen, wenn du dich ausgerechnet in diesen Mann verliebst?

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Wer ist die Autorin?

Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Der Roman «Ein ganzes halbes Jahr» machte sie international zur Bestsellerautorin. Weitere Nr. 1-Bestseller folgten. Jojo Moyes lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf dem Land in Essex.

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Wie fand ich es?

Nach meinem letzten Jojo Moyes Buch hatte ich trotz einiger Kritikpunkte Lust auf gleich noch eins - und da ich von den übrigen zu "Weit weg und ganz nah" schon am öftesten greifen wollte, ergriff ich die Chance und schnappte es mir. Natürlich wurde es auch sofort gelesen und leider war ich nicht ganz so begeistert wie erhofft.

Ein besonders großes Problem für mich - die Protagonisten konnten mich emotional überhaupt nicht erreichen. Anfangs hielt ich Ed für das 'Problem', doch mit der Zeit wuchs er mir sogar ein wenig ans Herz, als das menschliche Chaos, dass er ist.

Nein, ich hatte Probleme mit Jess. An sich hatte ihre Figur alle Ingredienzien zu jemandem mit dem man mitfühlen und der zumindest faszinieren könnte (und das sollte man eindeutig auch) - aber nein, irgendetwas passte nicht. Sie wirkte zu blass und eindimensional, und dadurch wurden ihre Passagen, die einen großen Teil der Geschichte ausmachen, ziemlich zäh und meine Lust die Geschichte weiterzulesen immer geringer, da mir eine emotionale Bindung daran fehlte.

Auch die wunderbaren Nebenfiguren, Tanzie und Nicky, die sehr facettenreich dargestellt wurden und deren Probleme und Entwicklung wirklich den großen Pluspunkt der Geschichte ausmachen, haben mich begeistert. Ihre Kapitel habe ich genossen und habe mit ihnen mit leiden und fühlen können. Insbesondere Nicky, der sich quasi selbst finden muss und das auf originelle Art und Weise tut. Und natürlich Norman! Detailreich und mit liebevollem Drumherum war das Buch definitiv geschrieben, leider konnte das jedoch nicht die Probleme der Geschichte lösen...

Lange Zeit schien die ihren roten Faden nämlich vergeblich zu suchen. Szene reihte sich an Szene und auch wenn ein Funken Humor und der lockere Schreibstil halfen mich durch die Seiten zu treiben musste ich stellenweise wirklich "getrieben" werden. Erst ziemlich gegen Ende wurde es emotional und selbst da, aufgrund meiner fehlenden Bindung zu Jess, konnte auch das die Geschichte für mich nicht mehr retten.

Insgesamt reicht "Weit weg und ganz nah" leider nicht an die anderen Werke von Jojo Moyes heran, die ich bereits gelesen habe, und auch nicht an meine allgemeinen Erwartungen an die Geschichte. Ab und an konnte ich lachen und mit den Nebenfiguren sowie mit der Zeit Ed mitfühlen, doch alles in allem zieht sich die Geschichte sehr, sodass ich fast erleichtert war, das Buch beendet zu haben. Nicht schlecht, aber ich hatte mir mehr erhofft!

 Sterne

Sonntag, 15. Oktober 2017

[Gesehen] Woche 29

Meine zweite und auch schon wieder letzte Ferienwoche habe ich noch mal mit so einigen Serien genossen.

DESIGNATED SURVIVOR (Staffel 2 Folge 1 und Folge 2)
Ich muss sagen: viel mehr von Hannah Wells, viel weniger... 'Russland sind die Bösen, Amerika ist großartig, amerikanischer Traum' und ähnliches Gehabe von dem man in der ersten Folge ja wirklich überschüttet wurde. Ohne diesen mehr als oberflächlichen Handlungsstrang hätte ich mehr Spaß an den Folgen gehabt, speziell da durch die Reaktionen auf Kirkman von Senat und der Bevölkerung durchaus interessante Spannungen angestoßen werden. Kirkman selbst wirkt in letzter Zeit allerdings ziemlich unsympathisch - schade, da ich ihn von Anfang an gemocht habe. An sich möchte ich meine Sympathie für ihn auf nicht gleich aus dem Fenster treten - er bekommt noch eine Chance, aber es war für mich kein guter Einstieg in Staffel 2 in punkto Tom Kirkman. Für ein wenig Spaß sorgte der neu eingeführte, etwas spezielle Political Director Lyor Boone. Auch von ihm wird man hoffentlich noch mehr sehen!

CRAZY EX-GIRLFRIEND (Staffel 2 Folge 1 bis Folge 13)
Oh mein Gott, die zweite Staffel war ja sogar noch besser als die erste!! Insbesondere die Mädchenfreundschaften die auf die Probe gestellt wurden, sich veränderten und neu entstanden haben mich begeistern können, genauso wie Nathaniel, der leider erst ziemlich spät in der Staffel eingeführt wurde... ich hoffe, hoffe, hoffe, mehr von ihm in Staffel 3 zu sehen! Und nach dem Cliffhanger der letzten Folge bin ich insgesamt gespannt darauf, wie Rebeccas Geschichte weitergeht! So gespannt, dass ich die gesamte bisher verfügbare Serie gleich noch einmal geschaut habe...


BROOKLYN NINE-NINE (Staffel 3 Folge 1 bis Folge 11)
Zum Glück ist Staffel 3 jetzt auch auf Netflix, und sie ist genauso gut wie die vorherigen, bisher jedenfalls. Allerdings hätte ich auch nicht mit dem Gegenteil gerechnet, so viel Genialität kann man gar nicht verpfuschen! (Hoffentlich!) Geht wirklich stark weiter und ich will mir gar nicht vorstellen was für ein fieses Serienhangover mich nach Beenden der Staffel erwarten wird, wenn ich ewig auf Staffel 4 warten werden muss... sämtliche Figuren, sämtliche Interaktionen zwischen ihnen, auch die Mordfälle... ich finde wirklich nichts zu meckern. Und natürlich ist die Serie vor allem witzig - ohne dabei offensiv zu sein. Stattdessen ist "Brooklyn Nine-Nine" originell, facettenreich und skurril, und darin meisterhaft gut!

ORPHAN BLACK (Staffel 4 Folge 1 bis Staffel 5 Folge 10)
Die vierte Staffel ist fast noch besser als die davor - speziell die erste Folge, die sich fast ausschließlich mit Beth beschäftigt war unglaublich! Man erfährt endlich mehr über sie, mit der die gesamte Serie ja eigentlich gestartet ist - die ich aber erst jetzt richtig ins Herz schließen konnte. Auch alle anderen Handlungsstränge bleiben die ganze Zeit interessant, auch in Staffel 5 - und das Ende hat mich daher richtig melancholisch gestimmt. An nur einer Folge hatte ich eine kleine Kritik (5x02), da mir das Ende etwas zu brutal war, und insgesamt nicht zur restlichen Stimmung der Folge und Geschichte passte... doch fünf Minuten werde ich diesem sonst genialen Machwerk sicher nicht ankreiden. Besonders gefallen haben mir in Staffel 5 auch die charakterspezifischen Episoden, in denen ein Leda-Klon besonders behandelt wurde. Insgesamt einfach eine wunderbare Serie, die auch durchaus sinnvoll und vollendet abschließt. Dennoch werde ich die Klone so sehr vermissen, dass es ein bittersüßer Abschied ist! Bei dem Finale musste ich weinen, so sehr waren sie mir alle ans Herz gewachsen...


RIVERDALE (Staffel 2 Folge 1)
Immer noch ein wenig gestelzt und übermäßig dramatisch beginnt die zweite Staffel. Gut gelungen waren die Halluzinationen von Archies Dad, ansonsten kann mich die Serie allerdings weiterhin eher mäßig überzeugen. Ungewöhnlicher Weise mochte ich Archie in dieser Folge allerdings, der mir bis dato eher langweilig erschien. Vielleicht weil er diese Folge tatsächlich mal einen Handlungsstrang hatte, wenn das so weitergeht könnte aus seiner Figur durchaus was werden... Oh, und ebenfalls gut ist der Soundtrack, wer auch immer dafür verantwortlich ist hat ein gutes Händchen für Musik. Wenn mich das Fehlen eines wirklich natürlichen Flows der Geschichte nur nicht so nerven würde... denn das Ende war vielversprechend.

EINE REIHE BETRÜBLICHER EREIGNISSE (Staffel 1 Folge 3)
Uuund in einer einzigen Folge ist mir eine neue Figur ans Herz gewachsen und auch gleich wieder brutal herausgerissen wurde. Diese Serie ist ziemlich genial. Allerdings glaube ich, die Atmosphäre "ertrage" ich wirklich nur in Maßen, deshalb werde ich wohl Stück für Stück schauen - aber in der Ruhe liegt ja bekanntlich die Kraft. Bis zum Erscheinen von Staffel 2 Januar 2018 werde ich wohl mit den restlichen fünf Folgen fertig sein - nach dieser Folge habe ich darauf durchaus Lust, wenn auch nicht sofort!

Samstag, 14. Oktober 2017

This love has no end

Autor: Tommy Wallach
Seiten: 320
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-17396-1

Worum geht's?

Eine Liebe für die Ewigkeit

Als Parker in einer Luxushotellobby dem faszinierenden Mädchen Zelda begegnet und sie um ein obszön dickes Banknotenbündel erleichtert, ist es vorbei mit seiner Unsichtbarkeit. Denn eigentlich hat er die Kunst perfektioniert, niemandem aufzufallen. Doch die silberhaarige Zelda sieht ihm mitten ins Herz. Und so lässt Parker sich mit ihr auf eine hochriskante Wette ein. Die wird sie beide in einem atemberaubenden Wirbel durch die Nacht tragen, sie werden der Liebe begegnen, dem Glück über den Weg laufen, dem Tod ins Auge schauen und erkennen, was ihnen ihr Leben wert ist.

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Wer ist der Autor?

Tommy Wallach ist ein Singer-Songwriter und Essayist, der seine Beiträge in verschiedenen New Yorker Magazinen veröffentlicht. Als Musiker ist er bei Decca Records unter Vertrag und trat bereits im New Yorker Guggenheim Museum auf. Die Filmrechte seines ersten Jugendromans We All Looked Up sicherte sich noch vor Erscheinen Paramount Pictures.

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Wie fand ich es?

Eine nette Coming of Age - Geschichte, mehr habe ich gar nicht erwartet - doch schlussendlich wurde das Buch zu etwas völlig anderem, auch wenn Parkers Alltagsprobleme (seine Zukunft, Collegebewerbungen...) durchaus eine Rolle spielen. Dennoch bereue ich keinesfalls zu dem Buch gegriffen zu haben. Es ist nicht unter meine Top 10 der Lieblingsbücher gekommen, oder sogar die Top 100, aber es ist definitiv etwas Besonderes.

In die Irre führen kann einen die Geschichte wirklich gut, besonders in Bezug auf Zelda. Sie war von ihrem ersten Auftritt an ein sehr ungewöhnlicher und schwer einzuschätzender Charakter, dennoch erfuhr man im Laufe der Geschichte wahnsinnig viel über sie, ihr Leben und ihre Probleme. Genauso wie Parker wuchs sie mir ans Herz und verwirrte gleichermaßen, ich wusste lange Zeit wirklich nicht ob ich ihr glauben sollte oder was es mit ihr auf sich hatte. Doch ihre Geschichte hat mich auf berührt, genauso wie die Bindung, die sie und Parker aufbauen.

Parker selbst mochte ich direkt. Er hat einen besonderen Sinn für Humor, der sich mit meinem glücklicher Weise deckt, sodass sich die Geschichte locker und leicht lesen ließ. Die Tragik der Handlung wird davon unterstrichen nicht ausgelöscht, und ich habe die ganze Zeit mit ihm mit gelitten und gehofft, dass er seine Probleme lösen kann.
Gefallen hat mir auch, dass Alana eine Rolle spielte, denn schon bei ihrem ersten Gespräch mit Parker begann ich sie zu mögen und sie ergänzte das Parker-Zelda-Gespann, ohne die Beziehung der beiden zueinander zu unterminieren oder den beiden die Show zu stehlen.

Ein toller Zusatz zu der Geschichte, durch den spezielle Aspekte von Parkers und Zeldas Erlebnissen und ihrer Beziehung zueinander hervorgehoben wurden, waren die Kurzgeschichten, die immer wieder eingestreut wurden. Parker schreibt diese märchenhaften Erzählungen während der Geschichte, und auch wenn sie mich wie Zelda anfangs verwirrten, im Nachhinein waren sie eine tolle Idee Abwechslung in die Geschichte zu bringen und Parkers Gedanken und Entwicklung zu untermalen.

Insgesamt ein nettes Jugendbuch, dass nicht unbedingt in ein Genre passt, aber dafür komplexe Gefühle behandelt, ehrlich witzig ist und mit überzeugenden Figuren in den Bann zieht! Jedem Leser zu empfehlen!

 bis Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an das Bloggerportal Randomhouse und den cbj Verlag!

Freitag, 13. Oktober 2017

Bitterfrost

Autorin: Jennifer Estep
Seiten: 384
Verlag: Piper/ivi
ISBN: 978-3-492-70383-3

Worum geht's?

Die neue Serie aus der Welt der »Mythos Academy«!
Mit ihrer »Frost«-Reihe begeisterte Jennifer Estep unzählige Fans in Deutschland. Doch ist der Kampf gegen Lokis Schnitter wirklich vorüber? Auf der Mythos Academy in Colorado geschehen besorgniserregende Ereignisse, aber nur wenige erkennen die Zeichen. Rory Forseti ist eine von ihnen. Trotz ihres jungen Alters hat sich die Spartanerin bereits im Kampf gegen Loki bewiesen. Dennoch ist sie eine Außenseiterin an ihrer Schule, denn ihre Eltern waren Schnitter – Verbrecher im Dienste Lokis. Rorys Vorsätze, endlich Freunde zu finden, werden über den Haufen geworfen, als sie Zeugin eines Mordes wird. Und wie sich herausstellt, stecken auch noch Lokis Schergen dahinter! Rory kann nicht zulassen, dass erneut Menschen durch die Schnitter leiden. Als eine Spezialeinheit sie für den Kampf gegen den Feind rekrutiert, gibt es für Rory kein Zurück mehr.

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Wer ist die Autorin?

Jennifer Estep ist Journalistin und New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie schloss ihr Studium mit einem Bachelor in Englischer Literatur und Journalismus und einem Master in Professional Communications ab und lebt heute in Tennessee. Bei Piper erscheinen ihre Serien um die »Mythos Academy«, »Black Blade« sowie die Urban-Fantasy-Reihen »Elemental Assassin« und »Bigtime«.

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Wie fand ich es?

Als die "Mythos Academy"-Reihe endete war ich fest davon überzeugt, dass es irgendwann weitergehen würde, auch wenn ich mit dem Ende an sich zufrieden war. Und Gwens Geschichte war durchaus erzählt - aber nicht die der gesamten mythologisch angehauchten Welt, die Jennifer Estep erschaffen hat. Wikinger, Spartaner und Römer sind immer noch dabei, gegen das Böse zu kämpfen, und dass es so kein 'einfaches' Ende gab, in dem mit dem Tod des großen Bösewichts sofort alles in Ordnung war und ein so umfangreicher Kampf wie gegen Loki ein tatsächliches Nachspielt hat, gab einen wirklich guten Grund für eine Fortsetzung.

Ich war mir aufgrund ihrer früheren Auftritte schon vor der Lektüre zu 99% sicher, dass ich Rory Forseti lieben würde - und ich lag richtig. Nach "Bitterfrost" sind wir irgendwo über 150%. Sie hat mich sehr überzeugt, und sowohl ihre Stärke und ihr Mut als auch ihre Probleme und Komplexe waren interessant und ich bin sehr gespannt, wie sie sich in den weiteren Romanen entwickeln wird. Besonders im Zusammenspiel mit Ian, den teils ähnliche Probleme wie sie selbst beschäftigen mochte ich sie, und auch wie es zwischen den beiden weitergeht hoffe ich bald zu erfahren, genauso wie die Nebenfiguren hoffentlich noch mehr Hintergrundgeschichten und Facetten bekommen.

Man taucht mit "Bitterfrost" in eine lieb gewonnene, bekannte Welt ein, aber es wird nicht einfach eine Kopie von Gwens Geschichte aus den ersten sechs Büchern erzählt. Auch wenn sie einen kurzen Auftritt hat, man erfährt wie es mit ihr weitergegangen ist, und einige Elemente (zum Beispiel das Kennenlernen von Ian und Rory parallel zu Logans und Gwens erstem Treffen) ähnlich waren, so war es eher ein liebevolles Hommage, solche Aspekte mit einzubeziehen, oder zumindest nahm ich es so auf.

Spannend blieb es jedenfalls trotzdem, und einmal in die Geschichte eingetaucht war es wie ein Rausch. Innerhalb nur eines Tages habe ich die Geschichte geradezu verschlungen, als wäre das Buch eine Droge - wäre es so, ich wäre jetzt süchtig. Sowohl Jennifer Esteps frischer, schlichter Schreibstil als auch die vielen Wendungen in der Geschichte sorgten dafür, dass ich "Bitterfrost" einfach nicht aus der Hand legen konnte.
Gegen Ende gab es beispielsweise eine 'Offenbarung' die mich sehr überraschen konnte und eine interessante Parallele zwischen Rorys innerem Konflikt und der äußerlichen Bedrohung darstellt, dessen Auswirkungen sich in Buch 2 und 3 hoffentlich zeigen.

Ein wunderbarer erster Teil, der eine faszinierende, fantasievolle und spannende Geschichte einleitet und besonders mit komplexen Figuren brilliert. Ich kann das Buch an alle weiterempfehlen, denen die "Mythos Academy"-Reihe gefallen hat - und ehrlich gesagt auch allen anderen Leseratten!

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Piper/ivi Verlag!

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Don't you cry - Falsche Tränen

Autorin: Mary Kubica
Seiten: 384
Verlag: Harper Collins
ISBN: 9783959676663

Worum geht's?

Mitbewohnerin.
Freundin.
Mörderin?

Eines Nachts verschwindet die junge Studentin Esther Vaughan spurlos aus ihrem Appartement in Chicago. Ihre Mitbewohnerin Quinn findet nur einen mysteriösen Brief, der vor die Frage stellt, wie gut sie die vermeintlich brave Frau wirklich kennt. Als sie dann noch erfährt, dass schon längst per Anzeige nach einer Nachmieterin für ihr Zimmer gesucht wird, bekommt sie langsam Angst. Quinn beginnt zu recherchieren: Was ist eigentlich aus dem Mädchen geworden, das vorher mit Esther zusammengewohnt hat? Je mehr sie erfährt, desto mehr bringt Quinn sich in tödliche Gefahr.

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Wer ist die Autorin?

New York Times- und USA Today-Bestsellerautorin Mary Kubica hat einen Bachelor of Arts an der Miami University in Oxford, Ohio, in Geschichte und Amerikanische Literatur. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern außerhalb von Chicago.

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Wie fand ich es?

Dieses Buch habe ich zusammen mit Sophia von Sophias Bookplanet gelesen, und möchte mich an dieser Stelle auch noch einmal für die Ausgabe von "Don't you cry" bedanken, die sie mir überlassen hat. Ich bin ja normaler Weise nicht der Thriller-Leser, aber man soll ja aufgeschlossen bleiben, deswegen ergriff ich direkt die Chance mal ein wenig über meinen Horizont hinaus in der Buchwelt Erfahrungen zu sammeln.

Was ich davon gehalten habe? Nun, die Idee war wirklich, wirklich gut und der Gedanke hinter "Don't you cry - Falsche Tränen" ausgeklügelt. Anders als ich erwartet hätte war das Buch ziemlich ruhig und schritt gemächlich voran, doch mit der Zeit lernte ich das zu schätzen. Es wurde sehr intensiv auf die Charaktere eingegangen, sodass es Sinn ergab, dass zunächst nicht viel Action kam.

Dass aus der Sicht zwei verschiedener Figuren, Quinn und Alex, erzählt wurde verwirrte mich anfangs, dann gefiel es mir immer besser. So ist jedes Kapitel anders als das vorherige, und die Geschichte bleibt abwechslungsreich und interessant. Auch kann man so als Leser noch ein Stück mehr Rätselraten und wird in die Irre geführt. Denn sehr positiv zu nennen ist wie unvorhersehbar die Handlung aufgebaut ist. Ich konnte mir den Großteil des Buchs wirklich gar nicht vorstellen, was des Rätsels Lösung ist und was es mit Esther auf sich hat - dennoch war es am Ende schlüssig.

Leider hat mich das Ende abgesehen davon ziemlich enttäuscht, wie aus meinem letzten Leseupdate ja auch hervorging... es war meiner Ansicht nach deutlich zu knapp gefasst, und den Figuren wurde meiner Ansicht nach kaum Genüge getan. Sowohl Quinn als auch Alex bekamen in meinen Augen unbefriedigende Enden, er noch ein wenig schlimmer als sie - nicht weil ich es mir einfach anders gewünscht hätte, sondern weil es die Entwicklung und den Aufbau der Figuren mit ihren Zweifeln, Hoffnungen, ja sie in ihrer Gesamtheit einfach ignoriert.

Das Ende löste ihren Weg als Figur nicht schlüssig auf, sondern es wurde quasi einfach irgendwo "Cut!" gebrüllt und egal wie sinnlos wurde noch schnell mal irgendwie fertig gemacht. Das hat mich wirklich enttäuscht, vor allem da in der sonst ruhigeren Geschichte gegen Ende wirklich Tempo aufkam und ich annahm, dass jetzt der wirklich gute Teil kommen würde - leider nicht. Da waren mir Anfang und Mitte um einiges lieber.

Ein Buch mit durchaus originellem Plot und interessanten Figuren, dessen Potenzial jedoch bei weitem nicht ausgeschöpft wurde. Langatmig und den Großteil der Geschichte über sehr charakterfokussiert, doch der Abschluss der Charakterentwicklung blieb einfach in der Luft hängen. Dennoch amüsant und vielleicht kann es ja den einen oder anderen Leser mehr überzeugen als mich.

 Sterne

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Schimmert die Nacht

Autorin: Maggie Stiefvater
Seiten: 400
Verlag: script5
ISBN: 978-3-8390-0177-6

Worum geht's?

In Maggie Stiefvaters Spin-off zur Nach dem Sommer-Trilogie erlebt das explosive Traumpaar Cole und Isabel eine prickelnde Liebesgeschichte im sommerlichen Los Angeles. Romantisch, mitreißend und ungemein sexy!

Nach einer längeren Zeit der Trennung hat Isabel den Schmerz über die gescheiterte Liebe zu dem unberechenbaren Ex-Rockstar Cole endlich überwunden und konzentriert sich auf ihr neues Leben in L.A. An Cole denkt sie selten. Als er plötzlich vor ihr steht, beginnt ein nerven- und gefühlsaufreibendes Spiel aus unwiderstehlicher Anziehung und abgrundtiefer Abneigung. Cole ist hinreißend und verführerisch wie immer, und Isabel kann seinem Charme nur schwer standhalten. Doch zugleich fürchtet sie, dass seine dunkle Vergangenheit wieder Macht über ihn erlangt. Deshalb hat sie sich geschworen, sich nicht noch einmal in ihn zu verlieben, und kämpft verzweifelt gegen ihre Gefühle an.

Cole hingegen tut alles, um Isabel von der Aufrichtigkeit seiner Liebe zu überzeugen. Aber eine Frage bleibt: Weshalb ist er wirklich zurückgekommen?

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Wer ist die Autorin?

Maggie Stiefvater, geboren 1981, wurde mit ihrer Nach dem Sommer-Trilogie sowie dem Roman Rot wie das Meer international bekannt und von der Presse gefeiert. Was die Spiegel wissen ist der dritte Band ihrer neuen Buchreihe, die in den USA bereits zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Die New York Times-Bestsellerautorin lebt mit ihrer Familie in den Bergen Virginias.

Hier geht es zur Website von Maggie Stiefvater:
www.maggiestiefvater.de

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Wie fand ich es?

ACHTUNG! TEIL EINER REIHE! EVENTUELL SPOILERGEFAHR!

Es ist mir ein wenig schwer gefallen, diese Rezension zu schreiben - ganz anders als bei "In deinen Augen", auch wenn mich beide Bücher emotional wirklich gefordert und begeistert haben. Doch Coles und Isabels Geschichte ist für mich auf eine andere Art besonders. Mit "Schimmert die Nacht" verband ich schon vor der Lektüre einiges an Erwartungen, Begeisterung, Liebe für die beiden Figuren, ohne eine genaue Ahnung wie sich das alles auf den Seiten würde festhalten lassen.

Sie haben mich nicht enttäuscht. Das gesamte Buch hat mich alles andere als enttäuscht.

Cole und Isabel zusammen sind eine Mischung aus Totalkatastrophe und Seelenverwandschaft - und genau das macht sie so interessant. In der "Mercy Falls"-Trilogie machte sie das zu einem wunderbaren Gegenstück zu Sam und Grace, doch stand die Frage im Raum ob diese heiß-kalt-heiß-Beziehung auch im Alleingang unterhalten kann. Die Antwort: Ja. Sowohl emotional als auch witzig, und so einige Elemente dazwischen schaffen die beiden in Kombination. Sie bringen das Beste und das Schlechteste ineinander hervor, und es war ergreifend mit anzusehen, wie sie sich zusammen entwickeln. Der Ausgang ihrer Geschichte wird dadurch ein Stück weit ungewiss, und die vielen Höhen und Tiefen ihrer Beziehung schafften es, immer wieder Spannung aufzubauen.

Im Hinblick auf die Grundthematik sind damit weniger Actionszenen gemeint, sondern mehr die Spannung im Kampf der Figuren gegen sich selbst beziehungsweise ihre Süchte und Traumata. Besonders wie der Werwolfaspekt Coles in diesem Zusammenhang eingesetzt wurde um ihn als Charakter zu reflektieren hat mir gefallen. Sowohl in ihre Probleme als auch in ihre Persönlichkeit gewährte die Autorin hier einen noch tieferen Einblick als bei ihren bisherigen Auftritten, sodass ich, die zum Beispiel Isabel bis dato noch nicht hundertprozentig ins Herz geschlossen hatte (eben weil ich noch nicht das Gefühl hatte, sie wirklich zu kennen) verstehen und lieben lernte.

So wuchs mir also Isabel ans Herz, was bei Cole gar nicht mehr nötig war. Sie kommen einem wirklich wie Individuen vor, umfangreich gestaltet und voller Stärken und Schwächen. Insbesondere im Hinblick auf Coles Sucht, aber auch bezogen auf Isabels emotionales Trauma hat die Autorin es wunderbar vereint ihren Schmerz, wie auch ihre Hoffnung, aber auch ihre Gebrochenheit darzustellen. Sie werden nicht als perfekt und unterwürfig dargestellt, eine Rolle in die vor allem Traumaopfer in der Realität oft gedrängt werden, weil sie sonst ja nicht "gute" Opfer wären. Sie erholen sich nicht wie im Film, ihre Liebe zueinander ist nicht die Lösung ihrer persönlichen Probleme... Stereotypen in diesem Zusammenhang wurden umgangen (zumindest soweit ich das feststellen konnte, korrigiert mich, sollte ich falsch liegen) und die Situationen authentisch dargestellt.

Maggie Stiefvater schreibt wunderbar bildlich und malerisch, nichts Neues. Was mir aber besonders aufgefallen ist, ist wie gut dieser Stil kombiniert mit düstereren Themen funktioniert. Auch in "Nach dem Sommer" und den folgenden Büchern ging es natürlich ab und zu nicht gerade rosig zu, doch hier ist die Thematik und das Setting um einiges realistischer und klarer, weniger märchenhaft, Werwölfe hin oder her. So einiges war es wert als Zitat auf meinem Blog verewigt zu werden, wie ihr hier feststellen könnt.

Mir fehlen immer noch ein wenig die Worte, aber definitiv kann ich sagen: Ein wundervolles Buch, eine ungewöhnliche, spannende Liebesgeschichte mit facettenreichen, ungewöhnlichen Hauptfiguren, die sich ihrem Trauma, ihrer Vergangenheit und ihrer komplizierten Beziehung zueinander stellen müssen - und dabei wird es niemals langweilig!

 Sterne

Montag, 9. Oktober 2017

[Gesehen] Woche 27 & 28

Und auch in diesen zwei Wochen ist wieder einiges zusammengekommen...

DESIGNATED SURVIVOR (Staffel 1 Folge 18 bis Folge 21)
Nach einer ganzen Weile habe ich endlich diese Serie weitergeschaut, bis zum aktuellen Stand. Besonders die letzte Folge hat mich wirklich überzeugt! Ich hätte nie geglaubt mal eine Serie zu mögen die einem so offensichtlich und kitschig mit dem ganzen "amerikanischen Traum" und der Großartigkeit der USA ins Gesicht schlägt. Nicht so meins. Doch Maggie Q und der interessante Ansatz können mich doch immer wieder zum Schauen bewegen. Nach dem Cliffhanger bin ich gespannt auf Staffel 2.

DEAR WHITE PEOPLE (Staffel 1 Folge 1 bis Folge 10)
Diese Serie habe ich mehr oder minder an einem Nachmittag/Abend komplett geschaut, und ich bin wirklich begeistert! Die Figuren sind völlig unterschiedlich, und dadurch, dass sie sich mit dem Erzählen der Geschichte abwechseln bekommt man einen tollen Einblick in ihre Motivation und ihr Warum zur Herangehensweise an die Probleme, denen sie sich stellen müssen - allen voran und vor allem Rassismus. Ein wirklich toller Einblick und eine Serie die definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient! Ohne Schwarz-Weiß-Moral wird das Thema aus der Sicht derjenigen behandelt, auf denen der Fokus liegen sollte - aus der der Betroffenen.


ELEMENTARY (Staffel 1 Folge 24 und Staffel 2 Folge 1)
Irgendwie war das die Woche der Erfüllung der lange gehegten 'Muss ich mal schauen!'-Wünsche. Natürlich nicht aller, aber der dringenden. Abschließendes Exemplar: diese wundervolle Serie! Sherlock Holmes Interpretationen gibt es zu Hauf, doch diese hier gefällt mir am besten (abgesehen mal von den Robert Downey Jr./Jude Law Filmen). Irgendwie kam ich jedoch nie dazu weiterzuschauen, ja, bin mitten im Finale der Staffel steckengeblieben... jetzt bin ich schon sehr gespannt darauf, die zweite Staffel weiterzuschauen!

CRAZY EX-GIRLFRIEND (Staffel 1 Folge 9 bis Folge 18)
Auch diese Serie habe ich beendet und je weiter ich geschaut habe, desto mehr habe ich sie wirklich ins Herz geschlossen. Anfangs zweifelte ich noch daran ob mich "Crazy Ex-Girlfriend" wirklich packen könnte, inzwischen - ja, ja, ja. Nicht nur die Handlung ist wunderbar verzwickt und charakterfokussiert, auch die Sing-/Tanzszenen sind fantastisch und witzig gemacht, und die Schauspieler leisten da wirklich einiges!
... und gerade entdecke ich, dass auch Staffel 2 es inzwischen auf Netflix geschafft hat! Wir sehen uns dann in drei Tagen wieder wenn ich fertig bin ;)

YOU ME HER (Staffel 1 Folge 4 bis Folge 10)
Auch an dieser Serie hatte ich ja noch ein winziges bisschen gezweifelt - ja, ja und nochmals ja sage ich inzwischen auch zu ihr. Die Beziehung der drei Protagonisten entwickelt sich toll und man sehr gut nachvollziehen wie jeder zum anderen steht und was sie aneinander finden. Sie teilen eine herzerwärmende Art, die sich ganz unterschiedlich zeigt, mich aber wirklich emotional mitnehmen kann und ich hoffe, dass Staffel 3 ganz bald erscheint (denn Staffel 2 soll einen bösen Cliffhanger haben, daher halte ich mich von ihr gerade noch fern).

Sonntag, 8. Oktober 2017

Das Lied von Eis und Feuer 3 Der Thron der Sieben Königreiche

Autor: George R. R. Martin
Seiten: 576
Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3-442-26822-1

Worum geht's?

Nach dem Tod seines Vaters ist es an dem erst fünfzehnjährigen Robb Stark, die Herrschaft über Winterfell und damit über den ganzen Norden von Westeros anzutreten. Robb kämpft noch um die Anerkennung und den Respekt seiner Untertanen, da bricht im Reich ein Bürgerkrieg aus. Für Robb stellt sich allerdings kaum die Frage, auf welcher Seite er kämpfen wird, denn der junge König Joffrey Baratheon hält seine Schwestern als Geisel. Und während das Reich zerbricht, wächst im eisigen Norden eine viel größere Gefahr heran …

Quelle

Wer ist der Autor?

George R. R. Martin, 1948 in Bayonne, New Jersey, in den USA geboren, veröffentlichte seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der amerikanischen Science-Fiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde er mit dem renommierten Hugo-Award ausgezeichnet. Danach war George R. R. Martin einige Jahre in der Produktion von Fernsehserien tätig, etwa als Dramaturg der TV-Serie "Twilight Zone". Erst im Jahr 1996 kehrte er mit einem Sensationserfolg auf die Bühne der Fantasy zurück: Mit dem ersten Band von "Das Lied von Eis und Feuer" setzte er einen Meilenstein in der modernen Fantasy und schuf ein gewaltiges Epos in bester Tolkien-Tradition: eine düstere, grausame, an das Mittelalter erinnernde Welt voller Intrigenspiele, Machtpolitik und Krieg, die die Leser packt und unerbittlich in ihren Bann zieht. [...]

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Wie fand ich es?

ACHTUNG! DRITTER TEIL EINER REIHE! SPOILERGEFAHR!

Nun bin ich schon bei Buch 3 von "Das Lied von Eis und Feuer" angelangt - und ich bin bereits ein Hardcore Fan, oder fühle mich jedenfalls so. Der besondere Sog der von dieser Geschichte ausgeht begeistert mich immer wieder, und es ist mehr als verständlich, warum es so viele Fans gibt! Mit jeder Seite wird für mich deutlicher warum.

Der Schreibstil ist weiterhin wirklich angenehm, und George R. R. Martin überrascht mich immer wieder damit, wie fließend er es schafft, gefühlt tausende Charaktere zu balancieren, und einen dennoch nicht mit dem Gefühl zurückzulassen, man hätte gerade einen dicken Wälzer mit einer komplexen Geschichte gelesen, wenn man das Buch zuschlägt. Die Geschichte ist voll von Hintergrund, mittelalterlichen Bräuchen und Kampf, dennoch liest sie sich frisch und schnell, und ich habe mich auf keiner Seite gelangweilt.

Das hängt wohl mit der Welt von Westeros (und Essos) zusammen, die so umfangreich und facettenreich wie spannend ist. Ganz unterschiedliche Kulturen, Menschen und Geschichten bevölkern sie, und da der Autor aus verschieden Perspektiven berichtet, wird es nie langweilig, sondern immer neue Aspekte werden einbezogen und im Konflikt mit den bereits bekannten eingearbeitet.

Man spürt ganz deutlich beim Lesen, dass ein neuer Wind in der Geschichte weht - ganz neue genauso wie alte Konflikte werfen die Figuren von einer Tragödie in die andere. Weiterhin waren Tyrion und Sansa meine absoluten Lieblinge, aber auch die anderen Figuren zeigen immer wieder interessante Züge, und man kann zumindest nachvollziehen warum sie handeln wie sie handeln.

Sogar Dany, die in der TV-Adaption der Geschichte nicht gerade zu meinen Favoriten gehört, hat mich für sich eingenommen und ist interessant sowie sympathisch. Sowie Arya, die mir immer ein wenig langweilig erschien, schafft spätestens hier den Sprung zum dreidimensionalen Charakter. Ihr Handlungsstrang hat mich mit am meisten interessiert, auch da ich ihren Begleiter Gendry wirklich mag, und gespannt bin, inwieweit er noch in den Kampf um den Thron verwickelt wird.

Theon als Charakter ist ein neuer Erzähler und ein neuer Blickwinkel - da mich "Das Lied von Eis und Feuer" Buch 1 und 2 schon gemahnt haben, vorsichtig mit ersten Eindrücken zu sein, bin ich mir noch nicht ganz sicher, was ich von ihm halten soll. Asha jedenfalls ist ein wundervoller Charakter in seinem Handlungsstrang und ich freue mich auf mehr von ihr! Und auch auf mehr von Ser Davos, ebenfalls neuer Erzählcharakter, freue ich mich, denn den Zwiebelritter mochte ich nach circa zwei Sätzen aus seinem Mund. Hoffentlich stirbt er nicht allzu bald...

Alles in allem eine tolle Fortsetzung die das Tor zur weiten, gefährlichen Welt von "Das Lied von Eis und Feuer" aufstößt, auch wenn der große Konflikt um den Thron derselbe bleibt. Neue Mitspieler im Kampf um die Krone, neue Motivationen, neue Handlungsstränge - und immer noch bin ich begeistert!

 Sterne

Freitag, 6. Oktober 2017

Tricontium

Autorin: Maike Claußnitzer
Seiten: 672
Verlag: Books on Demand
ISBN: 978-3739239743

Worum geht's?

Gerechtigkeit ist oft nicht mehr als ein frommer Wunsch – das weiß Herrad, die Richterin, die mit ihrer Versetzung in das abgelegene Tricontium hadert, ebenso gut wie Ardeija, der drachenzähmende Hauptmann ihrer Krieger, oder Wulfila, der Dieb, der Jahre nach seiner Verurteilung unerwartet wieder in ihr Leben tritt. Doch als sich in den Grenzlanden Geisterspuk und gewaltsame Übergriffe zu häufen beginnen, wollen die drei nicht tatenlos zusehen, auch wenn bald keine Menge Tee mehr ausreicht, um gelassen zu bleiben. Denn die Hintergründe der rätselhaften Vorgänge scheinen in einer Zeit zu liegen, die alle gern vergessen würden: Den düsteren Tagen des Bürgerkriegs…

Quelle

Wer ist die Autorin?

Die Autorin Maike Claußnitzer schreibt nicht nur selbst, sie bespricht auch Bücher auf ihrem Blog "Ardeija" (benannt nach einem der Protagonisten aus "Tricontium"), den ihr euch unbedingt einmal ansehen solltet. Einfach hier klicken, dann gelangt ihr zu ihrer "Über mich"-Seite, könnt mehr über sie erfahren, und anschließend ihren Blog entdecken.

Sie hat auch als Übersetzerin an vielen deutschen Versionen von Romanen mitgearbeitet. Eine Auflistung ihrer Arbeit für Randomhouse findet ihr hier.

Wie fand ich es?

Lange, lange, lange las ich an diesem Buch - nicht ohne Spaß an der Lektüre ja, doch zäh war sie teils. Wenn auch nicht übermäßig dick, so erschwerte mir doch der Schreibstil den Einstieg in die Geschichte. Die ersten paar Kapitel musste ich mich durchkämpfen - und auch danach gab es immer wieder ein paar langwierige Passagen. Die Autorin favorisiert ausführliche, langwierige Sätze, die mich anfangs immer wieder aus dem Lesefluss warfen.

Ich habe also ein wenig gebraucht bis ich mich auf den Stil des Buchs einlassen konnte, aber auch die Entwicklung der Geschichte geht langsam voran - ein weiterer Grund warum ich ziemlich lange gebraucht habe, um das Buch zu beenden. Das ist keineswegs nur negativ gemeint. Der Fokus liegt nicht auf Spannung und Kampfszenen aller fünf Seiten, sondern auf Charakterentwicklung und den Verstrickungen in der erschaffenen Welt. Und diese Aspekte wurden meisterhaft gehändelt. Es hat wirklich viel Spaß gemacht "Tricontium" zu lesen, denn auch viel Humor trägt die Geschichte und verhindert, dass es sich zu trocken liest. Auch wenn er für die langwierigen (wenn auch benötigten) Ausführungen nicht immer aufkam, so hatte ich doch immer etwas, auf das ich mich beim Aufschlagen dieses Romans freuen konnte.

Und nicht nur auf den Witz. Auch die Figuren sind wunderbar facettenreich und gut entwickelt, und vor allem ihre Beziehungen zueinander werden sorgsam aufgebaut. Vor allem die drei Hauptfiguren, Ardeija, Wulfila und Herrad wachsen einem als Leser schnell ans Herz und ihre Interaktion miteinander gehört zu meinen liebsten Aspekten dieser Geschichte. Emotional wurde ich wirklich mitgerissen und die Entwicklung ihres Verhältnisses zueinander genießen. Aber auch abseits voneinander haben sie gut entwickelte und immer wieder behandelte Beziehungen, durch die Nebenfiguren eingeflochten werden, und man sieht viele abwechslungsreiche Figuren, sowohl männlich als auch weiblich, in unterschiedlichsten Rollen mit unterschiedlichsten Charaktereigenschaften.

Die Geschichte ist in mehr als dieser Hinsicht abwechslungsreich und komplex. Immer wieder werden neue Erkenntnisse und Handlungsstränge sehr gelungen eingeflochten und bereichern die Geschichte, auch wenn man manchmal den Eindruck hat, den Überblick zu verlieren. Hier wäre eventuell eine Art Personenregister angebracht, auch wenn es nicht "Game of Thrones"-mäßige Möglichkeiten gab, Charaktere durcheinander zu bringen. Auch wenn die Handlung eher ruhig voranschreitet, wurde Spannung im Rahmen der Atmosphäre der Geschichte aufgebaut. Das Ende überraschte mich und ich habe wirklich ein wenig gebangt, was geschehen würde - und der Ausgang der Ereignisse passte perfekt.

Anders als zuerst erwartet konnte mich dieses Buch wirklich überzeugen. Jedem Fantasy-Leser der sorgfältig entwickelte und beschriebene Welten, interessante Figuren und eine hintergründige, durchdachte, komplexe Geschichte genießt, und zu all dem auch noch eine gute Portion Humor mag, dem kann ich "Tricontium" ans Herz legen!

 Sterne

Vielen Dank an Maike Claußnitzer und Books on Demand für dieses Rezensionsexemplar!

Sonntag, 1. Oktober 2017

Rat der Neun: Gezeichnet

Autorin: Veronica Roth
Sprecher: Laura Maire, Shenja Lacher
Länge: 2 CDs/964 min
Verlag: der Hörverlag
ISBN: 978-3-8445-2497-0

Worum geht's?

In einer Galaxie, in der Gewalt und Rache das Leben der Völker beherrschen, besitzt jeder Mensch eine besondere Gabe, eine einzigartige Kraft, die seine Zukunft mitgestaltet. Doch nicht jeder profitiert von seiner Gabe …
Cyra ist die Schwester des brutalen Tyrannen Ryzek. Ihre Gabe bedeutet Schmerz, aber auch Macht – was ihr Bruder gezielt gegen seine Feinde einsetzt. Doch Cyra ist mehr als bloß eine Waffe in Ryzeks Händen: Sie ist stark und viel klüger, als er denkt.
Akos stammt aus einem friedliebenden Volk und steht absolut loyal zu seiner Familie. Als Akos und sein Bruder von Ryzek gefangen genommen werden, trifft er auf Cyra. Er würde alles dafür tun, seinen Bruder zu retten und mit ihm zu fliehen, doch mächtige Feinde stehen ihm im Weg. Akos und Cyra müssen sich entscheiden: sich gegenseitig zu helfen oder zu zerstören …

Quelle

Wer ist die Autorin?

Veronica Roth ist die Autorin des Nr.-1-New-York-Times- und Spiegel-Bestsellers Rat der Neun und der Trilogie Die Bestimmung, von der sich weltweit über 35 Millionen Exemplare verkauft haben und die in drei Teilen mit hochkarätiger Besetzung verfilmt wurde. Rat der Neun, der erste Band ihres spektakulären neuen Fantasy-Zweiteilers, hielt sich ab Erscheinen im Januar 2017 fast zwanzig Wochen auf der New-York-Times- und USA-Today-Bestsellerliste. Auch auf der Spiegel-Bestsellerliste war Rat der Neun wochenlang vertreten.
Veronica wuchs außerhalb Chicagos auf und studierte an der Northwestern University. Heute lebt sie mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Hund in der Nähe von Chicago und ist Vollzeitautorin.

Quelle

Wer sind die Sprecher?

Laura Maire, geboren 1979 in München, absolvierte ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Bekannt wurde sie durch eine Hauptrolle in der ARD-Vorabendserie "Verdammt verliebt". Sie synchronisierte u. a. Brie Larson in "Raum" (2016 mit einem Oscar ausgezeichnet) und Ashley Greene (als Alice Cullen) in der "Twilight"-Reihe. Daneben war sie immer wieder in "How I Met Your Mother" zu hören. [...]

Quelle

Shenja Lacher, geboren 1978, ging nach seiner Schauspielausbildung an der HMT Rostock ans Theater, wo er u. a. Romeo, Hamlet, Danton und Raskolnikov spielte. Von der Bühne in Zittau führte ihn sein Weg über Mannheim und Oldenburg nach München, wo er am Residenztheater von 2007 bis 2016 engagiert war. [...] Shenja Lacher ist außerdem regelmäßig Sprecher beim Bayerischen Rundfunk und die Stimme mehrerer Hörbücher.

Quelle

Wie fand ich es?

Eigentlich, eigentlich wollte ich ja zunächst "Die Bestimmung: Letzte Entscheidung" von Veronica Roth lesen, um eine ihrer Reihen zu beenden bevor ich die nächste beginne. So hat das nicht geklappt... aber im Nachhinein, auf diese Geschichte hätte ich nicht warten wollen. Sie hat mich wirklich überrascht und mühelos in ein ganz neues Universum ziehen können - in dem ich Akos und Cyra liebend gern in ihre Abenteuer gefolgt bin!

Das Buch beziehungsweise das Hörbuch ist wirklich lang, und damit meine ich nicht langgestreckt - es war eine Menge Geschichte zu erzählen und nichts war überflüssig. Stattdessen passierte immer wieder etwas Neues und wo man bei vielen anderen Büchern an einem typischen Punkt angekommen war, ging es hier weiter - so blieb es immer spannend und abwechslungsreich. Dennoch wurde auch die Welt gut aufgebaut in der die Geschichte spielt beziehungsweise sehr bildhaft beschrieben. Man konnte sich die unterschiedlichen Planeten und Kulturen vorstellen, genauso wie die Figuren.

Die beiden Protagonisten sind... wow. Akos und Cyra konnten bei mir wirklich punkten und was facettenreiche Figuren betrifft kann ich glücklicher Weise inzwischen einige positive Beispiele aufzählen, Diese beiden reihen sich da perfekt ein. Besonders Cyra habe ich mich direkt irgendwie "nahe" gefühlt. Als jemand mit chronischen (und bisher nicht komplett diagnostizierten) Schmerzen war sie eine wirklich tolle Figur, für die ich dankbar bin.  Aber auch ganz abgesehen davon hat sie mich begeistert - sie ist tough und verletzlich, voller Schuld und Herz... eine Figur mit scharfen Ecken und Kanten die ein wenig *hust* an sich selbst verzweifelt und bei der ich wirklich gespannt bin wie sie sich weiter entwickelt.

Aber auch Akos habe ich wirklich ins Herz schließen können und mit ihm kam der wirklich interessante Aspekt der Schicksale in der Geschichte (einige Menschen haben in dieser Welt ein solches, das sozusagen unabänderlich ist) so richtig zu tragen. Was er aus seinem macht steht noch abzuwarten im zweiten Band der Dilogie, und ich freue mich darauf zu erfahren wie es mit ihm weitergeht. Besonders eine Szene seiner Geschichte in "Gezeichnet" hat mich wirklich überzeugt und bewegt, in der er wirklich Emotionen und Trauer zeigt. Untypisch "männlich" aber es wird wirklich mal Zeit für Figuren die tolle Kämpfer und Männer sind, und die Gefühle zeigen, weinen und das Töten hassen können (wobei das auch für Frauen gilt, aber angesichts der toxischen Maskulinität die so viel in dieser Gesellschaft und leider auch oft in der Literatur war Akos in dieser Situation besonders einprägsam für mich).

Auch die beiden Figuren zusammen haben eine ganz eigene, spannende Chemie und ihre Beziehung entwickelte sich wirklich authentisch. Ihre Dialoge sind immer spannend und real, und je näher sie sich kommen, desto mehr habe ich ihre Kombination einfach geliebt, und am Ende... nun ja. Keine Spoiler.
Abgesehen von diesen beiden hat die Geschichte natürlich noch andere spannende Charaktere zu bieten. Besonders gespannt bin ich hier auf Eijehs Verbleiben, speziell da er so ein zentraler Punkt in Akos Geschichte ist.

Ein wenig Angst hatte ich anfangs von der Schwarz-Weiß-Moraldarstellung die "Rat der Neun" zuerst zeigte. Doch die Figuren und auch ich als Hörer wurden im Verlauf der Geschichte eines besseren belehrt und ich bekam eine sehr komplexe, Moralvorstellungen und vorschnelle Urteile infrage stellende Geschichte. Selbst der "Bösewicht" der Story darf einen Charakter und Beweggründe haben, was vor allem seine Interaktion mit Cyra und viele andere Aspekte der Handlung mehrdimensional und interessanter werden lässt.

Ebenfalls positiv zu erwähnen sind die Sprecher. Vor allem Laura Maire, von deren Cyra-Darstellung ich anfangs nicht komplett überzeugt war, hat dieser Figur mit ihrer Stimme noch eine neue Ebene ihrer Persönlichkeit zum Leben erweckt und ihre Art wirklich gut präsentiert. Auch Akos' Sprecher Shenja Lacher hat den Ton seiner Figur gut eingefangen, und ich konnte beiden gerne zuhören und kann nicht einmal einen Favoriten benennen. Da sich die beiden Figuren und damit auch die beiden Sprecher beim Erzählen der Geschichte abwechseln bekommt man immer wieder neue, spannende und vor allem unterschiedliche Eindrücke und Gelegenheiten für die Sprecher, ihr Talent unter Beweis zu stellen. Dies wurde mehr als genutzt!

Insgesamt eine fantastische Erzählung einer ungewöhnlichen Geschichte voller unerwarteter Wendungen und unvorhersehbarer Entwicklungen. Veronica Roth ist definitiv nicht nett zu ihren Charakteren (mal wieder) - ich habe jetzt schon Angst vor Teil 2. Gleichzeitig bin ich aber unheimlich gespannt und ich bin mir sicher, dass Akos und Cyras Geschichte ein wirklich herzzerreißend gutes Ende bekommen wird. Wenn Buch 2 nur ansatzweise so ist wie "Rat der Neun: Gezeichnet", dann werde ich es lieben!

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Hörverlag und das Bloggerportal Randomhouse!

Samstag, 30. September 2017

Was war los im September?

Ein Stück weniger gelesen insgesamt als im August, doch für den Anfang der richtig anstrengenden Schulzeit gar nicht schlecht. Besonders da ich so einige Rezensionen zu schreiben geschafft habe. Nächsten Monat wird es auch ganz sicher noch mehr, denn ich starte in den Oktober schon wieder mit Ferien! Nur kurzen diesmal, aber immerhin. Doch erst einmal zu diesem Monat...

GELESEN
- Jojo Moyes: Ein ganz neues Leben
- Christa Wolf: Medea - Stimmen (beendet)
- George R. R. Martin: Das Lied von Eis und Feuer 1 Die Herren von Winterfell
-- George R. R. Martin: Das Lied von Eis und Feuer 2 Das Erbe von Winterfell
- Alice Kuipers: Sehen wir uns morgen?
- Mary Kubica: Don't You Cry - Falsche Tränen
- Tommy Wallach: This Love has no end
- Veronica Roth: Rat der Neun (begonnen)
- George R. R. Martin: Das Lied von Eis und Feuer 3 Der Thron der Sieben Königreiche (begonnen)
- Lex Martin: Irresistible - Ein Baby kommt selten allein (begonnen)

GESCHRIEBENE REZENSION
- Jojo Moyes - Ein ganz neues Leben
- Alina Bronsky - Und du kommst auch drin vor
- George R.R. Martin: Das Lied von Eis und Feuer 1 Die Herren von Winterfell
- George R.R. Martin: Das Lied von Eis und Feuer 2 Das Erbe von Winterfell
- Christa Wolf: Medea - Stimmen
- Jessica Sorensen: Unraveling You
- Alice Kuipers: Sehen wir uns morgen?

GESEHEN
- Woche 23
- Woche 24
- Woche 25
- Woche 26

Freitag, 29. September 2017

Lesen mit Sophia's Bookplanet 4.0 #3

Der finale Post zu meinem gemeinsamen Lesen von "Don't you cry - Falsche Tränen" mit Sophia's Bookplanet.

1. Hat sich deine Meinung über das Buch in der zweiten Hälfte noch einmal geändert?
Nun ja, mir gefiel es in der zweiten Hälfte nicht wirklich besser oder schlechter als zuvor - das Tempo entwickelte sich, aber das hatte mich am ruhigen Beginn nicht gestört. Das Ende selbst (siehe Frage 2) hat mir das Buch allerdings ein Stück "versaut".

2. Stellen die Endauflösung und das Ende an sich dich zufrieden?
Dazu muss ich leider sagen: Nein, nicht komplett. Die Auflösung des Rätsels um die mysteriösen Ereignisse konnte mich wirklich positiv überraschen, allerdings kam mir das Ende zu schnell und leider ging es für einen Charakter den ich mochte nicht gut zu Ende - und auch noch auf eine meiner Ansicht nach... unsinnige Weise. Außer Schock gab es dem Buch nämlich leider überhaupt nichts.

3. Wirst du weitere Bücher der Autorin lesen?
Ich möchte es nicht kategorisch ausschließen, so schlecht war das Buch eindeutig nicht. Allerdings gibt es deutlich Potential nach oben - dagegen stehen weitere Bücher von Mary Kubica nicht unbedingt weit oben auf meiner To-Do-Liste. Sollte ich noch einmal über ein Buch von ihr stolpern dessen Thema mich interessiert würde ich es durchaus lesen, aber "Don't you cry" hat sie auch nicht zu meiner neuen Lieblingsautorin gemacht.


Sonntag, 24. September 2017

[3x3] Eine Schullektüre, ein englischer Anfang und ein kurzes Ende

Mal wieder ein 3x3 - nach einer ganzen Weile bietet sich wieder die Gelegenheit dafür. Einige Rezensionen sind bei mir liegengeblieben, und es wird durchaus Zeit euch einige davon zu präsentieren. 3 ganz unterschiedliche Geschichten - doch alle gleich gut bewertet und gleich sehr empfehlenswert :)

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Autorin: Christa Wolf
Seiten: 223
Verlag: Suhrkamp
ISBN: 978-3-518-46008-5

Worum geht's?

Als Frau des Argonauten Jason lebt Medea in Korinth, wohin sie ihm aus ihrer Heimat Kolchis gefolgt ist. Im königlichen Palast Korinths gerät sie in ein Spiel aus Verleumdungen, Intrigen und Lügen. Der Kampf um die Macht steht im Mittelpunkt, und Medea soll als Sündenbock geopfert werden. Die Medea der griechischen Tragödie, die Barbarin, Giftmischerin, die rachsüchtige Mörderin – hier wird diese Frauenfigur aus dem jahrtausendealten Mythos gelöst, das überkommene Bild revidiert.
In ihrem Erfolgsroman erzählt Christa Wolf die Geschichte der Medea neu und entwirft das Porträt einer eigenwilligen, ungewöhnlichen Frau.

Quelle

Wer ist die Autorin?

Christa Wolf, geboren 1929 in Landsberg/Warthe (Gorzów Wielkopolski), lebte in Berlin und Woserin, Mecklenburg-Vorpommern. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen, darunter dem Georg-Büchner-Preis, dem Thomas-Mann-Preis und dem Uwe-Johnson-Preis, ausgezeichnet. Sie verstarb am 1. Dezember 2011 in Berlin.

Quelle

Wie fand ich es?

Dieses Buch habe ich nicht ganz freiwillig sondern für meinen Leistungskurs gelesen - und die ersten paar Seiten lasen sich wirklich typisch-Schulbuch. Träge, langwierig, wenn auch nicht vollends langweilig, ein wenig abstrus. Doch je weiter ich in die Geschichte eintauchte, desto mehr faszinierte sie mich.

Besonders auffällig und besonders positiv aufgefallen ist mir an "Medea - Stimmen" die Erzählung aus mehreren Perspektiven, durch die "Stimmen". Medeas Geschichte wurde im Laufe der Geschichte reihenweise erzählt, größtenteils mit ihr in der Rolle der Bösen. Margaret Atwoods Empfehlung auf dem Buchrücken (sie ist die Autorin von "Die Geschichte der Dienerin") lautet: "Ein mutiges, scharfsinniges, brilliantes und notwendiges Buch." Dem kann ich mich nur anschließen.
Denn hier wird Medea anders beleuchtet - missverstanden, ihrer Zeit voraus, Flüchtling, Feministin, stolz und ein Opfer.

Aber auch die anderen Figuren werden facettenreich dargestellt, auch die 'Bösen' kommen zu Wort. Einen Lieblingscharakter könnte ich dabei nur schwer benennen, nicht weil viel mit moralischen Grauschattierungen gespielt wird (wer mich kennt weiß, dass ist eher eine Herausforderung als eine 'Oh nein, wen soll ich mögen'-Ansage). Sondern eher weil jeder etwas ganz Anderes zur Geschichte beiträgt und selbst durch leidet und/oder erlebt. Dadurch wird jedes Kapitel abwechslungsreich, und der Ausgang der Geschichte umso dramatischer.

Eines der besten Bücher die ich bisher im Deutschunterricht lesen musste - ich habe es sogar gern gelesen! Auch wenn der Schreibstil anfangs gewöhnungsbedürftig war, insgesamt wird eine faszinierende, berührende Geschichte erzählt - im Hintergrund der aktuellen Geschehnisse noch immer relevant und wichtig!

 bis Sterne

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Autorin: Jessica Sorensen
Seiten: 252
Verlag: über Amazon veröffentlicht
ISBN: 978-1496134271

Worum geht's?

Ayden has had a rough life and believes things will always be that way, so when he’s suddenly adopted by the Gregorys, he’s thrown for a turn. But even with a new, loving family, he still finds himself haunted by memories of his old life. But those memories are easier to deal with whenever he’s with Lyric Scott, his spunky and outgoing best friend.

Lyric Scott has had a good life surrounded by family and friends, yet she always felt something was missing. But that changed the day she met Ayden Gregory. [...]


Wer ist die Autorin?

Jessica Sorensen is a New York Times and USA Today bestselling author from the snowy mountains of Wyoming. When she’s not writing, she spends her time reading and hanging out with her family.


Wie fand ich es?

Seit meinem letzten Buch von Jessica Sorensen ist eine ganze Weile vergangen - zu lange für meinen Geschmack. Deshalb versuchte ich mich einmal an diesem Roman, Buch 1 der Fortsetzungsreihe zu "Ella & Micha", dass es für eine Weile kostenlos zu erstehen gab.
Vielleicht auch weil ich die "Ella & Micha"-Reihe noch nicht vollständig gelesen habe, habe ich mich nicht nur ein wenig gespoilert, sondern war anfangs auch etwas verwirrt von den Ereignissen. Man stieg gleich mit einem Kapitel von Lyric in die Geschichte ein, und ihre Art warf einen wirklich direkt in die Geschichte...

Lyric ist ein ganz spezieller Charakter, eine Frohnatur und Optimistin, auf der Suche nach Inspiration. Sie ist stark, doch in manchen Aspekten auch ein typisches "Mädchen". Ein wirklich facettenreicher Charakter und das hat sie schnell für mich eingenommen, auch wenn sie anfangs ein wenig überdreht und "einfach" wirkte. Je mehr sie jedoch von sich zeigte und je mehr sie mit Ayden interagierte und ihm half, desto sehr schloss ich sie ins Herz.
Ayden machte es mir anfangs ebenfalls ein wenig schwer, und ich brauchte eine Weile um mit ihm warm zu werden. Doch mit der Zeit begeisterte er mich genauso wie Lyric, wenn auch auf völlig andere Weise. Die beiden sind definitiv zwei Seiten der selben Münze, aber zwei sehr unterschiedliche Seiten!

Mit unterschiedlichen Problemen und unterschiedlichen Leben. Fasziniert hat mich besonders die Beziehung der beiden zueinander, und ein großer Teil dieses Miteinanderwirkens besteht darin, sich eine Brücke zwischen diesen beiden Leben zu bauen. Ihre witzigen Dialoge, ihre gegenseitige Unterstützung, ihre Chemie... ein tolles Buchpaar, von dem ich mehr will!
Eine nette Geschichte, wenn auch für mich ein Stück zu kurz und teilweise etwas verwirrend und chaotisch. Doch Sorensens authentische Stimme, die Figuren Lyric und Ayden, sowie ihre einfach niedliche Beziehung zueinander haben mich mehr als überzeugt und ich werde die Reihe definitiv fortsetzen!

 bis Sterne

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Autorin: Alice Kuipers
Seiten: 240
Verlag: Fischer
ISBN: 978-3-596-17847-6

Worum geht's?

Die fünfzehnjährige Claire und ihre Mutter leben allein zusammen. Sie sehen sich nur unregelmäßig, da die Mutter als Ärztin in einer Geburtsklinik arbeitet – und Neugeborene halten sich nun mal nicht an feste Arbeitszeiten. Oft ist sie schon aus dem Haus, wenn Claire aufsteht, oder noch nicht zurück, wenn Claire zu ihrem Vater oder einer Freundin zum Übernachten geht. Dann hängen sie sich gegenseitig Nachrichten an die Kühlschranktür, Einkaufslisten, Taschengelderinnerungen, kleine Berichte aus ihrem Alltag.
Doch eines Tages muss Claires Mom, die Ärztin, selbst zum Arzt. Was sie dort erfährt, verändert ihr Leben. Und Mutter und Tochter müssen auf den kleinen Zetteln auf einmal so viel mehr unterbringen als bisher ...

Quelle

Wer ist die Autorin?

Alice Kuipers wurde 1979 in Londongeboren, studierte in Manchester und lebt heute in Saskatoon in Kanada. Sie hat Kurzgeschichten in Literaturzeitschriften und als Radioproduktionen veröffentlicht. Ihr erster, mehrfach ausgezeichneter Roman ›Sehen wir uns
morgen?‹ erschien in 29 Ländern und wurde zu einem internationalen Bestseller. Bei Fischer ist von Alice Kuipers außerdem der Roman ›Vor meinen Augen‹ erschienen.

Quelle

Wie fand ich es?

Dieses Buch. Es hat mich insgesamt eine Dreiviertelstunde gekostet, dieses Buch zu beenden und innerhalb so wenig Zeit hat mich dieses Buch wahnsinnig berührt. Das ist wirklich bemerkenswert und ich kann Alice Kuipers nur applaudieren dafür, denn einfach kann das wirklich nicht sein.
Ich hatte schon einige Male von "Sehen wir uns morgen?" gehört, doch die Geschichte klang nicht wie etwas das mich überraschen, berühren oder überhaupt fesseln könnten. Dennoch ist mir das Buch im Gedächtnis geblieben, durch die einzigartige Erzählweise von der mir bereits vorher berichtet wurde, sodass ich gleich danach griff, als ich es in der Bibliothek sah.

Hier wird eine wunderbar authentische Mutter-Tochter Geschichte erzählt, die sich auf Notizzetteln widerspiegelt. Man bekommt einen tollen Einblick in die Gefühle der Figuren und ihre Beziehung, innig, wenn auch unkonventionell. Sie bilden das Herz der Erzählung, und die anderen Figuren sind nicht sehr ausgearbeitet, was jedoch nicht besonders ins Gewicht fällt. Die beiden tragen die Geschichte und auch wenn die überbeschäftigte Mutter und der experimentierende Teenager nach einer schlimmen Klischeeerzählung klingt, so ist diese doch hier gut ausgearbeitet.

Mutter und Tochter wachsen einem schnell ans Herz und man leidet mit ihnen. Ich will gar nicht groß spoilern - es wird dramatisch und unerwartet und es hat mich wirklich berührt, wie mit dieser Wendung in der Geschichte umgegangen wurde. Es ist ein leider so alltägliches, tragisches Thema und reißt einen Menschen wirklich grausam aus dem "normalen" Leben. Ich hatte glücklicher Weise noch nicht in meinem Umfeld damit zu tun, doch so vielen anderen geht es nicht so, und ich denke, nach "Sehen wir uns morgen?" kann ich ein wenig besser verstehen wie scheußlich so etwas sein muss.

Ein emotionaler Roman fürs Herz, der mich überrascht hat und eine viel tiefere, tragische Geschichte offenbart als auf Seite 1 denkbar ist, je weiter man liest. Ich kann das Buch nur jedem empfehlen und werde mich noch lange daran erinnern.

 bis Sterne

[Gesehen] Woche 23 - 26

Schon seit einer ganzen Weile gab es keinen Gesehen-Post mehr, da ich wahnsinnig viel zu tun hatte und kaum wirklich zum Schauen kam... insgesamt kam aber doch einiges zusammen! Und vor allem sind wieder viele verschiedenen Genre vertreten...

Orphan Black (Staffel 2 Folge 1 bis Staffel 3 Folge 10)
Nachdem ich die fantastische erste Staffel gesehen hatte, wollte ich mit dieser Serie warten bis sie vollständig erschienen ist - die fünfte und letzte Staffel erschien im Juni. Ja, ich habe mir ein wenig Zeit gelassen, doch es hat sich gelohnt. Noch bin ich nicht ganz fertig - dazu konnte ich mich noch nicht durchringen und dazu hatte ich auch noch nicht die Zeit. Ich will mich noch nicht vom Klonclub verabschieden! Tatiana Maslany leistet einfach fantastische Arbeit (genauso wie alle anderen Schauspieler der Serie, aber sie ist einfach besonders) und erweckt so viele facettenreiche, interessante Charaktere zum Leben. Diese Serie, ich wünschte es gäbe Klone davon - einfach super! Hoffentlich können Staffel 4 und 5 auch überzeugen...

CRAZY EX-GIRLFRIEND (Staffel 1 Folge 1 bis Folge 8)
Eine etwas eigenwillige, aber durchaus amüsante Serie voller Figuren mit Problemen, mehr Problemen und Grauschattierungen. Rebecca und ich haben uns nicht direkt verstanden, doch mit jeder Folge wächst sie mir mehr ans Herz, so wie die anderen Figuren. Ich freue mich auf den Rest der Staffel!

AGENTS OF SHIELD (Staffel 3 Folge 1 bis Folge 6)
Nachdem ich ja schon, trotz ein paar Makeln, mit den ersten beiden Staffeln viel Spaß hatte, begann auch diese spannend, überraschend und kann vor allem bei Daisy mit einer tollen Entwicklung punkten. Auch Simmons wird mir hier eindeutig sympathischer als in Staffel 2. Alle Figuren werden auf die Probe gestellt, dabei ist die Staffel noch nicht mal wirklich angelaufen - das kann hoffentlich nur Gutes bedeuten!

RED SNIPER: DIE TODESSCHÜTZIN
Ein Film auf den ich mich wirklich gefreut habe, und als er gestern eintraf wurde er sofort geschaut - und geliebt. Soundtrack, Schauspieler, Handlung... alles wunderbar. Und eine wahre Geschichte einer wirklich beeindruckenden Frau; es fällt mir schwer zu begreifen, warum die Geschichte sie derart vergessen hat, dass sie praktisch niemand kennt. Ljudmila Pavlichenko ist mehr als eine faszinierende Filmfigur - sie ist eine bemerkenswerte Person der Geschichte und ich kann jedem der sich für den zweiten Weltkrieg interessiert und einmal eine andere Perspektive - eine sowjetische nämlich (beziehungsweise ukrainisch-russisch, da der Film aus einer Kooperation von Filmteams beider Länder entstand). Berührend und tragisch gleichermaßen!

Donnerstag, 21. September 2017

Lesen mit Sophia's Bookplanet 4.0 #2

Ich hänge sowohl bei diesen Update-Posts als auch ein Lesen ein wenig hinterher, doch hier kommt nun der zweite Einblick in das Gemeinsame Lesen von "Don't you cry - Falsche Tränen" mit Sophia von Sophias Bookplanet. Wir haben uns wieder drei Fragen gestellt, wie auch für den letzten Part der Updates geplant, und hier sind meine Antworten (bezogen auf den Lesestand Seite 187):

1. Konnte dich dieser Thriller bisher fesseln?
Fesseln definitiv, wenn ich auch noch nicht gerade in Spannung ertrunken bin. Nach ein paar etwas holprigen Kapiteln in den ersten fünf bis zehn Kapiteln machte es mir der Schreibstil wirklich leicht in die Geschichte hineinzufinden. Und auch wenn die Geschichte bis dato noch ruhiger wirkt und recht langsam voranschreitet fasziniert mich das irgendwie.

2. Wessen Perspektive bevorzugst du: Alex' oder Quinns?
Eine Frage die für mich schwierig zu beantworten ist. Beide Perspektiven haben mich noch nicht vollends gepackt um ehrlich zu sein, auch wenn es interessante Facetten an beiden Geschichten gibt. Doch wirken die zwei Figuren noch nicht komplett fassbar auf mich und dass ich sie mehr als durchschnittlich sympathisch finden würde, kann ich auch nicht behaupten. Gespannt was noch auf sie zukommt bin ich allerdings sehr!

3. Was hat es, deiner Meinung nach, mit all dem auf sich?
Huh, auch das eine schwierige Frage - ich gestehe hiermit, ich habe keine Ahnung. Vor allem was die Verbindung der Handlungsstränge angeht tappe ich völlig im Dunkeln. Ich wage dennoch mal die Vermutung, dass es mit Esthers Verschwinden mehr auf sich hat als freiwilliges Verschwinden oder irgendein Problem mit Quinn. Denn in ihren Rückblicken auf ihre Freundschaft wirkt Esther mehr als sympathisch und Quinn nicht so völlig bescheuert jemanden SO fehl zu interpretieren. Vermutlich haben die Geschehnisse mit Quinn nichts zu tun, sondern nur mit Esther selbst. Aber das ist nur meine vage Vermutung...

Neugierig was ich von Sophia wissen wollte, und wie ihr das Buch bisher gefallen hat? Hier findet ihr ihren zweiten Update-Post.

Dienstag, 19. September 2017

Das Lied von Eis und Feuer 2 Das Erbe von Winterfell

Autor: George R.R. Martin
Seiten: 544
Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3-442-26781-1

Worum geht's?

Eddard Stark, der Lord von Winterfell, ist dem Ruf seines Königs und alten Freundes Robert Baratheon gefolgt und hat seine kalte Heimat im hohen Norden verlassen, um als Hand – als Roberts Berater und Stellvertreter – zu dienen. Eddard ist ein geradliniger, tapferer und aufrechter Mann, der sich jeder Gefahr mit dem Schwert entgegenstellen würde – doch die Ränke der Mächtigen bei Hof sind nichts, was man mit einem Schwert bekämpfen kann. Auch dann nicht, wenn man die Hand des Königs ist ...

Quelle

Wer ist der Autor?

George R. R. Martin, 1948 in Bayonne, New Jersey, in den USA geboren, veröffentlichte seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der amerikanischen Science-Fiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde er mit dem renommierten Hugo-Award ausgezeichnet. Danach war George R. R. Martin einige Jahre in der Produktion von Fernsehserien tätig, etwa als Dramaturg der TV-Serie "Twilight Zone". Erst im Jahr 1996 kehrte er mit einem Sensationserfolg auf die Bühne der Fantasy zurück: Mit dem ersten Band von "Das Lied von Eis und Feuer" setzte er einen Meilenstein in der modernen Fantasy und schuf ein gewaltiges Epos in bester Tolkien-Tradition: eine düstere, grausame, an das Mittelalter erinnernde Welt voller Intrigenspiele, Machtpolitik und Krieg, die die Leser packt und unerbittlich in ihren Bann zieht. [...]

Quelle

Wie fand ich es?

Nach "Die Herren von Winterfell" konnte ich nicht aufhören und habe mir direkt Band 2 gegönnt - und wurde von einer wirklich tollen Fortsetzung begeistert! Beziehungsweise, eigentlich ist es ja noch das gleiche Buch im Original. Die Geschichte schreitet schnell voran und keiner der Handlungsstränge ist vorhersehbar. Ständig gibt es neue Wendungen und Ereignisse, die die Geschichte in eine ganz andere Richtung drängen als auf den ersten Blick erkennbar!

So viele verschiedenen Handlungsstränge laufen ineinander, man hat das Gefühl eine kleine eigene Buchreihe auf gut fünfhundert Seiten zu lesen. Dennoch wird es nie, wie ich bei den vielen Figuren befürchtet hatte, zu viel auf einmal. Man hat immer einen guten Überblick darüber wer gerade in welchem Zusammenhang steht. Dieser Spagat zwischen viel Stoff und Übersichtlichkeit ist George R. R. Martin bisher wirklich gut gelungen!

Die Vielzahl an Figuren und Motiven, ohne die leidige Verwirrung sie nicht auseinanderhalten zu können, schafft viele Möglichkeiten für Charakterentwicklungen und spannende Entwicklung und Verwicklung der Situation. Der "Kampf um den Thron" geht weiter und sein Ausgang ist noch genauso mysteriös wie am Anfang, ohne, dass die Geschichte wirkt als würde sie nicht vorankommen. Immer wieder stellen sich neue Hindernisse in die Weg der Figuren und wie sie damit umgehen ist so unterschiedlich wie interessant.

Die Erzählweise aus mehreren, sehr verschiedenen Perspektiven macht die Geschichte noch extra faszinierend. Ich habe meine Favoriten, doch selbst Figuren die mir in dem was ich von der TV-Serie kenne eher unsympathisch waren, können mich hier überraschen und doch irgendwie begeistern, beispielsweise Jon Snow, Arya und Daenerys. Sie müssen sich mit ganz eigenen Problemen auseinandersetzen und sie meistern - falls es ihnen gelingt - und es wird mit moralischen Erwartungen und Grauschattierungen jongliert. Die Klischees des Genres und meine Erwartungen als Leser werden "gegen mich verwendet", sodass ich immer wieder überrascht wurde! Hoffentlich geht es genauso weiter, und vor allem von Tyrion und Sansa sieht man noch so einiges!

"Das Erbe von Winterfell" schließt nicht nur inhaltlich, sondern auch qualitativ an das erste Buch der "Das Lied von Eis und Feuer"-Reihe an. Ich kann es nicht erwarten, der Geschichte von Westeros noch weiter zu folgen und werde baldmöglichst das dritte Buch lesen! Nach der letzten Seite konnte ich gar nicht so richtig glauben, dass ich mich noch ein paar Tage gedulden muss... Eine klare Fantasy-Empfehlung! Wem das erste Buch gefallen hat, der wird auch mit diesem spannende Lesestunden verbringen!

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