Samstag, 4. Juni 2016

[3x3] Realität gibt auch eine gute Fiktion ab - 3 magische Bücher, allerdings mal ganz ohne Fantasyaspekte

Da ich in letzter Zeit mit Bloggen aus unterschiedlichsten Gründen ziemlich hinterherhinke, ist es mal wieder Zeit für ein 3x3, weil ich sonst mit den ganzen Rezensionen gar nicht mehr hinterherkommen würde. Das hier wird der erste von zwei Posts in diesem Format, der zweite kommt auch in den nächsten Tagen.

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AutorIn: James Bowen
Seiten: 252
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-60693-1

Worum geht's?

Das Leben meint es nicht gut mit James Bowen: Der Obdachlosigkeit entkommen, schlägt er sich als Straßenmusiker durch. Als er eines Abends einen abgemagerten, streunenden Kater vor seiner Tür findet, scheint er sein tierisches Ebenbild zu treffen. Und mehr noch: Während er den Streuner aufpäppelt, entwickelt sich eine besondere Freundschaft. Der Kater Bob will nämlich keineswegs zurück in die Freiheit. So, wie James dem Kater Bob seine Lebenskraft zurückgibt, so füllt das samtpfötige Wesen James Leben wieder mit Sinn – und jeder Menge witziger Anekdoten. Mittlerweile sind James und Bob weltbekannt, ihre Geschichte hat bereits Millionen Leser gerührt. Nur selten wird die Beziehung zwischen Mensch und Katze so charmant beschrieben wie in "Bob der Streuner".

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Wer ist der Autor?

James Bowen, geboren im März 1979 in Surrey, ist ein ehemaliger Straßenmusiker aus der Nähe von London. Lange Zeit hielt James sich leidlich mit Musik und dem Verkauf der englischen Obdachlosenzeitschrift „The Big Issue“ über Wasser. Nach Jahren als Heroinsüchtiger und Obdachloser hatte er gerade die ersten, noch unsicheren Schritte in ein normales Leben getan, lebte aber immernoch von der Hand in den Mund, Zukunftsperspektiven gab es für ihn kaum...

Quelle

Wie fand ich es?

Mal so vorab - ich liebe Katzen. Hab selbst vier davon, und auch wenn sie mir manchmal auf den Zeiger gehen, ich liebe sie über alles. Ich glaube auch dadurch konnte ich mich ziemlich gut in den Autor hineinversetzen, der ja in dieser... sagen wir Biografie, erzählt wie sich seine und die Wege seines Katers Bob gekreuzt haben.

Ich empfand den Einblick in das Alltagsleben James Bowens ziemlich... interessant. Ich kann ziemlich glücklich sagen in meinem normalen Alltag weder mit Geldnot noch sonst irgendwelchen schwerwiegenden existenziellen Problemen zu kämpfen zu haben. Da ist es allerdings auch schwer sich die andere Seite der Medaille vorzustellen, also wenn man das Glück hat sie nicht zu erleben.

Gerade deswegen fand ich dieses direkte 'Plaudern aus dem Nähkästchen' sehr lehrreich und auch informativ. Die Geschichte des Autors, also sein Weg zu der Gegenwart von "Bob der Streuner" war ebenfalls interessant zu lesen und hat einen besseren Blickwinkel auf die Ereignisse im Jetzt ermöglicht.

Ich war wirklich von der Geschichte gefesselt und kann dieses Buch nur empfehlen (speziell den Katzenliebhabern da draußen - ehrlich, Bob ist einfach zum Verlieben!)!

 Sterne

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AutorIn: Ildikó von Kürthy
Seiten: 144
Verlag: rororo
ISBN: 978-3-499-22637-3

Worum geht's?

Sie findet sich nicht schwierig, sondern interessant. Ihre beste Freundin hat die größeren Brüste – und ist trotzdem ihre beste Freundin. Cora Hübsch ist 33. Alt genug, um zu wissen, dass man einen Mann niemals nach dem ersten Sex anrufen darf. Also tut sie das, was eine Frau tun muß: Sie wartet. Auf seinen Anruf. Stundenlang. Bis sich ihr Leben verändert. Zum Mondscheintarif.

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Wer ist die Autorin?

Ildikó von Kürthy ist freie Journalistin und lebt in Hamburg. Ihre Bestseller wurden mehr als fünf Millionen Mal gekauft und in 21 Sprachen übersetzt. Ihr Roman «Mondscheintarif» wurde fürs Kino verfilmt.

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Wie fand ich es?

Ja, ich gebe zu, das Cover ist jetzt nicht DER Bringer. Also, ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber Füße muss ich jetzt nicht auf einem Buch haben... vor allem da es relativ wenig mit der Geschichte zu tun hat. Etwas auf jeden Fall, aber... ich weiß nicht, begeistert bin ich einfach nicht von der Fuß-Idee. Aber ich stop wohl besser das oberflächliche Gequatsche und komme mal zum Buchinhalt.

Rein handlungsmäßig passiert nicht viel. Im Grunde besteht die Geschichte aus einem Nachmittag/Abend, an dem Cora auf den Anruf eines Typen wartet. Klingt nicht wie der Stoff für einen Bestseller, aber die Geschichte lebt von der Gedankenwelt der Protagonistin, die praktisch rückwärts erzählt, wie es überhaupt zu dem Abend gekommen ist. Gewürzt mit Anekdoten aus ihrem Leben ergibt das allerdings kurzweilige, witzige Unterhaltung.

Ich bin wirklich nicht objektiv im Zusammenhang mit diesem Buch. So überhaupt gar nicht. Natürlich sind meine Rezensionen immer nur meine eigene Meinung, und dadurch sehr subjektiv, aber normaler Weise lese ich ein Buch nicht einfach nur so nebenher und freue mich daran es witzig zu finden. Hier allerdings war das so. Die Figur der Cora hat eine gewisse Selbstironie, was gepaart mit ihrer Fähigkeit in Fettnäpfchen zu treten eine relativ amüsante Mischung ergibt. Das ist der große, glorreiche Grund warum ich das Buch toll fand - der Humor trifft meinen Geschmack und das hat in diesem Buch auch gereicht.

Eine nette Geschichte für zwischendurch! Nichts hochtrabend Philosophisches, oder großartig Tiefgehendes, keine Offenbarung, aber durchaus unterhaltend und ich hätte nach Beenden des Buchs direkt wieder von vorne anfangen können, so sehr musste ich an einigen Stellen lachen.

 Sterne

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AutorIn: Monika Feth
Seiten: 192
Verlag: cbt
ISBN: 978-3-570-30010-7

Worum geht's?

Wenn ich Fee mit einem einzigen Wort beschreiben müsste, würde ich das Wort "Licht" wählen ...

Claire und ihr Freund Jost unternehmen eine Motorradreise nach Schottland. Am Lake of Menteith haben sie ein kleines Blockhaus gemietet. Dort genießen sie die Zweisamkeit und die Schönheit der schottischen Landschaft. Erst hier, weit weg von zu Hause, findet Claire zu einer Verarbeitung des Tods ihrer Schwester Fee, die vor kurzem, im Alter von 19 Jahren, gestorben ist. [...]

Dieses Buch ist die Geschichte einer Ferienreise, einer ersten Liebe und eines Abschieds...

Quelle

Wer ist die Autorin?

Monika Feth wurde 1951 in Hagen geboren, arbeitete nach ihrem literaturwissenschaftlichen Studium zunächst als Journalistin und begann dann, Bücher zu verfassen. Heute lebt sie in der Nähe von Köln, wo sie vielfach ausgezeichnete Bücher für Leser aller Altersgruppen schreibt.
Der sensationelle Erfolg der "Erdbeerpflücker"-Thriller machte sie weit über die Grenzen des Jugendbuchs hinaus bekannt. Ihre Bücher wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt.

Quelle

Wie fand ich es?

Von Monika Feth habe ich bisher nur die Jette-Thriller gelesen, die mir ganz gut gefallen haben, auch wenn sie jetzt nicht zu meinen Favoriten gehören. Doch es waren solide, toll geschriebene Romane, und daher konnte ich an "Fee" nicht vorbeigehen, als ich es zufällig günstig entdeckt habe.

Das ernste Thema Todesbewältigung wird dem Leser auf sehr einfühlsame Weise näher gebracht. Die Protagonistin Claire hat gerade ihre Schwester Fee verloren, und fühlt sich als würde ihre Welt einstürzen. Diese Situation wird auf den Seiten praktisch lebendig und ich konnte Claire's Trauer sehr gut nachvollziehen. Die Emotionen werden vor allem durch ihre Erinnerungen an Fee und die Tagebucheinträge ihrer Mutter, die Fees viel zu kurze Geschichte erklären deutlich.

Die Figuren werden, da die Geschichte kaum 200 Seiten hat, leider nur kurz angerissen. Das empfand ich geradezu als Verschwendung, da ich in vielen auch nur in wenigen Szenen auftauchenden Charakteren durchaus Potenzial gesehen habe. Aber diese kurzen Momente passten wiederum zur Geschichte, zu Claire's Trauer, weshalb ich es dem Buch auch nicht allzu negativ ankreide. Dennoch hatten die Figuren zu wenig Zeit sich zu entwickeln - oder überhaupt eine komplette Persönlichkeit zu haben.

Alles in allem eine bittersüße Geschichte mit melancholischer Grundstimmung - leider viel zu kurz!

 bis Sterne

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