Dienstag, 28. Februar 2017

Was war los im Februar?

Ein recht jämmerlicher Lesemonat, ich gestehe. Erklärungen folgen später, ich bin froh überhaupt Internet genug zu haben diese Statistik zu posten. Am 2.3. ab spätem Nachmittag könnt ihr Ergänzungen und Erklärungen zu diesem Post erwarten.

EDIT: So, ein wenig später als erwartet. Leider war mir vorher nicht möglich ein bisschen mehr zu diesem Lesemonat zu schreiben, der Internetempfang war gelinde gesagt grottig. Nun, dafür jetzt. Es war ein wirklich lesearmer Monat, das muss ich zugeben. Dafür hatte mir das Leben draußen einiges zu bieten, sodass ich es gar nicht so schrecklich finde, kaum zum Lesen gekommen zu sein. Und auch wenn es jetzt wieder stressiger wird, und meine Ferien vorbei sind, habe ich das Gefühl wieder mehr Zeit und Energie in meine Hobbys, auch die Bücher, stecken zu können.

GELESEN
- Susan Ee - Angelfall 2 Tage der Dunkelheit
- Tanja Voosen - Emily lives loudly
- Victoria Scott - Dante Walker 1
- Ingrid Law - Schimmer [ReRead]
- Ingrid Law - Der Schimmer des Ledger Kale [ReRead]
- Tad Williams - Bobby Dollar 1 Die dunklen Gassen des Himmels (die letzten Kapitel)

GESCHRIEBENE REZENSIONEN
- Mona Kasten - Schattentraum: Hinter der Finsternis
- Gavin Extence - Libellen im Kopf
- Denise Deegan - Wer sucht schon das große Glück?
- Tad Williams - Bobby Dollar 1 Die dunklen Gassen des Himmels [Hörbuch]

Freitag, 24. Februar 2017

[Hörbuch] Bobby Dollar 1 Die dunklen Gassen des Himmels

Autor: Tad Williams
Sprecher: Simon Jäger
Länge: 2 CDs/1040 min
Verlag: der Hörverlag
ISBN: 978-3-8445-1177-2

Worum geht's?

Bobby Dollar ist ein Engel. Als Anwalt kehrt er hin und wieder zur Erde zurück, um die Sterbenden gegen die Mächte der Hölle zu verteidigen und in den Himmel zu geleiten. Dieser Krieg zwischen Himmel und Hölle verschärft sich, als plötzlich eine dritte, unbekannte Macht auf den Plan tritt …

Simon Jäger führt mit seiner unverwechselbaren Stimme Bobby Dollar, seine Mitspieler und Gegenspieler ein und bringt augenzwinkernd die vergrabenen Sünden des Engels zum Vorschein.

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Wer ist der Autor?

1957 in Kalifornien geboren, studierte in Berkeley und arbeitete anschließend in hundert verschiedenen Jobs – als Rocksänger, Schuhverkäufer, Bankmanager, Zeitungsjunge, Radiomoderator, Lehrer –, ehe er mit dem "Otherland"-Zyklus zum bedeutendsten Fantasy-Autor der Gegenwart wurde.

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Wer ist der Sprecher?

Simon Jäger, geboren 1972, ist u. a. die deutsche Stimme von Matt Damon und Heath Ledger. Außerdem arbeitet der gefragte Synchron- und Hörbuchsprecher als Dialogbuchautor und -regisseur. So hat er die Dialogregie für "Collateral" (2004), "Königreich der Himmel" (2005), "Nachts im Museum" (2006), "Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2" (2006) und "Pirates of the Carribean - Am Ende der Welt" (2007) übernommen. Als Hörbuchsprecher hat er u.a. die Romane von John Katzenbach und Sebastian Fitzek gelesen. Im Hörverlag ist Simon Jäger bereits in "Die dunklen Gassen des Himmels" und "Happy Hour in der Hölle" von Tad Williams zu hören.

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Wie fand ich es?

Über Engel und Dämonen gibt es tausende Romane, Filme, Serien... kurz, das Thema ist schon recht abgenutzt. Dennoch konnte mich diese Adaption der Thematik wirklich überzeugen. Das Engel und Dämonen keine epischen Kämpfe führen (obwohl es auch einiges an Action in dieser Hinsicht gibt) sondern als Anwälte gegeneinander um die Klienten kämpfen, war etwas ganz Neues für mich. Das ganze System ist zwar noch etwas undurchsichtig und was man davon kennt wirkt recht... harsch, aber das ist ja auch nötig damit der Konflikt des Buchs funktioniert. Dennoch würde ich mir für Band 2 einige der aufgeworfenen Rätsel um das ganze Funktionieren von Himmel und Hölle wünschen.

Das ganz Mysteriöse machte die Geschichte aber auch interessant. Auch wenn sich manche Stellen ein wenig ziehen und die Handlung nicht voranzukommen scheint, wird dies durch sehr viele gegenteilige Szenen wettgemacht. Ich konnte mit Bobby mitfiebern, und miträtseln. Und vor allem gegen Ende gab es einige für mich sehr unvorhergesehene Wendungen, auch wenn man sich manche Zwischenschritte zusammenreimen konnte, auf das Endergebnis wäre ich so nicht gekommen. Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Geschehnisse weiter entwickeln werden, denn Potenzial hat dieser Ansatz wirklich!

Bobby Dollar als Protagonist lässt mich ein wenig zwiespältig zurück. Einerseits hat er viele wunderbare Qualitäten einer guten Figur - einen speziellen Charme der für einen gewissen Wiedererkennungswert sorgt, viel Gewitztheit und Spontanität. An sich perfekt geschaffen für ein Abenteuer hin und wieder, auch wenn er mit diesem speziellen sicher nicht gerechnet hat. Doch genau dort finden sich schon die ersten Kritikpunkte - ich sah einfach zu wenige Ecken und Kanten dieser Figur. Es sind zwar Hintergründe und Persönlichkeit vorhanden und präsentiert, aber richtig fassen konnte ich die Figur nie. Sollte ich sie im Nachhinein beschrieben, blieben mir zwar grobe Charakterzüge, aber kein vollständiges Bild. Natürlich kann das daran liegen, dass dies der erste Band einer Reihe ist und Bobby noch ausgefeilter präsentiert wird, doch gerade aufgrund der Tatsache das die Ansätze und das Potenzial da sind... hat es mich ein wenig enttäuscht.

Viele andere Nebencharaktere erschienen mir jedoch als überzeugend. Vor allem von Bobbys Freunden Sam und Monica würde ich gern mehr erfahren, und die Interaktionen mit diesen beiden machen auch die meisten meiner Lieblingsstellen des Buchs aus. Gar nicht gut konnte ich allerdings mit der Liebesgeschichte, die mir zu schnell zu viel Raum einnahm. Ich spürte zwischen den Figuren anfangs durchaus Chemie und Potenzial, doch wurde mir dies zunichte gemacht, da ihre tatsächliche Kombination einfach nicht stimmig ist.

Zu überstürzt ertrinken die Szenen der beiden in Gefühlen die wie aus dem Nichts erscheinen, dementsprechend schwülstigen Mono- und Dialogen - verdarben mir grundsätzlich den Spaß an der weiblichen Figur. Wobei ihre Geschichte und ihr Charakter durchaus spannend und facettenreich dargestellt wurde, verlor ich dadurch schnell das Interesse an ihr. Leider muss ich betonen, war ich froh, dass sie nicht zu viel Raum in der Geschichte einnahm wie ich nach der längeren Interaktion der beiden recht in der Mitte der Geschichte befürchtete. Die Handlung schien sich an den entsprechenden Stellen nur noch um sie, Sex und ihre unrealistisch plötzlich aufgetauchten großen Gefühle.

Kommen wir gegen Ende doch noch zu etwas Positivem - dem Humor. Ich habe mich über weite Strecken des Romans wirklich sehr gut amüsieren und oft auch mitlachen können. Auch Simon Jäger, von dem ich bereits tolle Arbeit von "Lady Midnight" (Rezension hier) gewöhnt bin, konnte den ganzen Stil der Geschichte der nun einmal sehr von Bobbys Sarkasmus geprägt ist, authentisch vermitteln. Man kann dem Sprecher sehr gut länger zuhören, da seine Stimme angenehm und auch wandelbar ist, sodass man die verschiedenen Figuren einfach auseinander halten konnte.

Alles in allem ein vielversprechender erster Band! Ich werde die Bobby Dollar Reihe definitiv weiterverfolgen, auch wenn dieser Roman neben vielen Stärken auch seine Schwächen hat. Insgesamt überzeugt er mit Humor, einer interessanten Handlung und einer lebhaften Erzählweise über den Protagonistin, durch die auch bei ausführlicheren Hintergrunderklärungen und einer etwas zähen Handlung nicht schnell Langeweile aufkommt!

 bis Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an das Bloggerportal Randomhouse und den Hörverlag!

Freitag, 17. Februar 2017

Wer sucht schon das große Glück?

Autorin: Denise Deegan
Seiten: 368
Verlag: cbt
ISBN: 978-3-570-31035-9

Worum geht's?

Die 16-jährige Rachel scheint alles zu haben. Den süßesten Freund aller Zeiten, weltbeste Freundinnen und Erfolg in der Schule. Als sie dann auch noch die heiß ersehnte Rolle in einer Soap bekommt, wird ein Traum für sie wahr. Doch auf dem Set muss sie sich ihrer alten Widersacherin Rebecca stellen – und schmerzhaften Erinnerungen, die sie lieber vergessen wollte …

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Wer ist die Autorin?

Denise Deegan ist eine erfolgreiche irische Schriftstellerin, die bereits mehrere Romane für Erwachsene veröffentlicht hat. Sie arbeitet außerdem als freie Journalistin. Nach Wer braucht schon Liebe? und Wer denkt heute schon an morgen? erscheint mit Wer sucht schon das große Glück? ihr drittes Jugendbuch. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern im Teenageralter in Dublin.

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Wie fand ich es?

Ich bin immer noch so überwältigt von diesem Roman, dass es mir schwer fällt eine Rezension dazu zu verfassen die nicht nur aus "Müsst ihr lesen! Genial, genial, genial!" besteht. Auch die vorigen Bücher dieser Reihe haben mich bewegt und überzeugt, aber ich denke, dieses ist mein Lieblingsbuch. Vielleicht weil es das Finale ist in dem alle offenen Enden zu einem wunderbaren, zufriedenstellenden Abschluss gelangten und man das endgültige Verbleiben (fast aller) Figuren herausfindet?

Ich hatte mich, unerwarteter Weise, auch mit den beiden vorherigen Protagonistinnen wirklich verstanden, die ja ziemlich eigene Charaktere sind. Rachel hingegen fällt eher unkompliziert in die Kategorie "Nettes Mädchen von nebenan", ohne sich von diesem Klischee der freundlichen, hilfsbereiten Freundin völlig einnehmen zu lassen. Sie hat viele Facetten, sowohl Stärken als auch Schwächen, und eine ebenso interessante Geschichte wie ihre Freundinnen.

Doch wie bereits erwähnt, auch deren Geschichten werden weitererzählt, und die Ergebnisse konnten mich teils überraschen. Bei dieser Reihe kann man wirklich mitfiebern, da das genaue Happy End nicht vorhersehbar ist. Auch wenn es praktisch sicher erscheint, dass die Figuren Glück und Liebe finden, wird die Geschichte immer wieder von unerwarteten Wendungen und Komplikationen in eine neue Richtung geführt. Dadurch wird die Lektüre nicht langweilig, auch wenn Action basiert nicht so viel passiert.

Denn der klare Fokus sind die Gefühle, das Innenleben der Protagonistin und die Bewältigung und das Wiedertreffen mit ihrer Vergangenheit. Das Hauptthema Mobbing wurde dabei wirklich gut und sensibel dargestellt, besonders intensiv die Nachwirkungen. Noch Jahre nach den Geschehnissen, in einem insgesamt offenbar viel stabileren Leben und Umfeld wird Rachel noch davon eingeholt, was ihre Geschichte sehr authentisch wirken ließ. Die seelischen Wunden die den Opfern für ihr ganzes Leben bleiben konnte man als Leser mitempfinden.

Doch die Geschichte ist keineswegs nur deprimierend. Ein wenig aufgelockert wird die Stimmung zum Beispiel durch kleine Einblicke in Rachels Schauspielertätigkeit. Wenigstens als jemandem, der in dieser Hinsicht gar keine persönliche Erfahrungen hat waren diese Szenen interessant gemacht und wirkten realistisch. Besonders gut gelungen empfand ich die Eindrücke die Rachel zur Schauspielerei hat und ihre Gründe dafür, so gern in andere Rollen zu schlüpfen. Dies half sehr dabei, sie als dreidimensionale Figur zu zeigen und verlieh ihr eine ganz neue charakterliche Ebene.

Genauso gelungen empfand ich die Szenen mit ihren Freundinnen und mit ihrem Freund Mark. Es war sehr schön, diese Beziehung mitzuverfolgen. Nach ewigen "Bad Boy, Good Girl" Geschichten war ihre Verbindung für den Leser spürbar und basierte auf Vertrauen und gegenseitigem Verständnis. Ihre kleinen Rituale und Besonderheiten erschufen ein lebendiges Bild davon, was sie zueinander hinzieht und ihre Szenen waren sowohl humorvoll, als auch einfühlsam geschrieben. Warum solche Beziehungen als langweilig und einfallslos stereotypiert sind, wird sich mir nie erschließen.  Dies verlieh der Geschichte einen gewissen Schönheitsschliff - eine der besten Liebesgeschichten die ich bisher gelesen habe!

Ich kann jedem der sich für emotionale Jugendbücher begeistern kann, in denen nicht nur die (zugegeben sehr süß und authentisch geschriebene) Liebesgeschichte im Vordergrund steht diesen Roman - diese ganze Reihe - sehr empfehlen! Die Protagonistin ist mehr als facettenreich und nachvollziehbar; es macht sowohl Spaß mit ihr durch die Geschichte zu gehen, als auch mit ihr an dramatischen Stellen zu trauern und zu leiden. Auch die vielen Nebencharaktere, insbesondere die Protagonistinnen aus den vergangenen Romanen und der Love Interest überzeugen, ebenso wie die sensible Behandlung von Mobbing, sowie den schweren Wunden die es bei den Opfern hinterlässt.

Ein Buch scheinbar voll mit einem ganzen Leben mit vielen verschiedenen Seiten und Themen das auch noch mit einem angenehmen Schreibstil punkten kann! Ich freue mich auf weitere Romane von Denise Deegan!

 Sterne

Sonntag, 12. Februar 2017

Libellen im Kopf

Autor: Gavin Extence
Seiten: 352
Verlag: Limes
ISBN: 978-3-8090-2634-1

Worum geht's?

Das Leben hat seine Höhen und Tiefen. Die Kunst ist es, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Alles begann, wie es manchmal eben so ist, mit einem toten Mann. Er war ein Nachbar – niemand, den Abby gut kannte, dennoch: Einen Verstorbenen zu finden, wenn man sich nur gerade eine Dose Tomaten fürs Abendessen ausleihen möchte, ist doch ein bisschen schockierend. Oder sollte es jedenfalls sein. Zu ihrem eigenen Erstaunen ist Abby von dem Ereignis zunächst seltsam ungerührt, aber nach diesem Mittwochabend gerät das fragile Gleichgewicht ihres Lebens immer mehr ins Wanken, und Abby scheint nichts dagegen unternehmen zu können …

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Wer ist der Autor?

Gavin Extence, geboren 1982, wuchs in der englischen Grafschaft Lincolnshire in einem kleinen Dorf mit dem interessanten Namen Swineshead auf. In seiner Kindheit machte er eine kurze, aber glanzvolle Karriere als Schachspieler; er gewann zahlreiche nationale Turniere und reiste nach Moskau und St. Petersburg, um sich dort mit den besten jungen Denkern Russlands zu messen. Er gewann nur ein Spiel. [...] Heute lebt Gavin Extence mit seiner Familie in Sheffield.

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Wie fand ich es?

Nachdem mir "Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat" von Gavin Extence so gut gefallen hat, habe ich Luftsprünge gemacht als ich erfahren habe das ein neuer Roman von ihm erscheint. Ich habe mich gehütet mit übermäßigen Erwartungen an die Thematik oder das ganze Buch heranzugehen, und habe mich direkt in die Geschichte gestürzt. Dennoch konnte sie mich überraschen!

Ein großer Pluspunkt dieses Romans ist es, dass der Leser sich sehr nahe am Charakter fühlt. Die Geschichte wird einfach lebendig erzählt, ohne zu beschönigen. Ich vermute die Ursache dafür ist, neben der Tatsache das Extence ein genialer Schriftsteller ist, darin das er selbst unter (wenn auch einer nicht so extremen) bipolaren Störung leidet. Auch als jemand der glücklicher Weise nicht davon betroffen ist, konnte ich mich sehr gut in die Protagonistin Abby und ihren Kampf gegen ihre Störung hineinversetzten. Man erlebt die Höhen und Tiefen mit ihr mit, bemerkt wie sie erst was eigentlich los ist, als die Extreme schon über ihr zusammenstürzen. Selten hat mich ein Buch derart emotional mitgenommen!

Auch die Nebencharaktere konnten mich überzeugen, auch wenn sie weniger zu Tage traten und die Geschichte sehr auf Abby gerichtet ist, so konnte man sich doch schnell ein Bild von ihnen machen und ihre Reaktionen nachvollziehen. Besonders ansprechend empfand ich Abbys Therapeutin, sowie Miranda Frost, eine Dichterin die Abby interviewt. Beide beeinflussen das Leben der Protagonistin sehr unterschiedlich aber auf interessante Weise. Auch Beck, Abbys Freund, hat mir gefallen. Seine Reaktion auf ihre mentale Erkrankung empfand ich als sehr realistisch und liebenswert, was ihn mir direkt sympathisch gemacht hat.

Dadurch gelang auch die schön erwähnte Authentizität. Abbys Leben wird nicht schön geredet, schnörkellos zeigt Gavin Extence welche Auswirkungen die bipolare Störung auf das gesamte Leben der Protagonistin hat. Dabei wird jedoch vermieden, die Figur NUR auf Grund ihrer mentalen Probleme zu charakterisieren. Sie hat eine Persönlichkeit, einen Job der ihr gefällt, unterschiedlichste Beziehungen zu anderen. Auch dadurch fiel es zumindest mir leicht, sich mit ihr zu identifizieren.

Wirklich wichtig bei einem Buch über psychische Störungen, gewährleistet meiner Meinung nach ebenfalls durch den Autor, war für mich, dass ihre Erkrankung wirklich ernst behandelt wird. Auch wenn es "nur im Kopf" stattfindet sind mentale Probleme wie bipolare Störungen so ernst wie ein gebrochenes Bein. Das Hirn ist nun einmal auch nur ein Organ, das verletzt werden kann und dann behandelt werden muss. Eigentlich ist es sogar schlimmer. Wie durch Abby so gut zur Geltung kam, ist ein großes Problem bei solchen Problemen erst einmal zu akzeptieren, zu sehen, das man nicht nur mal einen schlechten Tag hat. Leider ist das Verständnis solcher "unsichtbaren" Krankheiten bei zu vielen Menschen nicht wirklich ausgeprägt.

Doch so ernst die Thematik ist, und so respektvoll sie auch wirklich ernst behandelt wird, so schafft es der Autor dennoch, einen gewissen Humor in die Geschichte zu bringen. Der Leser schwankt mit Abby durch gute und durch schlechte Zeiten, und man hat einfach nach Schließen des Buchs das Gefühl, gerade an einem Leben teilgehabt zu haben. Es gibt keine großen perfekten Momente, sondern ein kleines Stück unperfektes Leben. Auch der Schreibstil wurde einfach gehalten, doch war wirklich fesselnd. Irgendwie hat die Weise, auf die Abbys Geschichte erzählt wurde, einen besonderen Charme und Stil. Unauffällig, doch besonders.

Eine wundervolle Geschichte die nicht in melancholisch-deprimiertes Geschwafel abschweift, sondern optimistisch und humorvoll eine ernste Problematik behandelt. Voller interessanter Figuren und einem lebendigen Bild einer bipolaren Störung!

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Limes Verlag und das Bloggerportal Randomhouse!

Montag, 6. Februar 2017

Schattentraum: Hinter der Finsternis

Autorin: Mona Kasten
Seiten: 410
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN: 9781502841513

Worum geht's?

Nach dem Tod ihrer Mutter wünscht sich Emma nichts sehnlicher, als der Finsternis zu entfliehen, die sie seitdem heimsucht. Womit sie dabei nicht rechnet, ist Gabriel, der plötzlich in ihr Leben tritt. Mit seinem arroganten Charme nimmt er ihre Gedanken völlig für sich ein. Doch die Dunkelheit lässt Emma nicht los. Alpträume, in denen ihr Schattenwesen erscheinen, machen ihr das Leben schwer. Und auch Gabriel ist nicht der, der er vorgibt zu sein – jede seiner Berührungen könnte sie in den Abgrund ziehen. Bald weiß Emma nicht mehr: Was ist Traum und was Wirklichkeit?

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Wer ist die Autorin?

Mona Kasten wurde 1992 in Norddeutschland geboren und ist dort auch immer noch zu Hause. Wenn sie ausnahmsweise mal nicht in der Uni sitzt (oder vielleicht gerade dann), denkt sie sich Geschichten aus, in denen junge Protagonisten große und kleine Probleme bewältigen müssen. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Katzen sowie unendlich vielen Büchern, liebt Koffein in jeglicher Form, lange Waldspaziergänge und Tage, an denen sie nur schreiben kann. Die Autorin freut sich immer, von ihren Lesern auf Twitter zu hören (@MonaKasten). Weitere Informationen unter: monakasten.de.

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Wie fand ich es?

Zu diesem Buch gekommen bin ich über Umwege. Schon länger verfolge ich die Autorin über ihren YouTube-Kanal, und da ich ihr sehr gerne zuhöre und sie wirklich sympathisch wirkte, war für mich klar das ich früher oder später etwas von ihr lesen würde. Betonung auf früher oder später. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mich dazu entschließen konnte "Schattentraum" zu beginnen. Warum? Ich hatte wenig Lust auf eine weitere 0815-Urban-Fantasy-Geschichte. Doch da hätte ich mir keine Sorgen machen müssen, denn auch wenn man teils durchaus Elemente bekannter Geschichten erahnen kann, konnten mich Handlung und Figuren doch auch immer wieder überraschen.

Emma als Protagonistin war zwar kein Anwärter auf meine Top Ten der Lieblingscharaktere oder etwas in dieser Art, doch es hat Spaß gemacht ihr durch ihre Geschichte zu folgen. Sie wirkte authentisch und man konnte sich sehr leicht in sie hineinversetzen, vor allem in ihre Trauer. Ihr Umgang damit wurde nicht zu überzogen dargestellt, aber die Nachwirkungen des Verlustes ihrer Mutter wurden lebendig und nachvollziehbar. Ihre Panikattacken empfand ich ebenfalls als erwähnenswert gut beschrieben. Daneben gefiel mir aber auch der Humor Emmas, auch wenn mir ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte ein wenig Sorgen machte. Gegen Ende wurde es aber wieder besser,

Die anderen Figuren empfand ich teils als zu blass. Das Potenzial war wirklich bemerkbar, doch fehlte mir bei vielen einfach der Hintergrund. Bisher sind sie noch mehr Bilder von Figuren, als "echt wirkende" Charaktere. Dennoch hatte ich mit eigentlich allen wirklich Spaß und sie ergänzten die Geschichte gut. Vor allem Gabriel und Ava würde ich in Band 2 gern mehr kennen lernen.

Die Fantasyelemente empfand ich als interessant und nicht zu sehr in die Handlung gedrängt. Ich bin mir sehr sicher, dass sie in Band 2 noch eine größere Rolle spielen werden, da ein großer Reiz und Punkt dieses ersten Buchs ja das Rätsel um Gabriels Fähigkeiten war und das was sich hinter ihnen verbirgt. Daher fällt es schwer direkt zu bewerten ob ich die Fantasyaspekte mochte oder nicht - doch vielversprechend erscheinen sie auf alle Fälle, daher werde ich einfach mal abwarten.

Mona Kastens Schreibstil gefiel mir sehr gut. Anfangs stolperte man zwar etwas in die Geschichte hinein, aber man merkt deutlich dass sie sich schon im Laufe dieses Buchs als Autorin immer weiterentwickelt hat, und das Endergebnis hat doch überzeugt! Auch wenn der Stil nichts groß Besonderes war, brauchte das diese Geschichte auch gar nicht. Statt blumigen Beschreibungen und langwierigen Beschreibungen, Spannung und Humor! Damit sehr passend zu Emma und zur Handlung.

Eine tolle Geschichte voller vielversprechender Charaktere! Ich bin sehr überzeugt wurden, werde die "Schattentraum"-Reihe definitiv fortsetzen und kann es kaum erwarten zu erfahren, was sich Mona Kasten noch alles hat einfallen lassen! Noch Luft nach oben, aber auf einem guten, fesselnden Weg!

 bis Sterne