Samstag, 24. Oktober 2015

Black Blade: Das eisige Feuer der Magie

AutorIn: Jennifer Estep
Seiten: 368
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-70328-4

Worum geht's?

Die 17-jährige Lila Merriweather verfügt über außergewöhnliche Talente. Sobald sie einem Menschen in die Augen blickt, kann sie in dessen Seele lesen. Zudem beherrscht die Waise sogenannte Übertragungsmagie - jede auf sie gerichtete Magie macht sie stärker. Doch Lila hält ihre magischen Fähigkeiten geheim, denn sie hat einen nicht ganz ungefährlichen Nebenjob: Sie ist eine begnadete Auftragsdiebin. Das Leben der freiheitsliebenden jungen Frau gerät allerdings aus den Fugen, als sie eines Tages den Sohn eines mächtigen magischen Familienclans vor einem Anschlag rettet und prompt als dessen neue Leibwächterin engagiert wird. Plötzlich muss sich Lila in der magischen Schickeria der Stadt zurechtfinden, wo Geheimnisse und Gefahren an jeder Ecke auf sie warten – ebenso wie ihre große Liebe.

Quelle (Werbung)

Wer ist die Autorin?

Jennifer Estep ist Journalistin und New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie schloss ihr Studium mit einem Bachelor in Englischer Literatur und Journalismus und einem Master in Professional Communications ab und lebt heute in Tennessee. Bei Piper erschien bisher ihre All-Age-Serie um die »Mythos Academy« sowie die Urban-Fantasy-Reihe »Elemental Assassin«.

Quelle (Werbung)

Wie fand ich es?

> Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Piper/ivi Verlag zur Verfügung gestellt. <

Nach der "Mythos Academy" und der "Elemental Assassin" Reihe der Autorin Jennifer Estep waren meine Erwartungen an dieses Buch relativ hoch. Und sie wurden vollkommen erfüllt! Ich erwartete eine spannende, dramatische und unterhaltsame Geschichte voller Magie und interessanter Charaktere - und genau das habe ich bekommen!

Die Charaktere in diesem Buch sind nicht wie in vielen anderen Büchern die ich als sehr gut bewertet habe sofort sympathisch, sondern sie bleiben zuerst ein wenig im Dunkeln und zeigen erst mit der Zeit liebenswerte Seiten, durch die man sie schätzen lernt. Zu der geheimnisvollen, gefährlichen Welt in der sie leben passt das meiner Meinung nach sehr gut. So wachsen einem die Figuren mit jeder Seite mehr ans Herz und überzeugen immer wieder von neuem. Mein Lieblingscharakter ist bisher eigentlich Felix - eine echte Quasselstrippe die man einfach lieben muss. ;) Doch auch die Protagonistin Lila ist mir positiv im Gedächtnis geblieben. Sie hat ganz eigene Antriebe und ist sicherlich nicht Everybody's Darling, denn sie zögert nicht, zu tun was getan werden muss um sich und die ihr Anvertrauten zu beschützen. Das ist nur eine von vielen Facetten die sie neben ihrer frechen Art und ihrem Kampfgeist symphatisch machen.

Auch dieses Buch hat eine wunderbare Atmosphäre und überzeugt durch einen ganz eigenen Charme. Doch wie auf die Charaktere muss man sich auf die ganze Geschichte einlassen um sie wirklich genießen zu können.
Wie alle bisher von mir gelesenen Bücher von Jennifer Estep ließ sich auch "Black Blade" schnell verschlingen. Durch die symphatische, interessante Ich-Erzählerin entwickelte sich schnell ein Lesefluss und einmal angefangen wollte ich einfach immer weiterlesen. Nach wie vor kann ich auch nur Esteps Schreibstil loben, der die Geschehnisse vor den Augen des Lesers direkt lebendig werden lässt.

Auch an Spannung mangelt es nicht. Vor allem durch Lilas besondere Fähigkeiten, die erst nach und nach enthüllt werden abwechslungsreicher werden die Kampfszenen aufregender und abwechslungsreicher.
Aber auch wenn Lila mal keine Gegner gegenüber stehen, wird die Handlung nicht langweilig. Die Geschichte bleibt bis zum Ende geheimnisvoll, und auch da sind noch nicht alle Rätsel gelöst und alle Mysterien geklärt.

Zu dieser ganzen Geheimniskrämerei passt auch die ganze Welt von Cloudburst Falls. Durch Lila man sowohl die dunklen, monsterbevölkerten Gassen als auch die prächtigen Villen der Reichen kennen, in denen sich alle möglichen Kostbarkeiten nur so stapeln, wo jedoch noch viel schlimmere Gefahren warten. Der Hintergrund des Mafia-Familienstreits, der immer wieder Anlässe zu witzigen Vergleichen mit Romeo&Julia gibt, wurde gut genutzt und umgesetzt. Ich bin schon gespannt, wie viele Intrigen noch auf Lila und ihre Freunde warten...

In einigen Rezensionen zu diesem Buch tönt es von etlichen Parallelen zu der "Elemental Assassin"-Reihe der Autorin. Nun, in den Grundbausteinen gibt es eindeutig Ähnlichkeiten, aber die Umsetzungen unterscheiden sich meiner Ansicht nach völlig. In den allermeisten Kuchen ist Mehl enthalten, trotzdem schmeckt nicht jeder Kuchen gleich, oder?
Was ich damit sagen will - wer Jennifer Esteps Stil mag, sollte sich nicht von diesen viel kritisierten Parallelen abschrecken lassen. Lest das Buch und bildet euch selbst eine Meinung, ich finde, die Geschichte ist es absolut wert und freue mich schon wahnsinnig auf den zweiten Band!

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Piper/ivi Verlag!

Freitag, 23. Oktober 2015

[TAG] Reader's Problems

Getaggt wurde ich von Sophias Bookplanet (Daaankeschön :)) - ja, alle sind überrascht... Wer Lust hat die Fragen selbst zu beantworten, nur zu! Ihr könnt mir eure Posts auch gerne in den Kommentaren verlinken, ich habe immer gerne was zu Lesen ;)

1. Du hast 20.000 Bücher auf deinem SuB. Wie um alles in der Welt entscheidest du dich, was du als nächstes liest?

Ähm... ich gehe da meistens relativ willkürlich vor. Außer für ein Genre könnte ich mich bei so vielen Büchern wohl nicht entscheiden, aber um ein Buch an sich auszuwählen würde ich schätze ich einfach blind ins Bücherregal greifen und sehen ob der gewählte Roman in etwa passt.

2. Du bist halb durch ein Buch und es kann dich einfach nicht begeistern. Brichst du ab, oder bist du entschlossen, das Buch zu beenden?

Ich beende es. Und wenn ich schlussendlich nur 10 Seiten pro Tag schaffe - meistens setze ich mir in so einem Fall dann so eine Regel, also 10 oder 50 Seiten pro Tag - irgendwann ist das Buch schließlich beendet und wenn ich mir solche Regeln setze geht es auch schneller. Und bei 10 Seiten am Tag kann ich gut nebenbei ein anderes Buch anfangen, das mir besser gefällt.

3. Das Ende des Jahres naht und du bist soo dicht dran, die Anzahl der Bücher, die du dir für das Jahr vorgenommen hast, zu schaffen und doch so weit entfernt... Versuchst du aufzuholen und wenn ja, wie?

Ich versuche es auf alle Fälle, und suche mir dann eben Bücher bei denen ich mir sicher bin, dass ich sie schnell weglesen kann, zum Beispiel Folgebände von längeren Reihen an denen ich schon länger begeistert lese. (Schon verrückt, wie ich bei Haushaltspflichten und Schulaufgaben total faul bin, aber solche Challenges meinen Ehrgeiz anstacheln xD)

4. Die Titelbilder einer Reihe, die du liebst, PASSEN.EINFACH.NICHT.ZUSAMMEN! Wie gehst du damit um?

Das wurmt mich immer ziemlich, aber ich verbanne die Reihe dann wahrscheinlich irgendwohin wo ich sie nicht so oft im Regal sehe. Egal wie sehr ich den Inhalt liebe, das schreckliche Äußere muss mir ja nicht immer ins Auge stechen. ;)

5. Jeder - aber auch absolut JEDER! - liiiieebt ein Buch, dass du wirklich, wirklich nicht magst. Bei wem heulst du dich aus? Wer versteht dieses Gefühl?

Bei mir selbst, schätze ich. Das klingt jetzt wahrscheinlich ein bisschen bekloppt, aber wenn mich irgendetwas unglaublich nervt (oder unglaublich begeistert, da läuft das eigentlich genau so) stürze ich mich einfach in ein Selbstgespräch - einfach weil viele in meinem Umfeld mich sicherlich nicht verstehen würden und ihnen die große.... ähm, Energie missfällt, mit der ich mich dann aufregen kann. ;)

6. Du liest ein Buch und plötzlich schießen dir die Tränen in die Augen - in der Öffentlichkeit. Wie gehst du damit um?

Wie soll ich da schon groß mit umgehen? Wenn ich Zeit zum Lesen habe kann ich gerade nichts Weltbewegendes in der Öffentlichkeit machen, da hab ich vermutlich auch Zeit mal tief durchzuatmen und die Tränen Tränen sein zu lassen.

7. Die Fortsetzung eines Buches, das du geliebt hast, ist gerade erschienen - aber du hast eine ganze Menge der Handlung des Vorgängers schlicht vergessen. Was jetzt? Liest du den letzten Band einfach nochmal? Suchst du eine Zusammenfassung der Handlung im Internet? Sparst dir die Fortsetzung? Heulst frustriert?

Zuerst hoffe ich dann wohl auf das Spoilerparadies oder eine andere Quelle für Buchzusammenfassungen, ansonsten... einfach loslesen und versuchen die Erinnerung irgendwie zu wecken? Frustriert heulen klingt aber auch ganz gut...

8. Du willst deine Bücher nicht verleihen. Niemandem. NIEMANDEM. Wie lehnst du höflich ab, wenn dich jemand darum bittet?

Wenns ein schlichtes "Nein, wird nichts" nicht tut und ich höflich sein soll, na gut.... dann vermutlich so in die Richtung: "Tut mir Leid, aber ich habe in der Vergangenheit schon schlechte Erfahrungen mit dem Verleihen meiner Bücher gemacht, deshalb verleihe ich eigentlich auch keine mehr." Oder etwas in der Art.

9. Leseflaute! Du hast im letzten Monat 5 Bücher angefangen und direkt wieder aufgegeben. Wie überwindest du diesen furchtbaren Zustand?

Bücher meiner Lieblingsautoren die mich immer wieder zum Lesen bringen erneut verschlingen (oder zumindest die Lieblingsstellen). Das motiviert mich dann meistens, auch einem sechsten Buch die faire Chance zu lassen.

10. Es gibt diesen Monat so viele Neuerscheinungen, die du unbedingt lesen willst - wie viele davon kaufst du tatsächlich?

Ähm... eher wenige. Der Rest wird dann meistens auf die Wunschliste geschoben bis der Titel nicht mehr ganz so neu und gebraucht/als Mängelexemplar erhältlich ist, und somit billiger abzustauben geht. Oder ich verschiebe das Kaufen auf Weihnachten oder wann immer ich mal mehr Geld übrig habe.

11. Tja, nun hast du sie gekauft und du konntest es ja kaum erwarten, sie zu lesen - wie lange sitzen sie jetzt wirklich auf deinem Regal rum, bis du sie wirklich liest?

Bedauerndswerter Weise manche ganz schön lang. Manche haben Glück und kommen gleich sofort dran, andere lagern länger in den Regalen und werden regelrecht vergessen. Aber irgendwann werden sie immer gelesen.

Dienstag, 20. Oktober 2015

Mrs. Bradshaws höchst nützliches Handbuch für alle Strecken der Hygienischen Eisenbahn Ankh-Morpork und Sto-Ebene

AutorIn: Terry Pratchett
Seiten: 144
Verlag: Manhattan
ISBN: 978-3-442-54764-7

Worum geht's?

Ein Fremdenführer durch die Scheibenwelt, liebevoll gestaltet und aufwendig illustriert im Stil alter Reisebücher.
Niemand sollte unvorbereitet durch die Scheibenwelt reisen. Daher gehört Mrs Georgina Bradshaws äußerst nützliches Handbuch ins Gepäck aller, die mit der Hygienischen Eisenbahn die Ziele und Umwege entlang der Strecken von Ankh-Morpork und der Sto-Ebene ansteuern. Auch wenn sie sich vielleicht nur in Gedanken auf dieses Abenteuer begeben wollen ...

Durchgehend illustriert und mit allerlei nützlichen Informationen versehen – beispielsweise zu Übernachtungsmöglichkeiten oder empfehlenswerten Restaurants – schickt dieser Reiseführer Touristen wie Einheimische auf große Entdeckungsfahrt.

Quelle (Werbung)

Wer ist der Autor?

Terry Pratchett, 1948 in Buckinghamshire in England geboren, war Journalist und Pressesprecher für Atomkraftwerke, bis er mit seinen Romanen so erfolgreich wurde, dass er sich ganz auf seine Schöpfung konzentrieren konnte: die bizarre Scheibenwelt. Sie wird von vier Elefanten getragen, die auf dem Rücken einer Schildkröte durch das Weltall treibt. Ähnlich fremd-vertraut muten auch die Bewohner der Scheibe an, wo es Zauberer, Götter, Hexen und Ordnungshüter wie auf jeder anderen Welt gibt, alle mit einer kleinen Macke. Sie sind ein bisschen feige, und sie stolpern von einem haarsträubenden Abenteuer in das nächste - zum Vergnügen der Leser, die sich ständig von Ferne an ihr eigenes Leben erinnert fühlen. Zudem greift Pratchett in seinem vor witziger Sprachakrobatik und versteckten Anspielungen nur so sprühenden Werk häufig auf Motive der Literatur sowie auf kulturelle und politische Phänomene unserer Welt zurück.

Quelle (Werbung)

Wie fand ich es?

> Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Manhattan Verlag zur Verfügung gestellt. <

Dieser Zusatzband zu den Scheibenweltbüchern liest sich wahrscheinlich am besten in Ergänzung zu "Toller Dampf voraus", da in diesem Buch die Eisenbahn eingeführt wird. Auch die "Autorin" dieses Reiseführers, Mrs. Bradshaw hatte dort einen kurzen Auftritt.

Diese Ausgabe ist wunderschön und liebevoll illustriert. Die Bilder fügen sich dezent neben den Text und die leicht altmodisch anmutenden schwarz-weißen Darstellungen passen sehr gut in das Gesamtbild, und bringen in Verbindung mit den Informationstexten oft auch zum Lachen. Von Ankh-Morpork nach Überwald, von Quirm in den Effing-Forst ist dieses Buch mit kleinen Details verziert, die direkt Lust machen, selbst in den Zug zu steigen - egal wo die Reise hin geht, denn schließlich gibt es überall etwas zu sehen. ;)

Nicht nur gut gestaltet sondern auch strukturiert findet man zu Anfang eine kleine "Anleitung" zum Reisen mit der Hygienischen Eisenbahn, die mit ihren Paralellen und Unterschieden zu realen Regeln bereits eine humorvolle Note einbringt.
Danach werden nach und nach verschiedene Strecken abgefahren, wenn einmal eine Haltestellen zweimal vorkommt, bleibt sie das zweite Mal natürlich unkommentiert. Ansonsten gibt es nach jeweils einer kleinen, aber recht detaillierten Karte einen kurzen Einblick in die Zwischenstopps. Neben einem kleinen Steckbrief und einem kurzen Kommentar wird humorvoll und ansprechend auf die Besonderheit des Ortes eingegangen.

Die Texte selbst sind gespickt mit kleinen Anekdoten und Legenden zu den behandelten Orten und den Menschen die dort siedeln. Sie sind kurz genug um nicht zu langweilen, enthalten aber doch einige wissenswerte Informationen, die helfen ein genaueres Bild von dieser absonderlichen Welt zu bekommen.
Ich habe viele - wenn auch bisher nicht alle - Romane von der Scheibenwelt gelesen, und fand obwohl ich das Gefühl hatte mich recht gut auszukennen, einiges Interessantes und bisher Unbekanntes. Auch für Kenner könnte dieses Büchlein also informativ sein.

Auch wenn dieses Buch eher informativ und nicht als richtige Geschichte angelegt ist, kann man Pratchetts humorvollen, fesselnden Schreibstil auch durch die Hand der jungen Reisenden Georgina Bradshaw erleben.

Ingesamt hat mir die imaginäre Reise mit der Hygienischen Eisenbahn in Begleitung dieses Handbuchs viel Spaß gemacht! Die Illustrationen, besonders die Karten zu den einzelnen Strecken haben mir sehr geholfen, mir die Orte besser vorstellen zu können. Zwischendurch gab es interessante Informationen und wie von Pratchett gewöhnt wird man ab und an von kleinen Wortspielereien und den (gar nicht so irrealen) Absurditäten der Scheibenwelt zum Lachen gebracht. Ich kann diesen Reiseführer an alle Scheibenweltliebhaber empfehlen, besonders an die, die an "Toller Dampf voraus" (engl. Raising Steam) Gefallen gefunden haben.

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Manhattan Verlag und das Bloggerportal von Randomhouse!

Sonntag, 18. Oktober 2015

Tage wie Salz und Zucker

AutorIn: Shari Shattuck
Seiten: 368
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-26867-0

Worum geht's?

Zwei ungleiche Frauen, eine einzigartige Geschichte. 

Ellen Homes liebt es, ihre Mitmenschen zu beobachten - sie selbst aber möchte nicht gesehen werden. Sie versteckt sich hinter zu vielen Kilos und ihr Gesicht hinter langen Haaren. Nachts putzt sie in einem Riesensupermarkt. Eines Tages trifft Ellen im Bus eine junge Frau: Temerity ist blind, sprüht vor Lebensfreude, hat keinerlei Berührungsängste. Sie ist der erste Mensch seit langem, der Ellen «sieht». Die folgt ihr fasziniert und rettet sie prompt vor zwei Handtaschendieben. Fortan ist nichts mehr, wie es war. Temerity lockt Ellen gnadenlos aus der Reserve. Zusammen fangen die beiden ungleichen Freundinnen an, sich einzumischen - immer da, wo jemand sich nicht wehren kann oder wo Unrecht geschieht. Sehr schnell wirbeln sie jede Menge Staub auf ...

Quelle (Werbung)

Wer ist die Autorin?

Shari Shattuck, 1960 in Atlanta, Georgia, geboren, begann ihre Karriere als Model und Schauspielerin schon mit 16. Sie spielte in über 200 Filmen, Theaterstücken und Fernsehserien mit. Sie hat mehrere Krimis geschrieben und lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Kalifornien. Neben ihrer Schriftsteller- und Schauspieltätigkeit engagiert sie sich mit Herzblut in der Desi-Geestman-Stiftung für krebskranke Kinder. Ihre wichtigste Botschaft ist, nicht das Äußere einer Person zu bewerten, sondern den Menschen zu sehen, der sich dahinter verbirgt.

Quelle (Werbung)

Wie fand ich es?

Dieses Buch hinterlässt mich ein wenig traurig über das nicht ganz genutzte Potenzial der Grundidee. Von Anfang bis etwa einem Dreiviertel der Geschichte war die Geschichte berührend, interessant und hatte eine meiner Ansicht nach wirklich wichtige Botschaft - es ist völlig unerheblich wie jemand aussieht, wie viel Geld er hat und was sonst noch so für oberflächliche Eigenschaften aufgenommen werden können. Jeder trägt die Möglichkeit in sich, ein guter oder ein schlechter Mensch zu sein, oder natürlich einer Grauschattierung zwischen diesen beiden Extrempunkten anzugehören, und danach sollte er beurteilt werden. Hinter jedem Menschen den man auf der Straße sieht und der dick oder dünn, goß oder klein, ungewöhnlich oder durchschnittlich aussieht, kann sich ein Held verbergen.

Die Charaktere sind sehr individuell und außergewöhnlich gestaltet. Sowohl Ellen als auch Temerity mochte ich sehr gern, und ihr Zusammenspiel war einfach etwas Besonderes. Sie beide sind ein wenig besondere Figuren, bei denen ich jedoch zu keiner Zeit Schwierigkeiten hatte, mich mit ihnen zu identifzieren. Die Freundschaft der beiden gefiel mir wirklich gut. denn sie halfen sich gegenseitig und besonders Temerity ermunterte Ellen dazu, "sichtbar" zu werden und sich dem Leben mutig zu stellen.

Der Schreibstil ist recht einfach, kann den Leser aber dank der Charaktere mitreißen und es entwickelt sich leicht ein Lesefluss. 
Leider ist die Geschichte nicht sehr spannend. Das ist an sich ja kein Problem, wenn die Stärken stattdessen besonders in einem poetischen Schreibstil oder etwas anderem liegen würden, doch leider bemerkte man an manchen Stellen das Fehler von Action und nervenzerreißenden Momenten. Denn in diesem Buch passiert ja schon einiges und beispielsweise der "Kampf" gegen Ende verspricht eigentlich eine Menge Spannung und Adrenalin. Solche Momente wurden leider manchmal zu schnell abgewickelt. Der Handlungsaufbau hat mir an sich aber sehr gut gefallen, er war ausgewogen und die Nebencharaktere die Ellen und Temerity "retten" wurden gut zu verschiedenen Zeitpunkten in die Geschichte eingeführt und beschrieben sich gleichzeitig durch ihr Handeln und kurze Abrisse ihres Aussehens und Auftretens von Ellen.

Gegen Ende ließ das Buch wie schon erwähnt leider nach. Die ohnehin recht maue Spannung erhielt einen deutlichen Dämpfer und das ganze Ende war zu kostruiert und auch ein wenig vorhersehbar. Ich hätte nach der bis dahin wunderbaren Geschichte mit einer etwas spannenderen Auflösung gerechnet, die dabei aber nicht ganz so perfekt ausfällt, denn schließlich geht es in diesem Buch - so habe ich es wenigstens verstanden - darum, das auch unperfekt wundervoll sein kann. Leider bekommt der Leser ein Ende so unnatürlich wunderbar, dass auch einfach ein Einhorn hätte auftauchen und mit den Bösewichten wegreiten können. Schade!

"Tage wie Salz und Zucker" ist insgesamt dennoch ein mutiges, starkes Buch, auf das man sich einlassen und an das man auch ohne Erwartungen herangehen sollte. Es ist ein Buch über Stärke und Hilfsbereitschaft, und über den Mut zu helfen. Auch wenn ich ein paar Kritikpunkte habe und das Ende mich enttäuscht hat, kann ich es weiterempfehlen.

 bis Sterne

Toller Dampf voraus

AutorIn: Terry Pratchett
Seiten: 448
Verlag: Manhattan
ISBN: 978-3-442-54751-7

Worum geht's?

Ankh-Morpork, die größte Stadt der Scheibenwelt, war schon immer ein wahrer Hexenkessel – doch andernorts floss das Leben eher gemütlich dahin. Bis dank des Erfindungsreichtums eines jungen Ingenieurs die Dampflokomotive Einzug auf der Scheibe hält. Lord Vetinari ist erst skeptisch, beschließt jedoch schnell, sich das eiserne Ungetüm lieber Untertan zu machen. Er beauftragt Feucht von Lipwig – Herr der Post, der Königlichen Münze und der Königlichen Bank – nun auch das Verkehrswesen ins Rollen zu bringen. Bald wird überall fleißig am Schienennetz gebaut. Doch nicht jedermann weiß den rollenden Fortschritt zu schätzen. Und so nutzt eine radikal konservative Splittergruppe von Zwergen, die sowieso unzufrieden mit der Gesamtsituation ist, das Feuerross, um der herrschenden Schicht mächtig Dampf zu machen …

Quelle (Werbung)

Wer ist der Autor?

Terry Pratchett, 1948 in Buckinghamshire in England geboren, war Journalist und Pressesprecher für Atomkraftwerke, bis er mit seinen Romanen so erfolgreich wurde, dass er sich ganz auf seine Schöpfung konzentrieren konnte: die bizarre Scheibenwelt. Sie wird von vier Elefanten getragen, die auf dem Rücken einer Schildkröte durch das Weltall treibt. Ähnlich fremd-vertraut muten auch die Bewohner der Scheibe an, wo es Zauberer, Götter, Hexen und Ordnungshüter wie auf jeder anderen Welt gibt, alle mit einer kleinen Macke. Sie sind ein bisschen feige, und sie stolpern von einem haarsträubenden Abenteuer in das nächste - zum Vergnügen der Leser, die sich ständig von Ferne an ihr eigenes Leben erinnert fühlen. Zudem greift Pratchett in seinem vor witziger Sprachakrobatik und versteckten Anspielungen nur so sprühenden Werk häufig auf Motive der Literatur sowie auf kulturelle und politische Phänomene unserer Welt zurück.

Quelle (Werbung)

Wie fand ich es?

> Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Manhattan Verlag zur Verfügung gestellt. <

Ein Buch aus Terry Pratchetts Scheibenwelt-Reihe zu lesen, ist für mich immer ein Gefühl von Nachhausekommen. In dieser abstrakten, skurrilen, völlig absurden Welt fühle ich mich einfach wohl und das Talent des Autors, mir das Unerklärliche zu erklären, fantastische Charaktere zu erschaffen die sich nach ein paar Seiten wie gute Freunde von mir anfühlen... das macht die Scheibenwelt besonders. Nach den ersten paar Seiten im ersten Buch der Reihe das ich verschlungen habe, war mir schon klar, dass das was dieser - leider bereits verstorbene - Autor da geschaffen hat, etwas ganz Besonders ist und mich noch lange begleiten wird. Und so wird es auch sein, das weiß ich mit vollster Gewissheit. Ich werde die Bücher immer wieder lesen, und ich werde immer ein Zuhause darin finden. Und ich denke, viele andere begeisterte Leser haben das auch.

Dieser Roman ist der vorletzte der Reihe, deshalb werden grundlegende Dinge zum Beispiel wer Lord Vetinari ist, nun nicht mehr groß erklärt. Für Einsteiger ist das Buch deshalb nicht unbedingt geeignet, oder zumindest sollten diese sich vorher anderweitig ein wenig über die Scheibenwelt informieren - Internetseiten gibt es genügend. Der Einstieg in die Geschichte fällt dann bestimmt leichter.

In diesem Buch tauchen viele altbekannte Figuren wieder auf. Von Feucht von Lipwig, dem Gauner aus "Ab die Post" und "Schöne Scheine" der die Geschichte so humorvoll auflockert wie nur er es kann und seiner Frau, über Lord Vetinari samt seinen Finsteren Sekretären, der wunderbarste Tyrann den sich ein Volk nur wünschen kann, bis zu Kommandeur Mumm, den wortkargen und bodenständigen Polizisten, der den Verbrechern jedweder Klasse und Coleur das Leben schwer macht. Und auch viele neue Figuren tauchen auf, die man als Leser sofort ins Herz schließt.
Alle Charaktere sind wie immer wunderbar gestaltet und mit individuellen Macken und Talenten ausgestattet. In diesem Buch treffen unterschiedlichste Figuren zusammen, und laufen in ihrer Interaktion zu Höchstform auf. Diese Figuren sind es, die das Buch so lebendig und interessant machen. Sie bringen zum Nachdenken, genauso oft wie zum Lachen.

In diesem Buch beschäftigt sich Pratchett humorvoll und kritisch mit einem Thema, dass einfach in jeder Zeit in jedem Land ein großes Thema ist - dem Fortschritt. Die Eisenbahn rattert stellvertretend dafür durchs Land und überzeugt davon, dass auf der Stelle zu treten, nun mal nie funktioniert.
Das Besondere an Pratchetts Romanen ist für mich, das er wie auch bei diesem Thema, Denkanstöße gibt. Dieser Geschichte stumpf zu folgen, bringt dem Leser kein Vergnügen. Doch wenn man mitdenkt und sich auf die Handlung einlässt, wird man einfach mitgerissen. Die Stärke des Buchs liegt nicht in nervenzerreißender Spannung, auch wenn es einige Actionszenen gibt. Sie liegt in ihrer unterschwelligen Botschaft, in ihrem außergewöhnlich guten Schreibstil und in ihren facttenreichen Charakteren.

Viel Kritik gibt es bezüglich des Übersetzers Gerald Jungs. Nun, ich persöhnlich hatte das englische Original bei der Hand und habe immer mal wieder Textstellen verglichen - mir ist nichts Negatives aufgefallen. Ich finde die Übersetzung ziemlich gelungen und kann, außer ein paar Stolpern am Anfang, bei denen ich zweimal lesen musste um zu verstehen was gemeint ist, nichts dagegen sagen. Sicher, zum Beispiel den Namen Harry King mit Paul König zu übersetzen, finde ich auch etwas merkwürdig, aber gestört hat mich das nicht wirklich. Sicher, die Übersetzung von Gerald Jung ist anders als die von Andreas Brandhorst, der die ersten Bücher der Scheibenwelt ins Deutsche gebracht hat, aber nicht schlechter.

Was soll ich noch sagen? Dieses Buch ist ein großartiges Buch! Ein satirischer Kommentar zum Weltgeschehen, verstrickt mit wundersam skurrilen fantastischen Elementen. Ein wenig kommt einem schon dieser Roman wie ein Abschied vor und das Ende hat mich, wenn auch nicht übermäßig traurig so doch melancholisch, zu Tränen gerührt. Ich kann nur jedem von euch empfehlen, dieses Buch zu lesen, diese ganze Reihe zu lesen. Diese Bücher sind es wert! Man muss sich auf sie einlassen, offen und ohne Erwartungen sein, dann packt einen die einzigartige Geschichte und man findet sich in einer unglaublichen Welt wider, die man nie mehr verlassen möchte!

 Sterne

Vielen, vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Manhattan Verlag und das Bloggerportal Randomhouse!

Freitag, 16. Oktober 2015

Lying Game: Weg bist du noch lange nicht

AutorIn: Sara Shepard
Seiten: 320
Verlag: cbt
ISBN: 978-3-570-30801-1

Worum geht's?

»Sutton ist tot. Sag es niemandem. Spiel weiter mit … Oder du bist als Nächste dran.«
Emma Paxton hat das Leben ihrer toten Zwillingsschwester Sutton übernommen. Sie will herausfinden, wer Sutton ermordet hat. Allein der Mörder kennt ihr Geheimnis – schon einmal ist Emma knapp einem Mordanschlag entkommen. Verdächtige: Suttons Freunde, Suttons Schwester, die halbe Welt. Auf der Suche nach der Wahrheit stößt Emma immer wieder auf die dunkle Vergangenheit ihrer Schwester. Was hat es mit dem mysteriösen LYING GAME auf sich? Bei welchem bösen Spiel ist Sutton zu weit gegangen? Emma vertraut niemandem außer Ethan – dem Jungen, der ihr Geheimnis längst durchschaut hat …

Quelle (Werbung)

Wer ist die Autorin?

Sara Shepard hat an der New York University studiert und am Brooklyn College ihren Magisterabschluss im Fach Kreatives Schreiben gemacht. Sie wuchs in einem Vorort von Philadelphia auf, wo sie auch heute lebt. Ihre Jugend dort hat die »Pretty Little Liars«-Serie inspiriert, die in 22 Länder verkauft wurde und die, ebenso wie ihre Reihe »Lying Game«, zum New York Times Bestseller wurde. Inzwischen wird »Pretty Little Liars« mit großem Erfolg als TV-Serie bei ABC gesendet. In Deutschland wird »Pretty Little Liars« seit Mai 2014 auf Super RTL ausgestrahlt.

Quelle (Werbung)

Wie fand ich es?

ACHTUNG! ZWEITER TEIL EINER REIHE! ENTHÄLT EVENTUELL SPOILER!

Auch in Band 2 begleitet man Emma und Sutton auf der Suche nach Suttons Mörder durch Emmas falsches Leben. Dieses Konzept empfand ich schon im ersten Teil "Und raus bist du" als spannend und faszinierend und das hat sich nicht geändert. Sowohl Emma als auch Sutton sind mir mittlerweile symphatisch geworden - ja, auch das Biest Sutton empfinde ich als einen wertvollen Teil der Geschichte und ihre Kommentare zum Geschehen machten die Geschichte an manchen Stellen unterhaltsamer. Emma ist eine sehr authentische Protagonistin, in die man sich gut hineinversetzen kann, ob sie nun über den Überfluss in Suttons Familie staunt, den sie als in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsenes Pflegekinde nicht kennt, oder versucht, ohne direktes Wissen über Suttons Beziehung zu einer Person mit demjenigen umzugehen.

Von der Beziehung zwischen Emma und Ethan bin ich noch nicht so ganz überzeugt - der gute Ethan ist mir ein bisschen undurchsichtig. Außerdem will ich den Gedanken nicht ganz aufgeben, das er auch irgendwie Dreck am Stecken hat. Dafür weiß man noch viel zu wenig über ihn. Ich hoffe, auf die Verbindung der beiden wird im nächsten Band ein wenig mehr eingangen, und zu Ethan selbst hätte ich gern auch noch ein paar Informationen, bevor ich ihm so ganz traue ;)

Verschiedene Charaktere, die in Band 1 erst eingeführt wurden - und die ich da zugegeben teilweise noch verwechselt habe, weil ich kein richtiges Bild hatte, werden näher beschrieben und man lernt zum Beispiel Suttons Freunde Madeline und Charlotte, sowie ihre Schwester Laurel richtig kennen. Nicht nur ihren Bezug zu Suttons Verschwinden, nein, auch ihre Persöhnlichkeit, da Emma sich ja quasi noch einmal neu mit ihnen anfreunden muss.

Denn auch wenn Emma versucht, Sutton so gut wie nur möglich zu kopieren, versucht sie auch die Fehler die sie bei ihren Freundinnen oder bei ihrer Familie gemacht hat zu vermeiden und eine bessere Sutton zu sein. Besonders interessant sind auch Suttons Gedanken zu ihren Fehlentscheidungen. Diese geistert ja ebenfalls als Ich-Erzähler durch die Geschichte, eine Idee an der ich im ersten Band noch gezweifelt habe, die mich jetzt aber überzeugt hat.

Emma hat verschiedene Verdächtige, allen voran aber Suttons Freundinnen sowie die Twitter-Zwillinge, die... nun, gerne Suttons Freunde und Mitglieder im Lügenspielclub gewesen wären. Ich möchte nicht zu viel von der Handlung verraten, sondern lieber noch etwas auf das Lügenspiel eingehen, da das mit den Verdächtigen zusammen hängt. Doch soviel ist gesagt - an Motiven mangelt es auch unter Suttons engen Freunden nicht und es bleibt spannend.

Aber zum Lügenspielclub - wie ich bereits in meiner Rezension zum ersten Band erwähnt habe, und wie Lesern der Reihe klar sein sollte, ist Sutton nicht unbedingt die netteste Person gewesen. Im Zuge des Lügenspiels geschehen einige fragwürdige Dinge, die Sutton auch nicht sympathischer gemacht haben. Das Emma dadurch, und durch ihre Nachforschungen wieder in Kontakt mit der Polizei kommt ist nur folgerichtig, und Suttons dicke Akte lässt erahnen, das es noch viel mehr Verdächtige geben dürfte. Es würde mich nicht wundern, wenn der wahre Täter noch gar nicht selbst aufgetaucht ist. Die vielen Möglichkeiten machen die Geschichte spannender und die Seiten gleiten einem nur so unter den Fingern weg. Mir gefiel es jedenfalls sehr, das man noch mehr über Suttons Machenschaften und den Lügenspielclub herausfand.

Während der letzten Kapitel hat Sara Shepard auf jeden Fall bewiesen, dass sie wirklich Spannung erzeugen und - zumindest mir - richtig Angst machen und mich überraschen kann. Die Ereignisse überschlagen sich und man fiebert wirklich mit.

Ganz am Ende gibt es noch einen ordentlichen Cliffhanger und ich bin schon ziemlich gespannt, was daraus im nächsten Band gemacht wird. Mein Interesse ist jedenfalls vollständig geweckt und ich kann das Weiterlesen nicht erwarten!

 bis Sterne

Dienstag, 13. Oktober 2015

Der Bibliothek der schwarzen Magie: Die Wissende

AutorIn: Christopher Nuttall
Seiten: 480
Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3-442-26405-6

Worum geht's?

Elaines magische Gabe ist bestenfalls durchschnittlich und reicht gerade aus, um ihr eine Stellung in der Großen Bibliothek der Goldenen Stadt zu verschaffen. Aus Versehen löst sie dort einen uralten Zauber aus, der das gesamte Wissen der Bibliothek in ihren Kopf überträgt. Obwohl Elaine die dazugehörige Magie fehlt, lenkt ihre Kenntnis der stärksten Zaubersprüche die Aufmerksamkeit der Mächtigen auf sie. Doch noch während sie darum ringt, mehr als eine Trophäe des Adels zu sein, kommt ihr ein schrecklicher Verdacht. War der Vorfall von langer Hand geplant?

Quelle (Werbung)

Wer ist der Autor?

Christopher Nuttall wuchs in Edinburgh auf, wo er auch Geschichte studierte. Bereits während er noch an der Universität war, verdiente er sein Geld mit Schreiben. Chris lebt derzeit in Borneo mit seiner Frau, Muse und Kritikerin Aisha.

Quelle (Werbung)

Wie fand ich es?

> Dieses Buch wurde mir vom blanvalet Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. <

Bei diesem Buch hat es ziemlich lange gedauert es zu lesen, denn der Einstieg ist mir wahrlich nicht leicht gefallen. Dafür gab es mehrere Gründe, die ich alle gleich noch näher beleuchten werde.

Zum einen war die Protagonistin Elaine ziemlich... farblos und nervte mit der Zeit ziemlich. Sie war wie ein Abziehbildchen, viel zu austauschbar und so darauf bedacht, dass sie nur durchschnittlich und ach so langweilig ist... das hatte nichts mehr mit Selbstkritik zu tun. Insgesamt hat sie es mir mit ihrer sprunghaften, unbedachten Art wirklich schwer gemacht, die Geschichte zu mögen.

Allerdings waren die Nebencharaktere dafür um einiges spannender. Beispielsweise Inspektor Zorn, der bezüglich der Umstände von Elaines "Unfall" ermittelt - ich möchte nicht spoilern, deshalb umschreibe ich es mal so umständlich - hat viel Potenzial gezeigt, oder Elaines Zimmergenossin. Leider wurde diesen Nebenfiguren überhaupt nicht der Platz eingeräumt, durch den die Geschichte vielleicht interessanter gestaltet worden wäre.

Die Idee der Geschichte mit dem Fluch, der Elaine das Wissen der gesamten Bibliothek in den Kopf pflanzt, war meiner Ansicht nach sehr gut und bildet einen spannender Teil der Geschichte. Das Besondere daran, dass sie eben auch die Zusammenhänge des Wissens sofort erkennt und die Kombination aus diesem Wissen und ihrer eigenen nicht unbedingt gigantischen Zauberkraft hätte das Buch spannener machen könnte.

Die Handlung wurde anfangs eindeutig zu sehr mit Geplänkel verschwendet, der Einstieg gestaltete sich langwierig. Obwohl es natürlich gut ist, erst einmal die Personen einzuführen, hätte die Geschichte trotzdem mehr Action auf den ersten 100 - 200 Seiten vertragen. Auch danach wird eher lange drumherum erzählt als zum Punkt zu kommen, wo doch etwas mehr Action bei der Geschichte Wunder gewirkt hätte.

Ingesamt könnte man aus der Weltgestaltung des Buchs noch mehr machen, ebenso die Nebencharaktere mehr einbeziehen und die Geschichte schneller und energischer erzählen, anstatt Elaine immer wieder durchkauen zu lassen, wie unbedeutend und blöd sie doch ist, und insgesamt alles mögliche wieder aufkommen zu lassen, was fünfzig Seiten vorher auch noch nicht spannend war.

Zum Schluss nahm die Geschichte endlich - für mich leider etwas zu spät - Fahrt auf und konnte mich überraschen. Es kam Spannung auf, und man musste sich die ganze Zeit fragen, wem man trauen konnte und wer ein falsches Spiel mit den Protagonisten spielte.

Insgesamt war dieses Buch ein eindeutiger Fall von "Gute Idee, schlechte Umsetzung", zumindest empfand ich es so. Ich glaube nicht, dass ich die Reihe fortsetzen werde. Die Hauptfigur Elaine hat mir einfach den Spaß an der Geschichte kaputt gemacht, dazu kamen die vielen Wiederholungen und der maue Anfang.

 bis Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den blanvalet Verlag und das Bloggerportal von Randomhouse!