Dienstag, 31. Januar 2017

Was war los im Januar?

Ich habe es im neuen Jahr direkt mal ohne Leseplanung versucht - denn im Laufe der letzten Monate fühlte ich mich immer mehr davon "unter Druck gesetzt" bestimmte Bücher lesen zu müssen. Auch wenn dies natürlich eher ein Ratschlag an mich selbst was ich dringend lesen sollte darstellt, wollte ich ausprobieren ob ich mich so besser fühle. Und für den Moment hat das funktioniert. Auch wenn ich zugegeben nicht beeindruckend viel gelesen habe. Aber hey, das was ich las war eigentlich alles weiterzuempfehlen!

GELESEN
- Denise Deegan - Wer sucht schon das große Glück?
- Jennifer Estep - Black Blade 3 Die helle Flamme der Magie
- Alwyn Hamilton - AMANI Rebellin des Sandes
- Engelmann, Julia - Eines Tages, Baby [ReHeard]
- Engelmann, Julia - Wir können alles sein, Baby [ReHeard]
- Engelmann, Julia - Jetzt, Baby [ReHeard]
- Welskopf-Henrich, Liselotte - Über den Missouri [ReRead]
- Tad Williams - Bobby Dollar 1 Die dunklen Gassen des Himmels [Hörbuch] (beendet)
- Gavin Extence - Libellen im Kopf

GESCHRIEBENE REZENSIONEN
- J.R.R. Tolkien - Der Herr der Ringe [Hörspiel]
- Sarah J. Maas - Throne of Glass 2 Kriegerin der Finsternis
- Jennifer Estep - Black Blade 3 Die helle Flamme der Magie
- Hamilton, Alwyn - AMANI: Rebellin des Sandes

Sonntag, 29. Januar 2017

Lassen wir 2016 Revue passieren...

Ein Stückchen verspätet hier mein Jahresrückblick. Ich hatte ein paar Probleme damit mir da wirklich ein passendes Format zu überlegen - daher habe ich mir einfach den "Bookish Jahresrückblick" Tag dafür ausgesucht. Diesen habe ich bei Nickis Bücherwelt gefunden, hier findet ihr ihren Post. Der Tag stammt von Tanjas Rezensionen, hier findet ihr ihren Beitrag für dieses Jahr und von da stammen auch die verwendeten Bilder.
Vor der Antwort auf die 13 Fragen noch ein paar kurze, knappe Fakten.

STATISTIK 2016

Gelesene Bücher: 114

Insgesamt gelesene Seiten: 40 924

Find the Cover Challenge: erfolgreich abgeschlossen

Serienkiller Challenge: Ähm... die Hälfte habe ich geschafft, 6 von 12 also. Schaut mich nicht so an, ich habe es versucht.


Und schon bei der ersten Frage habe ich ein wenig geschummelt - und elf statt zehn Bücher ausgewählt. Es war einfach unmöglich mich zu entscheiden welches ich wegstreichen sollte, da mir alle unglaublich gut gefallen haben. Es gibt auch zu allen Büchern bereits Rezensionen hier auf der Bücherinsel.



Ich bezeichne mich als wirklich glücklich ein ziemlich wählerischer Leser zu sein - dadurch kommen weniger Enttäuschungen, auch wenn mein Leseverhalten nicht besonders abenteuerlich ist. So gerate ich je mehr ich lese immer seltener an Bücher die mich wirklich enttäuschen. Aber dennoch kommt es natürlich vor das mich Romane enttäuschen. So wie diese. Wer genauer wissen will warum, sollte sich die Rezension durchlesen. Auch wenn ich so im Rückblick betrachtet das Gefühl habe, sehr viel "zu nett" beurteilt zu haben. Vorsatz fürs neue Jahr - schärfere Kritik!


Sehr gefreut habe ich mich dieses Jahr auf "Spinnenzauber" und "Spinnenfeuer", die eine meiner Lieblingsreihen "Elemental Assassin" fortsetzten. Und beide Bücher sind auch schon rezensiert und das Warten auf sie hat sich gelohnt, sie haben mir beide sehr gut gefallen! Und auch auf "Der letzte Stern" habe ich mich so sehr gefreut - habe es allerdings, Spoiler, immer noch nicht gelesen.



Die beiden (vorerst) letzten Bücher der "Skulduggery Pleasant" Reihe "Die Rückkehr der toten Männer" und "Das Sterben des Lichts" wollte ich so gern lesen! Will ich immer noch! Doch a) habe ich Angst davor welcher meiner Lieblingscharaktere sterben wird (und es wird ganz sicher einer von ihnen sterben, in dieser Hinsicht habe ich in Romanen immer unglaublich viel Glück *hust*) und b) war ich bisher der Meinung, die Reihe würde nicht fortgesetzt werden und das wäre das... Ende. Und da diese Bücher unglaublich wichtig für mich sind, möchte ich nur ungern das sie vorbei sind. Doch jetzt soll ja ein zehnter Band erscheinen, von daher... ran an die Seiten, sobald ich Zeit dafür finde.





Das reicht fast für noch ein Top Ten... So einige Bücher konnten mich dieses Jahr überraschen, einer der schönen Aspekte von 2016 (und die waren ja wirklich rar gestreut). Von den "Chroniken der Unterwelt" hätte ich nach all den kritischen Meinungen die ich dazu inzwischen schon gehört habe nicht erwartet das mir die Geschichte schlussendlich so gut gefallen würde - offensichtlich eine Fehleinschätzung. Bei den beiden "Zodiac" Büchern zeichnet sich ein gewisses Muster ab - der Einstieg fällt aus irgendeinem Grund schwer, doch dann kann die Geschichte mit vielen tollen Handlungssträngen und Figuren punkten. Die anderen drei Bücher sind alles Fälle von Anfangsvermutung "ich schätze ganz nett" die schlussendlich fast Fälle für die Top Ten der Jahreshighlights waren.


Nun, eine richtige "pure" hatte ich nicht wirklich, doch meine Buchflops bei Punkt 2 fallen eigentlich alle in die Kategorie "Enttäuschung".




Davon gab es auch so einige ;) Und irgendwie war das Schema "hübsches Äußeres, hübsches Inneres" dieses Jahr das Motto der schönen Cover.


Da hat sich eindeutig weiter Jennifer Estep etabliert, von der mich eigentlich jedes Buch überzeugen kann und deren Stil ich immer mehr mag, je mehr ich von ihr lese.


Da würde ich die Leipziger Buchmesse nennen - 2016 das erste Mal mit Akkreditierung, Zugang zum Bloggerbereich und allem. Es war höchst interessant und man kam mit vielen Leuten ins Gespräch, eine wirklich erwähnenswerte Erfahrung.

Ansonsten ist der Ausblick da positiver als der Rückblick. Meine Beiträge sind ja deutlich seltener geworden - was allerdings keineswegs bedeutet, dass ich das Bloggen aufgeben werde oder irgendetwas in dieser Richtung. Ich habe noch immer sehr viel Spaß daran und es ist eines der Dinge, in die ich am liebsten meine Energie hineinstecke. Doch leider ist bei mir persönlich in diesem (besonders in dieser Hinsicht total blöden) letzten Jahr einiges passiert das mich davon abgehalten hat, dieser Leidenschaft nachzugehen.


Dieser Begriff bedeutet offenbar so etwas wie "Lieblingsärgernis" und ich habe keine wirkliche Antwort auf diese Frage *hust*. Eventuell die Angewohnheit von Young Adult Büchern viel zu schnell in die "lasst uns Sex haben, sonst muss im Buch ab Seite 100 von 300 dann nichts mehr Interessantes passieren". Es gibt viele talentierte Menschen die fantastische erotische Szenen schreiben können. Nichts dagegen, im Gegenteil, kann eine Geschichte prima ergänzen oder auch das Hauptthema ausmachen! Doch leider hat man davon nicht viel, wenn diese Szenen total gehäuft vorkommen und einen irgendwann nur noch nerven. Charakterentwicklung, Chemie, Humor! Mehr davon zusätzlich, dann können die Typen in dem Buch von mir aus auch fünf Mal hintereinander miteinander schlafen, wenn es denn passt.


Mir hat der Film zu Ein ganzes halbes Jahr ja überraschend zugesagt. Man mag darüber sagen was man will, aber ich kam heulend raus und das Thema verfolgt und beschäftigt mich immer noch, also irgendetwas haben sie richtig gemacht. Außerdem gefiel mir Now You See Me 2 gut, nachdem ich auch schon den ersten Teil echt mochte.

An Serien haben mir besonders Jessica Jones und Jane the Virgin (bzw. die bereits davon auf Netflix gezeigten Staffeln, weiter bin ich noch nicht auch wenn es bei letzterer ja schon mehr Folgen gibt). Und da das alles eher international populär war, mal mehr in den deutschen Serienraum (genauer gesagt in die Eifel) - kennt jemand Mord mit Aussicht? Total ulkige Krimiserie mit sehr schrägem Humor und fantastischen Figuren! Kann ich nur empfehlen, wer mit der Art Witz klar kommt, meinen Geschmack trifft es total!


Wieder freue ich mich auf die Leipziger Buchmesse - auch wenn ich diesmal nur Samstag und/oder Sonntag da sein kann, da ich die Tage davor in Krakau verbringe (auch etwas worauf ich mich freue). Ja, sonst auf viele weitere interessante fremde Bücher-, Film- und Serienwelten (da gibt es vielversprechende Neuerscheinungen!) und hoffentlich ein insgesamt besseres Jahr als es 2016 war *schauder*.


Ja, wie bereits bei Punkt 9 erwähnt, war dieses letzte Jahr für mich nicht unbedingt einfach. Ich bin dabei daran zu arbeiten, doch sich damit unter Druck zu setzen wird mein(e) Problem(e) nicht lösen sondern verschlimmern, daher bitte ich um ein wenig Verständnis von euch - es kommen Beiträge, in die ich auch viel Arbeit und Gedanken hineinstecken möchte, nur vielleicht nicht sofort wieder 15 pro Monat. Doch es wird aufwärts gehen, das verspreche ich hiermit mal euch und mir selbst. Auf gutes Gelingen und ein erfolgreiches, glückliches neues Jahr!

Freitag, 27. Januar 2017

AMANI: Rebellin des Sandes

Autorin: Alwyn Hamilton
Seiten: 352
Verlag: cbt
ISBN: 978-3-570-16436-5

Worum geht's?

Die 16-jährige Scharfschützin Amani will nichts mehr, als Dustwalk, einem Kaff mitten in der Wüste, den Rücken zu kehren. Bei einem Schießwettbewerb, der Amani die Freiheit bringen soll, kreuzt Jin ihren Weg: ein faszinierender Fremder, der von den Schergen des Sultans verfolgt wird. Jin soll zu den Rebellen gehören, die den abtrünnigen Prinzen Ahmed unterstützen. Amani und Jin werden Reisegefährten wider Willen und kämpfen bald ums Überleben – gegen magische Djinn, gegen die Soldaten des Sultans und eine mysteriöse, tödliche Waffe. Unversehens steckt Amani mitten in einer Rebellion, die das Schicksal ihres Landes entscheiden könnte und ihre Gefühle für Jin offenbart …

Quelle

Wer ist die Autorin?

Alwyn Hamilton wurde in Toronto geboren, doch ihre Familie pendelte zwischen Kanada, Frankreich und Italien hin und her, bis sie drei Jahre alt war, und ließ sich schließlich in der Kleinstadt Beaune in Frankreich nieder. Alwyn Hamilton studierte Kunstgeschichte in Cambridge, wo sie 2009 ihren Abschluss machte. Heute wohnt sie in London und arbeitet dort für das Auktionshaus Christie’s.

Quelle

Wie fand ich es?

Geschichten wie in Tausendundeine Nacht, voller Dschinn, Karawanen. glühender Sonnen- auf und Untergänge, Abenteuer und Teppichreiter haben mir schon immer gefallen. Beispielsweise "Die Sturmkönige" von Kai Meyer kann ich in diesem Zusammenhang empfehlen, für die Leser denen solche Geschichten ebenfalls zusagen. Jedenfalls, da "Rebellin des Sandes" ebenfalls eine eindeutig von orientalischer Kultur und Welt inspiriert wurde, wurde ich auch auf das Buch aufmerksam. Und ich wurde von Alwyn Hamiltons Debüt nicht enttäuscht!

Schon auf den ersten Seiten fiel mir der wunderbare, sehr bildliche und atmosphärische Schreibstil auf. Alwyn Hamilton schafft es ungewöhnliche, in die Situationen passende Metaphern aneinanderzureihen, gleichzeitig jedoch kurz und knapp zu berichten ohne abzuschweifen. Diese Mischung findet man - diese Erfahrung habe ich bisher jedenfalls gemacht - nur selten, und hat mich wirklich beeindruckt. Von der Originalität des Stils einmal abgesehen, wurde ich von Hamiltons Art zu schreiben schnell gefesselt und habe das Buch verschlungen.

Die erschaffene Atmosphäre wirkt lebensnah, authentisch. Man kann die Hitze der Wüste, die Härte des Lebens das Amani durchlebt, ihren Schmerz wenn sie eine Verletzung erleidet oder das Gefühl der Sonne auf der Haut mitempfinden. Der ganzen Welt und Gesellschaft ihrer Geschichte konnte die Autorin wirklich Leben einhauchen. In die spannungsreiche Handlung eingewebt waren viele durchdachte Informationen, zum Beispiel die Benachteiligung von Frauen, ein meiner Ansicht nach sehr gut einbezogenes Thema, das einem die Welt der Realität ein wenig vor Augen hält, auch wenn Diskriminierung in der heutigen Welt nicht so offensichtlich gelebt wird wie in dieser Geschichte.

Doch unter solchen gesellschaftskritischen Themen litt nicht wie oft angenommen die Handlung, und auch nicht die Protagonistin - nein, die kommt durch diese Lebensumstände und die Hindernisse ihrer Umwelt zum Strahlen. Amani ist eine Protagonistin die sich sehr schnell in mein Herz geschlichen hat. Sie ist ein starker Charakter der mich oft beeindrucken konnte, auch dadurch wie sie ihre Ziele erreicht - auch wenn sie natürlich "etwas Besonderes" ist, hat sie für die Fähigkeiten auf die sie sich viel lieber verlässt hart gearbeitet und trainiert.

Und, im Gegensatz zu vielen anderen weiblichen Protagonistinnen der populären Young Adult Romane, verliert sie nicht ihr Hirn sobald ihr Love Interest, in diesem Fall Jin, die Bühne betritt. Wohl auch dadurch war mir ihre sich langsam entwickelnde Beziehung sympathisch. Die meisten anderen Nebencharaktere auf die Amani und mit ihr der Leser im Laufe der Geschichte trifft hatten nur wenige Auftritte, doch erweckten direkt einzigartige Eindrücke, wodurch die Geschehnisse gegen Ende von "Rebellin des Sandes" emotional erreichen.

Die Handlung bleibt von Anfang bis Ende spannend - nur etwa zu Beginn des letzten Drittels hatte ich ein paar Probleme mit der Richtung die die Geschichte zu nehmen schien. Der Umschwung in der Geschichte zu diesem Zeitpunkt, insbesondere die Offenbarungen über Jin beziehungsweise Amanis Reaktion darauf empfand ich als ein wenig heftig und musste mich erst einmal darauf einstellen. Zum Ende hin besserte sich dies jedoch, und die Geschichte ließ mich gespannt auf die weitere Entwicklung der Handlung zurück.

Eine spannende Fantasy-Geschichte mit einer facettenreichen, taffen Protagonistin, einer authentisch gestalteten Welt und einem angenehmen, bildlichen Schreibstil! Ich freue mich schon darauf, in den weiteren Büchern der Trilogie weiterhin die Abenteuer Amanis mitzuverfolgen!

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den cbt Verlag und das Bloggerportal Randomhouse!

Samstag, 21. Januar 2017

Black Blade: Die helle Flamme der Magie

Autorin: Jennifer Estep
Seiten: 336
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-70357-4

Worum geht's?

Aller guten Dinge sind drei - das Finale der »Black Blade«-Trilogie! 
Als Diebin hat Lila Merriweather eine Begabung für drei Dinge: Erstens, sich in den Schatten zu verbergen. Zweitens, überall unbemerkt einzubrechen. Und drittens, Geheimnisse zu lüften. Diese Talente kommen ihr auch bei ihrer Arbeit als Bodyguard der Sinclair-Familie zugute - immerhin eine der mächtigsten magischen Mafiafamilien in Cloudburst Falls. Jeder weiß, dass Victor Draconi sie und die anderen Familien einkassieren will - und vorhat, jeden einzelnen Sinclair umzubringen. Doch was niemand weiß, ist, dass Lila ihm auf den Fersen ist. Auf keinen Fall wird sie zulassen, dass der Mann, der ihre Mutter getötet hat, weiteren Menschen, die ihr etwas bedeuten, Schaden zufügt. Nicht so lange es noch Häuser gibt, in die sie einbrechen kann, nicht so lange es noch Dinge gibt, die sie stehlen muss und besonders nicht so lange Devon Sinclair an ihrer Seite kämpft ...

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Wer ist die Autorin?

Jennifer Estep ist Journalistin und New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie schloss ihr Studium mit einem Bachelor in Englischer Literatur und Journalismus und einem Master in Professional Communications ab und lebt heute in Tennessee. Bei Piper erscheinen ihre Serien um die »Mythos Academy«, »Black Blade« sowie die Urban-Fantasy-Reihe »Elemental Assassin«.

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Wie fand ich es?

Cloudburst Falls - ein letztes Mal den "magischsten Ort der Welt" zu besuchen, fühlte sich von der ersten Seiten an nach einem Abschied an. Und er ist eindeutig gelungen! Hätte mir vor dieser Reihe jemand gesagt, das eine Mischung aus Mafiafamilien, Monstern und Magie derartig fesseln könnte, ich hätte falsch getippt und demjenigen nicht geglaubt. Doch Jennifer Estep hat genau das geschafft!

Beginnen wir mal ganz unkonventionell nicht mit der Hauptfigur, sondern den Nebenfiguren. Von ihnen gibt es einige, doch neben Claudia, Mo, Oscar und Tiny stachen für mich drei besonders hervor. Zum einen waren das Deah und Felix. Ihre Beziehung, so wenig man davon auch in "Black Blade" teils gesehen hat, war von Anfang an wirklich spürbar für den Leser und sie haben sich deutlich weiterentwickelt und haben ihre Hindernisse erfolgreich gemeistert - auf zauberhaft charmante Art.  Vor allem Felix konnte die Geschichte auch immer wieder mit ein wenig Humor auflockern, ohne unglaubwürdig zu wirken oder zur Karikatur zu werden.

Und relativ schnell war ja bereits zu Beginn der Reihe schon für mich klar, dass auch Devon mir als Love Interest sehr gefallen würde - und das hat er. Er ist nett, mitfühlend, zuvorkommend, aber auch ein Kämpfer. Diese Mischung findet man in Romanen leider eher selten - so oft gibt es entweder den unglaublich toughen Bad Boy oder den völligen Softie. Diese Stereotypen haben sich natürlich aus einem Grund bewährt und ich empfinde sie auch nicht in jedem Fall als negativ. Dennoch stach Devon Sinclair hier heraus, und er tat es auf sehr sympathische Art und Weise. Auch wenn er im Finale keine so große Rolle hatte wie bisher konnten mich seine Szenen emotional mitnehmen, und besonders seine Unterstützung und Akzeptanz Lila gegenüber hat überzeugt.

Ein sehr großes Plus für mich sind auch die zwischenmenschlichen Beziehungen, sowohl romantischer als auch freundschaftlicher oder sonstwie gearter Natur. Meiner Ansicht nach spricht es sehr für die Autorin, wie sie es schafft auf diesem Gebiet Spannung zu erzeugen, ohne unnötige einfach gemachte Probleme zu erschaffen, sondern zu nutzen was sich aus den sonstigen Handlungssträngen und unterschiedlichen Figuren ergibt. Dadurch entsteht nicht unnötig Drama, aber man kann mit den Charakteren mitempfinden ohne konstant die Augen wegen unrealistischem Gezanke verdrehen zu müssen.

Neben dem gesamten, wirklich nicht unbedeutenden emotionalen Faktor, hat die Geschichte aber noch mehr zu bieten. Sehr gut geschriebene Kampfszenen, Spannung, und immer wieder Wendungen mit denen ich nicht gerechnet hätte. Kaum war ein Übel bekämpft, stand bereits das nächste vor Lila und ihren Freunden und nicht mit ihnen zu bangen war einfach unmöglich!

Besonders die Konfrontation Victor - Lila, die sich durch das gesamte Buch zieht, macht den Charme nicht nur dieses dritten Teils sondern auch der gesamten Reihe aus. Victor ist, trotzdem man ihn in manchen Bereichen durchaus eindimensional nennen könnte, ein für mich überzeugender Antagonist. Er wirkt tatsächlich furchteinflössend, und auch wenn er sich wie viele Bösewichte selbst gern reden hört, kauft man ihm Intelligenz, Fähigkeiten und Grausamkeit durchaus ab. Die Geschichte hält was sie in Bezug auf ihn verspricht.

Zum Schluss zu der unvergleichlichen Lila Merriweather - diese Protagonistin, eine "Diebin der Superlative" wie sie sich selbst betitelt, hat es geschafft mich zu begeistern, zu berühren und zum Lachen zu bringen. Neben vielen interessanten, lebendig gestalteten Nebenfiguren, strahlt sie wie die helle Flamme der Magie, mit der sie sich in diesem Buch auseinandersetzen muss. Sie war menschlich, nachvollziehbar, und eine beeindruckende Heldin. Sie ist kein Übermensch, sondern einfach nur zielgerichtet, arbeitet hart und bereit, alles in ihrer Macht stehende zu tun, und das steht nicht nur auf den Seiten, das durchdringt jeden Aspekt ihrer Geschichte. Dies, sowie die Tatsache, dass sie sich zwar mit ihrer Geschichte weiterhin plagt, sich damit jedoch auseinandersetzt und daran wächst, hat sie mir wirklich ans Herz wachsen lassen und ich würde mich über mehr Romane der "Black Blade" Reihe wirklich freuen. Doch auf eine gewisse Art fühlte sich dies wirklich wie ein Ende an.

Aller guten Dinge sind wirklich drei, wie der Klappentext proklamiert - ein wunderbares Finale einer spannenden Reihe. Jennifer Estep hat erneut gezeigt wie gut sie faszinierende Charaktere und interessante Handlungsstränge nicht nur schaffen, sondern auch zu einem zufriedenstellenden Ende bringen kann. Eine rundum empfehlenswerte Fantasyreihe!

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Piper/ivi Verlag!

Montag, 16. Januar 2017

Throne of Glass: Kriegerin im Schatten

Autorin: Sarah J. Maas
Seiten: 542
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-71652-9

Worum geht's?

Celaena hat sich in einem unerbittlichen Wettkampf gegen ihre Konkurrenten durchgesetzt und ist nun Champion des Königs. Nach seinen Vorgaben soll sie unliebsame Gegner beseitigen, die dessen grausame Herrschaft beenden wollen. Doch statt sie aus dem Weg zu räumen, warnt Celaena seine Feinde und ermöglicht ihnen so die Flucht. Dieses Geheimnis verbirgt sie zunächst selbst vor Chaol, zu dem sie sich gegen ihren Willen immer mehr hingezogen fühlt. Wie sehr kann sie ihm vertrauen? Schließlich ist Chaol der Captain der königlichen Leibgarde. Soll sie auf ihr Herz oder ihren Verstand hören?

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Wer ist die Autorin?

Sarah J. Maas wuchs in Manhattan auf und lebt seit einiger Zeit mit Mann und Hund in Pennsylvania. Bereits mit dem ersten Entwurf zu ›Throne of Glass‹ sorgte sie für Furore: Mit 16 veröffentlichte sie ›Queen of Glass‹ (so der damalige Titel) auf einem Online-Forum für Autoren und initiierte damit eines der frühesten Online-Phänomene weltweit.

Quelle

Wie fand ich es?

Zuerst einmal - ich bin sehr froh darüber, das dem Klischee der Dreiecksgeschichte das sich in Band 1 angedeutet hatte hier mit einem gewissen Fingerspitzengefühl begegnet wurde. Es stand zu keiner Zeit außer Frage wem Celaenas Herz gehört, der Verschmähte tat sich lediglich etwas schwer damit weiterzumachen. Doch auch wenn es manchmal zu Spannungen zwischen den drei betreffenden Figuren kam, wurde die Situation meiner Ansicht nach (bisher) gut gelöst und sorgte nicht nur für Extradrama sondern offenbarte mehr über die Charaktere und nahm dem Rest der Handlung nicht die Wichtigkeit.

Außerdem wurde Celaena erfreulicher Weise nicht nur um der Romantik wegen völlig verändert oder verlor ihren Charakter. Ich mochte Celaena ja schon in Buch 1, doch in "Kriegerin der Finsternis" erfuhr man noch weitaus mehr über sie. Dabei sorgte sie durch ihre Undurchschaubarkeit, auch gegenüber dem Leser, immer wieder für Überraschungen, wodurch die Geschichte interessanter gestaltet wurde. In diesem Buch entwickelt sich diese einzigartige Protagonistin deutlich weiter, in eine Richtung deren genaues Ziel wohl noch offenbart wird. Auch die anderen Figuren zeigen neue Facetten und überraschen durch ihre Entwicklung.

Mit ihnen wird allerdings alles andere als zart umgesprungen - was Raum für noch mehr Spannung und unvorhersehbare Wendungen lässt. An vielen Stellen dachte ich, ich wüsste was geschehen würde, wurde jedoch völlig kalt erwischt von viel schockierenden Ereignissen als ich sie erwartet hätte. Besonders etwa in der Mitte der Geschichte entstand ein völliger Wendepunkt. Ein emotionales Hoch, sozusagen, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hätte, da ich damit eher gegen Ende des Romans gerechnet hätte.

Der gesamte Roman stürzt den Leser in emotionales Chaos. Nicht nur Celaena, nahezu alle Figuren haben verständliche Motivationen die allerdings natürlich in Konflikt miteinander treten. Vor allem bei der Protagonistin erzeugte das eine Entwicklung, aber auch bei anderen, auf deren zukünftiges Zusammenwirken ich gespannt bin. Im Vergleich mit dem ersten Buch hat sich im Rahmen der Dynamik der Charaktere schon so viel verändert, dass ich einerseits gespannt auf die Fortsetzungen bin, andererseits aber ein wenig Angst habe... doch das macht einen Teil der wirklich guten Geschichten meiner Meinung nach aus.

Im Laufe dieses gar nicht so dicken Buchs geschehen wirklich viele Dinge auf einmal, von denen ich nie geahnt hätte, dass sie alle in ein Buch passen. Sehr viele, zweifellos gut durchdachte Handlungsstränge laufen ineinander, und diese Komplexität der Handlung ist einer der interessantesten Aspekte dieser Geschichte. Alles zusammen genommen erzeugt die Geschichte um Celaena eine unglaubliche Sogwirkung, wofür auch der nüchterne Schreibstil und die Erzählung aus verschiedenen Perspektiven verantwortlich ist. Die über 500 Seiten waren in wenigen (vollgestopften) Tagen verschlungen, weil man das nächste Kapitel und die nächste spannende Idee gar nicht erwarten konnte.
Auch weiterhin ist die Welt von Erilea faszinierend - auch wenn erst Band 3 verspricht viel mehr davon zu zeigen. Die neuen Erkenntnisse gegen Ende von "Kriegerin der Finsternis" schaffen Raum für völlig neue Handlungsstränge, aufgrund derer ich "Erbin des Feuers" geradezu entgegenfiebere.

Eine spannende Fortsetzung die noch mehr aus dem Stoff des ersten Buchs macht und einige Möglichkeiten für den weiteren Handlungsverlauf eröffnet! Weit mehr als nur ein zweiter Band, voller Spannung und unerwarteter Wendungen, die die facettenreichen Figuren auf harte Proben stellen.
Emotional, fantasiereich und originell - jedem zu empfehlen dem "Throne of Glass: Die Erwählte" gefallen hat!

 Sterne

Mittwoch, 4. Januar 2017

[Hörspiel] Der Herr der Ringe

Autor des Buchs: J.R.R. Tolkien
Länge: 2 CDs/687 min
Verlag: der Hörverlag
ISBN: 978-3-8445-2476-5

Worum geht's?

Wir schreiben das Jahr 3001, Drittes Zeitalter nach der Großen Schlacht. Im Auenland gehen merkwürdige Dinge vor. Sauron, der Böse, ist wieder erstarkt, und die Schatten seines Reiches Mordor werden länger. Bald ist ganz Mittelerde vom Untergang bedroht. Sauron fordert sein Eigentum zurück: den Einen Ring, den Ring der Macht. Dieser ist unter allen Geschöpfen, stolzen Elben, klugen Zauberern, Menschen und Zwergen ausgerechnet Frodo, dem Hobbit, in die Hände gefallen. Nur er allein kann Mittelerde retten, und so beginnen die Großen Jahre ...

Quelle

Wer ist der Autor?

John Ronald Reuel Tolkien wurde am 3. Januar 1892 in Bloemfontein in Südafrika geboren. Sein Vater starb, als er vier Jahre jung war, und so musste seine Mutter ihn und seinen jüngeren Bruder in bescheidenen Verhältnissen in England aufziehen. Früh zeigte sich seine Liebe zu Sprachen. Er erhielt ein Stipendium für das Exeter College in Oxford, wo er 1913 seinen B.A. mit Bravour bestand. [...] Seine letzte Professur erhälte er als Merton Professor für englische Sprache und Literatur 1945 in Oxford. Tolkien ging 1959 in Ruhestand und war überrascht, welchen Erfolg seine Neuschöpfung einer mythischen Welt hat, die im "Silmarillion", dem "Herrn der Ringe" und dem "Hobbit" Ausdruck findet. Gerade in den Vereinigten Staaten wurde der Brite in den 60ern zum Kultautor. 1971 starb Tolkiens Ehefrau Edith. Für seine herausragende literarische Bedeutung wurde Tolkien 1972 von der Queen geadelt. Am Morgen des 2. September 1973 starb der Schöpfer von Mittelerde in einem Krankenhaus in Bournemouth.

Quelle

Einige Sprecher:

Die opulente Inszenierung mit der Musik von Peter Zwetkoff und einem beeindruckenen Cast: Rufus Beck, Matthias Haase, Hans Peter Hallwachs, Matthias Ponnier, Ernst Schröder, Manfred Steffen und vielen anderen.

Quelle

Wie fand ich es?

Ich bin mit der Geschichte um Frodo Beutlin und den Einen Ring aufgewachsen, habe sie schon in Buch- und Filmform genossen und muss mich innerlich immer wieder vor der Qualität der Geschichte verneigen. Denn dieses High-Fantasy Werk ist noch immer aktuell und wird es - hoffentlich - noch eine ganze Weile bleiben, denn es ist in meinen Augen zeitlos und auch beim x-ten Mal lesen/hören/schauen noch interessant und spannend.
Deshalb fällt es mir auch schwer "Der Herr der Ringe" objektiv unter die Lupe zu nehmen und trotz wirklich verständlicher Kritikpunkte (beispielsweise der Mangel an Frauenfiguren, vermutlich auf die Zeitumstände während der Entstehung des Werks zurückzuführen) ist es eines der bekanntesten Bücher der Welt. Dafür gibt es meiner Ansicht nach sehr viele Gründe, in meiner Rezension will ich mich auf einige wenige beispielhafte beziehen.

Besonders bedeutsam für mich waren, als ich die Geschichte die ersten Mal las, die facettenreichen Charaktere, die keinem echten Klischee entsprachen (eher die Startlöcher für folgende auf ihnen beruhende schufen) und denen nicht sofort alles gelang. Es waren keine Auserwählten die alle retteten, keine großen Helden, sondern zu einem großen Teil normale Leute (oder besser Hobbits) die sich entschieden das Richtige zu tun. Dieser Aspekt macht einen großen Teil des Charmes dieses Buchs aus.

Außerdem wurde diesen sehr interessante Handlungsstränge gegeben die unvorhersehbar bleiben und erst am Ende sinnvoll zusammenführen. Dadurch das die Geschichte wie "Der Hobbit" als Reise aufgezogen ist, nicht nur metaphorisch, sondern auch viele unterschiedliche Ecken der fiktionalen Welt Mittelerde und ihre Bewohner in Erscheinung treten. Dies lässt das Buch nie einseitig werden, und da durch die Konzipierung als Hörspiel mit verteilten Rollen und ein paar Kürzungen hier und da auch einige Längen und Ausschweifungen in Tolkiens Schreibstil nicht weiter ins Gewicht fallen, bleibt es durchweg spannend.
Die einzige Kürzung die wirklich für mich ins Gewicht fiel (dieser meiner Ansicht nach schlimme Fehler wurde bereits in den Filmen teils begangen) war das Wegschneiden des Endes, das tatsächlich im Buch steht. Für mich ist es einer der wichtigsten Aspekte überhaupt, und ich kann nicht glauben das ein Großteil des Abschlusses immer wieder ignoriert wird, der das Buch zu dem Meisterwerk macht, das es ist - zu mehr als einem Mainstream "Nach dem großen Kampf ist alles in Ordnung und Krieg hat keine tiefgreifenden Folgen"-Roman.

Sprachlich war das Hörspiel sehr abwechslungsreich gestaltet, mit sowohl mir bekannten Sprechern (Rufus Beck, Hans Peter Hallwachs) als auch mit mir völlig unbekannten Stimmen. Kein einziger konnte mich enttäuschen. Gefallen hat mir an diesem Ensemble vor allem die Unterschiedlichkeit unter den Sprechern, die selbige der Figuren herausstellte. Dadurch fiel es außerdem leichter der Geschichte zu folgen, und die Charaktere wurden noch ein Stück mehr einprägsam und individuell gezeigt.
Auch die musikalische Untermalung vieler Szenen durch abwechslungsreiche Melodien, jeweils abgestimmt auf Situation und Akteure, war eine netter und durchdacht umgesetzte Idee. Besonders der "Soundtrack" zu den Hobbits hat mir wirklich gut gefallen. Teils war es aber ein wenig zu viel des Guten, so empfand ich die Titelmelodie der Elben beispielsweise als etwas zu aufgesetzt und unpassend.

Insgesamt überzeugt sowohl die Gestaltung des Hörspiels als auch die zugrunde liegende Geschichte, die nicht grundlos zu den modernen Klassikern gehört. Eine klare Empfehlung an alle Hörspielfans, trotz kleiner Kritikpunkte eine gelungene Vertonung eines einzigartigen Romans!

 bis Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Hörverlag und das Bloggerportal Randomhouse!