Samstag, 21. Oktober 2017

Und Gott sprach: Du musst mir helfen!

Autor: Hans Rath
Seiten: 288
Verlag: rororo
ISBN: 978-3-499-27142-7

Worum geht's?

Was, wenn Gott persönlich dich bitten würde, die Welt zu retten? Vor dieser Frage steht Jakob Jakobi, der Held aus «Und Gott sprach: Wir müssen reden», als er einen alten Bekannten wiedertrifft: Gott.
Der taucht kurz vor Weihnachten in Gestalt des Lebenskünstlers Abel Baumann auf und stellt einmal mehr Jakobs Leben auf den Kopf. Diesmal ernennt er seinen Ex-Therapeuten kurzerhand zum neuen Messias und wirft damit Jakobs Urlaubspläne über den Haufen. Eine bunte Schar Apostel gesellt sich auch bald dazu. Von Veganismus bis Antikapitalismus - es kommen sehr unterschiedliche Vorstellungen zusammen, wie man den Planeten und die Menschheit aus dem Schlamassel ziehen kann. Das richtige Konzept zur Weltrettung lässt sich eben nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln ...

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Wer ist der Autor?

Hans Rath, geboren 1965, studierte Philosophie, Germanistik und Psychologie in Bonn. Er lebt mit seiner Familie in Berlin, wo er unter anderem als Drehbuchautor tätig ist. Zwei Bände seiner Romantrilogie um den Mittvierziger Paul Schubert wurden fürs Kino adaptiert. Seine aktuellen Bücher aus der Reihe «Und Gott sprach» sind ebenfalls Bestseller.

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Wie fand ich es?

ACHTUNG! FINALE EINER TRILOGIE! EVENTUELL SPOILERGEFAHR!

Huh, machen wir es kurz und schmerzlos - das schlechteste Buch der Reihe, weswegen ich mich vor der Rezension auch ein wenig gedrückt habe. Der Anfang war noch recht witzig, doch schnell wurde es ziemlich abstrus. Und nicht auf die gute Art abstrus, die diese Reihe bis dato auszeichnete, sondern völlig abwegig und die Geschichte brachte mich fast nur noch zum Stirnrunzeln.

Der Geist der Reihe verblasste einfach, und die Geschichte wurde zu flach. Insbesondere in der Mitte des Buchs zog sich die Handlung wie Kaugummi, und die Suche nach der Besserung der Welt und vor allem Jakobs Rolle darin kam mir mehr als an den Haaren herbeigezogen vor. Natürlich ist es Fiktion, und natürlich sind insbesondere die "Und Gott sprach"-Bücher ein Stück weit abstrus, seltsam und skurril, doch hier war es irgendwann nicht mehr witzig, sondern nur ein Stück nervig.

Einen Großteil der "Verantwortung" für diese negative Entwicklung sehe ich bei der Behandlung der Figuren. Hauptfigur Jakob wurde... langweilig. Ein gemeines Wort dafür, doch leider stimmt es. Auch ihn zeichnete natürlich seine ganze Geschichte hindurch eine gewisse Passivität aus, doch auch in diesem Punkt erreichte es eben den Rand meiner Geduld in diesem Werk. Vor allem Jannika, die Aktivistin, in die sich Jakob verknallt - die als Katalysator für seine 'guten Taten' ihn aber eher jämmerlich wirken lässt und ihn ziemlich unsympathisch macht.

Die positive Nachricht? Es wird gegen Ende wieder besser. Als sich die Geschichte um Jannika ein wenig auflöst, gelangt man wieder zu einem Stück Jakob Jakobi, der sich charakterlich weiterentwickelt. So weit in der Reihe wurde es nämlich ziemlich unglaubwürdig, dass er einfach immer derselbe blieb. Ja, auf den letzten Seiten wurde es sogar wieder witzig.
Und noch ein Pluspunkt - Abel/Gott ist noch immer interessant und witzig. Leider ist er in diesem Buch viel zu wenig...

Leider nicht so gut wie Band 1 und 2, auch wenn sich gegen Ende die Atmosphäre und die Hintergründigkeit, die ich an der Buchreihe geschätzt habe ein Stück weit zurückkehrte. Ich hatte ziemlich hohe Erwartungen an diesen dritten Band, vielleicht lag es daran, dass er mich schlussendlich nicht sehr überzeugen konnte. Es ist kein komplett schlechtes Buch, auch wenn diese Rezension wohl ziemlich negativ wirkt, aber im Vergleich mit dem was ich von Hans Rath sonst gelesen habe, war es kein besonders gutes.

 Sterne

Montag, 16. Oktober 2017

Weit weg und ganz nah

Autorin: Jojo Moyes
Seiten: 512
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-26736-9

Worum geht's?

Einmal angenommen …
… dein Mann hat sich aus dem Staub gemacht. Du schaffst es kaum, deine Familie über Wasser zu halten. Deine hochbegabte Tochter bekommt eine einmalige Chance. Und du bist zu arm, um ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Plötzlich liegt da ein Bündel Geldscheine. Du weißt, dass es falsch ist. Aber auf einen Schlag wäre dein Leben so viel einfacher …
Und einmal angenommen, du strandest mitten in der Nacht mit deinen Kindern am Straßenrand – und genau der Mann, dem das Geld gehört, bietet an, euch mitzunehmen. Würdest du einsteigen? Würdest du ihm irgendwann während eures verrückten Roadtrips gestehen, was du getan hast?
Und kann das gutgehen, wenn du dich ausgerechnet in diesen Mann verliebst?

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Wer ist die Autorin?

Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Der Roman «Ein ganzes halbes Jahr» machte sie international zur Bestsellerautorin. Weitere Nr. 1-Bestseller folgten. Jojo Moyes lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf dem Land in Essex.

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Wie fand ich es?

Nach meinem letzten Jojo Moyes Buch hatte ich trotz einiger Kritikpunkte Lust auf gleich noch eins - und da ich von den übrigen zu "Weit weg und ganz nah" schon am öftesten greifen wollte, ergriff ich die Chance und schnappte es mir. Natürlich wurde es auch sofort gelesen und leider war ich nicht ganz so begeistert wie erhofft.

Ein besonders großes Problem für mich - die Protagonisten konnten mich emotional überhaupt nicht erreichen. Anfangs hielt ich Ed für das 'Problem', doch mit der Zeit wuchs er mir sogar ein wenig ans Herz, als das menschliche Chaos, dass er ist.

Nein, ich hatte Probleme mit Jess. An sich hatte ihre Figur alle Ingredienzien zu jemandem mit dem man mitfühlen und der zumindest faszinieren könnte (und das sollte man eindeutig auch) - aber nein, irgendetwas passte nicht. Sie wirkte zu blass und eindimensional, und dadurch wurden ihre Passagen, die einen großen Teil der Geschichte ausmachen, ziemlich zäh und meine Lust die Geschichte weiterzulesen immer geringer, da mir eine emotionale Bindung daran fehlte.

Auch die wunderbaren Nebenfiguren, Tanzie und Nicky, die sehr facettenreich dargestellt wurden und deren Probleme und Entwicklung wirklich den großen Pluspunkt der Geschichte ausmachen, haben mich begeistert. Ihre Kapitel habe ich genossen und habe mit ihnen mit leiden und fühlen können. Insbesondere Nicky, der sich quasi selbst finden muss und das auf originelle Art und Weise tut. Und natürlich Norman! Detailreich und mit liebevollem Drumherum war das Buch definitiv geschrieben, leider konnte das jedoch nicht die Probleme der Geschichte lösen...

Lange Zeit schien die ihren roten Faden nämlich vergeblich zu suchen. Szene reihte sich an Szene und auch wenn ein Funken Humor und der lockere Schreibstil halfen mich durch die Seiten zu treiben musste ich stellenweise wirklich "getrieben" werden. Erst ziemlich gegen Ende wurde es emotional und selbst da, aufgrund meiner fehlenden Bindung zu Jess, konnte auch das die Geschichte für mich nicht mehr retten.

Insgesamt reicht "Weit weg und ganz nah" leider nicht an die anderen Werke von Jojo Moyes heran, die ich bereits gelesen habe, und auch nicht an meine allgemeinen Erwartungen an die Geschichte. Ab und an konnte ich lachen und mit den Nebenfiguren sowie mit der Zeit Ed mitfühlen, doch alles in allem zieht sich die Geschichte sehr, sodass ich fast erleichtert war, das Buch beendet zu haben. Nicht schlecht, aber ich hatte mir mehr erhofft!

 Sterne

Sonntag, 15. Oktober 2017

[Gesehen] Woche 29

Meine zweite und auch schon wieder letzte Ferienwoche habe ich noch mal mit so einigen Serien genossen.

DESIGNATED SURVIVOR (Staffel 2 Folge 1 und Folge 2)
Ich muss sagen: viel mehr von Hannah Wells, viel weniger... 'Russland sind die Bösen, Amerika ist großartig, amerikanischer Traum' und ähnliches Gehabe von dem man in der ersten Folge ja wirklich überschüttet wurde. Ohne diesen mehr als oberflächlichen Handlungsstrang hätte ich mehr Spaß an den Folgen gehabt, speziell da durch die Reaktionen auf Kirkman von Senat und der Bevölkerung durchaus interessante Spannungen angestoßen werden. Kirkman selbst wirkt in letzter Zeit allerdings ziemlich unsympathisch - schade, da ich ihn von Anfang an gemocht habe. An sich möchte ich meine Sympathie für ihn auf nicht gleich aus dem Fenster treten - er bekommt noch eine Chance, aber es war für mich kein guter Einstieg in Staffel 2 in punkto Tom Kirkman. Für ein wenig Spaß sorgte der neu eingeführte, etwas spezielle Political Director Lyor Boone. Auch von ihm wird man hoffentlich noch mehr sehen!

CRAZY EX-GIRLFRIEND (Staffel 2 Folge 1 bis Folge 13)
Oh mein Gott, die zweite Staffel war ja sogar noch besser als die erste!! Insbesondere die Mädchenfreundschaften die auf die Probe gestellt wurden, sich veränderten und neu entstanden haben mich begeistern können, genauso wie Nathaniel, der leider erst ziemlich spät in der Staffel eingeführt wurde... ich hoffe, hoffe, hoffe, mehr von ihm in Staffel 3 zu sehen! Und nach dem Cliffhanger der letzten Folge bin ich insgesamt gespannt darauf, wie Rebeccas Geschichte weitergeht! So gespannt, dass ich die gesamte bisher verfügbare Serie gleich noch einmal geschaut habe...


BROOKLYN NINE-NINE (Staffel 3 Folge 1 bis Folge 11)
Zum Glück ist Staffel 3 jetzt auch auf Netflix, und sie ist genauso gut wie die vorherigen, bisher jedenfalls. Allerdings hätte ich auch nicht mit dem Gegenteil gerechnet, so viel Genialität kann man gar nicht verpfuschen! (Hoffentlich!) Geht wirklich stark weiter und ich will mir gar nicht vorstellen was für ein fieses Serienhangover mich nach Beenden der Staffel erwarten wird, wenn ich ewig auf Staffel 4 warten werden muss... sämtliche Figuren, sämtliche Interaktionen zwischen ihnen, auch die Mordfälle... ich finde wirklich nichts zu meckern. Und natürlich ist die Serie vor allem witzig - ohne dabei offensiv zu sein. Stattdessen ist "Brooklyn Nine-Nine" originell, facettenreich und skurril, und darin meisterhaft gut!

ORPHAN BLACK (Staffel 4 Folge 1 bis Staffel 5 Folge 10)
Die vierte Staffel ist fast noch besser als die davor - speziell die erste Folge, die sich fast ausschließlich mit Beth beschäftigt war unglaublich! Man erfährt endlich mehr über sie, mit der die gesamte Serie ja eigentlich gestartet ist - die ich aber erst jetzt richtig ins Herz schließen konnte. Auch alle anderen Handlungsstränge bleiben die ganze Zeit interessant, auch in Staffel 5 - und das Ende hat mich daher richtig melancholisch gestimmt. An nur einer Folge hatte ich eine kleine Kritik (5x02), da mir das Ende etwas zu brutal war, und insgesamt nicht zur restlichen Stimmung der Folge und Geschichte passte... doch fünf Minuten werde ich diesem sonst genialen Machwerk sicher nicht ankreiden. Besonders gefallen haben mir in Staffel 5 auch die charakterspezifischen Episoden, in denen ein Leda-Klon besonders behandelt wurde. Insgesamt einfach eine wunderbare Serie, die auch durchaus sinnvoll und vollendet abschließt. Dennoch werde ich die Klone so sehr vermissen, dass es ein bittersüßer Abschied ist! Bei dem Finale musste ich weinen, so sehr waren sie mir alle ans Herz gewachsen...


RIVERDALE (Staffel 2 Folge 1)
Immer noch ein wenig gestelzt und übermäßig dramatisch beginnt die zweite Staffel. Gut gelungen waren die Halluzinationen von Archies Dad, ansonsten kann mich die Serie allerdings weiterhin eher mäßig überzeugen. Ungewöhnlicher Weise mochte ich Archie in dieser Folge allerdings, der mir bis dato eher langweilig erschien. Vielleicht weil er diese Folge tatsächlich mal einen Handlungsstrang hatte, wenn das so weitergeht könnte aus seiner Figur durchaus was werden... Oh, und ebenfalls gut ist der Soundtrack, wer auch immer dafür verantwortlich ist hat ein gutes Händchen für Musik. Wenn mich das Fehlen eines wirklich natürlichen Flows der Geschichte nur nicht so nerven würde... denn das Ende war vielversprechend.

EINE REIHE BETRÜBLICHER EREIGNISSE (Staffel 1 Folge 3)
Uuund in einer einzigen Folge ist mir eine neue Figur ans Herz gewachsen und auch gleich wieder brutal herausgerissen wurde. Diese Serie ist ziemlich genial. Allerdings glaube ich, die Atmosphäre "ertrage" ich wirklich nur in Maßen, deshalb werde ich wohl Stück für Stück schauen - aber in der Ruhe liegt ja bekanntlich die Kraft. Bis zum Erscheinen von Staffel 2 Januar 2018 werde ich wohl mit den restlichen fünf Folgen fertig sein - nach dieser Folge habe ich darauf durchaus Lust, wenn auch nicht sofort!

Samstag, 14. Oktober 2017

This love has no end

Autor: Tommy Wallach
Seiten: 320
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-17396-1

Worum geht's?

Eine Liebe für die Ewigkeit

Als Parker in einer Luxushotellobby dem faszinierenden Mädchen Zelda begegnet und sie um ein obszön dickes Banknotenbündel erleichtert, ist es vorbei mit seiner Unsichtbarkeit. Denn eigentlich hat er die Kunst perfektioniert, niemandem aufzufallen. Doch die silberhaarige Zelda sieht ihm mitten ins Herz. Und so lässt Parker sich mit ihr auf eine hochriskante Wette ein. Die wird sie beide in einem atemberaubenden Wirbel durch die Nacht tragen, sie werden der Liebe begegnen, dem Glück über den Weg laufen, dem Tod ins Auge schauen und erkennen, was ihnen ihr Leben wert ist.

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Wer ist der Autor?

Tommy Wallach ist ein Singer-Songwriter und Essayist, der seine Beiträge in verschiedenen New Yorker Magazinen veröffentlicht. Als Musiker ist er bei Decca Records unter Vertrag und trat bereits im New Yorker Guggenheim Museum auf. Die Filmrechte seines ersten Jugendromans We All Looked Up sicherte sich noch vor Erscheinen Paramount Pictures.

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Wie fand ich es?

Eine nette Coming of Age - Geschichte, mehr habe ich gar nicht erwartet - doch schlussendlich wurde das Buch zu etwas völlig anderem, auch wenn Parkers Alltagsprobleme (seine Zukunft, Collegebewerbungen...) durchaus eine Rolle spielen. Dennoch bereue ich keinesfalls zu dem Buch gegriffen zu haben. Es ist nicht unter meine Top 10 der Lieblingsbücher gekommen, oder sogar die Top 100, aber es ist definitiv etwas Besonderes.

In die Irre führen kann einen die Geschichte wirklich gut, besonders in Bezug auf Zelda. Sie war von ihrem ersten Auftritt an ein sehr ungewöhnlicher und schwer einzuschätzender Charakter, dennoch erfuhr man im Laufe der Geschichte wahnsinnig viel über sie, ihr Leben und ihre Probleme. Genauso wie Parker wuchs sie mir ans Herz und verwirrte gleichermaßen, ich wusste lange Zeit wirklich nicht ob ich ihr glauben sollte oder was es mit ihr auf sich hatte. Doch ihre Geschichte hat mich auf berührt, genauso wie die Bindung, die sie und Parker aufbauen.

Parker selbst mochte ich direkt. Er hat einen besonderen Sinn für Humor, der sich mit meinem glücklicher Weise deckt, sodass sich die Geschichte locker und leicht lesen ließ. Die Tragik der Handlung wird davon unterstrichen nicht ausgelöscht, und ich habe die ganze Zeit mit ihm mit gelitten und gehofft, dass er seine Probleme lösen kann.
Gefallen hat mir auch, dass Alana eine Rolle spielte, denn schon bei ihrem ersten Gespräch mit Parker begann ich sie zu mögen und sie ergänzte das Parker-Zelda-Gespann, ohne die Beziehung der beiden zueinander zu unterminieren oder den beiden die Show zu stehlen.

Ein toller Zusatz zu der Geschichte, durch den spezielle Aspekte von Parkers und Zeldas Erlebnissen und ihrer Beziehung zueinander hervorgehoben wurden, waren die Kurzgeschichten, die immer wieder eingestreut wurden. Parker schreibt diese märchenhaften Erzählungen während der Geschichte, und auch wenn sie mich wie Zelda anfangs verwirrten, im Nachhinein waren sie eine tolle Idee Abwechslung in die Geschichte zu bringen und Parkers Gedanken und Entwicklung zu untermalen.

Insgesamt ein nettes Jugendbuch, dass nicht unbedingt in ein Genre passt, aber dafür komplexe Gefühle behandelt, ehrlich witzig ist und mit überzeugenden Figuren in den Bann zieht! Jedem Leser zu empfehlen!

 bis Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an das Bloggerportal Randomhouse und den cbj Verlag!

Freitag, 13. Oktober 2017

Bitterfrost

Autorin: Jennifer Estep
Seiten: 384
Verlag: Piper/ivi
ISBN: 978-3-492-70383-3

Worum geht's?

Die neue Serie aus der Welt der »Mythos Academy«!
Mit ihrer »Frost«-Reihe begeisterte Jennifer Estep unzählige Fans in Deutschland. Doch ist der Kampf gegen Lokis Schnitter wirklich vorüber? Auf der Mythos Academy in Colorado geschehen besorgniserregende Ereignisse, aber nur wenige erkennen die Zeichen. Rory Forseti ist eine von ihnen. Trotz ihres jungen Alters hat sich die Spartanerin bereits im Kampf gegen Loki bewiesen. Dennoch ist sie eine Außenseiterin an ihrer Schule, denn ihre Eltern waren Schnitter – Verbrecher im Dienste Lokis. Rorys Vorsätze, endlich Freunde zu finden, werden über den Haufen geworfen, als sie Zeugin eines Mordes wird. Und wie sich herausstellt, stecken auch noch Lokis Schergen dahinter! Rory kann nicht zulassen, dass erneut Menschen durch die Schnitter leiden. Als eine Spezialeinheit sie für den Kampf gegen den Feind rekrutiert, gibt es für Rory kein Zurück mehr.

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Wer ist die Autorin?

Jennifer Estep ist Journalistin und New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie schloss ihr Studium mit einem Bachelor in Englischer Literatur und Journalismus und einem Master in Professional Communications ab und lebt heute in Tennessee. Bei Piper erscheinen ihre Serien um die »Mythos Academy«, »Black Blade« sowie die Urban-Fantasy-Reihen »Elemental Assassin« und »Bigtime«.

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Wie fand ich es?

Als die "Mythos Academy"-Reihe endete war ich fest davon überzeugt, dass es irgendwann weitergehen würde, auch wenn ich mit dem Ende an sich zufrieden war. Und Gwens Geschichte war durchaus erzählt - aber nicht die der gesamten mythologisch angehauchten Welt, die Jennifer Estep erschaffen hat. Wikinger, Spartaner und Römer sind immer noch dabei, gegen das Böse zu kämpfen, und dass es so kein 'einfaches' Ende gab, in dem mit dem Tod des großen Bösewichts sofort alles in Ordnung war und ein so umfangreicher Kampf wie gegen Loki ein tatsächliches Nachspielt hat, gab einen wirklich guten Grund für eine Fortsetzung.

Ich war mir aufgrund ihrer früheren Auftritte schon vor der Lektüre zu 99% sicher, dass ich Rory Forseti lieben würde - und ich lag richtig. Nach "Bitterfrost" sind wir irgendwo über 150%. Sie hat mich sehr überzeugt, und sowohl ihre Stärke und ihr Mut als auch ihre Probleme und Komplexe waren interessant und ich bin sehr gespannt, wie sie sich in den weiteren Romanen entwickeln wird. Besonders im Zusammenspiel mit Ian, den teils ähnliche Probleme wie sie selbst beschäftigen mochte ich sie, und auch wie es zwischen den beiden weitergeht hoffe ich bald zu erfahren, genauso wie die Nebenfiguren hoffentlich noch mehr Hintergrundgeschichten und Facetten bekommen.

Man taucht mit "Bitterfrost" in eine lieb gewonnene, bekannte Welt ein, aber es wird nicht einfach eine Kopie von Gwens Geschichte aus den ersten sechs Büchern erzählt. Auch wenn sie einen kurzen Auftritt hat, man erfährt wie es mit ihr weitergegangen ist, und einige Elemente (zum Beispiel das Kennenlernen von Ian und Rory parallel zu Logans und Gwens erstem Treffen) ähnlich waren, so war es eher ein liebevolles Hommage, solche Aspekte mit einzubeziehen, oder zumindest nahm ich es so auf.

Spannend blieb es jedenfalls trotzdem, und einmal in die Geschichte eingetaucht war es wie ein Rausch. Innerhalb nur eines Tages habe ich die Geschichte geradezu verschlungen, als wäre das Buch eine Droge - wäre es so, ich wäre jetzt süchtig. Sowohl Jennifer Esteps frischer, schlichter Schreibstil als auch die vielen Wendungen in der Geschichte sorgten dafür, dass ich "Bitterfrost" einfach nicht aus der Hand legen konnte.
Gegen Ende gab es beispielsweise eine 'Offenbarung' die mich sehr überraschen konnte und eine interessante Parallele zwischen Rorys innerem Konflikt und der äußerlichen Bedrohung darstellt, dessen Auswirkungen sich in Buch 2 und 3 hoffentlich zeigen.

Ein wunderbarer erster Teil, der eine faszinierende, fantasievolle und spannende Geschichte einleitet und besonders mit komplexen Figuren brilliert. Ich kann das Buch an alle weiterempfehlen, denen die "Mythos Academy"-Reihe gefallen hat - und ehrlich gesagt auch allen anderen Leseratten!

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Piper/ivi Verlag!

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Don't you cry - Falsche Tränen

Autorin: Mary Kubica
Seiten: 384
Verlag: Harper Collins
ISBN: 9783959676663

Worum geht's?

Mitbewohnerin.
Freundin.
Mörderin?

Eines Nachts verschwindet die junge Studentin Esther Vaughan spurlos aus ihrem Appartement in Chicago. Ihre Mitbewohnerin Quinn findet nur einen mysteriösen Brief, der vor die Frage stellt, wie gut sie die vermeintlich brave Frau wirklich kennt. Als sie dann noch erfährt, dass schon längst per Anzeige nach einer Nachmieterin für ihr Zimmer gesucht wird, bekommt sie langsam Angst. Quinn beginnt zu recherchieren: Was ist eigentlich aus dem Mädchen geworden, das vorher mit Esther zusammengewohnt hat? Je mehr sie erfährt, desto mehr bringt Quinn sich in tödliche Gefahr.

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Wer ist die Autorin?

New York Times- und USA Today-Bestsellerautorin Mary Kubica hat einen Bachelor of Arts an der Miami University in Oxford, Ohio, in Geschichte und Amerikanische Literatur. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern außerhalb von Chicago.

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Wie fand ich es?

Dieses Buch habe ich zusammen mit Sophia von Sophias Bookplanet gelesen, und möchte mich an dieser Stelle auch noch einmal für die Ausgabe von "Don't you cry" bedanken, die sie mir überlassen hat. Ich bin ja normaler Weise nicht der Thriller-Leser, aber man soll ja aufgeschlossen bleiben, deswegen ergriff ich direkt die Chance mal ein wenig über meinen Horizont hinaus in der Buchwelt Erfahrungen zu sammeln.

Was ich davon gehalten habe? Nun, die Idee war wirklich, wirklich gut und der Gedanke hinter "Don't you cry - Falsche Tränen" ausgeklügelt. Anders als ich erwartet hätte war das Buch ziemlich ruhig und schritt gemächlich voran, doch mit der Zeit lernte ich das zu schätzen. Es wurde sehr intensiv auf die Charaktere eingegangen, sodass es Sinn ergab, dass zunächst nicht viel Action kam.

Dass aus der Sicht zwei verschiedener Figuren, Quinn und Alex, erzählt wurde verwirrte mich anfangs, dann gefiel es mir immer besser. So ist jedes Kapitel anders als das vorherige, und die Geschichte bleibt abwechslungsreich und interessant. Auch kann man so als Leser noch ein Stück mehr Rätselraten und wird in die Irre geführt. Denn sehr positiv zu nennen ist wie unvorhersehbar die Handlung aufgebaut ist. Ich konnte mir den Großteil des Buchs wirklich gar nicht vorstellen, was des Rätsels Lösung ist und was es mit Esther auf sich hat - dennoch war es am Ende schlüssig.

Leider hat mich das Ende abgesehen davon ziemlich enttäuscht, wie aus meinem letzten Leseupdate ja auch hervorging... es war meiner Ansicht nach deutlich zu knapp gefasst, und den Figuren wurde meiner Ansicht nach kaum Genüge getan. Sowohl Quinn als auch Alex bekamen in meinen Augen unbefriedigende Enden, er noch ein wenig schlimmer als sie - nicht weil ich es mir einfach anders gewünscht hätte, sondern weil es die Entwicklung und den Aufbau der Figuren mit ihren Zweifeln, Hoffnungen, ja sie in ihrer Gesamtheit einfach ignoriert.

Das Ende löste ihren Weg als Figur nicht schlüssig auf, sondern es wurde quasi einfach irgendwo "Cut!" gebrüllt und egal wie sinnlos wurde noch schnell mal irgendwie fertig gemacht. Das hat mich wirklich enttäuscht, vor allem da in der sonst ruhigeren Geschichte gegen Ende wirklich Tempo aufkam und ich annahm, dass jetzt der wirklich gute Teil kommen würde - leider nicht. Da waren mir Anfang und Mitte um einiges lieber.

Ein Buch mit durchaus originellem Plot und interessanten Figuren, dessen Potenzial jedoch bei weitem nicht ausgeschöpft wurde. Langatmig und den Großteil der Geschichte über sehr charakterfokussiert, doch der Abschluss der Charakterentwicklung blieb einfach in der Luft hängen. Dennoch amüsant und vielleicht kann es ja den einen oder anderen Leser mehr überzeugen als mich.

 Sterne

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Schimmert die Nacht

Autorin: Maggie Stiefvater
Seiten: 400
Verlag: script5
ISBN: 978-3-8390-0177-6

Worum geht's?

In Maggie Stiefvaters Spin-off zur Nach dem Sommer-Trilogie erlebt das explosive Traumpaar Cole und Isabel eine prickelnde Liebesgeschichte im sommerlichen Los Angeles. Romantisch, mitreißend und ungemein sexy!

Nach einer längeren Zeit der Trennung hat Isabel den Schmerz über die gescheiterte Liebe zu dem unberechenbaren Ex-Rockstar Cole endlich überwunden und konzentriert sich auf ihr neues Leben in L.A. An Cole denkt sie selten. Als er plötzlich vor ihr steht, beginnt ein nerven- und gefühlsaufreibendes Spiel aus unwiderstehlicher Anziehung und abgrundtiefer Abneigung. Cole ist hinreißend und verführerisch wie immer, und Isabel kann seinem Charme nur schwer standhalten. Doch zugleich fürchtet sie, dass seine dunkle Vergangenheit wieder Macht über ihn erlangt. Deshalb hat sie sich geschworen, sich nicht noch einmal in ihn zu verlieben, und kämpft verzweifelt gegen ihre Gefühle an.

Cole hingegen tut alles, um Isabel von der Aufrichtigkeit seiner Liebe zu überzeugen. Aber eine Frage bleibt: Weshalb ist er wirklich zurückgekommen?

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Wer ist die Autorin?

Maggie Stiefvater, geboren 1981, wurde mit ihrer Nach dem Sommer-Trilogie sowie dem Roman Rot wie das Meer international bekannt und von der Presse gefeiert. Was die Spiegel wissen ist der dritte Band ihrer neuen Buchreihe, die in den USA bereits zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Die New York Times-Bestsellerautorin lebt mit ihrer Familie in den Bergen Virginias.

Hier geht es zur Website von Maggie Stiefvater:
www.maggiestiefvater.de

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Wie fand ich es?

ACHTUNG! TEIL EINER REIHE! EVENTUELL SPOILERGEFAHR!

Es ist mir ein wenig schwer gefallen, diese Rezension zu schreiben - ganz anders als bei "In deinen Augen", auch wenn mich beide Bücher emotional wirklich gefordert und begeistert haben. Doch Coles und Isabels Geschichte ist für mich auf eine andere Art besonders. Mit "Schimmert die Nacht" verband ich schon vor der Lektüre einiges an Erwartungen, Begeisterung, Liebe für die beiden Figuren, ohne eine genaue Ahnung wie sich das alles auf den Seiten würde festhalten lassen.

Sie haben mich nicht enttäuscht. Das gesamte Buch hat mich alles andere als enttäuscht.

Cole und Isabel zusammen sind eine Mischung aus Totalkatastrophe und Seelenverwandschaft - und genau das macht sie so interessant. In der "Mercy Falls"-Trilogie machte sie das zu einem wunderbaren Gegenstück zu Sam und Grace, doch stand die Frage im Raum ob diese heiß-kalt-heiß-Beziehung auch im Alleingang unterhalten kann. Die Antwort: Ja. Sowohl emotional als auch witzig, und so einige Elemente dazwischen schaffen die beiden in Kombination. Sie bringen das Beste und das Schlechteste ineinander hervor, und es war ergreifend mit anzusehen, wie sie sich zusammen entwickeln. Der Ausgang ihrer Geschichte wird dadurch ein Stück weit ungewiss, und die vielen Höhen und Tiefen ihrer Beziehung schafften es, immer wieder Spannung aufzubauen.

Im Hinblick auf die Grundthematik sind damit weniger Actionszenen gemeint, sondern mehr die Spannung im Kampf der Figuren gegen sich selbst beziehungsweise ihre Süchte und Traumata. Besonders wie der Werwolfaspekt Coles in diesem Zusammenhang eingesetzt wurde um ihn als Charakter zu reflektieren hat mir gefallen. Sowohl in ihre Probleme als auch in ihre Persönlichkeit gewährte die Autorin hier einen noch tieferen Einblick als bei ihren bisherigen Auftritten, sodass ich, die zum Beispiel Isabel bis dato noch nicht hundertprozentig ins Herz geschlossen hatte (eben weil ich noch nicht das Gefühl hatte, sie wirklich zu kennen) verstehen und lieben lernte.

So wuchs mir also Isabel ans Herz, was bei Cole gar nicht mehr nötig war. Sie kommen einem wirklich wie Individuen vor, umfangreich gestaltet und voller Stärken und Schwächen. Insbesondere im Hinblick auf Coles Sucht, aber auch bezogen auf Isabels emotionales Trauma hat die Autorin es wunderbar vereint ihren Schmerz, wie auch ihre Hoffnung, aber auch ihre Gebrochenheit darzustellen. Sie werden nicht als perfekt und unterwürfig dargestellt, eine Rolle in die vor allem Traumaopfer in der Realität oft gedrängt werden, weil sie sonst ja nicht "gute" Opfer wären. Sie erholen sich nicht wie im Film, ihre Liebe zueinander ist nicht die Lösung ihrer persönlichen Probleme... Stereotypen in diesem Zusammenhang wurden umgangen (zumindest soweit ich das feststellen konnte, korrigiert mich, sollte ich falsch liegen) und die Situationen authentisch dargestellt.

Maggie Stiefvater schreibt wunderbar bildlich und malerisch, nichts Neues. Was mir aber besonders aufgefallen ist, ist wie gut dieser Stil kombiniert mit düstereren Themen funktioniert. Auch in "Nach dem Sommer" und den folgenden Büchern ging es natürlich ab und zu nicht gerade rosig zu, doch hier ist die Thematik und das Setting um einiges realistischer und klarer, weniger märchenhaft, Werwölfe hin oder her. So einiges war es wert als Zitat auf meinem Blog verewigt zu werden, wie ihr hier feststellen könnt.

Mir fehlen immer noch ein wenig die Worte, aber definitiv kann ich sagen: Ein wundervolles Buch, eine ungewöhnliche, spannende Liebesgeschichte mit facettenreichen, ungewöhnlichen Hauptfiguren, die sich ihrem Trauma, ihrer Vergangenheit und ihrer komplizierten Beziehung zueinander stellen müssen - und dabei wird es niemals langweilig!

 Sterne