Dienstag, 12. Dezember 2017

The Heir

Autorin: Kiera  Cass
Seiten: 384
Verlag: Harper Teen
ISBN: 9780062349866

Worum geht's?

A new era dawns in the world of Kiera Cass’s #1 New York Times bestselling Selection series

America and Maxon’s fairy-tale romance enchanted readers from the very first page of The Selection. Now find out what happens after happily ever after in this fourth captivating novel, perfect for fans of Veronica Roth’s Divergent, Lauren Oliver’s Delirium, or Renée Ahdieh’s The Wrath & the Dawn.
Twenty years ago, America Singer entered the Selection and won Prince Maxon’s heart. Now the time has come for Princess Eadlyn to hold a Selection of her own. Eadlyn doesn’t expect anything like her parents’ fairy-tale love story...but as the competition begins, she may discover that finding her own happily ever after isn’t as impossible as she’s always thought.

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Wer ist die Autorin?

Kiera Cass wurde in South Carolina, USA, geboren und lebt heute mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Virginia. Die Idee zu den ›Selection‹-Romanen kam ihr, als sie darüber nachdachte, ob Aschenputtel den Prinzen wirklich heiraten wollte – oder ob ein freier Abend und ein wunderschönes Kleid nicht auch gereicht hätten ...
Mit ihren ›Selection‹-Romanen hat es Kiera Cass weltweit auf die Bestseller-Listen geschafft.

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Wie fand ich es?

Zugegeben, geringe Erwartungen trifft ziemlich gut, was ich mit diesem Buch in Verbindung brachte, bevor ich es las. Die ersten drei Teile der Selection-Reihe sprachen mich so gar nicht an, und einige Rezensionen bestätigten meine Befürchtung einer recht oberflächlichen, unreflektierten Geschichte. Doch auch wenn mich von "The Heir" die Prämisse zu sehr überzeugte, um nicht zu versuchen es zu mögen... so richtig daran glauben konnte ich nicht. Ich hatte vor allem ein wenig Angst, dass sich Eadlyn als eine totale Möchtegern-Prinzessin erweisen würde. Nicht pflichtbewusst, sondern arrogant und verzogen.

Und zugegeben, sie hat ihre Ecken und Kanten, aber dass sie eine Prinzessin ist, habe ich ihr durchweg abgekauft. Ein großes Plus dafür! Aufgrund ihrer Beschreibung entschloss ich mich, diesem Spin-Off eine Chance zu geben, und ich habe es nicht bereut. Viele haben sie als selbstsüchtig, naiv und anderes bezeichnet, und dass ihre Persönlichkeit "schwierig" sei - aber viel mehr als eine unabhängige, facettenreiche Figur ist sie nicht. Dass das manchen nicht passt, nun gut. Ich empfand sie, mit all ihren Fehlern, als erfrischend und sympathisch.

Genauso wie die Kandidaten -  nun, sagen wir die relevanten von ihnen. Besonders passend empfand ich, wie sie alle auf unterschiedliche, nicht zwangsläufig romantische Weise Eadlyn beeinflussen und ihr dabei helfen, über sich hinaus zu wachsen. Denn der romantische Konflikt steht zum Glück nicht im Vordergrund, viel mehr die charakterliche Entwicklung der Protagonistin und wie sie sich weiterentwickelt - denn nicht nur in der Liebe hat sie keine Erfahrungen, viel wichtiger, zwischenmenschlich hapert es generell. Dass so keine Liebe-auf-den-ersten-Blick-Geschichte angefangen wurde, den Jungs aber dennoch ganz unterschiedliche, wichtige Plätze in ihrem Leben zukamen, hat mir sehr gefallen.

Ihre Eltern allerdings, besonders America, wurden mir aber einfach nicht sympathisch - ihr Vater war wenigstens noch nachvollziehbar, aber America... nein. Eine weitere Bestätigung für mich, dass es eine gute Idee war, Band 1 bis 3 zu überspringen. Auch wenn ihre Beziehung zu Eadlyn jeweils sehr interessant ist darin die Hauptfigur zu motivieren. Die gesamte Familiendynamik der Schreaves gefiel mir sehr gut, vor allem die Interaktionen der Geschwister waren immer schön zu lesen.

Nach "Love Letters to the Death" habe ich mit "The Heir" auch mein nächstes englisches Buch im Dezember gelesen - vielleicht liegt es also daran, dass ich mich langsam daran gewöhne, oder die Sprache ist hier wirklich einfach gehalten. Das ist nicht unbedingt negativ gemeint, denn auch wenn keine groß eloquenten Wortspiele warten, unterhaltsame Dialoge und sowohl witzige als auch ernste Szenen schaffte Kiera Cass auch so.

Ich würde mir öfter so positive Überraschungen bei Büchern wünschen! Sicher, das Buch ist nicht perfekt, hat hier und da ein paar langatmige Szenen und der Schluss war mir etwas zu knapp geraten, aber ich werde "The Crown" auf jeden Fall lesen. Denn ich hatte mit dem Buch Spaß, habe die Hauptfigur ins Herz geschlossen und es konnte mich insgesamt wirklich gut unterhalten!

 bis Sterne

Sonntag, 10. Dezember 2017

[Gesehen] Woche 37


DARK (Staffel 1 Folge 10)
Wow! Ich habe mir diese Folge nicht ohne Grund aufgehoben (nun, nicht besonders lang aber immerhin). Mir war so, so klar wie es mir danach gehen würde - genau das trat ein. Es war eine emotionale Achterbahn und hat mir meine Gehirnwindungen gefühlt noch drei Mal verknotet irgendwie die Zusammenhänge zu erkennen... nur, um dann herauszufinden, dass doch wieder alles anders war als gedacht. Verdammt, eine wirklich gute Mystery-Serie!!

WYNONNA EARP (Staffel 1 Folge 2 und Folge 3)
Die Serie nimmt wirklich Fahrt auf und ich freue mich jetzt schon darauf weiterzuschauen! Die ganzen Figuren zeigen sich erst jetzt richtig und ich konnte sich recht schnell ins Herz schließen, besonders Wynonna und Dolls, aber auch von Nicole würde ich gern mehr sehen. Der eigentliche Konflikt hat immer noch einen mysteriösen Touch - aber vor allem für die Dynamik innerhalb der Hauptfiguren werde ich die Serie sicher weiterverfolgen.

Mittwoch, 6. Dezember 2017

[Gesehen] Woche 35 & 36


ALIAS GRACE (Staffel 1 Folge 2 bis Folge 6)
Die Geschichte nimmt Geschwindigkeit auf, und mein Gott, sie wird spannend! Man wird emotional absolut einmalig aufgewühlt, und nie ist etwas gewiss. Die eindrückliche Kameraführung, die spannenden Verstrickungen die schlussendlich zu den Morden geführt haben, die wunderbar facettenreichen Schauspieler... all das macht die Serie spannend bis zum geht nicht mehr, und ich konnte es nicht erwarten auch die letzte Folge zu sehen! Die "Eskalation" beider Figuren stand bevor, in Vergangenheit und Zukunft... aber das Finale war ganz anders, als ich erwartet hätte. Unerwartet, aber überaus passend - und tragisch. Eine faszinierende Serie!

DARK (Staffel 1 Folge 1 bis Folge 9)
Die erste deutsche Netflix-Produktion - das konnte ich mir nicht entgehen lassen, und bin sogar über meinen Schatten gesprungen, Horror und Spannung zurzeit eigentlich eher zu meiden. "Alias Grace" war mir eigentlich schon düster genug xD Aber nun ja, ich habe es gewagt - und bereue es nicht. Nicht nur ein wunderschönes Intro hat die Serie (wirklich, sowohl Song als auch Bilder sind klasse - insgesamt hat die Serie wirklich tolle Bilder zu bieten), sie ist auch spannend, düster und auf gewisse Weise trotzdem emotional packend. Schon die erste Viertelstunde hat mich absolut überzeugt, und das obwohl Mystery ja weniger mein Genre ist - eine Serie, die süchtig macht! Ich kann es nicht mehr erwarten, die letzte Folge auch noch zu sehen!

Love Letters to the Death

Autorin: Ava Dellaira
Seiten: 323
Verlag: Hot Key Books
ISBN: 9781471402883

Worum geht's?

Sometimes the best letters are the ones that go unanswered

It begins as an assignment for English class: write a letter to a dead person – any dead person. Laurel chooses Kurt Cobain – he died young, and so did Laurel's sister May – so maybe he'll understand a bit of what Laurel is going through. Soon Laurel is writing letters to lots of dead people – Janis Joplin, Heath Ledger, River Phoenix, Amelia Earhart… it's like she can't stop. And she'd certainly never dream of handing them in to her teacher. She writes about what it's like going to a new high school, meeting new friends, falling in love for the first time – and how her family has shattered since May died.

But much as Laurel might find writing the letters cathartic, she can't keep real life out forever. The ghosts of her past won't be contained between the lines of a page, and she will have to come to terms with growing up, the agony of losing a beloved sister, and the realisation that only you can shape your destiny.

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Wer ist die Autorin?

Ava Dellaira ist Absolventin des Iowa Writers’ Workshop, an dem sie als Truman Capote Stipendiatin teilnahm. Sie wuchs in Albuquerque, New Mexiko auf. Ihren Bachelor machte sie an der Universität von Chicago. Sie glaubt, dass Love Letters to the Dead seinen Anfang nahm, als sie das zweite Mal in ihrem Leben ein Album kaufte –, Nirvanas In Utero – es sich in Schleife anhörte und dabei ihr Tagebuch vollschrieb. Heute lebt Ava Dellaira in Santa Monica, ist in der Filmbranche tätig und arbeitet an ihrem zweiten Roman.

avadellaira.com

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Wie fand ich es?

Ich habe eine ganze Weile gebraucht um dieses Buch zu beenden - nicht, weil es schwierig zu lesen oder sehr kompliziert aufgebaut wäre, sondern weil es sich wie etwas ganz Besonderes anfühlte. Wie eine ganz besondere Erfahrung, die ich auskosten wollte. Nach Beenden von "Love Letters to the Death" kann ich bestätigen, dass das der Fall ist - es ist ein außergewöhnlicher und unglaublich berührender Roman.

Nachdem ich das Fazit so ein wenig vorgezogen habe, kommen wir zu den ausführlichen Erklärungen warum mich diese Lektüre so überzeugen konnte. Aspekt Nummer 1 ganz klar: Hauptfigur Laurel. Je mehr ich über sie und das Buch insgesamt nachdenke, desto mehr schließe ich sie und ihre Geschichte ins Herz. Wahrscheinlich, weil sie war, was vielen Figuren in ähnlichen Geschichte nicht erlaubt wird zu sein - mehr als die Tragödie. Aber Laurel ist mehr als ihre Geschichte, sie fühlt sich authentisch und ehrlich an. Ich konnte ehrlich mit ihr mitfühlen und sie verstehen, während auch andere Figuren dreidimensional gestaltet sind und Raum in der Geschichte bekommen. Auch sie werden nicht nur durch Laurels Geschichte definiert, sie durchleben ihre eigenen, wodurch sich das Buch viel runder und realistischer anfühlte, sowie Laurels Beziehung zu jedem von ihnen.

Sehr positiv aufgefallen ist mir auch der Aufbau der Geschichte. Die Tatsache, dass der Roman in Briefen erzählt ist, schafft interessante Möglichkeiten für Laurel, zu berichten und relevante Momente herauszupicken, wodurch man nicht nur die Ereignisse kennen lernt, sondern durch die Art wie sie erzählt werden, auch sie als Figur einem noch ein wenig mehr ans Herz wächst. Und auch, weil so nur Stück um Stück Informationen enthüllt werden, wurde ich umso mehr von den Offenbarungen und der Entwicklung der Handlung getroffen. Nicht, weil ich mir nicht etwas dieser Art gedacht hätte - aber es hat mich überrascht, wie sehr es der Autorin gelungen ist, mich mit dieser Geschichte zu treffen. Der Art, wie Laurel sich langsam ihren Gedanken, ihren Hoffnungen und ihren Ängsten stellen muss, die Art, wie sie dabei strauchelt.

Vielleicht hat die Tatsache, dass ich das Buch auf Englisch gelesen habe (deshalb ist der Klappentext hier auch Englisch angegeben), auch eine ganze Menge ausgemacht dabei, wie real ich dieses Buch mitempfunden habe. Ava Dellaira kann definitiv mit Worten umgehen, und ich hätte gefühlt jeden zweiten Satz als Zitat für meinen Blog aufschreiben können. Nun sind es "nur" vier geworden - schaut doch mal auf die Seite, wenn euch interessiert welche Aussagen mich besonders zum Nachdenken gebracht haben, so sehr, dass ich sie hier festhalten will.

"Love Letters to the Death" hat mich so oft zum Weinen gebracht, dass ich irgendwann aufgehört habe zu zählen. Irgendwann nicht mehr nur in den traurigen Momenten, sondern praktisch pausenlos. Emotional gefangen trifft gut, wie es mir mit diesem Buch erging. Es fing mich ein und ließ nicht mehr los. In der Hoffnung, dass es anderen Lesern auch so geht, kann ich diese wunderbar erzählte, emotionale Geschichte nur empfehlen und schwöre hiermit, alles zu lesen, was Ava Dellaira je zu Papier bringt!

 Sterne

Donnerstag, 30. November 2017

Was war los im November?

Einiges angefangen, weniges beendet - aber dafür darf ich mich auf viel freuen, dass ich im Dezember noch beenden kann, denn alle angefangenen Geschichten habe ich schlicht aus Zeitmangel noch nicht fertig gelesen. Gegen Ende des Jahres wird es ja aber ruhiger, und nachdem mit dem November nun auch der NaNoWriMo vorbeigeht, der mich diesen Monat ziemlich beschäftigt hat, kann ich mich im letzten Monat von 2017 wieder mehr dem Lesen widmen.

GELESEN
- Bianca Iosivoni: Der letzte erste Blick
- Reiner Engelmann: Anschlag von rechts (beendet)
- Sabine Schoder: So was passiert nur Idioten. Wie uns.
- Bianca Iosivoni: Der letzte erste Kuss
- George R. R. Martin: Das Lied von Eis und Feuer 4 Die Saat des goldenen Löwen (beendet)
- Jennifer Estep: Spinnenfalle
- Alina Bronsky: Nenn mich einfach Superheld (begonnen)
- Ava Dellaira: Love Letters to the Death (begonnen)
- Margot Lee Shetterley: Hidden Figures (begonnen)
- Leigh Bardugo: Grischa - Eisige Wellen (begonnen)

GESCHRIEBENE REZENSIONEN

Samstag, 25. November 2017

Spinnenfalle

Autorin: Jennifer Estep
Seiten: 400
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-28116-4

Worum geht's?

Messerscharf und rot wie Blut – das ist Gin Blancos neues Abendkleid und es steht ihr ausgezeichnet. Auch wenn sie als Profikillerin eigentlich ununterbrochen Arbeit hat, gibt es eine Feierlichkeit, die sich Gin auf gar keinen Fall entgehen lassen möchte: In einer opulenten Gala in Ashlands angesagtesten Kunstmuseum sollen die ach-so-schicken Besitztümer ihrer jüngst verstorbenen Erzfeindin ausgestellt werden. Doch leider ist die Veranstaltung nicht nur super hip, sondern auch heiß begehrt bei Kriminellen. Kaum hat Gin begonnen, den Abend zu genießen, wird das Museum von einer Diebesbande gestürmt. Eine Frechheit, die die Auftragskillerin nicht auf sich sitzen lassen kann – schließlich ist nicht nur ihr Kleid scharf, sondern auch die Messer darunter ...

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Wer ist die Autorin?

Jennifer Estep ist Journalistin und New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie schloss ihr Studium mit einem Bachelor in Englischer Literatur und Journalismus und einem Master in Professional Communications ab und lebt heute in Tennessee. Bei Piper erscheinen ihre Serien um die »Mythos Academy«, »Black Blade« sowie die Urban-Fantasy-Reihen »Elemental Assassin« und »Bigtime«.

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Wie fand ich es?

ACHTUNG! TEIL 8 EINER REIHE! EVENTUELL SPOILERGEFAHR!

Man könnte ja denken, inzwischen gehen Figuren und Autorin langsam die Puste und die Ideen aus, was neue Überraschungen und Action in Ashland betrifft, immerhin kommen bis zu diesem Punkt die meisten Reihen nicht einmal, oder werden inzwischen leider langweilig. Aber in Gins inzwischen nun schon achtem Buch steigt man als Leser anders als gewohnt in die Geschichte ein - und umso origineller. Jennifer Esteps Ideenreichtum beweist "Spinnenfalle" definitiv, denn der Banküberfall, der diesmal den Einstieg in Gins neuestes Abenteuer bildet, stellt sie vor neue Herausforderungen und ist aufregend zu lesen. Lebendig schreiben kann die Autorin sehr gut - man fühlt sich als würde man neben Gin durch die Gänge schleichen und auf die Chance warten, seine Gegner zur Strecke zu bringen.

Charakterlich ist Gin auch lange nicht am Ende, denn sie wird einfach nicht langweilig. Nach den emotionalen Zerwürfnissen des letzten Buchs war ich sehr gespannt darauf, wie sie sich weiterentwickeln würde, sowohl als Individuum, als auch in ihrer Interaktion zu Owen. Und ich bin wirklich froh, dass auch wirklich auf beides Wert gelegt wurde - ihre Bewältigung dieser Ereignisse wird nicht auf ihre in die Brüche gegangene Beziehung reduziert, sondern immer wieder kommen auch andere Erfahrungen ins Spiel, die sie aus den Ereignissen gezogen hat und die sie noch beschäftigen.

Die Flashbacks zu Gins erstem Getöteten sind eine tolle Ergänzung, vor allem aufgrund der Verbindung und der Lehre die sie aus diesem Ereignis rückblickend zieht. A) wird es einfach immer interessant sein mehr über ihren Hintergrund zu erfahren, egal wie viel man als Leser schon weiß, und B) erklärte es die komplizierte Ebene ihrer Beziehung zu Owen. Dass sie das ihm gegenüber klar gestellt hat, sich insgesamt nicht entschuldigt für die Person die sie ist sondern zu sich und ihren Entscheidungen steht, auch wenn sie manchmal nach hinten losgehen - ich liebe sie einfach. Es ist immer wieder wunderbar, von ihr lesen zu dürfen!

Insbesondere, dass auch Owen eine Entwicklung und Gelegenheit bekommt, offen in Bezug auf die Ereignisse zu sein und die ganze Kommunikation der beiden - das erinnert mich daran, warum ich die Interaktionen dieser Figuren so gerne lese. Auch wenn sie gerade auf völlig unterschiedlichen Punkten stehen, nähern sie sich an und ich bin der Meinung in diesem Buch ist das auf sehr authentische Weise geschehen.

Wo wir bei Interaktion und Annäherung sind - auch das Gin und Brias Beziehung - eher im Hintergrund, aber immerhin - weiter entwickelt wird und sie mehr zusammen wachsen, ist im Rückblick auf die vorherigen Bücher und ihre dortigen Probleme wirklich wunderschön und besonders eine Stelle, an der das auch Gin im Buch reflektiert fasste mir das wunderschön zusammen.

Wie in Gins Kämpfen und besonders gegen Ende deutlich wird, entwickeln sich mit ihrem Charakter (wenn auch unabhängig davon) ihre Fähigkeiten weiter. Dass darauf eingegangen wird, und sie zwar gewisser Maßen stärker wird, ihr aber dennoch nicht alles in den Schoß fällt, ist wunderbar kombiniert worden. Sie muss weiterhin wirklich arbeiten, ihre Gerissenheit und Klugheit, ihre körperlichen Fähigkeiten UND ihre Elementarmagie richtig einsetzen um ihre Gegner fertig zu machen. Damit kann man viel besser mit ihr mitfiebern, wenn durchaus die Möglichkeit besteht, dass sie mal verliert oder unterliegt.

Die Gruppe an Figuren, beständig wachsend (wenn auch nicht in diesem Buch), um Gin Blanco ist mir im Laufe der Bücher wirklich ans Herz gewachsen - alle als unabhängige Figuren genauso wie in ihrer Interaktion miteinander und mit Gin. Allein dafür, dass Jennifer Estep diesen Spagat schafft würde ich schon immer weiter lesen wollen - aber auch von der Gruppendynamik abgesehen wird "Elemental Assassin" nicht langweilig.

 Es gibt neue Herausforderungen, neue Gelegenheiten, neue Rätsel - diese Geschichte ist hoffentlich noch lange nicht zu Ende erzählt! Die Überleitung in den nächsten Teil, beziehungsweise in eine komplett neue Situation für ganz Ashland, deren Lösung sich wohl über ein paar Bücher hinweg erstrecken wird, ist interessant und ich bin schon sehr gespannt, welche Gefahr (oder wird es keine Gefahr?) da auf Gin und ihre Freunde warten wird. Sicher ist nur, sie wird mit 5-Messer-Set am Körper bereit stehen und ihm oder ihr entgegen treten.


Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Piper/ivi Verlag!

Das Lied von Eis und Feuer 4 Die Saat des goldenen Löwen

Autorin: George R.R. Martin
Seiten: 672
Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3-442-26821-4

Worum geht's?

Bürgerkrieg zerreißt das Reich Westeros, und der junge grausame König Joffrey Baratheon hält die Schwestern Sansa und Arya Stark als Geiseln, um ihren Bruder zur Treue zu zwingen. Während die ältere Sansa versuchen will, das beste aus der Situation zu machen, entscheidet sich Arya zur Flucht. Doch der Weg zu ihrer sicheren Heimat in Winterfell ist lang, und die verschiedenen Parteien, die im Bürgerkrieg aufeinanderprallen, sind nicht die einzige Gefahr für das junge Mädchen …

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Wer ist der Autor?

George R. R. Martin, 1948 in Bayonne, New Jersey, in den USA geboren, veröffentlichte seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der amerikanischen Science-Fiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde er mit dem renommierten Hugo-Award ausgezeichnet. Danach war George R. R. Martin einige Jahre in der Produktion von Fernsehserien tätig, etwa als Dramaturg der TV-Serie "Twilight Zone". Erst im Jahr 1996 kehrte er mit einem Sensationserfolg auf die Bühne der Fantasy zurück: Mit dem ersten Band von "Das Lied von Eis und Feuer" setzte er einen Meilenstein in der modernen Fantasy und schuf ein gewaltiges Epos in bester Tolkien-Tradition: eine düstere, grausame, an das Mittelalter erinnernde Welt voller Intrigenspiele, Machtpolitik und Krieg, die die Leser packt und unerbittlich in ihren Bann zieht. [...]

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Wie fand ich es?

ACHTUNG! TEIL 4 EINER REIHE! EVENTUELL SPOILERGEFAHR!

Huh, unerwarteter Weise habe ich mich ein wenig schwer mit diesem Buch getan. Was wohl daran lag, dass mir viele Handlungsstränge schon von vornherein bekannt waren, wodurch es nicht mehr so "überraschend" war, aber dafür kann das Buch ja nichts. Viele Aspekte haben mich doch aber zum Weiterlesen bekommen, was man Teil 4 dann ja um so positiver anrechnen kann. Aber was denn nun? Keine Sorge, ich komme zum Punkt...

Die Handlungsstränge aus Band 3 "Der Thron der Sieben Königreiche" laufen hier weiter, und immer noch verdammt viele Könige durch die Gegend, die sich um besagten Thron zanken. Meinen bevorzugten Nachfolger auf dem Thron habe ich jedenfalls gefunden - Stannis Baratheon. Beziehungsweise Davos, aus dessen Sichtweise von Team Stannis her meist berichtet wird. Ich habe dieses ganze "Team" ziemlich spontan ins Herz geschlossen, sogar Melisandre (auch wenn sie verdammt gruslig ist) und hoffe noch mehr von ihnen in den kommenden Romanen zu erfahren.

Was ich von Theon halten soll weiß ich immer noch nicht, ehrlich. Und auch bei Tyrion schwankt meine Sympathie derzeit irgendwie. Beide ergänzen die Geschichte allerdings perfekt und ihre Kapitel sind zumeist spannend - was für mich eigentlich auf alle Perspektiven zutrifft. Diese Art der Erzählweise ist zwar etwas umständlich, aber für mich passt sie perfekt zur Geschichte, denn viele Facetten von Charakteren, Welt und Konflikten werden aufgezeigt - und das entspricht der ganzen Thematik des Buchs.

Auch die schon bekannteren Erzähler, vor allem Arya, werden einfach immer besser und auf die Probe gestellt. Sie und ihre Schwester Sansa stellen zwei völlig unterschiedliche, aber auf eine Art parallel verlaufende Handlungsstränge dar - und ich hoffe, dass sie irgendwann wieder aufeinander treffen. Bei diesen beiden Figuren fällt mir die Entwicklung unter Druck wirklich auf, die der Autor sehr geschickt in die Geschichte einwebt und durch ihre Entscheidungen zeigt. Weiter so! Auch ihr Bruder Bran wächst mir ans Herz und ich bin gespannt auf seine Entwicklung.

Doch noch einmal zurück zur Thematik. Mir gefällt wirklich immer mehr, wie die bekannteren Fantasystereotypen und Ideen genommen und ein Stück verdreht werden, sodass etwas ganz Neues dabei herauskommt. Ich hoffe, auch die bisher "Bösen" der Reihe kommen bald zu Wort, denn auch hinter ihre Fassaden und aufgebauten Stereotypen würde ich gern blicken. Denn so viel vor allem die Serie damit beworben werden mag, der Kern von "Das Lied von Eis und Feuer" sind nicht Vergewaltigung, Mord und Totschlag - sondern die facettenreichen, spannenden Figuren.

Ihr seht, ich wurde wieder überzeugt und kann "Die Saat des goldenen Löwen" zu lesen kaum erwarten. Der Schreib- und Erzählstil ist gewohnt gut, die Handlung gewohnt spannend, abwechslungsreich und unvorhersehbar und die Charaktere halten den Leser auf Trab und lassen beim Lesen in Frage stellen und mitfiebern.

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