Samstag, 2. April 2016

Von der Nacht verzaubert

AutorIn: Amy Plum
Seiten: 400
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-7042-5

Worum geht's?

Als Kate Merciers Eltern bei einem tragischen Unfall sterben, zieht sie zusammen mit ihrer Schwester Georgia zu den Großeltern nach Paris. Jede versucht auf ihre eigene Weise, ihr altes Leben und ihre schmerzvollen Erinnerungen hinter sich zu lassen. Während Georgia sich in das Nachtleben stürzt, sucht Kate Zuflucht in ihren Büchern – bis sie eines Tages Vincent trifft, der es schafft, ihren Schutzpanzer zu durchbrechen. Bei Spaziergängen entlang der Seine und durch die spätsommerlichen Gassen von Paris beginnt Kate, sich in ihn zu verlieben – nur um kurze Zeit später zu erfahren, dass Vincent ein Revenant ist. Die Liebe der beiden steht unter einem schlechten Stern: Vincent und seine Freunde sind in einen jahrhundertealten Kampf gegen eine Gruppe rachsüchtiger Revenants verstrickt. Schnell begreift Kate, dass ihr Leben niemals wieder sicher sein wird, wenn sie ihrem Herzen folgt.


Wer ist die Autorin?

Geboren wurde Amy Plum in Birmingham, Alabama. Schon bald lockten sie große Städte wie Paris oder London hinaus in die Welt. Eine Zeit lang arbeitete sie als Kunsthistorikerin in New York, bevor sie schließlich mit ihrem Ehemann ein großes Bauernhaus in der französischen Provinz bezog. Wann immer es die turbulenten Tage mit ihren beiden Kindern und ihrem Hund Ella erlauben, sitzt Amy Plum in dem kleinen alten Steinhäuschen in ihrem Garten und schreibt an ihren Romanen.


Wie fand ich es?

Vor mittlerweile schon wieder einer ganzen Weile war dieses Buch, beziehungsweise die ganze Reihe in aller Munde und die begeisterten Stimmen waren geradezu erdrückend. Da das Buch daneben noch ein meiner Ansicht nach wunderschönes, sehr liebevoll gestaltetes Cover besitzt musste ich es einfach haben und lesen. Nach den ersten 150 Seiten war ich jedoch längst nicht mehr so enthusiastisch und habe das Lesen eine Weile schleifen lassen, bis ich mich nun endlich zum Rest des Buchs durchringen konnte. Warum?

Nun, zuerst einmal, anfangs sind mir wirklich viele tolle Aspekte an der Geschichte ins Auge gesprungen. Der Schreibstil ist recht einfach und schlicht, manchmal fast zu detaillos, aber dadurch entwickelte sich immer wieder schnell ein Lesefluss, auch wenn ich nach einer längeren Pause wieder ein Stück gelesen hatte.
Außerdem spielt das Buch ja in Paris, und die dazugehörige Atmosphäre wurde sehr gut auf Papier gebracht. Ich konnte mir die Schauplätze sehr gut vorstellen, von den beeindruckenden Museen bis zu den kleinen Cafés in die sich die Protagonistin Kate so gerne zurückzieht. 

Außerdem gefielen mir viele Nebenfiguren wie zum Beispiel Kates Schwester Georgia, ihre Großeltern, sowie die "Familie" Vincents. (Auch wenn letztere etwas von den Cullens in Twilight hatten, aber mich hat das nicht wirklich gestört.) Da sehe ich das meiste unausgeschöpfte Potenzial, denn die Nebencharaktere wurden leider geradezu brutal von Haupfigur Kate und ihrem Herzbuben Vincent in die Ecke gedrängt.
Ich will nicht einmal sagen, dass diese Liebesgeschichte übermäßig überstürzt wurde, es ist immerhin ein Roman und zudem keines der wirklich miesen Beispiele, viele Dinge wurden richtig gemacht. Die Figuren können miteinander kommunizieren und erschaffen größtenteils keinen unnötigen Ballast für sich selbst durch eigene Dummheiten. Dennoch wurde mir ihre Verbindung zu schnell zu... wichtig und drängte die für mich interessanteren Fantasy-Elemente der Geschichte in den Hintergrund.

Ich glaube, diese beiden Figuren oder vielmehr auch Kate an sich, die mir viel zu blass und unbeständig erschien, haben mir die Geschichte ein wenig zerstört. Denn der Rest war eigentlich solides Material für einen schönen Roman. Die Revenants sind ganz neue Fantasywesen und mindestens so interessant wie ihre Gegenspieler, über die man in "Von der Nacht verzaubert" leider noch nicht viel erfährt. Auch wenn ich es etwas merkwürdig finde das beinahe alle Revenants die einen Platz in dieser Geschichte finden ungefähr aus der Zeit des zweiten Weltkriegs stammen - gab es keine anderen Anlässe für andere Menschen zu sterben? - gefallen mir die dadurch entstandenen Geschichten und ich bin gespannt darauf, noch mehr über diese Wesen herauszufinden.

Auch wenn ich nicht komplett überzeugt von der Geschichte bin, und das Buch für mich einige Schwächen aufweist die es mir erschwert haben das Lesen richtig zu genießen, werde ich die Reihe wahrscheinlich fortsetzen, sollte mir der nächste Band einmal in die Hände fallen. Denn an sich bin ich wirklich neugierig, was die Welt der Revenants noch für Geheimnisse birgt - irgendwie müssen zwei weitere Bücher ja noch gefüllt werden.

Alles in allem ein leicht zu lesendes Buch mit einer Menge guter Ideen und Ansätze, die leider nicht alle weiterverfolgt bzw. bis zum Ende durchgehalten worden. Mir fiel der Fokus leider zu schnell zu sehr auf die für mich künstlich wirkende Beziehung der Protagonisten, wodurch mir der Spaß an der Geschichte genommen wurde. Aber wer weiß, vielleicht könnt ihr mit Vincent und Kate ja mehr anfangen...

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