Samstag, 28. Oktober 2017

Stern der Macht: Erwachen

Autorin: Elvira Zeißler
Seiten: 248
Verlag: über Amazon veröffentlicht
ISBN: 978-3736862890

Worum geht's?

Fünf geheimnisvolle Amulette, zwei uralte Geheimbünde und eine junge Liebe … Durch Salomons grausamen Fluch von Daniel für immer getrennt, steht Erin vor der schwierigsten Entscheidung ihres Lebens: Wie weit ist sie bereit zu gehen, um ihre große Liebe zu retten?

Quelle (Werbung)

Wer ist die Autorin?

"Aufgewachsen in einem Haus voller Bücher galt meine besondere Liebe schon immer dem gedruckten Wort. Im Alter von etwa siebzehn Jahren habe ich es schließlich gewagt, den nächsten Schritt zu gehen und meinen ersten eigenen Roman zu verfassen. In der Zwischenzeit machte ich mein Abitur und studierte BWL an der Uni Münster. Daher dauerte es auch rund acht Jahre, bis mein Debüt – die Mystery-Liebesgeschichte „Dunkles Feuer“ – vollendet war.
Danach hat mich das Schreibfieber endgültig gepackt und bis heute bin ich dem Fantastischen treu geblieben. Ob ein spannendes Abenteuer oder eine gefühlvolle Fantasy Romance, ob eine Zeitreise mit einem Schuss Erotik oder eine Jugend-Mystery-Trilogie – all meinen Romanen wohnt ein gewisser Zauber inne. Bücher sind für mich reine Magie – im wahrsten Sinne des Wortes!" - Elvira Zeißler über sich selbst

Quelle (Werbung)

Wie fand ich es?

ACHTUNG! DRITTEL TEIL EINER REIHE! EVENTUELL SPOILERGEFAHR!

Eine ganze Weile habe ich mich um diese Rezension gedrückt - jetzt ist sie hier, und es fällt mir immer noch schwer meine Meinung erneut zu formulieren. Die Rezension hatte ich nämlich bereits einmal geschrieben, nur ging sie leider im World Wide Web verloren. Eine Erklärung dafür habe ich immer noch nicht, aber das muss euch auch nicht weiter kümmern, so viel nur als Erklärung, denn meine Meinung bekommt ihr jetzt ja ohnehin.

Erin wuchs in diesem Buch wirklich über sich hinaus. Mehr oder minder auf sich selbst gestellt und unter unheimlichem Druck zeigt sich der Diamant in ihr komplett - sie konnte mich beeindrucken und ich habe mir ihr mitgefühlt und mit gebangt.
Auch Nebenfiguren wie Gareth wuchsen über sich hinaus und entwickelten sich zu Charakteren die ich nachvollziehen konnte, nachdem er in Buch 2 keine ganz so große Rolle spielte. Und auch Daniel, auf dessen Entwicklung ich sehr gespannt war, hat mich beeindruckt.

An Daniel und sie habe ich mich im Lauf der Reihe ja "gewöhnt", und hier gefiel mir ihre, durch die Umstände erschwerte, Beziehung wirklich gut. Durch ihre Situation und damit auch Erins beginnt die Geschichte ein wenig ruhiger und fast traurig, doch das Finale ist keineswegs nicht spannend. Vielmehr wurde der Fokus zuerst auf die Folgen von Band 2 gelegt, sodass einem der Wiedereinstieg in die Geschichte leichter fiel und man auch noch ein wenig mehr emotional an die Handlung gebunden war, bevor Wendungen und richtig Action folgte.

Elvira Zeißlers Schreibstil ist weiterhin angenehm zu lesen und der Handlung angemessen; nicht "besonders" im Sinne von hervorstechend oder besonders bildlich oder irgendetwas dieser Art, sondern der Fokus liegt klar auf der Handlung, nicht auf blumigen Beschreibungen. Und apropos Handlung, die "Welt" beziehungsweise der Hintergrund um die Amulette und ihre Entstehung wurde hier vollends gelüftet, und besonders die Verbindung zu den Ereignissen der Gegenwart des Buchs war gelungen.

Wie bereits in den vorherigen Bänden empfand ich es auch als sehr positiv, dass es kein klares "Gut" und "Böse" gab, sondern beide Organisationen die Erin und dem Stern der Macht auf der Spur sind eher in die Grauschattierungen fallen, und sie so noch ein Stück mehr bedroht und gefordert ist. Da hatte ich etwas ganz anderes erwartet und wurde positiv überrascht - wie insgesamt vom Ende der Reihe. Es hat mir gefallen wie Elvira Zeißler alles aufgelöst hat.

Ein tolles Finale! Band 2 bleibt mein Lieblingsbuch der Reihe, doch dieses Ende wird der Geschichte um Erin und die Amulette der Macht wirklich gerecht. Ich werde auf jeden Fall noch mehr von Elvira Zeißler lesen!

 bis Sterne

[Hörbuch] Lord of Shadows

Autorin: Cassandra Clare
Sprecher: Simon Jäger
Länge: 2 CDs/1258 min
Verlag: der Hörverlag
ISBN: 978-3-8445-2587-8

Worum geht's?

Die Dunklen Mächte bedrohen die Unterwelt

Die junge Schattenjägerin Emma Carstairs hat ihre Eltern gerächt, doch sie findet keinen Frieden. Denn aus der Freundschaft zu ihrem Parabatai Julian ist Liebe geworden – und nach den Gesetzen der Schattenjäger hat eine Beziehung zwischen zwei Parabatai tödliche Konsequenzen. Um Julian und sich zu schützen, lässt sich Emma daher ausgerechnet auf Julians Bruder Mark ein. Mark, der fünf Jahre bei den Feenwesen lebte und dessen Loyalität nicht wirklich geklärt ist. Zumal Unruhe herrscht in der Unterwelt ...

Quelle (Werbung)

Wer ist die Autorin?

Cassandra Clare wurde in Teheran geboren und verbrachte die ersten zehn Jahre ihres Lebens in Frankreich, England und der Schweiz. Ihre Reihe Chroniken der Unterwelt sowie die neue Trilogie Chroniken der Schattenjäger wurden auf Anhieb zu einem internationalen Erfolg, ihre Bücher stehen weltweit auf den Bestsellerlisten. Cassandra Clare lebt mit ihrem Mann, ihren Katzen und einer Unmenge an Büchern in einem alten viktorianischen Haus in Massachusetts.

Quelle (Werbung)

Wer ist der Sprecher?

Simon Jäger, geboren 1972, ist u. a. die deutsche Stimme von Matt Damon und Heath Ledger. Außerdem arbeitet der gefragte Synchron- und Hörbuchsprecher als Dialogbuchautor und -regisseur. So hat er die Dialogregie für "Collateral" (2004), "Königreich der Himmel" (2005), "Nachts im Museum" (2006), "Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2" (2006) und "Pirates of the Carribean - Am Ende der Welt" (2007) übernommen. Als Hörbuchsprecher hat er u.a. die Romane von John Katzenbach und Sebastian Fitzek gelesen. Im Hörverlag ist Simon Jäger bereits in "Die dunklen Gassen des Himmels" und "Happy Hour in der Hölle" von Tad Williams zu hören.

Quelle (Werbung)

Wie fand ich es?

> Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar von "der Hörverlag" zur Verfügung gestellt. <

Oh. Mein. Gott. Ich dachte ja schon, dass Buch 1 "Lady Midnight" wunderbar gewesen wäre, unübertrefflich wunderbar - nun ja, es wurde übertroffen. Einmal angefangen konnte ich nicht mehr aufhören, ich war süchtig - und hätte ich gekonnt, hätte ich direkt mit weiteren Büchern der Reihe weitergemacht, und wäre noch weiter in diese Welt eingetaucht, so süchtig macht sie!

Die Welt der Schattenjäger ist bildhaft und lebendig beschrieben, die gesamte Gestaltung und ihr Aufbau samt Konflikten ist originell und so abwechslungsreich, dass sie unfassbar viel Material für Geschichten um Geschichten um Geschichten bietet, und das merkt man den Geschichten an. Die Handlung wird dadurch sehr komplex, verzwickt und spannend, beeinflusst durch historische Geschehnisse und Kriege, genauso wie Ereignisse der vorherigen Bücher. Es geschieht so viel, viele Zusammenhänge wuchern zusammen, aber nicht auf verwirrende, sondern auf extrem spannende Weise!

Die realhistorischen Parallelen zu der Kohorte, einer der Gegenspieler dieses Buchs, und den Ereignissen um den zweiten Weltkrieg sowie aktuellen Ereignissen sind geschickt gezogen, so offensichtlich, dass eigentlich jeder den Schuss hören sollte, aber nicht ZU übertrieben klar und deutlich. Dadurch gewinnt die Geschichte um die Schatttenjäger und die Unterwelt eine ganz neue Dimension, und da dieser Aspekt in "Lord of Shadows" meiner Ansicht nach stärker als sonst eine Rolle spielt, kann ich kaum erwarten wie sich die hochgeschaukelte, schwierige Situation in "Queen of Air and Darkness" auflösen wird - oder auch nicht, denn es kommt ja auch danach noch eine Reihe.

Doch erst einmal weiter zu diesem Buch. Die Figuren, von denen mir fast alle schon in "Lady Midnight" ans Herz gewachsen sind, konnten mich hier noch mehr überzeugen. Insbesondere Kieran, der im ersten Buch wirklich nicht mein Liebling war mausert sich, und man erfährt mehr über ihn. Auch Charaktere aus den anderen Reihen und Büchern wurden eingebunden, insbesondere dass man Clarys Bezug zu den Ereignissen ein wenig beleuchtet, und auch das Magnus und Alec eine größere Rolle spielen gefiel mir sehr gut, und ist im Rahmen der Ereignisse auch mehr als logisch.

Zu den Hauptfiguren - es ist ja, auch wenn sich das im Laufe der Zeit (oder im Laufe meines Büchergeschmacks) verbessert hat, die Hauptcharaktere kann ich meist weniger leiden als den Rest der Figuren. Fragt Clary und Jace. Und auch in "Lord of Shadows" ist vielleicht Mark oder Kit auf Platz eins, allerdings zusammen mit Julian Blackthorn. Einer der besten, durchdachtesten und tragischsten Figuren überhaupt! Und Emma bildet ein wunderbares Pendant zu ihm, und ist insgesamt eine herausfordernde Figur die einiges an Potenzial hat, das Cassandra Clare auch nutzt. Klasse!

Das Ende... oh mein Gott, das Ende, wie soll ich darüber schreiben ohne zu spoilern... ich versuche es einfach mal. Wirklich, keine Ahnung wie das wieder gut werden soll, oder was gut überhaupt im Rahmen dieser Reihe bedeutet. Ehrlich, jetzt habe ich richtig Angst um alle Figuren (außer Magnus, da er ja in jedem Schattenjägerbuch vorkommen soll, was mir da einen großen Stein vom Herzen fallen lässt). Allerdings liebe ich die Reihe fast noch mehr dafür, denn ehrlich? Etwas musste passieren, um die Situation NOCH weiter zu verschärfen und positiv gesehen (ja, ich sagte positiv) werden jetzt viele Charaktere, insbesondere Julian, die anderen Blackthorns und Emma von einem ganz neuen Standpunkt aus agieren, mit einem anderen Hintergrund an die Herausforderungen herangehen, die der finale Band der Trilogie für sie zu bieten hat. Der Leser wird sie an ihrem "Breaking Point" sehen können, und was sie tun wenn das geschieht wird wahnsinnig spannend werden!

Es gab Momente, da war ich kurz davor mich dem Team "Warum lässt Frau Clare diese Reihe nicht mal in Ruhe und schreibt etwas anderes??" anzuschließen - vor "Lady Midnight" und diesem Buch. Denn die Geschichte ist noch lange nicht erzählt, und ich bin wirklich gespannt, was die Autorin noch daraus macht. Eine sehr gute Lektüre, die den Leser oder Hörer in Atem hält, denn auch Simon Jäger zeigt in diesem Hörbuch was er kann und haucht den Figuren gekonnt lebend ein (mehr dazu in der Rezension zu Teil 1). Ich kann diese Reihe und dieses Buch jedem Fantasyleser ans Herz legen - mit jedem Buch steigert sich Cassandra Clare!

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Goldmann Verlag und das Bloggerportal Randomhouse!

Freitag, 27. Oktober 2017

Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt

Autorin: Nicola Yoon
Seiten: 336
Verlag: Dressler
ISBN: 978-3-7915-2540-2

Worum geht's?

Am Anfang war ein Traum. Und dann war Leben!

Wenn ihr Leben ein Buch wäre, sagt Madeline, würde sich beim Rückwärtslesen nichts ändern: Heute ist genau wie gestern und morgen wird sein wie heute. Denn Madeline hat einen seltenen Immundefekt und ihr Leben lang nicht das Haus verlassen. Doch dann zieht nebenan der gut aussehende Olly ein - und Madeline weiß, sie will alles, das ganze große, echte, lebendige Leben! Und sie ist bereit, dafür alles zu riskieren.

Quelle (Werbung)

Wer ist die Autorin?

Nicola Yoon, geboren 1972, ist auf Jamaica und in Brooklyn groß geworden. Mittlerweile lebt sie mit ihrem Mann, der das Artwork zu ihrem Buch gestaltet hat, und der gemeinsamen Tochter in Los Angeles. »Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt« ist ihr literarisches Debüt.

Quelle (Werbung)

Wie fand ich es?

So sehr geliebt und gehypt wurde dieses Buch, ich wusste nicht recht was ich erwarten sollte. Nun, nicht das.

"Du neben mir" lies sich schnell lesen. Es wurde nicht künstlich in die Länge gezogen, doch die Geschichte war gespickt mit sympathischen Dialogen und netten "Gugelhupfgeschichten" die die Handlung wunderbar ergänzen. Kein besonderer Stil, doch passend zur Geschichte und zur gewissen Naivität weil Unerfahrenheit der Erzählerin Madeline.

Die Figuren waren mir beim Lesen schnell sympathisch, wenn auch selbst die Hauptfigur Madeline und Olly ein wenig blass blieben. Besonders Madeline zeigte allerdings im letzten Drittel des Buchs einiges an charakterlichen Aspekten da sie so richtig auf die Probe gestellt wurde, eine Chance die Olly nicht in diesem Ausmaß bekam. Dennoch entwickelte sich ihre Beziehung auf eine gute, niedliche Art und Weise und ihre Annäherung ließ beinahe Herzchen vom Himmel regnen. Doch dieser gewisse Kitschanteil gefiel mir ganz gut, da ich schon bei Cover und Buchbeschreibung damit gerechnet hatte und es durchaus in angemessenem Maß gehalten wurde.

ACHTUNG! GERINGFÜGIG SPOILER BZW. ANDEUTUNGEN Wovor ich ein bisschen Angst hatte, nämlich dass Maddie sich in eine aufgrund ihrer Krankheit  gefährliche Situation begibt, wie in der Kurzbeschreibung schon angedeutet, nur wegen eines Jungen. Denn sicher, Olly ist nett - aber das wäre eine ziemlich zweifelhafte Botschaft. Oberflächlich ist dies der Fall, doch eigentlich trieb sie sich selbst dazu. Jeder Leser dieses Buchs hat sich am Anfang sicher die Frage gestellt, wie er sich in Madelines Situation verhalten würde - eine Fragestellung die durchaus subtil eingebunden wurde und von der ich mir mehr gewünscht hätte, aber immerhin war sie da. Dies als Erklärung für ihr Verhalten, ihr Wunsch nach einem "ganzen" erfüllten Leben, gibt ihrem riskanten Handeln einen ganz anderen Tiefgang, eine Dramatik, die ich mir leider ausführlicher und wirklich angesprochen gewünscht hätte. Das ist verdammt nah am Suizid was sie vorhat, und dennoch scheinen die meisten Menschen in ihrem Leben zu sagen - ja, klar, ist in Ordnung. ENDE SPOILER

Die Wendung ziemlich gegen Ende ist zwar in mancher Hinsicht "zu einfach" oder ich verstehe wenigstens woher dieser Gedanke kommt, mir hat sie aber gefallen. Sie hat den Konflikt zwischen Mutter und Tochter interessanter gemacht und es war definitiv eine nette Idee. Das Ende insgesamt gefällt mir - nicht trostlos, aber auch nicht 'Friede-Freude-Eierkuchen, sämtliche Probleme sind gelöst'.

Eine einfach niedliche, herzerwärmende Geschichte! Ein Jugendbuch voll Hoffnung, Liebe und vor dem tragischen Hintergrund der Handlung dennoch optimistisch, frisch und humorvoll! Gerne werde ich noch etwas von Nicola Yoon lesen, vielleicht kann mir "The sun is also a star" oder ein anderes ihrer (eventuell in der Zukunft erscheinenden) Bücher ja noch besser gefallen! Ich hatte einige Kritikpunkte, doch insgesamt habe ich das Buch so schnell gelesen und so viel Spaß damit gehabt, dass ich ganz aus dem Bauch heraus folgende Bewertung erteile:

 Sterne

Sonntag, 22. Oktober 2017

Irresistible - Ein Baby kommt selten allein

Autorin: Lex Martin
Seiten: 390
Verlag: Lyx
ISBN: 978-3-7363-0566-3

Worum geht's?

Ein Baby zähmt den Bad Boy ...
Brady, Tattoo-Artist und Harley-Fahrer, ist außer sich vor Kummer: Sein Bruder und dessen Frau sind bei einem Unfall ums Leben gekommen. Nun ist es an Brady, die Beerdigung zu organisieren, die Lavendelfarm seines Bruders zu verkaufen und sich um seine kleine Nichte zu kümmern. Zum Glück ist da Katherine, die auf die kleine Isabella aufpasst und sich auf der Farm auskennt. Schnell kochen die Gefühle zwischen dem muskulösen und tätowierten Bad Boy und der kurvigen Latina hoch ...

Quelle (Werbung)

Wer ist die Autorin?

Lex Martin schreibt sexy Contemporary-Romane und arbeitet als Englischlehrerin. Sie liebt Musik und Bücher und lebt zurzeit mit ihrem Mann und ihren Zwillingstöchtern in Los Angeles. Weitere Informationen unter: www.lexmartinwrites.com

Quelle (Werbung)

Wie fand ich es?

> Dieses Buch wurde mir vom Lyx Verlag über vorablesen.de als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. <

Ich dachte anfangs, mich würde hier eine recht oberflächliche Geschichte erwarten. Zugegeben, der Klappentext hat dazu beigetragen. "Baby zähmt Bad Boy", da hat man einfach ein bestimmtes Bild im Kopf. Nach der Leseprobe war ich allerdings überzeugt. Hauptfigur Brady war, trotz etwas klischeehafter erster Szene doch mehr als sein Image, und zeigte verschiedene Facetten.

Auch Katherine mochte ich, denn auch sie wuchs über ihr anfängliches Bild hinaus. Statt der inzwischen fast 'typischen' Jungfrau in Nöten ist sie ein vielseitiger Charakter mit Konflikten und einem Leben, dass sich auch nicht nur auf ihren Typen reduziert, sobald er auf den Plan tritt. Vor allem ihre Unabhängigkeit, und ihre Verknüpfung mit der Farm und den Nachbarn war schön zu lesen und zeigte einen sehr interessanten Aspekt ihrer Persönlichkeit, der sie sympathisch gemacht hat.

Insgesamt verfolgte ich ihre Geschichte zusammen sehr gern, vor allem weil sie größtenteils ohne unsinniges Drama zurecht kam, und dennoch emotional überzeugend war. Sie teilten eine gewisse Chemie, und führten etwas, das man tatsächlich als gesunde Beziehung betrachten kann - leider in diesem Genre eine Seltenheit. Sie sprachen Probleme meist offen an, und wenn nicht, dann hatte das bessere Gründe als Egoismus und zickig sein.

Zudem verhält sich Brady ihr gegenüber (und natürlich auch Kat gegenüber ihm, nur ist es andersrum leider meist nicht so in der Buchwelt) angemessen, ihre Beziehung basiert auf Respekt, gegenseitigem Interesse und Verständnis.Ungewöhnlich gut passt auch die gesamte Babygeschichte und der Anlass dafür in die Geschichte. Die kleine Izzy, als gemeinsame Basis der Beziehung von Kat und Brady wird nicht nur als das behandelt - als Brücke und Grund warum sie sich näher kommen, ja sich überhaupt kennen lernen. Bradys Beziehung zu ihr wird tatsächlich ausgearbeitet, seine Konflikte über ihre Adoption wirkten tatsächlich realistisch... kurz gesagt, klasse einbezogen!

Zusätzlich war das Buch auch noch witzig und leicht zu lesen. Ich flog geradezu durch die Seiten sobald ich mich einmal in die Geschichte hinein gefunden hatte, und konnte oft mit den beiden lachen und zweifeln. Auch die erotischen Szenen waren zumeist gut geschrieben und nicht zu übertrieben und unsinnig zur Handlung zugefügt, sie ergaben sich natürlich, und über den einen oder anderen Satz mal die Augen verdrehen zu müssen, hat da nicht groß gestört.

Es blieb bis zum Ende spannend, doch nicht auf eine 'wir ziehen das Ergebnis unsinnig hinaus' Art, sondern auf realistische Weise, denn die Figuren haben tatsächlich echte Probleme und Leben, die sich nicht in Wohlgefallen auflösen, sie müssen Opfer bringen und Entscheidungen treffen.

Alles in allem wurde ich wirklich positiv überrascht! Ein sowohl niedliches als auch sexy Buch mit authentischer Entwicklung der Figuren und einer überzeugenden Beziehung, die sich natürlich anfühlt. Die Chemie zwischen den Protagonisten stimmt und man hat viel Spaß dabei, ihre Geschichte zu verfolgen. An alle Contemporary/New Adult Leser zu empfehlen!

 bisSterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Lyx Verlag!

Samstag, 21. Oktober 2017

Und Gott sprach: Du musst mir helfen!

Autor: Hans Rath
Seiten: 288
Verlag: rororo
ISBN: 978-3-499-27142-7

Worum geht's?

Was, wenn Gott persönlich dich bitten würde, die Welt zu retten? Vor dieser Frage steht Jakob Jakobi, der Held aus «Und Gott sprach: Wir müssen reden», als er einen alten Bekannten wiedertrifft: Gott.
Der taucht kurz vor Weihnachten in Gestalt des Lebenskünstlers Abel Baumann auf und stellt einmal mehr Jakobs Leben auf den Kopf. Diesmal ernennt er seinen Ex-Therapeuten kurzerhand zum neuen Messias und wirft damit Jakobs Urlaubspläne über den Haufen. Eine bunte Schar Apostel gesellt sich auch bald dazu. Von Veganismus bis Antikapitalismus - es kommen sehr unterschiedliche Vorstellungen zusammen, wie man den Planeten und die Menschheit aus dem Schlamassel ziehen kann. Das richtige Konzept zur Weltrettung lässt sich eben nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln ...

Quelle (Werbung)

Wer ist der Autor?

Hans Rath, geboren 1965, studierte Philosophie, Germanistik und Psychologie in Bonn. Er lebt mit seiner Familie in Berlin, wo er unter anderem als Drehbuchautor tätig ist. Zwei Bände seiner Romantrilogie um den Mittvierziger Paul Schubert wurden fürs Kino adaptiert. Seine aktuellen Bücher aus der Reihe «Und Gott sprach» sind ebenfalls Bestseller.

Quelle (Werbung)

Wie fand ich es?

ACHTUNG! FINALE EINER TRILOGIE! EVENTUELL SPOILERGEFAHR!

Huh, machen wir es kurz und schmerzlos - das schlechteste Buch der Reihe, weswegen ich mich vor der Rezension auch ein wenig gedrückt habe. Der Anfang war noch recht witzig, doch schnell wurde es ziemlich abstrus. Und nicht auf die gute Art abstrus, die diese Reihe bis dato auszeichnete, sondern völlig abwegig und die Geschichte brachte mich fast nur noch zum Stirnrunzeln.

Der Geist der Reihe verblasste einfach, und die Geschichte wurde zu flach. Insbesondere in der Mitte des Buchs zog sich die Handlung wie Kaugummi, und die Suche nach der Besserung der Welt und vor allem Jakobs Rolle darin kam mir mehr als an den Haaren herbeigezogen vor. Natürlich ist es Fiktion, und natürlich sind insbesondere die "Und Gott sprach"-Bücher ein Stück weit abstrus, seltsam und skurril, doch hier war es irgendwann nicht mehr witzig, sondern nur ein Stück nervig.

Einen Großteil der "Verantwortung" für diese negative Entwicklung sehe ich bei der Behandlung der Figuren. Hauptfigur Jakob wurde... langweilig. Ein gemeines Wort dafür, doch leider stimmt es. Auch ihn zeichnete natürlich seine ganze Geschichte hindurch eine gewisse Passivität aus, doch auch in diesem Punkt erreichte es eben den Rand meiner Geduld in diesem Werk. Vor allem Jannika, die Aktivistin, in die sich Jakob verknallt - die als Katalysator für seine 'guten Taten' ihn aber eher jämmerlich wirken lässt und ihn ziemlich unsympathisch macht.

Die positive Nachricht? Es wird gegen Ende wieder besser. Als sich die Geschichte um Jannika ein wenig auflöst, gelangt man wieder zu einem Stück Jakob Jakobi, der sich charakterlich weiterentwickelt. So weit in der Reihe wurde es nämlich ziemlich unglaubwürdig, dass er einfach immer derselbe blieb. Ja, auf den letzten Seiten wurde es sogar wieder witzig.
Und noch ein Pluspunkt - Abel/Gott ist noch immer interessant und witzig. Leider ist er in diesem Buch viel zu wenig...

Leider nicht so gut wie Band 1 und 2, auch wenn sich gegen Ende die Atmosphäre und die Hintergründigkeit, die ich an der Buchreihe geschätzt habe ein Stück weit zurückkehrte. Ich hatte ziemlich hohe Erwartungen an diesen dritten Band, vielleicht lag es daran, dass er mich schlussendlich nicht sehr überzeugen konnte. Es ist kein komplett schlechtes Buch, auch wenn diese Rezension wohl ziemlich negativ wirkt, aber im Vergleich mit dem was ich von Hans Rath sonst gelesen habe, war es kein besonders gutes.

 Sterne

Montag, 16. Oktober 2017

Weit weg und ganz nah

Autorin: Jojo Moyes
Seiten: 512
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-26736-9

Worum geht's?

Einmal angenommen …
… dein Mann hat sich aus dem Staub gemacht. Du schaffst es kaum, deine Familie über Wasser zu halten. Deine hochbegabte Tochter bekommt eine einmalige Chance. Und du bist zu arm, um ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Plötzlich liegt da ein Bündel Geldscheine. Du weißt, dass es falsch ist. Aber auf einen Schlag wäre dein Leben so viel einfacher …
Und einmal angenommen, du strandest mitten in der Nacht mit deinen Kindern am Straßenrand – und genau der Mann, dem das Geld gehört, bietet an, euch mitzunehmen. Würdest du einsteigen? Würdest du ihm irgendwann während eures verrückten Roadtrips gestehen, was du getan hast?
Und kann das gutgehen, wenn du dich ausgerechnet in diesen Mann verliebst?

Quelle (Werbung)

Wer ist die Autorin?

Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Der Roman «Ein ganzes halbes Jahr» machte sie international zur Bestsellerautorin. Weitere Nr. 1-Bestseller folgten. Jojo Moyes lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf dem Land in Essex.

Quelle (Werbung)

Wie fand ich es?

Nach meinem letzten Jojo Moyes Buch hatte ich trotz einiger Kritikpunkte Lust auf gleich noch eins - und da ich von den übrigen zu "Weit weg und ganz nah" schon am öftesten greifen wollte, ergriff ich die Chance und schnappte es mir. Natürlich wurde es auch sofort gelesen und leider war ich nicht ganz so begeistert wie erhofft.

Ein besonders großes Problem für mich - die Protagonisten konnten mich emotional überhaupt nicht erreichen. Anfangs hielt ich Ed für das 'Problem', doch mit der Zeit wuchs er mir sogar ein wenig ans Herz, als das menschliche Chaos, dass er ist.

Nein, ich hatte Probleme mit Jess. An sich hatte ihre Figur alle Ingredienzien zu jemandem mit dem man mitfühlen und der zumindest faszinieren könnte (und das sollte man eindeutig auch) - aber nein, irgendetwas passte nicht. Sie wirkte zu blass und eindimensional, und dadurch wurden ihre Passagen, die einen großen Teil der Geschichte ausmachen, ziemlich zäh und meine Lust die Geschichte weiterzulesen immer geringer, da mir eine emotionale Bindung daran fehlte.

Auch die wunderbaren Nebenfiguren, Tanzie und Nicky, die sehr facettenreich dargestellt wurden und deren Probleme und Entwicklung wirklich den großen Pluspunkt der Geschichte ausmachen, haben mich begeistert. Ihre Kapitel habe ich genossen und habe mit ihnen mit leiden und fühlen können. Insbesondere Nicky, der sich quasi selbst finden muss und das auf originelle Art und Weise tut. Und natürlich Norman! Detailreich und mit liebevollem Drumherum war das Buch definitiv geschrieben, leider konnte das jedoch nicht die Probleme der Geschichte lösen...

Lange Zeit schien die ihren roten Faden nämlich vergeblich zu suchen. Szene reihte sich an Szene und auch wenn ein Funken Humor und der lockere Schreibstil halfen mich durch die Seiten zu treiben musste ich stellenweise wirklich "getrieben" werden. Erst ziemlich gegen Ende wurde es emotional und selbst da, aufgrund meiner fehlenden Bindung zu Jess, konnte auch das die Geschichte für mich nicht mehr retten.

Insgesamt reicht "Weit weg und ganz nah" leider nicht an die anderen Werke von Jojo Moyes heran, die ich bereits gelesen habe, und auch nicht an meine allgemeinen Erwartungen an die Geschichte. Ab und an konnte ich lachen und mit den Nebenfiguren sowie mit der Zeit Ed mitfühlen, doch alles in allem zieht sich die Geschichte sehr, sodass ich fast erleichtert war, das Buch beendet zu haben. Nicht schlecht, aber ich hatte mir mehr erhofft!

 Sterne

Sonntag, 15. Oktober 2017

[Gesehen] Woche 29

Meine zweite und auch schon wieder letzte Ferienwoche habe ich noch mal mit so einigen Serien genossen.

DESIGNATED SURVIVOR (Staffel 2 Folge 1 und Folge 2)
Ich muss sagen: viel mehr von Hannah Wells, viel weniger... 'Russland sind die Bösen, Amerika ist großartig, amerikanischer Traum' und ähnliches Gehabe von dem man in der ersten Folge ja wirklich überschüttet wurde. Ohne diesen mehr als oberflächlichen Handlungsstrang hätte ich mehr Spaß an den Folgen gehabt, speziell da durch die Reaktionen auf Kirkman von Senat und der Bevölkerung durchaus interessante Spannungen angestoßen werden. Kirkman selbst wirkt in letzter Zeit allerdings ziemlich unsympathisch - schade, da ich ihn von Anfang an gemocht habe. An sich möchte ich meine Sympathie für ihn auf nicht gleich aus dem Fenster treten - er bekommt noch eine Chance, aber es war für mich kein guter Einstieg in Staffel 2 in punkto Tom Kirkman. Für ein wenig Spaß sorgte der neu eingeführte, etwas spezielle Political Director Lyor Boone. Auch von ihm wird man hoffentlich noch mehr sehen!

CRAZY EX-GIRLFRIEND (Staffel 2 Folge 1 bis Folge 13)
Oh mein Gott, die zweite Staffel war ja sogar noch besser als die erste!! Insbesondere die Mädchenfreundschaften die auf die Probe gestellt wurden, sich veränderten und neu entstanden haben mich begeistern können, genauso wie Nathaniel, der leider erst ziemlich spät in der Staffel eingeführt wurde... ich hoffe, hoffe, hoffe, mehr von ihm in Staffel 3 zu sehen! Und nach dem Cliffhanger der letzten Folge bin ich insgesamt gespannt darauf, wie Rebeccas Geschichte weitergeht! So gespannt, dass ich die gesamte bisher verfügbare Serie gleich noch einmal geschaut habe...



BROOKLYN NINE-NINE (Staffel 3 Folge 1 bis Folge 11)
Zum Glück ist Staffel 3 jetzt auch auf Netflix, und sie ist genauso gut wie die vorherigen, bisher jedenfalls. Allerdings hätte ich auch nicht mit dem Gegenteil gerechnet, so viel Genialität kann man gar nicht verpfuschen! (Hoffentlich!) Geht wirklich stark weiter und ich will mir gar nicht vorstellen was für ein fieses Serienhangover mich nach Beenden der Staffel erwarten wird, wenn ich ewig auf Staffel 4 warten werden muss... sämtliche Figuren, sämtliche Interaktionen zwischen ihnen, auch die Mordfälle... ich finde wirklich nichts zu meckern. Und natürlich ist die Serie vor allem witzig - ohne dabei offensiv zu sein. Stattdessen ist "Brooklyn Nine-Nine" originell, facettenreich und skurril, und darin meisterhaft gut!

ORPHAN BLACK (Staffel 4 Folge 1 bis Staffel 5 Folge 10)
Die vierte Staffel ist fast noch besser als die davor - speziell die erste Folge, die sich fast ausschließlich mit Beth beschäftigt war unglaublich! Man erfährt endlich mehr über sie, mit der die gesamte Serie ja eigentlich gestartet ist - die ich aber erst jetzt richtig ins Herz schließen konnte. Auch alle anderen Handlungsstränge bleiben die ganze Zeit interessant, auch in Staffel 5 - und das Ende hat mich daher richtig melancholisch gestimmt. An nur einer Folge hatte ich eine kleine Kritik (5x02), da mir das Ende etwas zu brutal war, und insgesamt nicht zur restlichen Stimmung der Folge und Geschichte passte... doch fünf Minuten werde ich diesem sonst genialen Machwerk sicher nicht ankreiden. Besonders gefallen haben mir in Staffel 5 auch die charakterspezifischen Episoden, in denen ein Leda-Klon besonders behandelt wurde. Insgesamt einfach eine wunderbare Serie, die auch durchaus sinnvoll und vollendet abschließt. Dennoch werde ich die Klone so sehr vermissen, dass es ein bittersüßer Abschied ist! Bei dem Finale musste ich weinen, so sehr waren sie mir alle ans Herz gewachsen...

RIVERDALE (Staffel 2 Folge 1)
Immer noch ein wenig gestelzt und übermäßig dramatisch beginnt die zweite Staffel. Gut gelungen waren die Halluzinationen von Archies Dad, ansonsten kann mich die Serie allerdings weiterhin eher mäßig überzeugen. Ungewöhnlicher Weise mochte ich Archie in dieser Folge allerdings, der mir bis dato eher langweilig erschien. Vielleicht weil er diese Folge tatsächlich mal einen Handlungsstrang hatte, wenn das so weitergeht könnte aus seiner Figur durchaus was werden... Oh, und ebenfalls gut ist der Soundtrack, wer auch immer dafür verantwortlich ist hat ein gutes Händchen für Musik. Wenn mich das Fehlen eines wirklich natürlichen Flows der Geschichte nur nicht so nerven würde... denn das Ende war vielversprechend.

EINE REIHE BETRÜBLICHER EREIGNISSE (Staffel 1 Folge 3)
Uuund in einer einzigen Folge ist mir eine neue Figur ans Herz gewachsen und auch gleich wieder brutal herausgerissen wurde. Diese Serie ist ziemlich genial. Allerdings glaube ich, die Atmosphäre "ertrage" ich wirklich nur in Maßen, deshalb werde ich wohl Stück für Stück schauen - aber in der Ruhe liegt ja bekanntlich die Kraft. Bis zum Erscheinen von Staffel 2 Januar 2018 werde ich wohl mit den restlichen fünf Folgen fertig sein - nach dieser Folge habe ich darauf durchaus Lust, wenn auch nicht sofort!